Mahnwache vom 28.03.2015

Von 16-18 Uhr vor dem „MyZeil“ in Frankfurt. Herzlichen Dank für die aufmerksame Betreuung und Schutz durch die Frankfurter Polizei.

Es ist die erste Mahnwache nach dem Verbot von Tauhid Germany. Auch in Frankfurt gab es Durchsuchungen. Das war allerdings kein Thema. In den Debatten war es so, als ob das nicht stattgefunden hätte. Dieses Wegsehen in Verbindung mit der verbreiteten Haltung, die Medien berichteten immerzu und vorsätzlich wahrheitswidrig, schafft alleine schon einmal eine unterschiedliche Gesprächsgrundlage. Wenn zunächst geklärt werden muss, welchen Quellen überhaupt vertraut werden kann, wird es schwierig.

Der „LIES!“-Stand war diesmal sehr nahe, etwa 80 m, was man sofort am Publikum merkte. Die Szene der Unterstützer ist dann sehr aktiv – und es sind viele.

Am Anfang kam ein aufgebrachter Mann vermutlicher arabischer Herkunft mit zwei kleinen Töchtern zu einem Mitstreiter und beschwerte sich, dass wir nicht auch gegen die Tötung von Palästinensern demonstrieren, die von Israel mit Gas umgebracht würden. Es bildete sich ein Kreis von Passanten, die dem Disput zuhörten. Der Mann, nach eigener Angabe Altenpfleger, war sehr emotional und wurde immer lauter. Er wollte seine Sicht darstellen und dabei nicht auf das Problem des Salafismus eingehen. Am Ende applaudierten ihm die Zuschauer für sein „Wir haben alle die gleiche Abstammung“. Er hatte demnach gar nicht verstanden, worum es geht.
Zuhören lernen behöbe einige dieser schweren Kommunikationsprobleme.

Zwei Männer, vielleicht eriträischer Abstammung, einer davon mit neuen Krücken, liefen vorbei. Sie beschimpften uns und mich im langsamen Vorbeilauf. Mich nannte der mit den Krücken „Votze“* wegen meines „Frankfurt zeigt Gesicht gegen Islamismus“-Schildes. Ich versuchte, zu erläutern, trotz dieses Wortes. Es wurde wiederholt mit dem Zusatz, ich solle Deutschland verlassen (!) und man ging weiter. Ich lief ein paar Schritte nach und sagte ihm, dass das ganz sicher nicht eintreten werde und dass er die hiesigen Umgangsformen zu lernen habe. Er drohte mir an, mir die Nase zu brechen, ich solle das Schild runter nehmen und still sein. Das war ich dann nicht mehr bereit hinzunehmen und meinte noch zu ihm, dass wir das jetzt mal festhalten könnten. Er meinte, er gäbe mir gleich was zum Festhalten und würde mir dann doch die Nase brechen. Ich ließ das dann von der Polizei aufnehmen. Der Mann und sein Begleiter waren völlig überrascht, als die Beamten kamen und die beiden umstellten. Anscheinend gehört es nicht zur Erwartungshaltung hier, dass Handlungen wie Beleidigung und Nötigung auch einmal Folgen haben.

Ein Mitstreiter unterhielt sich mit einem zunächst etwas skeptischen etwa 17-18 jährigen sehr interessierten Jugendlichen aus Mannheim über das Thema „Missbrauch von Religionsfreiheit durch die Lies!-Koranverteiler“. Er verstand das Problem und versuchte danach, mit gleichaltrigen jugendlichen Migranten über das Problem zu diskutieren. Nach etwa 15 Minuten kam er wieder resigniert zu dem Mitstreiter und gab zu, dass es sehr schwierig sei, mit diesen Personen normal zu diskutieren.

Etliche Passanten machten uns Mut und bedankten sich für unser Engagement.

Bei einer anderen Mitstreiterin fielen gestern vermehrt antisemitische Äußerungen. Das ist nicht jeden Samstag so, aber gestern hatte sie dass so massiv, dass sie dies als „Jackpot gezogen“ bezeichnete. „Die Juden sind schuld“ fiel mehrfach. Sie verbat sich das auf diesem Platz und überhaupt. Man blieb, machte weiter und bedrängte sie nun. Einer Aufforderung von mir, sie mögen Abstand halten, wurde nicht Folge geleistet. Erst die Polizei konnten den judenfeindlichen Mob vertreiben.

Auch im Vorbeigehen vielerlei farbige Beschimpfungen von Personen, die das Anliegen gar nicht verstanden.*

Wie häufig wollten jugendliche Muslime von uns leere Plakate, um ihre Gegenposition auf unserer angemeldeten Demo zeigen zu können. Sie werden immer unfreundlich, wenn man ihnen das verweigert. Auch häufig die Fragen: „Hast du sonst nichts zu tun?“, „Ist dir langweilig?“, „Bist du dumm?“ und ähnlich Kreatives. Ein junger Mann wich mir eine halbe Stunde nicht von der Seite: Manndeckung.

Wir hatten zwischendurch eine Ein-Mann-Gegendemo von einem Mann, der schon mal an einem der vorherigen Samstage durch aggressive Debatten aufgefallen war. Gestern war er mit einem Anti-Israel Umhänger unterwegs und stellte sich auf „unseren“ Platz. Diese undifferenzierte Israel-Schelte konnten wir einerseits SO nicht stehen lassen und andererseits werden auf unserer angemeldeten Kundgebung nur Inhalte gezeigt, hinter denen wir stehen. Er war sofort umringt von einem Pulk Leute, die sein Schild sehr, sehr gut fanden. Ich hab ihn erst aufgefordert, sein Plakat vom Hals zu nehmen. Dann, als er das nicht machte, forderte ich ihn auf, weg zu gehen. Dann habe ich einen Platzverweis ausgesprochen. Das war diesem Mann völlig egal. Ich habe ihn dann von der Polizei vom Platz stellen lassen.

Einige Kinder, vielleicht 10 Jahre alt, ließen sich erklären, was wir wollen. Nach eingehender und kindgerechter Erläuterung (ich erzähle Kindern u.a. gerne von der einen Mutter, die ihren Sohn seit 1,5 Jahren sucht und nicht weiß, ob er noch lebt; das verstehen sie) bedankten wir uns gegenseitig für das Gespräch. Manchmal geht es doch.

Ein junger Mann arabischer Herkunft war mit seiner kleinen Schwester bei einem Mitstreiter und sagte zu ihr „Das sind die neuen Rechtsradikalen!“. Als er ihn fragte was er ihn gerade genannt hatte, sagte er: „Sie sind ein Nazi!“. Der Mitstreiter sagte ihm, er solle sich entschuldigen, sonst würde er ihn anzeigen. Als er das nicht tat, ging er zur Polizei. Als diese seine Personalien verlangte, entschuldigte er sich widerwillig bei ihm.

Am nächsten Samstag setzen wir aus. Wir setzen dieses etwas spezielle Streetworking am 11.4. ab 16 Uhr fort. Ich bedanke mich bei allen Mitstreitern.

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* Ich bin immer wieder erstaunt, welche Worte Leute kennen, die hier ankommen und sonst wenig deutsch beherrschen. Die Herabsetzungen werden anscheinend früh gelernt.

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Es ist süß und ehrenvoll, für …

Betreiber von „Islamische Audios“ wohl tot

Diese Struktur war 2013 zeitgleich mit „Dawaffm“ verboten worden.

Florian Flade meldet dazu:

„Nader H. lebte unauffällig im Frankfurter Stadtteil Höchst. Von seinem Computer aus aber verbreitete der gebürtige Marokkaner seit Jahren islamistische Propaganda. Er soll ein führender Kopf der salafistischen Gruppierung “Islamische Audios” gewesen sein. Zahlreiche Video- und Audioaufnahmen produzierten die Hinterleute dieses Netzwerkes und warben so im Internet für den radikalen Islam. Und auch an Koran-Verteilaktionen in Hessen soll Nader H. beteiligt gewesen sein.“

https://ojihad.wordpress.com/

Bekanntermaßen war er recht robust bei Widerspruch:

„Auf Twitter fiel Nader H. vor allem als unterwürfiger Unterstützer Mohamed Mahmouds und mit üblen Hasstiraden auf. Geriet der Boss der salafistischen Hooligan-Truppe „Millatu Ibrahim“ im Internet mit jemanden aneinander, sah sich die „Stimme der Wahrheit“ schnell gezwungen, seinem Vorbild beizuspringen. Der Islamwissenschaftlerin Claudia Dantschke, die nach Konsultationen mit der US-Regierung auf dem Rückweg von Washington nach Berlin war, wünschte er den Absturz mit dem Flugzeug. Florian Flade und mich verteufelte er als „Schmierfinken“. „Wechsel den Beruf, schmierfinken taugen nichts doch du noch weniger.“ “

http://erasmus-monitoring.blogspot.de/2015/03/getoteter-isis-kampfer-abu-bilal-al.html

Er hatte auch einmal 2012 oder 2013 auf Facebook eine wüste Drohung gegen mich ausgesprochen, die aber unerhört blieb, wenn auch nicht unbemerkt.

Seinem Wunsch gemäß ist er die letzten Tage als „Märtyrer“ gestorben und man kann nur hoffen, dass er nicht zu viele Menschen auf dem Gewissen hat, wenn er denn die letzten Jahre noch ein eigenes hatte.

Die Menschen in Frankfurt Höchst auf jeden Fall werden sich fragen, wie jemand aus ihrer Mitte so hasserfüllt wurde, obwohl ihm die Gesellschaft viele Chancen bot. Das wollte er jedoch offenkundig nicht und wir als Gesellschaft müssen damit umgehen lernen, dass manche keine Bürger dieser Gesellschaft sein wollen. Das gilt es frühzeitig zu erkennen und – sofern dies noch möglich ist – Gegenmaßnahmen zu treffen.

Eines aber muss klar sein:
So süß und so ehrenvoll wie Phantasien und Imaginationen kann keine reale Gesellschaft sein. Gegen Trugbilder kommt man nicht an mit realen Angeboten, um die man sich immer auch bemühen muss. Das funktioniert nicht, genauso wenig wie eine real existierende Frau mit gleich 72 Himmelsjungfrauen mithalten kann. Die Realität bleibt immer hinter Wunschträumen zurück.

Da kann man nur für mehr Realitätssinn von Anfang an sorgen, und auch für die innere Stärke, unvermeidbare narzisstische Kränkungen zwischen Wunschtraum und Realität ertragen zu lernen.

 

Nachtrag 30.03.2015:

Vorher/nachher made by LIES!:

Der HR berichtet über den Fall ohne allerdings zu sagen, dass das der Chef von „Islamische Audios“ war:

http://www.hr-online.de/website/rubriken/nachrichten/indexhessen34938.jsp?rubrik=53983&mediakey=fs/hessenschau/2015_03/150330194336_hs_syrien_55389&type=v&key=standard_teaser_54952069

 

Stumme Szene

Gestern wurde die Gruppierung „Tauhid Germany“, die eine Nachfolgeorganisation der bereits 2012 verbotenen jihadistischen Gruppierung „Millatu Ibrahim“ war, vom Bundesinnenminister verboten.

Insgesamt wurden bundesweit nach Presseberichten 26 Objekte durchsucht und etwa 30 Personen über das Verbot persönlich informiert, wonach sie ihre Betätigungen im Rahmen dieser Gruppierung nicht fortzusetzen haben.

„Die Räume in Bornheim waren offenbar nur eines von mehreren Zielen in Hessen. Die Innenministerien des Bundes und des Landes Nordrhein-Westfalen hatten zuvor berichtet, „führende Funktionäre“ von „Tauhid Germany“ wohnten auch in Hessen. Dort hätten die Durchsuchungen im „Großraum Frankfurt“ stattgefunden.“

http://www.hr-online.de/website/rubriken/nachrichten/indexhessen34938.jsp?rubrik=36082&key=standard_document_54906395

Bei vergangenen Aktionen dieser Art war nach diesen Durchsuchungen zu bemerken, dass in der Szene auch öffentlich wahrnehmbar reagiert wurde. Es wurde ausgiebig kommentiert und zu den Entwicklungen Rückmeldungen gegeben. Dies ist dieses mal anders. Die Szene ist verstummt.

Ein Grund könnte die von Sven Lau ausgegebene Losung sein:

Das kann man nun in zwei Richtungen verstehen und so doppeldeutig ist es wohl auch gemeint. Mitwisser haben üblicherweise nicht nur die Ermittlungsbehörden zu fürchten bei rechtlich relevanten Handlungen, sondern auch die anderen Mitwisser. Verräter leben in bestimmten Milieus gefährlich.

Welche Rückschlüsse kann man nun aus diesem bemerkenswerten Umstand ziehen? Dass der Schlag die Szene traf, ist offensichtlich. Dass er sie schwerwiegend traf, ist wahrscheinlich. Ein Frankfurter Protagonist reiste gestern – wohl überraschend – nach Köln. Persönlicher Rapport ist dann notwendig, wenn allen Kommunikationsmitteln – wohl zu Recht – misstraut wird. Es kann heißen, dass die Szene besser organisiert ist als in den Jahren zuvor. Es kann heißen, dass man auch von den belgischen Jihadisten lernte. Einen Berichterstatter hatte man in Frankfurt am Wochenende da. Tarik ibn Ali wurde trotz bekannter Verbindungen zu shariah4belgium und Handlungen jenseits nicht nur der moralischen Rechtfertigungsmöglichkeit wohl – soweit bekannt ist – nicht in den belgischen Mammutprozess einbezogen. Dieser größte Ati-Terror-Prozess mit immerhin 46 Angeklagten, der vor 4 Wochen zu Ende ging und mit einer Haftstrafe für den Haupttäter von 12 Jahren wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung endete, war an den deutschen Medien weitgehend vorbei gegangen.

Ob die Offenbacher Nachfolgegruppierung der Nachfolgeorganisation auch schon Bestandteil der Aktion war, ist noch nicht bekannt.

ES KOMMT WAS AUF EUCH ZU IN SHA ALLAH!

So kündigte ein Aktivist der Tauhid Germany Gruppierung vor Tagen neue Ereignisse in Offenbach an. Eine Offenbacher Gruppe „Wacht auf!“ war im Januar von einigen Personen, die vorher bei LIES! Frankfurt und Offenbach zugange waren, gegründet und als neues Projekt in Angriff genommen worden. Am 22.03. gab es ein Treffen, bei dem man angeblich große Zukunftspläne schmiedete. Diese Einlassung ist um so interessanter, da an diesem Wochenende Sven Lau und der belgische Jihadisten-Werber Tarik ibn Ali im Frankfurter Raum waren.

https://vunv1863.wordpress.com/2015/03/22/unheilige-allianzen/

Was nur Tage später dann allerdings tatsächlich auf sie zukommt, war ihnen wohl nicht klar.

Tauhid Germany wurde heute verboten:

http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2015/03/verbot-tauhid-germany.html

Es finden „umfangreiche Durchsuchungs- und Beschlagnahmemaßnahmen“ statt. Auch in Hessen.

Die Gruppe „Wacht auf!“ war vor allem in Offenbach aktiv, so hier bei einer Straßenaktion vor dem Offenbacher Parteibüro der SPD:

Vorher bei LIES!:

 

In Offenbach hatte man Jungen auf Schulhöfen anzuwerben versucht. Es wurde mit den Jungen Hallenfussball gespielt und ein Boxtraining angeboten. Man solle sich, so der Tenor, „fit machen für Allah“:

 

 

Zwei der Aktivisten von „Wacht auf!“ sind mindestens seit 2012 islamistisch orientiert. Ich habe dazu noch Fotos von dem Tag, als Mohamed Mahmoud, der österreichische „bis der Kopf fliegt“-Spezialist und Millatu Ibrahim-Vorreiter, in Offenbach war.

Auf die Offenbacher Aktivisten kommt aber nun anderes zu als vermutet: Der Staatsschutz.

Frankfurter Front?

Frankfurt hat als Islamisten-Hochburg ja einiges zu bieten: Von der Straßenwerbung bei LIES! bis zu Kader-Fortbildungsseminaren hat man alles im Angebot. Da wird an der einen Ecke für den „muslimischen Kampfsport“ von Salafisten gesammelt und in der anderen für die Truppe direkt in Syrien. Fußballturniere für den Nachwuchs gibt es ebenso wie „Benefiz-Galas“. Auch Jihadisten-Anwerber sind vor Ort, genauso wie Personen, die Selbstmordattentate rechtfertigen, wenn sie nur im Land der Ungläubigen geschehen und recht viele (ungläubige) Opfer fordern. Das letztere in Frankfurter Moscheen. So weltoffen und gastfreundlich ist Frankfurt. „Der Feind in meinem Bett“ als daily soap, nur ohne Seife und sehr, sehr, real.

Verwaltungsrechtlich wäre da noch Luft, die man aber nicht holen mag. Von selbst kommt da aber nichts.

Das bleibt bei der Frankfurter Jugend nicht ohne Widerhall: Manche Jugendliche streben eine „gottgefällige“ Karriere in Syrien an. Oder sie bleiben hier und verbreiten die Kunde weiter. Allerdings gibt es auch welche, die zwar hier bleiben wollen, aber trotzdem kämpfen. So ein junger Frankfurter Mitbürger zeigt sich aktuell ganz offen mit Geld und Kalaschnikow. Das kann in Bonames sein oder Bockenheim, so genau weiß man das nicht. Was man aber erahnen bzw. befürchten kann: Diese Waffen sind eher nicht für den Export bestimmt, sondern für die Anwendung hier gedacht.

Ich werde die Bilder jetzt hier nicht veröffentlichen, damit die Person nicht aufmerksam wird. Sie sind aber recht frisch und wenn Journalisten interessiert sein sollten oder andere, die helfen können, das Schlimmste zu vermeiden, nämlich „Do it yourself“ mitten in Hessen, mögen sich bitte melden.

In diesem Fall ist – da bin ich sicher – das Nötige bereits in Arbeit. Aber: Das ist der Fall, den man sieht. Da gibt es weitere, die man nicht sieht. Und deshalb bitte ich alle: Die Politik muss da noch aktiver werden. Da kann jeder mithelfen, die Politik anzuschubsen. Vergnügungssteuerpflichtig ist das alles nicht, ja. Aber notwendig.

Meine Kontaktdaten sind bekannt und ich reiche diese Bilder dann weiter.

Unheilige Allianzen

Belgischer Jihadistenunterstützer Tarik ibn Ali wieder im Rhein-Main-Gebiet unterwegs

Man kann es schon seit einiger Zeit ahnen, dass sich aktuell ganz unheilige Allianzen hier in Hessen zusammenbrauen. Prediger, die früher eher vereinzelt auftauchten, zeigen sich zur selben Zeit am selben Ort. Man trifft sich in Hinterhofmoscheen oder Privatwohnungen. Die Verbindungen in die belgische Jihadistenszen sind zwar seit Jahren bekannt und dass die Herren Nagie, Lau und Vogel hier gerne zu Besuch bei Brüdern sind, ist auch immer wieder offenbar geworden.

An diesem Wochenende waren Sven Lau und Tarik ibn Ali in Frankfurt:

https://fbcdn-sphotos-d-a.akamaihd.net/hphotos-ak-xap1/v/t1.0-9/11006403_1565137960420901_1646138685329325721_n.jpg?oh=727937c67d6a3f1b71cf749dc8eec1d2&oe=55AA05E6&__gda__=1434099167_548778255ad7f4152a1bc77fb149cd79

Hier unten ist der Herr ibn Ali zu sehen mit einem als Unterstützer der LIES!-GmbH bekannten jungen Mann, Selfie mit Hassprediger:

Ein Sympathisant im Schulalter, der aber seit einigen Monaten häufig bei den LIES!-Aktionen dabei ist und auch beim Kadertreffen im Januar mitmachte, ergänzt gleich noch eifrig darunter:

„Tarik ibn Ali mashAllah der ist oft moschee dietzenbach gekommen“*

Da waren die Samstag nachmittag vermissten „Akhis“ also.

Netter Plausch bei Tee und Baklavas mit Jihadistenzulieferern. Was da beredet wurde, kann man der Phantasie überlassen. Besonders beruhigen kann es nicht, dass so ungeniert agiert wird. Offenkundig fühlt man sich im Rhein-Main-Gebiet wie in Abrahams Schoß.

* Die Schreibfehler sind im Original so und es sei darauf hingewiesen, dass man sich auch um die schulische Ausbildung des Jungen ernsthafte Sorgen machen muss. Wer mit 13 oder 14 Jahren noch so schreibt, wird Probleme haben oder kriegen.

Mahnwache vom 21.03.2015

Vor dem „MyZeil“ von 16-18 Uhr. Unser besonderer Dank gilt der Frankfurter Polizei, die die Mahnwache umsichtig und professionell begleitete.

Wir begannen eine Idee später, da einige Mitstreiter nicht ganz pünktlich waren.

Ein älterer Mann, recht groß und massig in Relation zu mir, sprach mich ziemlich aggressiv wegen meines Schildes an. Ich erklärte ihm das Wort Islamismus, auch unter dem Gesichtspunkt, dass dieser Begriff ein Dialog-Angebot ist. Er fing an, unflätig abzuwerten ohne auf inhaltlicher Ebene zutreffend korrigieren zu können. Ich habe in meinen Möglichkeiten ruhig weiter erklärt. Er fing dann an, mich zu beschimpfen. Auch das nahm ich noch weitgehend hin, beharrte aber auf meinen – korrekten – Erläuterungen. Die Definitionen sind ja allgemein unstrittig bis auf Personen, die sich i.d.R. noch nicht damit auseinandersetzten. Dann ging er weg mit den gerufenen Worten, „Du bist eine rechtsradikale Drecksau“. Das haben andere Umstehende mitbekommen. Ich bin ihm die paar Schritte nach und hab ihm angeboten, er könne sich noch bei mir entschuldigen, denn er habe Unrecht und dies sei inakzeptabel. Er lehnte das ab und machte gerade weiter. Ich bezeichnete das als sehr törichte Entscheidung und ließ dies die umstehende Polizei dann einmal festhalten. Ich bin normalerweise hart im Nehmen und versuche, die Polizeiarbeit nach Kräften nicht unnötig auszuweiten, aber das war dann einfach mal der Punkt, an dem ich so etwas nicht mehr hinzunehmen bereit war. Das war kein 13 Jähriger. Zwei sehr stabile Beamte übernahmen die Personalien-Feststellung. Der Mann war sehr erstaunt, als seine Personalien aufgenommen werden sollten. Nachdem er merkte, dass das die Polizei ernst meint und sich auch durch sein Lamento nicht wegbringen lässt, kamen alle dann zu mir. Er wolle sich jetzt entschuldigen. Ich hab nur gemeint, dass das so jetzt einige Minuten zu spät sei, er habe seine Chance gehabt. Ich habe Strafantrag gestellt.

Es gab wieder Gruppen sehr, nun ja, freizügig gekleideter junger Mädchen, die das Wort „Islamismus“ nicht kannten, niht verstehen wollten, es aber trotzdem falsch fanden. Lustiger Weise wurde ich diesmal ständig darauf aufmerksam gemacht, ich solle doch mal den Koran lesen. Mein Taschen-Exemplar von den Ahmadiyya (ungefähr textgleich mit der von den LIES!-Aktivisten verteilten Rassoul-Übersetzung), ordentlich textkritisch durchgearbeitet mit Markierungen, post it-Klebern und anderen Memos überzeugte nur wenig. Man beharrte darauf, dass nur sie den Koran kennen und ich nicht. Nun ja. Einbildung ist…

Ein Mitstreiter sprach mit einer Gruppe Jugendlicher über Salafisten. Die Gruppe meinte, Salafisten seine keine Muslime. Die IS-Massaker seien Erfindungen und Vorspiegelungen der Medien. das eigentliche Problem seien die USA und israel, die hinter allem steckten.

Ein koptischer Christ aus Ägypten hatte dieses und einige andere Gespräche mit Jugendlichen dieses Mitstreiters angehört, indem er länger stehenblieb und lauschte. Er äußerte sich erschrocken, wie festgefahren diese jungen Menschen bereits in ihren Meinungen seien und dass sie kaum noch andere Sichten und Wertungen zuließen.

Eine weitere Gruppe jüngerer Männer und 3 jüngere Frauen scharte sich länger um eine Mitstreiterin und diskutierte heftig mit ihr. Eine der Frau behauptete, Jurastudentin zu sein, vom Thema der Demo „gegen Islamismus“ wich sie direkt ab und lenkte zu den „viel schlimmeren Verbrechen in Israel“. Dort würden jeden Tag 1000 Kinder getötet werden. Auf die Erwiderung, dass dies dann 365.000 Kinder im Jahr wären, wechselte sie das Thema. Allerdings war das Thema Israel auch nur von kurzer Dauer, da schlichtweg jegliche Wissensgrundlagen fehlten und nach mehreren „..noch nie gehört..“, musste sie leider ganz schnell weg. 2 weitere jüngere Frauen, eine im Hijab und engerer Leggings und High Heels, die zweite in ebenso enger Leggins und deutlichen Kilos zu viel, versuchten, wieder die Erklärung zu erhalten, „Was ist Islamismus“? Die Begründung wurde mit „alles Lügenpresse“ abgetan. Man wähnte sich bei „Deutschland sucht den Pediga-Kandidaten“. Eine der Frauen machte die Mitstreiterin noch darauf aufmerksam, am jüngsten Tag würde sie bereuen: Wenn sie trotz besseren Wissens nicht den Islam angenommen hätte, würde sie direkt in der Hölle landen. Zwei jüngere Männer, die immer wieder nur durch Nachäffen aufgefallen waren, sahen sich genötigt, sich auch in Szene zu setzen. Sie versuchten dies, indem sie zweimal dünn “Takbir!” riefen, woraufhin zwei Männer schwacher Stimme “Allahu akbar!” entgegneten. Das stellte wohl nicht zufrieden, weshalb einer kräftig “YMCA!!!” anstimmte. Auch das im Minutentakt als Versuch, andere zum mitsingen zu bringen.

Ich konnte mich – Situationskomik ist etwas Großartiges! – minutenlang kaum zusammenreißen. Ich musste immer wieder lachen*.

Ein weiterer jüngerer Mann, kleiner im Wuchs, schlechter in der Artikulation, war der Auffassung das Schild einer Mitdemonstrantin touchieren zu müssen. Auf den Hinweis, dass sie dann evtl. „hinfallen“ könnte und das Schmerzensgeld über einen Anwalt doch recht teures Vergnügen für ihn werden könnte, ging er laut schreiend durch die Reihe der Mitstreiter bis zum Rand. Da er dort auch auffällig wurde, hatte er schnell zu Polizisten zur Seite und musste am Polizeiwagen sich ausweisen. Danach war er auffallend still. Besten Dank.

Ein Paar aus dem Finanzbereich Mitte 30 ließ sich die Inhalte erläutern. Man teilte unsere Haltungen und Sichten zwar, mache sich auch „große Sorgen“, befürchtete jedoch wegen der konservativen Grundlinie in diesem beruflichen Bereich Nachteile, wenn man sich öffentlich dazu bekenne.

Mehrere Passanten hielten zwischendurch Schilder und machten mit. Sie schlugen sich tapfer. Ich habe zwischendrin immer mal gehört, was sie so erzählten. Das muss ja nachhören, wer sich da mit welchen Inhalten exponiert. Wir bieten das i.d.R. nur Menschen an, bei denen wir nach erstem Eindruck bzw. kurzem Gespräch die Meinung haben, dass sie nichts Antidemokratisches erzählen. Darauf achten wir.

Einige Jungen traten zu mir und einer las laut mein kleines rotes Schild am Revers vor: „Sturmerprobt seit 1863“.** Er meinte dann: „So alt hätte ich sie gar nicht geschätzt!“ Das konnte sein Kumpel so nicht stehen lassen, denn ich stand ja da als dringend von ihnen herabzusetzende Person: „Nein, nein, noch viel, viiiel älter!“. „Netter Versuch“, sagte die Mumie.

Kurz vor Demo-Ende kamen zu dem einen Mitstreiter zwei Jugendliche um die 20 und meinten zu ihm „Habt ihr euch verlaufen? Solltet ihr nicht bei Pegida sein?“ Daraufhin hat er ihnen erklärt : „Wir sind weder „Rechts“ noch von Pegida. Ich wähle z.B. die Linke. Es muss aber möglich sein, Islamismus zu kritisieren, ohne sofort in die rechte Ecke gestellt zu werden. Gerade vor dem Hintergrund einer immer größer werdenden salafistischen Szene“… Schließlich hat sich das Mädel bei ihm entschuldigt, ihn so pauschal abgewertet zu haben.

Die Akhi-Szene war nicht da. Vielleicht bildeten sie das Empfangskommitee für Sven Lau:

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* YMCA heißt ein Titel eines Liedes. Übersetzt heißt das etwa „Christlicher Verein junger Männer“. Noch dazu gesungen von einer Gruppe, in der die Sänger als Homosexuelle auftraten. Dem jungen Mann war so offenkundig gar nicht klar, was er da anstimmte…
** Das Schild ist ein SPD-Schild, das auf das Gründungsjahr hinweist. Ich finde es großartig und trage es gerne. Besonders gerne bei solchen Aktionen.