Es ist süß und ehrenvoll, für …

Betreiber von „Islamische Audios“ wohl tot

Diese Struktur war 2013 zeitgleich mit „Dawaffm“ verboten worden.

Florian Flade meldet zu Nader Hadra:

Nader H. lebte unauffällig im Frankfurter Stadtteil Höchst. Von seinem Computer aus aber verbreitete der gebürtige Marokkaner seit Jahren islamistische Propaganda. Er soll ein führender Kopf der salafistischen Gruppierung “Islamische Audios” gewesen sein. Zahlreiche Video- und Audioaufnahmen produzierten die Hinterleute dieses Netzwerkes und warben so im Internet für den radikalen Islam. Und auch an Koran-Verteilaktionen in Hessen soll Nader H. beteiligt gewesen sein.

https://ojihad.wordpress.com/

Bekanntermaßen war er recht robust bei Widerspruch:

Auf Twitter fiel Nader H. vor allem als unterwürfiger Unterstützer Mohamed Mahmouds und mit üblen Hasstiraden auf. Geriet der Boss der salafistischen Hooligan-Truppe „Millatu Ibrahim“ im Internet mit jemanden aneinander, sah sich die „Stimme der Wahrheit“ schnell gezwungen, seinem Vorbild beizuspringen. Der Islamwissenschaftlerin Claudia Dantschke, die nach Konsultationen mit der US-Regierung auf dem Rückweg von Washington nach Berlin war, wünschte er den Absturz mit dem Flugzeug. Florian Flade und mich verteufelte er als „Schmierfinken“. „Wechsel den Beruf, schmierfinken taugen nichts doch du noch weniger.“ “

http://erasmus-monitoring.blogspot.de/2015/03/getoteter-isis-kampfer-abu-bilal-al.html

Er hatte auch einmal 2012 oder 2013 auf Facebook eine wüste Drohung gegen mich ausgesprochen, die aber unerhört blieb, wenn auch nicht unbemerkt.

Seinem Wunsch gemäß ist er die letzten Tage als „Märtyrer“ gestorben und man kann nur hoffen, dass er nicht zu viele Menschen auf dem Gewissen hat, wenn er denn die letzten Jahre noch ein eigenes hatte.

Die Menschen in Frankfurt Höchst auf jeden Fall werden sich fragen, wie jemand aus ihrer Mitte so hasserfüllt wurde, obwohl ihm die Gesellschaft viele Chancen bot. Das wollte er jedoch offenkundig nicht und wir als Gesellschaft müssen damit umgehen lernen, dass manche keine Bürger dieser Gesellschaft sein wollen. Das gilt es frühzeitig zu erkennen und – sofern dies noch möglich ist – Gegenmaßnahmen zu treffen.

Eines aber muss klar sein:
So süß und so ehrenvoll wie Phantasien und Imaginationen kann keine reale Gesellschaft sein. Gegen Trugbilder kommt man nicht an mit realen Angeboten, um die man sich immer auch bemühen muss. Das funktioniert nicht, genauso wenig wie eine real existierende Frau mit gleich 72 Himmelsjungfrauen mithalten kann. Die Realität bleibt immer hinter Wunschträumen zurück.

Da kann man nur für mehr Realitätssinn von Anfang an sorgen, und auch für die innere Stärke, unvermeidbare narzisstische Kränkungen zwischen Wunschtraum und Realität ertragen zu lernen.

 

Nachtrag 30.03.2015:

Vorher/nachher made by LIES!:

Der HR berichtet über den Fall ohne allerdings zu sagen, dass das der Chef von „Islamische Audios“ war:

http://www.hr-online.de/website/rubriken/nachrichten/indexhessen34938.jsp?rubrik=53983&mediakey=fs/hessenschau/2015_03/150330194336_hs_syrien_55389&type=v&key=standard_teaser_54952069

 

Stumme Szene

Gestern wurde die Gruppierung „Tauhid Germany“, die eine Nachfolgeorganisation der bereits 2012 verbotenen jihadistischen Gruppierung „Millatu Ibrahim“ war, vom Bundesinnenminister verboten.

Insgesamt wurden bundesweit nach Presseberichten 26 Objekte durchsucht und etwa 30 Personen über das Verbot persönlich informiert, wonach sie ihre Betätigungen im Rahmen dieser Gruppierung nicht fortzusetzen haben.

„Die Räume in Bornheim waren offenbar nur eines von mehreren Zielen in Hessen. Die Innenministerien des Bundes und des Landes Nordrhein-Westfalen hatten zuvor berichtet, „führende Funktionäre“ von „Tauhid Germany“ wohnten auch in Hessen. Dort hätten die Durchsuchungen im „Großraum Frankfurt“ stattgefunden.“

http://www.hr-online.de/website/rubriken/nachrichten/indexhessen34938.jsp?rubrik=36082&key=standard_document_54906395

Bei vergangenen Aktionen dieser Art war nach diesen Durchsuchungen zu bemerken, dass in der Szene auch öffentlich wahrnehmbar reagiert wurde. Es wurde ausgiebig kommentiert und zu den Entwicklungen Rückmeldungen gegeben. Dies ist dieses mal anders. Die Szene ist verstummt.

Ein Grund könnte die von Sven Lau ausgegebene Losung sein:

Das kann man nun in zwei Richtungen verstehen und so doppeldeutig ist es wohl auch gemeint. Mitwisser haben üblicherweise nicht nur die Ermittlungsbehörden zu fürchten bei rechtlich relevanten Handlungen, sondern auch die anderen Mitwisser. Verräter leben in bestimmten Milieus gefährlich.

Welche Rückschlüsse kann man nun aus diesem bemerkenswerten Umstand ziehen? Dass der Schlag die Szene traf, ist offensichtlich. Dass er sie schwerwiegend traf, ist wahrscheinlich. Ein Frankfurter Protagonist reiste gestern – wohl überraschend – nach Köln. Persönlicher Rapport ist dann notwendig, wenn allen Kommunikationsmitteln – wohl zu Recht – misstraut wird. Es kann heißen, dass die Szene besser organisiert ist als in den Jahren zuvor. Es kann heißen, dass man auch von den belgischen Jihadisten lernte. Einen Berichterstatter hatte man in Frankfurt am Wochenende da. Tarik ibn Ali wurde trotz bekannter Verbindungen zu shariah4belgium und Handlungen jenseits nicht nur der moralischen Rechtfertigungsmöglichkeit wohl – soweit bekannt ist – nicht in den belgischen Mammutprozess einbezogen. Dieser größte Ati-Terror-Prozess mit immerhin 46 Angeklagten, der vor 4 Wochen zu Ende ging und mit einer Haftstrafe für den Haupttäter von 12 Jahren wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung endete, war an den deutschen Medien weitgehend vorbei gegangen.

Ob die Offenbacher Nachfolgegruppierung der Nachfolgeorganisation auch schon Bestandteil der Aktion war, ist noch nicht bekannt.