Highway to hell

Erste Früchte der neuen Berliner Kooperation von LIES! mit der Rapper-Szene

 

Vor einigen Tagen war hier die Rede von einer vor etwa zwei Monaten aufgefallenen neuen Bekanntschaft zwischen Ashraf Rammo und Bilal Gümüs, also Berliner Halbwelt und LIES!-Projekt:

https://vunv1863.wordpress.com/2015/04/23/massive-probleme/

Verschiedene ungute Modelle sind in dieser Konstellation denkbar. Ein davon genanntes war der ideologische Zugang zu Clan und Fans von „Massiv“, einem Rapper, dessen Manager Ashraf Rammo war oder ist.

Die ersten Früchte dieser neuen Freundschaft, wohl der eine Teil des Deals, wurden bereits sichtbar. Seit 14 Tagen online, bereits 85.000 mal gesehen. Wenn das keine Werbung ist:

Dieser Liedtext wurde von von Bilal Gümüs Geschichte inspiriert. Aber natürlich sehr geschönt und verzerrt. Gümüs hat nicht studiert. Und ob er in Sossenheim, wo er aufwuchs, jemals solche wie die beschriebenen Diskriminierungserfahrungen wegen seiner Herkunft machen musste, darf bezweifelt werden. Es wird aber die Identifikation geboten für diejenigen, die solche Erfahrungen machen mussten oder auch diejenigen, die sich nur herabgesetzt fühlen. Eine ältere Schilderung, wie er zum Islam fand und wie er in der Jugend wirklich war, also eine ehrliche Selbstsicht:

Aggressiv, zu jedermann respektlos, keine Achtung vor Regeln und Gesetzen. Mit 19 dann als vorläufigen Endpunkt zu 2,5 Jahren Jugendhaft verurteilt. U.a. wegen versuchtem Totschlag und Raubüberfällen. Das hört sich etwas anders an als die Umschreibung, er sei „grundlos gehasst“ worden. Er hat sich ja sogar in Haft noch mit einem Mithäftling geprügelt. Man kann ahnen: Auf dem Schulhof war er eher kein Friedensengel. Beachtlich auch die anderen Umdeutungen.

Wenn jemand natürlich länger einsaß, wird die Jobsuche schwierig. Das hat weniger mit der Herkunft zu tun (die das generell schwieriger machen mag, vor allem, wenn man wenig gelernt hat), sondern mit dem Misstrauen, im Streit einen womöglich nicht beherrschten Mitarbeiter zu erhalten, der einen halb tot schlägt im Zorn. Sogar das Sitzen an der sprichwörtlichen Aldi-Kasse wird bei einem verurteilten Räuber nicht in Aussicht sein.

Bilal Gümüs wurde einmal von der Polizei in Frankfurt festgenommen vom LIES!-Stand weg. Er hatte gegen die Sondernutzungssatzung verstoßen und sich dann wohl sehr, sehr falsch verhalten. Zudem war es so, dass wir ordentlich angemeldet waren und er nicht. Da muss man schon mal weichen, wenn man in 5 m Entfernung campiert. Das ist der Kern der Geschichte, vom 13.09.2014. Ein Foto von dem Tag, ich hatte mein lustiges „Achmed, the dead terrorist“-Shirt an:

Da war eigentlich nur ich mit ein paar Mitstreitern. Kein Nazi weit und breit. Nur Menschen mit ihrer friedlich artikulierten Meinung in einer angemeldeten Mahnwache 5 m neben einer Gruppe von LIES!-Aktivisten. Hätte ich einen Nazi gesehen, hätte ich ihn weggeschickt (was ich in der Folgezeit manchmal tun musste, einen habe sogar angezeigt). Steine gibts da auch nicht. Wie man aus einer kleinen Demo mit Plakaten, einem Widerstand gegen die Polizei bei Verstoß gegen die Sondernutzungssatzung und einer folgenden – kurzen! – Festnahme eine solche Räuberpistole machen kann, ja, das ist dann schon… Kunst. Sieht man genauer hin, so ist es Propaganda für LIES!.

Seine Sicht der Dinge damals hatte er in einem Video dargelegt, noch ganz unter dem Eindruck der Ereignisse. Auch da war nicht von einem steinewerfenden Nazi die Rede, sondern (das Video wurde inzwischen auf „privat“ gestellt, aber natürlich habe ich das noch) nur von Stasi-Methoden der Polizei.

So weit also die Realität.

Die Ashraf Rammo- und „Massiv“-Version ist eine andere, ein Heldenmythos. Es wird in dem Lied massiv gegen die Gesellschaft Stimmung gemacht. Aus einem Täter in der Realität wird ein Opfer der Umstände gemacht, ein schwarz-weiß-Denken wird angeboten und perpetuiert. Die LIES!-Leute werden als normale Muslime dargestellt und die Ummah beschworen als Gegengesellschaft, in der Gerechtigkeit widerfährt. Die Medien werden als „Mist“ herabgesetzt, die undifferenziert seien. Vielleicht, weil sie Täter Täter nennen und nicht Opfer. Am besten deren Sicht ausblenden, für unwahr heißen. Beste ideologische Vorbereitung also für die „netten Brüder“ vom LIES!-Stand. Die, die dann doch den einen oder anderen Syrien-Trip vermitteln können und als Reise nach Utopia mit Paradies-Option verkaufen.

Für alle anderen erscheint das jedoch als highway to hell. Und Ashraf Rammo macht die Musik dazu.

Geschäftsreisen nach Dubai?

In seinem früheren Leben hatte Ibrahim Abou-Nagie eine Firma, mit der er Plastikfolien vertrieb, die A.B.N. Folien GmbH. Diese Firma wurde 2006 insolvent. Im Rahmen dieser Betätigung – wenn es nicht zum reinen Renommieren frei erfunden ist – hatte er sich eine schwarze Amex-Karte zugelegt, die er seinen Anhängern so gerne vorführte. Hier seine eigene Darstellung:

 

Nach eigenen Angaben hat er sie also seit 1991. Da war er 26. Nähme man diese Einlassung für bare Münze, dann hätte er es in 8 Jahren inkl. des abgebrochenen Studiums der Elektrotechnik vom mittellosen Flüchtling zur Person gebracht, die solche Umsätze generierte, dass Amex ihm diese Karte anbot. Das ist unwahrscheinlich.

Wahrscheinlicher ist, dass diese Karte, wenn er sie hat, ihm erst vor einigen Jahren zur Verfügung gestellt wurde. Zum Beispiel, indem er eine Firmenkreditkarte auf seinen Namen bekam. Der Inhaber dieser Firma, dessen Konto seit 1991 bestehen könnte, könnte eine dieser Karten auf seinen Namen eingerichtet haben. Man müsste genauer hinterfragen, wie Amex die Sache mit den Firmenkreditkarten handhabte.

In einem Video seiner Seite „Die wahre Religion“ erläutert er, dass er seine Geschäftskontakte von früher und seine gegenwärtigen Aktivitäten in einer ähnlichen Weise tätigt bzw. er vergleicht sie explizit. Er fliegt umher und vertreibt Produkte. Bei den Koranen muss immer klar sein, dass der Vertriebsweg über ihn geht. Konkurrenz im gleichen Terrain sieht er nicht gerne. Ginge es nur um die Dawa, müsste er sich ja freuen und Konkurrenten nicht als solche sehen. Bei der Dawa gibt es eigentlich nur Brüder. Konkurrenten gibt es nur im Geschäftsleben. Aktuell bezeichnet er das als „Geschäft für Allah“, ab Minute 6:

Dieses Wochenende war er wohl wieder in Dubai, wie er dokumentiert:

 

Man darf annehmen, dass es nicht um mentale oder spirituelle Unterstützung hinsichtlich seines laufenden Prozesses wegen Erschleichung von Sozialleistungen ging. Mit spiritueller Unterstützung kann man keine Flugtickets kaufen. Man darf weiterhin annehmen, dass es keine Vergnügungsreise war.

So ein Flug ist nicht billig.
Er fliegt in ganz Europa umher, besucht Städte in großer Zahl. Das kostet sehr ordentlich.
Seine Anwälte kosten ebenfalls, wenn er bei ihnen auch Kredit haben könnte.

Er muss also – theoretisch – seinen Lebensunterhalt, den seiner Familie und diese erheblichen Nebenkosten erwirtschaften. Wovon, kann man sich zu Recht fragen. Da er 24/7 für diese Mission unterwegs ist, scheidet eine übliche Vollzeitstelle aus. Eine unübliche jedoch nicht. Zum Beispiel eine für Personen aus Dubai.

Da diese Kontakte dem Anschein nach schon vor der Gründung der LIES!-GmbH bestanden, kann man fragen, wie er das vorher verbuchte, wovon er lebte. Wenn er – wie am 9.4. verkündet – Steuerrückforderungen hat, dann war da auch Umsatz. Er bezeichnet das zeitlich näher, schon aus früheren Zeiten, also 2011-2013. Aktuell, nach der Firmengründung, ist das klarer. Das sind, steuerrechtlich, nach meiner Einschätzung keine Spenden mehr, wie er es gerne darstellt, sondern von seiner Person aus betrachtet, Umsatz und Einnahmen. Die Aktivisten sammeln Geld ein und kaufen bzw. ordern wohl dafür neue Exemplare /Equipment. Man könnte das also auch durchaus einmal – es gibt da ähnliche Modelle – als Schneeballsystem oder MLM betrachten. In diesen Systemen verdienen sich die oberen, die Ersteinsteiger, eine goldene Nase. Auch Bilal Gümüs, der Frankfurter Protagonist, stand vor einigen Monaten auf einem Foto stolz vor dem Firmenschild der LIES!-GmbH und verkündete „Unsere Firma!“.

Die Spur führt also u.a. nach Dubai. Vielleicht gibt es ja nicht nur Hasanat* zurück.

* spirituelles Guthaben sozusagen.

Mahnwache vom 25.04.2015

Vor dem „My Zeil“, diesmal zu späterer Zeit von 17:30 bis 19:30 Uhr. Wir bedanken uns bei der Frankfurter Polizei für die freundliche Betreuung.

Mit dabei waren wieder eine kleine kurdische Delegation und der Kurdisch-Israelische Freundschaftsverein (KIFA), sowie ein Mitstreiter, der eine erhebliche Anreise in Kauf genommen hatte. Herzlichen Dank für das außerordentliche Engagement.

Kurz nach Beginn, die ersten Passanten waren da und diskutierten, lief ein junger Mann laut schreiend an uns vorbei und konnte sich gar nicht beruhigen. Er versuchte, andere aufzuwiegeln, indem er ständig rief, dass „man“ das nicht hinnehmen könne und dass „man“ was gegen und unternehmen müsse. Sein Erfolg war eher bescheiden. Einige bewegten sich eher langsam auf ihn zu. Dass sich da nicht mehr fanden, war allerdings Zufall und wäre bei stärkerer Frequentierung durch Unterstützer sicher auf fruchtbareren Boden gefallen. Die Polizei ließ da aber nichts anbrennen und klärte den Herrn am Rande auf.

Ganz am Anfang:

Eine Gruppe junger Männer und Jungen hatte sich einen hochgewachsenen jüngeren Mitstreiter ausgesucht und bedrängte ihn. Da es sehr lautstark wurde, stellte ich mich hinzu, was nur wenig milderte. Ein Teil zog sich dann zur Beratung zurück an den Rand und palaverte mindestens eine halbe Stunde lang. Anscheinend überlegte man, was man zweckmäßigerweise unternehmen könne. Dabei fiel ein Junge auf, der in der Gruppe dabei war, aus der mir vor einigen Wochen ein Bub das eigenhändige Köpfen angekündigt hatte, wenn die Polizei nicht da wäre. Manche Gesichter vergisst man auch bei einmaligem Sehen nicht.

Einige ezidische Mitbürger berichteten – sie kamen nicht das erste Mal – von der Situation, wie sie ihre Familien erleben. Sie sind noch im Irak und leben in ständiger Furcht.

Einer jüdischen Mitbürgerin wurde mehrfach gesagt, sie dürfe eigentlich gar nicht hier leben nach den Zuständen und Vorfällen in Gaza. Gängige Behauptung: In Gaza würden „von den Israelis täglich 1000 Babys ermordet“. Ihre Entgegnung, wonach das 365.000 Babys im Jahr wären und das selbst bei maximaler Reprodukutionsfokussierung nicht stimmen könne, wird meist abgetan. Es war der Tag, an dem man gerne einmal aus Deutschland verwiesen wurde. Auch mir wurde dies zweimal angeraten, weil ich das Schild „Frankfurt zeigt Gesicht gegen Islamismus“ hielt und dies nicht sogleich herunter nahm auf Befehl.

Dazwischen immer wieder gute Gespräche wie das mit zwei jungen Männern, beide Muslime, die kritisch beäugten, dann herüberkamen und mit denen dann doch ein wirklich gutes Gespräch möglich war. Wir bedankten uns gegenseitig für den Austausch und sie liefen dann noch ein wenig bei den anderen Mitstreitern herum und lauschten. Mehrere gute Gespräche waren mit Passanten mögich, die sich wunderten, dass so wenige sich anschließen, dann aber selber Angst hatten.

Ein Mitstreiter, vor einigen Jahren aus einer Diktatur nach Deutschland gekommen, wunderte sich auch. Er habe Tage Dunkelhaft erlitten für eine freie Meinung, habe hinter sich nichts gehabt als die Ungewissheit, und hier sei man mit dem Rechtsstaat hinter sich so ängstlich, so verzagt.

Verzagt waren Samstag auch die LIES!-Aktivisten. Sie tauchten nicht auf. Auch die männliche und die weibliche Unterstützerszene fehlten komplett.

Wie sich allerdings insbesondere jüdische Mitstreiter fühlen, wenn, wie geschehen, mehrere kleine Jungs an Hitler erinnern und „Gas, Gas macht Spaß“ rufen, kann man nur erahnen.

Eins ist allerdings sicher: In manchen Familien scheinen Kinder schon früh mit einem brutalen Antisemitismus aufzuwachsen. Da ist es anscheinend normal, andere Menschen abzuwerten und über den Holocaust Witze zu machen. Unvorstellbar.
Ich vermute, die Abwertung wird alle „anderen“, alle Nichtmuslime betreffen, wenn auch nicht mit gleicher Wucht.
Ob Schulbücher so etwas aufnehmen?
Wie kann Schule da nur gegenwirken? Kann sie das überhaupt?

Ich kann mir nicht vorstellen, dass dort etwas so Elementares besprochen wird, dem anderen sein Lebensrecht anzuerkennen. Es wird schlicht vorausgesetzt.

Es scheint, wir müssen bei manchen ganz, ganz vorne beginnen.

Schariah-Hilfspolizei in Offenbach

Über die „Schariah-Polizei“ von Sven Lau erregte sich vor etwa einem dreiviertel Jahr die halbe Republik. 5 junge Männer hatten sich Warnwesten aus dem Supermarkt besorgt, „Schariah Police“ darauf geschrieben und waren durch die Wuppertaler Innenstadt gezogen:

http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/salafisten-in-deutschland-islamisten-ziehen-als-scharia-polizei-durch-wuppertal-13137196.html

Man verstärkte die Polizeipräsenz, es gab Stellungnahmen, man verkündete, unsere Gesellschaft dürfe sich so etwas nicht bieten lassen. Man hörte davon in den letzten Monaten weniger. Es scheint bundesweit so nicht mehr vorgekommen zu sein. Ganz Deutschland? Nein, in einer kleinen Großstadt in Hessen, sieht man das wohl anders.

Aus diesem Artikel:

„Die Islamisten sagten an, dass auch in anderen Städten solche Aktionen geplant seien.“

Man lässt die Warnwesten weg, nennt es „abendliche Street Dawa“, zieht aber durch die Offenbacher Innenstadt mit genau dem gleichen Ansatz:

„Street-Dawa von Heute Abend in OFFENBACH
الأمر بالمعروف والنهي عن المنكر
Das Rechte gebieten und das Verwerfliche verbieten!
Allah sagt im Quran (sinngemäße Übersetzung):
„Ihr seid die beste Gemeinschaft, die für die Menschen hervorgebracht worden ist. Ihr gebietet das Rechte und verbietet das Verwerfliche und glaubt an Allah.“
[3:110]“*

und

 

Auch die Optik ist ähnlich. Gelernt ist gelernt.
Man beachte auch die Mütze bzw. den Aufdruck auf der Mütze im unteren Bild: Da spricht man schon die Bekenner an, also hier einen Muslim, der durch seinen Kleidungsstil zum Ausdruck bringt, dass er das Kalifat der demokratischen Gesellschaft vorzieht.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Protagonisten der Gruppierung durch Offenbach ziehen. Das sind keine harmlosen Frömmler, sondern Männer, die in der Nachfolge der nun verbotenen Gruppierung „Tauhid Germany“ stehen. Diese jungen Männer sind bei Lies! aktiv, zumindest die beiden links im unteren Bild (der eine bis vor einigen Monaten, der andere auch aktuell noch), und der Dritte ist bereits im Jahre 2012 im Umfeld von Dawaffm in Offenbach aufgefallen. Z.B. an dem Tag, an der der berühmt-berüchtigte Mohamed Mahmoud Offenbach besuchte. Mohamed Mahmoud hatte den „Tauhid Germany“-Vorgänger „Millatu Ibrahim“ initiiert und kämpft mittlerweile in Syrien. Das ist der, der den einprägsamen Spruch „…bis der Kopf fliegt…“ prägte.

Das ist also nicht die Heilsarmee, sondern das sind Werber, die zum IS hin die Kontakte haben und auch genügend Fanatismus, das zu vermitteln.

In Offenbach scheint das keiner so recht wahrzunehmen. Von Gegenwind, Stellungnahmen erst gar nicht zu reden.

Da fliegt mir doch das Blech weg.

 

 

Mehr zu Tauhid Germany:

https://vunv1863.wordpress.com/2015/04/06/extremistische-wiederganger/

https://vunv1863.wordpress.com/2015/04/02/offenbacher-anhanger-von-tauhid-germany-weiterhin-aktiv/

 

*Text von

https://www.facebook.com/WachtAufDawa

Massive Probleme?

Ein prominenter Protagonist der Frankfurter Islamistenszene und Organisator der LIES!-GmbH nicht nur auf der Frankfurter Zeil ist Bilal Gümüs. Gümüs, der nach eigenem Bekunden vor Jahren – als er eine Haftstrafe wegen Körperverletzung absaß – zum fundamentalistischen Islam fand, reist seit einem halben Jahr in speziellem Auftrag in Europa umher. So war er in verschiedenen Hauptstädten mit Abou Nagie und traf sich mit den örtlichen oder dort gerade lebenden, entsandten Gesinnungsgenossen.

Im Rahmen dieser Vernetzungstätigkeit traf er vor einiger Zeit in Berlin eine schillernde Figur, die einen arabischen Großclan hinter sich hat und tausende Bewunderer in den Vorstädten bundesweit: Ashraf Rammo.

[Belegbild vom Facebook-Account Bilal Gümüs vom 1.2.2015]

Der Mann saß nach Zeitungsberichten selber schon wegen verschiedener Delikte ein und managte u.a. einen „Gangster-Rapper“, der durch ekelerregende Gewaltphantasien auffällt und „Massiv“ heißt. Er hat ebenfalls viele Anhänger.

Diese neue Bekanntschaft, von Herrn Gümüs stolz auf seiner fb-Seite der ganzen Welt mitgeteilt, ist nun etwas befremdlich. Man kann annehmen, dass es sich nicht um das Treffen einer Selbsthilfegruppe nach JVA-Erfahrung handelt. Besonders religiös schien Herr Rammo bislang auch nicht.

Fragen über Fragen.
Weder der ideologische Zugang zu besagtem Großclan und Fans noch die pekuniäre Unterstützung des LIES!-Projektes durch den anscheinend (wodurch?) wohlhabenden Herrn Rammo können als Antworten gefallen. Und es gibt auch noch mögliche Antworten, die noch weniger zu billigen sind.

Was das nun wird, wird die Zukunft zeigen.

Augen voller Krieg

Von einem Bekannten, der gerade im syrischen Grenzgebiet ist:

„Liebe Sigi,

ich befinde mich aktuell in şanlı urfa nähe Syrien. Ich bin geschockt, was die IS mit den Andersgläubigen anstellen. Ich habe ca. 1000 euro für die Kinder gespendet, die hier leben. Ich konnte meine Tränen nicht halten, als ich diese Menschen sah, was für eine Angst die in den Augen haben. Das Morden und die Verfolgung der Christen in der islamischen Welt ist schrecklich. Was die Türkei betrifft: Die IS Kämpfer können ohne Kontrolle ein und ausmarschieren, wie sie wollen. Es gibt nur ein paar Kontrollpunkte, ansonsten ist die Grenze offen. Ich habe sogar gesehen, dass die IS Kämpfer in türkischen Krankenhäusern behandelt werden medizinisch. Die haben in mein Handy geschaut und mich aufgefordert, die Bilder zu löschen. Es fliegen aber auch massig Kampfjets. Ich hoffe, die machen alle IS Kämpfer platt .

Viele Grüße in die Heimat“

Wenn man solche Dinge persönlich mit ansieht, dann verändert das eine mitfühlende Person. Man will nur, dass das aufhört, weil es eigentlich gar nicht zu ertragen ist, das alleine schon zu wissen und die Folgen zu sehen.

Mahnwache vom 18.04.2015

Vor dem „My Zeil“ von 16-18 Uhr. Ein herzlicher Dank an die Frankfurter Polizei.

Unterstützung gab es diesmal auch von einer Gruppe aramäischer Christen, die parallel auf den Genozid an den Angehörigen ihrer Glaubensrichtung aufmerksam machen wollten. Die KIFA (Kurdistan Israel Friendship Association) war ebenfalls wieder vertreten, da gerade Kurden unter dem Terror der IS in Syrien und Irak besonders leiden.

Ein Passant berichtete aus Marburg, wo in letzter Zeit auch LIES!-Stände aufgebaut und geworben würde. Er beobachte dies mit Sorge. Bei uns wollte er sich gerne weitergehend informieren und hörte etliche Dispute mit Vertretern der Unterstützer(Akhi)-Szene an. Auch einige Abfälligkeiten von anderen Passanten, die uninformiert waren, den Zweck unser Mahnwache missverstanden und sich auch nicht aufklären lassen wollten, verfolgte er mit. Ich konnte ihm aufzeigen, dass in Frankfurt mittlerweile eine strukturierte und gemeinsam agierende Unterstützerszene besteht.

Einer Mitstreiterin wurde wiederholt gestern gesagt, ihre „jüdische Nase“ spreche ja schon für sich. Sie ist zwar Atheistin und auch slowenischer Herkunft und sie sagte ihnen dies dann auch. Man sieht aber daran sehr typisch das negative und faschistoide Stereotyp in einigen Teilen der Community. Wer physische Merkmale hernimmt und daraus Aussagen über Haltungen und Geisteszustand herleitet und auch die Person daran wertet, hat ein klar rassistisches Denken.

Auch mir wurde gestern, als ich mich neben einem Mitstreiter postierte, der von einigen jungen Männern umringt wurde, die sehr lautstark und dominant auftraten, etwas in diese Richtung vorgehalten. Natürlich bin ich als Veranstaltungsleiterin auch für die Sicherheit mitverantwortlich und muss danach schauen, dass alles im Rahmen bleibt. Wenn klare Worte nicht ernst genommen werden und Wiederholung nötig ist, schaue ich auch schon mal angemessen entschlossen und mache deutlich, dass ich auch von der Veranstaltung entfernen lassen kann. Das wiederum wurde mir – das N-Wort fiel mal ausnahmsweise nicht – als „wie die vor 70 Jahren“ ausgelegt. Man ist sehr freimütig in Entschuldigungen für sich selber, sich nicht an die Regeln anderer halten zu müssen.

Drei Damen, die regelmäßig vorbeikommen, diskutierten am Rande wieder fleißig mit.

Einer muslimischen Mitstreiterin, die das Schild „Salafisten werben, Kinder sterben!“ mit hielt, wurde mehrfach vorgeworfen, sie sei keine echte Muslima.

Dieses obige Schild fand ein Passant „zu plakativ“. Es ist erstaunlich, wie viele sich mehr über die Wortwahl aufzuregen scheinen als die Handlungen.

Ein Passant warf mir „Rassismus“ vor (ich trug das Schild „Frankfurt zeigt Gesicht gegen Islamismus!“ und „Für Menschenrechte!“). Auf meinen Einwurf, dass er mir das erklären solle, zog er ein angeekeltes Gesicht auf und meinte, mit mir rede er nicht.

Ein häufig vorbeikommender alter Mann mit „Erkennt Christus als euren Herrn“ o.ä. -Schild um den Hals versuchte wie schon die Samstage zuvor, die Menschenansammlung vor dem „My Zeil“ für seine recht aggressiven Missionierungsbemühungen zu benutzen. Mein deutlicher, aber noch einigermaßen freundlich vorgetragener Platzverweis führte zu einer Schimpfkanonade. Ich als Atheistin (sieh an, ich sprach das erste Mal mit ihm persönlich) wäre natürlich gegen ihn und gegen Christus. Ja nu. Auch andere haben also Schwierigkeiten, wenn sie ihren Willen nicht kriegen.

Einer kleinen Delegation eher links wirkender Jugendlicher konnte ich nach anfänglichen höhnischen Herabsetzungen und bösen Blicken das Anliegen erläutern. Sie waren nicht ganz zufrieden, waren aber auch nicht mehr ganz so aggressiv, als sie gingen.

Verschiedene Sympathisanten der LIES!-Truppe forderten mich auf, mein Schild herunter zu nehmen. Auf mein freundliches „Nö, ich höre nicht auf Befehle“ wurde es mehrfach wiederholt, nachgeäfft und dann ging man zu sehr farbigen Beschimpfungen über.

Zwei Mädchen ließen sich erst den Begriff „Islamismus“ erläutern nur um dann in Folgefragen zu zeigen, dass sie weder zugehört noch verstanden hatten (trotz kurzer Sätze und einfacher Ausführung). Trotzdem behaupeten sie, verstanden zu haben. Der Passant aus Marburg, der alles mitangehört hatte, musste grinsen.

Zwischendrin erkannte eine Mitstreiterin, dass wir unter Beobachtung von LIES!-Protagonisten standen. Anscheinend wurde abgeschätzt, ob man es sich trauen könne, aufzubauen. Das verwundert ein wenig, schließlich machen wir eine friedliche Mahnwache, eine Mischung aus street working und speakers corner und die einzige Aggression geht von Sympathisanten der LIES!-Gruppe und misssverstehenden Passanten aus.

Eine gemischte Gruppe etwa 14 jähriger bestand teilweise aus bereits bekannten Gesichtern. Insbesondere 2 stark geschminkte Mädchen taten sich wieder sehr durch Obszönitäten und Abwertungen hervor, die in der Aufforderung des einen Mädchens gipfelten, der gleichaltrige Junge möge mir doch „sein Skateboard in die Fresse schlagen“. Wenn dieses Mädchen nicht spricht, hätte man sie – rein nach dem Äußeren – für ein ganz „unschuldiges“ und freundliches Mädchen (trotz starker Schminke) halten können. Ich bin sicher, dass sie dieses Äußere zu anderer Zeit auch nutzt, um eben diesen Eindruck zu erwecken. Im Schutz der Anonymität fallen manche Masken. So hübsch und so widerwärtige Haltungen und schlechtes Benehmen darinnen. So kann das Äußere täuschen.

Ein junger Mann, bekannt als langjähriger Anhänger von Dawaffm, Kader und wohl Organisator der Akhis, war in einer größeren Gruppe Gleichgesinnter und diskutierte lautstark mit einem Mitstreiter. Als ich hinzutrat, pries er gerade Abou Nagie: „…seine Backen, ich liebe sein Gesicht. Und seinen Bart, ich liebe seinen Bart.“ Dabei machte er mit der rechten Hand eine Handbewegung, als ob er ein Gesicht streichle (ich traute meinen Augen kaum). Meist habe ich mich ja gut im Griff, aber bei dieser bizarren Vorstellung dieses bekannt homophoben jungen Mannes musste ich dann doch mit unschuldigem Gesicht zu ihm halblaut anmerken, dass ich nichts gegen Schwule habe.

Wenn Blicke töten könnten, wäre ich gestern gestorben.
Nachtrag:
Nachdem die Mahnwache beendet war, postierte Bilal Gümüs seine Leute an gleicher Stelle, da weder Polizei noch Leute der Mahnwache noch anwesend waren. Man darf gespannt sein, ob er dieses Aussitzen seinen Anhängern als tapfere Platzeroberung verkaufen wird.

„… die deutschen Schläfer warten…“

Dennis Cuspert ruft zum Jihad in Europa

Dennis Cuspert alias Deso Dogg oder großspurig „Abu Talha al Almani“, seines Zeichens aktuell in Syrien agierender IS-Propangandist, steigert sich seit Monaten immer mehr in einen Blutrausch hinein.

Vor Jahren noch wies er, damals schon Salafist, zurück, dass er eine terroristische Neigung habe. Dann wurde er militant. Schließlich ging er 2013 nach Syrien. Zwischenzeitlich kursierten Todesnachrichten, als er wohl einmal aus einem eigenen taktischen Fehler als Kämpfer verwundet wurde.

Ende 2014 tauchte ein Video von ihm auf, in dem er lachend mit Mordkumpanen durch die syrische Einöde fährt und sich wünscht, er könne eine Person lebend fangen und ihr dann mit einem „stumpfen Messer den Kopf langsam abschneiden“. Dieses Video wurde von Jugendlichen wohl sehr häufig angesehen. Mir begegnete einmal auf der Zeil ein Junge, der Cusperts Wunschvorstellung an mir zu zelebrieren wünschte, sofern die Polizei nicht anwesend wäre. Ein durchschlagender Erfolg also hinsichtlich der Verbreitung dieser Inhalte.

In einem nächsten Video, das er veröffentlichte, sah man einen ernsten Cuspert, der an Leibern und Köpfen vorbeigeht und sie mustert. Wie ein Jäger, der die Strecke abschreitet. Auch tauchte eines auf, in dem er Tote tritt.

Das aktuelle „Kampflied“, ein sogenannter Nasheed, übertrifft jedoch an ekelerregender Phantasie-Artikulation sogar noch die grauenerregenden Bilder aus den Videos.

Cuspert berauscht sich halb singend-stammelnd an Verstümmelung und Quälereien. Etwas so abgrundtief Bösartiges und Krankes hört man in der Regel nicht einmal in der geschlossenen Psychiatrie. Selbst Jack the Ripper hätte es wahrscheinlich so nicht gesungen und schon Hannibal Lecter muss um seinen Spitzenplatz ringen als irrer Mörder.

Doch das hört man – sofern man es sich antun mag – am besten selbst, denn da gehen einem die angemessenen Worte aus:

Ein Satz in dem sadistischen Singsang lässt jedoch aufhorchen:

„… die deutschen Schläfer warten…“

Ob es sich wirklich so verhält, wie Cuspert es in seinem jüngsten Erguss ankündigt, wird noch abzuwarten sein. Er ruft konkret zum Jihad in Europa auf, man solle seinen Nachbarn, den Ungläubigen, töten. Zum Beispiel, weil er „den Gesandten beleidigt“ habe. Die Sicherheitsbehörden seien da davor.
Fakt ist jedoch, dass auch dieses Propagandalied wieder weite Verbreitung finden wird. Jugendliche, die schon weit genug in diese Parallelwelt eingebunden sind, werden weiter verroht. Jugendliche, die eigentlich ganz andere, natürliche Impulse haben sollten, die in manchen Bevölkerungsteilen jedoch nicht altersgemäß ausgelebt werden dürfen, sind so durchaus in Gefahr, in sadistischer Weise geprägt zu werden.

Was waren das für friedliche Zeiten, in denen aggressive Impulse in freiwillige sexuelle Aktionen umgelenkt werden sollten. Heute heißt es in einigen Kreisen: Make war, not love.

Keine schönen Aussichten.

 

Nachtrag: Hier das Video zum Nasheed, das von Cuspert & Co mit Bildern unterlegt wurde:

Mahnwache vom 11.04.2015

Vor dem „My Zeil“ von 16-18 Uhr. Ein herzlicher Dank an die Frankfurter Polizei für die freundliche Betreuung.

Wir hatten gestern Unterstützung von Kurden und Aramäern, antifaschistisch eingestellten Menschen und anderen. So bunt gemischt waren wir selten: Muslime, Christen, Juden, Atheisten. Menschen aus u.a. der SPD, FDP, Grüne, Parteilose.
Einige kamen mit der Fahne ihrer Gruppierung. Ein schönes Bild.

 

 

Menschenrechte haben keinen Glauben und keine Nationalität. Sie sind universell und wir alle müssen für sie eintreten. Immer wieder, überall.  Jeder von uns ist in der Pflicht.
Gerade, wenn es in unserer Mitte passiert, dass menschenfeindliches Gedankengut verbreitet wird und Radikalisierung stattfindet.

Die LIES!-GmbH hatte sicherheitshalber, wie es schien, gestern erst gar keinen Stand geplant. Dies könnte auf die Teilnahme der kurdischstämmigen Mitbürger zurückzuführen sein, die sich vorher auf der Seite von Tobias Huch in größerer Zahl angekündigt hatten.

Jenseits einzelner Protagonisten de Unterstützer-Szene („Akhi-Szene“) waren diese Jugendlichen gestern mehrheitlich nicht da. Ein Faktor mag auch sein, dass Abdellatif Rouali entgegen seiner Ankündigung noch kein Ladengeschäft in Zeilnähe gefunden hat, das als Logistik Zentrale dienen könnte. Das Fehlen eines solchen sicheren Anlaufpunktes erschwert den Ablauf erheblich.

Eine Mitstreiterin berichtet, sie habe mindestens drei Mal im Verlauf der zwei Stunden gehört, die Juden seien ja an allem Schuld. Ein anderer Junge sei ausschließlich verbal übergriffig gewesen und so laut, dass weder sie noch eine andere Mitstreiterin, die dies mitbekam, Lust verspürten, sich mit ihm zu beschäftigen. Das führte – ergebnislos – nur dazu, das er noch lauter wurde. Da ist gar kein Gespräch gewollt, sondern nur Abreaktion von Aggressivität.

Mehrere Passanten machten durch Gesten Mut oder zeigten ihre Zustimmung.

Aus dem Rückblick einer Mitstreiterin:

„Mein eigenes Schild mit der Aufschrift „Muslime! Laßt Euch Euren Glauben nicht von ISIS kaputtmachen“ hatte ich heute einer Mitdemonstrantin geliehen, die es sehr schön fand. Ich habe dafür ein Schild mit der Aufschrift „Frankfurt zeigt Gesicht gegen Salafismus“ hochgehalten, das die Veranstalterin zur Verfügung stellte.

Das lockte drei junge Damen (westlich gekleidet, offene Haare, eine der jungen Damen hatte darüber hinaus ein in Anbetracht der Temperaturen sehr gewagtes Dekollete) herbei, die ich schon mehrfach auf der Mahnwache als „Diskussionsteilnehmerinnen“ gesehen hatte.
Nach dem üblichen „Entschuldigung! Können Sie mir sagen….“ wurde gefragt, was auf meinem Schild stünde. Da ich sie schon kannte und wußte, dass ihr Deutsch hervorragend ist (sie sind sicher hier geboren), bat ich darum, den nun wahrhaft kurzen Text selber zu lesen. Es kam, auch das ist eine Masche, die jede Woche wieder zu beobachten ist, das von kindlichem Augenaufschlag begleitete „Aber ich versteh‘ das nicht. Was bedeutet das?“.
Ich war eigentlich heute nicht willig, zum x-ten Mal auf diese Diskussion einzusteigen und wollte die Debatte abblocken. Da platzte einer der drei, sie hatte türkische Wurzeln, der Geduldsfaden. „Sie sind gegen den Islam!“ schrie sie (das Phänomen der aggressiv angehobenen Lautstärke scheint unverbrüchlich mit der Opferrolle mancher muslimisch erzogener Mitbürger einherzugehen). Ich erklärte den Unterschied zwischen Islamismus/Salafismus und Islam. Das hatten die drei jungen Damen erwartet und nahmen es als Stichwort, sich alle drei gleichzeitig zu ereifern: „aber, aber, aber – da steht doch Islam im Wort“ .
Ich bemühte mich ruhig, auf mein Anliegen zu fokussieren und hob hervor, dass ich mich gegen die LIES! Koranverteilaktion ausspräche. Nicht gegen den Islam oder eine andere Religion. Ich begründete mein Anliegen mit der Werbung für den IS-Terror.
Und hier musste ich wieder (nicht zum ersten Mal!!!) feststellen, dass junge Muslime den Koran offensichtlich nicht kennen! Bei der Erläuterung, dass Islamismus/Salafismus sich auf den politischen Islam mit der wörtlichen Auslegung des Korans beziehe, reizte sie das Wort „Koran“. Ich wisse ja gar nicht, was da drin stünde. Und wieder plapperten alle drei gleichzeitig ihre auswendig gelernten Stereotype über die Aufnahmegesellschaft heraus.
Daraufhin sah ich mich veranlasst, Sure 2 Vers 191 zu zitieren „Tötet die Ungläubigen, wo immer ihr sie findet“. Wie schon öfters, wenn ich aus der Übersetzung zitiere, die am LIES! Stand verteilt wird, war einen Moment Sprachlosigkeit die Folge. Und einen Moment später setzte die übliche Brüllerei, hauptsächlich von der türkischstämmigen Rädelsführerein, (F**** dich, Ich sch***** auf dich) ein. Nachdem ausgebrüllt war, kam das übliche: Das ist nicht der richtige Koran. Ich konnte nochmals versichern, und das glaubten sie mir dann sichtlich auch, dass es der Koran von LIES! ist. Die Folge: Abzug der drei Dämchen ohne weitere Erwiderung..
Mir fiel nicht zum ersten Mal auf, dass sie den Text nicht gelesen haben. Dass sie nicht wissen, was in Sure 2 – egal welche Übersetzung – steht. Sonst hätten sie ja aus einer anderen Übersetzung zitiert. Aber: Fehlanzeige.“

Ein paar Aufnahmen vom Anfang der Aktion:

 

 

Einigen shoppenden Mädchengruppen mit muslimischem Hintergrund konnte das Anliegen verdeutlicht werden. Auch sie waren erschrocken über die Fakten, dass im LIES-Umfeld die jungen Männer rekrutiert werden und Eltern ihre Kinder verlieren. Wenn man ausreden kann, gebe ich üblicherweise die Geschichte von Enes, dem Jungen aus Bockenheim aus der Dokumentation „Sterben für Allah“ kurz wieder. Ergänzend verweise ich auf die Mutter, die seit nunmehr fast 2 Jahren nicht weiß, ob ihr Sohn noch lebt oder tot ist, und darauf, dass es zu 80 Prozent Jugendliche aus muslimischen Familien betrifft. Dass wir also für diese Jugendlichen da stehen, die die Familie nicht genügend vorbereitete, die die Moscheegemeinden alleine lassen und für die auch die Stadtgesellschaft nicht alles mögliche tut.

Mehrere englischsprachige Frankfurt-Touristen zeigten sich ebenfalls interessiert, darunter zwei Muslime. Sie verstanden den Ansatz nach kurzer Erläuterung und pflichteten bei.

Eine Gruppe von vielleicht 15 Jugendlichen hatte einen Wortführer, der leidlich redegewandt war. Die Gruppe johlte, er sollte uns „fertigmachen“. Der junge Mann war etwa 1,72 m, wog aber erkennbar durch übermäßiges Bodybuilding vielleicht so 100 kg. Also vom Auftreten her kompakt Typus Türsteher oder was man als „Ghetto-Schläger“ assoziieren mag. Rote glänzende Bomberjacke, rasierter Kopf, Kinnbart mit übergehenden Koteletten. Erkennbar eitel in übermäßiger Betonung der in bestimmten Kreisen als viril empfundenen Merkmalen und Kleidungsstil.

Nachdem diese Truppe den alten Mann „fertig gemacht“ hatte (sie bezeichneten es lautstark und voller Genugtuung so; es handelte sich um einen christlichen Eiferer, der ab und an auch bei uns stehenbleibt, wenn es einen Auflauf gibt), wandten sie sich mir zu. Es folgte der übliche Einstieg, ich solle mein Schild erklären. Das ist natürlich nicht als Auftakt eines ernstgemeinten Gesprächs gedacht. Lehnt man das ab, wird man verhöhnt, man habe keine Antworten oder man kneife, weil man Angst vor ihnen habe. Geht man darauf ein, wird das als Auftakt verstanden zu einem durchschaubaren Spiel. Er wurde also frech mit wiederholten Mätzchen. Etwas geübt in Rabulistik und sehr beherzt im Unterbrechen versuchte er, so zu tun, als sei die Wirkung, die er durch sein Auftreten erzielen will, nur Sache meiner Vorurteile. Beispiel: Er gab sich als Medizinstudent aus…Als ich meinte, dass ich das ja nun eher nicht annehmen würde von seinem Auftreten her, drehte er das herum, ich hätte ja nur Vorurteile, urteile nach der Optik usw. Ein Medizinstudium ist hart und stark verschult. Da bleibt definitiv keine Zeit für so viel „Muckibude“. Das ist typisch: Freche Behauptung und wenn man das wegen des Auftretens in Frage stellt, hat man angeblich Vorurteile. Ja, natürlich urteilt man auch nach dem Auftreten eines Menschen. Das ist normal und menschlich und er will mit seinem Kleidungsstil ja genau diesen Eindruck erwecken: Männlich, wehrhaft, szenetypisch. Ich würde bei JEDEM Bodybuilder im Türsteher-Outfit in Frage stellen, dass er Medizin studiert, ganz unabhängig von der Herkunft. Die Patienten sollen ja keine Angst bekommen, der achtsame Umgang mit Menschen wird eingeübt. Und nebenbei: Die 3 Stunden am Tag fürs Training hat man einfach nicht. Aber so weit kommt es nicht, weil die Antwort nicht abgewertet wird, sondern nur auf Buzzwörter gewartet wird bzw. es nicht um den Informationstausch geht, sondern darum, angeblich einen Disput zu gewinnen. Ständiges aggressives verbales Zwischengrätschen und Anmachen inkl. Der Türsteher gab an, Enes gekannt zu haben, was ich ihm hingegen sofort glaubte. Er ist also länger an die Szene angedockt oder gehört zur speziellen Akhi-Szene Bockenheim/Gallus/Höchst.

Nach einigem Hin und Her überliess ich die Truppe einem Mitstreiter, weil ich nach dem Verlauf eines anderen Gesprächskreises schauen musste. Man ist sichtlich enttäuscht, wenn man mit Mätzchen nicht weiterkommt bzw. die gelernten Stereotype zur Mehrheitsgesellschaft eben nicht greifen.

Ein sehr häufiger Gast bei uns, dominant auftretender Akhi, war gestern besonders verärgert über uns. Er verlangte „Respekt“ von mir, hielt mir gegenüber dies jedoch für entbehrlich. Er wechselte vor der Gruppe mehrfach ins Arabische, in dem er – so weit waren Mimik, Gestik und Ausdruck erkennbar – Böses und Abfälliges über mich sagte. Er wirkte nur mühsam beherrscht.

Durch das weitgehende Fehlen strukturierterer Störungen durch Akhi-Trupps und die Schwestern-Unterstützer-Kreise (Ukthi-Szene) waren aber etliche recht ordentliche Dispute und Aufklärung möglich.

Ich mache immer deutlich: Wir bieten Gespräch auf Augenhöhe, friedliche Auseinandersetzung bis hin zum Streitgespräch. Von uns Bürgern zu anderen Bürgern. Die normale und friedliche Auseinandersetzung mit Kritik, mit Dissens in einer Demokratie muss von so einigen noch gelernt werden, denn viele LIES-Sympathisanten und manche Passanten sehen sich zuerst als Muslime und nicht zuerst als Menschen und als Bürger. Daran müssen wir gemeinsam arbeiten. Gestern gab es an der „speakers corner“ wieder Gelegenheit für diese spezielle Art des Streetworking. Möge das Früchte tragen.

Schwarzer Peter

So einige politisch Aktive wollen in dem Bereich der islamistischen legalistisch operierenden Gruppierungen wie Gülen, IGMG und anderen möglichst keine eigenen Entscheidungen treffen müssen. Eigene Entscheidungen müssen abgewogen werden, erfordern Differenzierung und damit Beschäftigung. Das kostet auch Zeit, die sich viele Politiker nicht nehmen wollen oder können. Es ist zudem höchst bequem, denn Entscheidungen treffen heißt Verantwortung übernehmen. Wenn man den Verfassungsschutz vorschiebt, kann man eigene Verantwortlichkeit vermeiden. Sie fordern vom Verfassungsschutz ein stop oder go.

Insbesondere bei politisch Aktiven in Verantwortung kommt erschwerend die verwaltungsrechtliche Schere im Kopf hinzu: Ist eine Entscheidung anfechtbar, behandle ich gleich, habe ich genügend Informationen, die auch frei verfügbar sind? Kann man angeforderte Treffen ablehnen? Ist sogar die Beobachtung durch den Verfassungsschutz ein Grund, nicht hinzugehen? Das sind im Übrigen Fragen, die sich bei Scientology kein ernst zu nehmender Politiker stellen würde.

Die Furcht vor der medialen Beobachtung und Wahrnehmung tut ein Übriges. Die legalistisch operierenden Gruppierungen sind mittlerweile durchaus in der Lage, über diese Befürchtungen zu manipulieren: Lieber eine schöne Illusion vorgeben als eine Wahrheit, die weitere Arbeit und Ärger bedeutet. Lesenswert dazu ist der verlinkte taz-Artikel, aus dem dieses Zitat stammt:

„Doch selbst beim Verfassungsschutz, der die IGMG beobachtet, hieß es bisher, der Hamburger Regionalverband werde von der Politik „als seriöser Ansprechpartner akzeptiert“.“

Quelle:

http://www.taz.de/!55746/

Der Artikel ist zwar von 2012, aber im Grunde immer noch aktuell, denn Politiker gehen zur IGMG und anderen fragwürdigen Gruppierungen als seien es Besuche beim Kleingartenverein Lehmfeld.

Wenn der Staatsschutz nun wesentlich darauf schaut, ob eine Gruppierung nur stark genug eingebunden ist, dann wird die Schwelle derart hoch gelegt für Gegenmaßnahmen oder auch nur klare Worte, dass der Staat diesen Gruppierungen gegenüber völlig wehrlos wird. Das ist die Einladung zur Unterwanderung, zum Abstecken von Claims in aller Ruhe. Ergänzend und ein wenig entschuldigend sei angemerkt, dass der Verfassungsschutz mit dem vorliegenden Personalschlüssel mit den jihadistischen Strömungen und potentiell terroristischen Zellen derart gefordert und ausgelastet erscheint, dass für diese Gruppierungen kaum Zeit und Manpower bleibt. Man ist gezwungen zu priorisieren, was aber wiederum Politikern und Bürgern nicht völlig klar ist. Es wird auch gerne nach außen suggeriert, man habe alles irgendwie im Griff. Das stimmt bei vielen Orten, Personen und Handlungen. Bei anderen wirkt das eher wie das Pfeifen im Wald. Das waren jeweils Prioritätsmeldungen in Dresden, Braunschweig und Bremen:

„Dass Bund und Länder die Terrorabwehr an fünf Tagen in der Woche hochhalten, um sie an den übrigen Tagen herunterzufahren, mutet zumal im Lichte der bekannten Debatten wie ein Scherz an.“

http://www.fr-online.de/aktuelle-kommentare/terrorabwehr-lueckenhafte-terrorabwehr,30085308,30402090.html

und

„Dabei stellte sich heraus, dass sowohl im Fall Braunschweig als auch im Fall Bremen erhebliche Probleme beim Informationsaustausch auftraten, da die Ereignisse an Wochenenden stattfanden.“

http://www.fr-online.de/politik/terroralarm-besser-kein-terroralarm-an-wochenenden,1472596,30398506.html

Wenn die Personaldecke so dünn ist, dass selbst die Terrorabwehr an Samstagen und Sonntagen nicht reibungslos funktioniert, was sagt das über andere Bereiche aus?

Der Verfassungsschutz kann nur Aussagen treffen, wenn er Erkenntnisse gewonnen hat. Hat er zu wenig eigene Erkenntnisse gewonnen, dann kommen solche Aussagen wie die obige.

Was wurde da festgestellt? Das gemeinsame Baklavas-Essen mit Politikern? Politiker gehen hin, weil der Verfassungsschutz nicht aktiv informiert oder sie die Verfassungsschutzberichte einfach nicht lesen. Es gibt diese einfache Denke: Was (noch) nicht verboten ist, muss schon irgendwo ok sein, man muss solange gleich behandeln und man kann als Politiker diese Kontakte zur Wählergewinnung nutzen. Ein Denkfehler: Diese Gruppierungen haben eine eigene politische Agenda und selbst wenn kurzfristig eine Stimme gewonnen würde, so wäre der Preis der Instrumentalisierung zu hoch. Die Bevölkerung nimmt dies nämlich durchaus wahr und auch die konkurrierende Gruppierung. Für eine so kurzfristig gewonnene Stimme verliert man drei andere. Der Verfassungsschutz sagt nichts weiter, weil Politiker hingehen. Er kann dazu im Grunde auch nichts sagen. Wenn die Berichte nicht gelesen werden und Politiker nicht in der Lage sind, eigene Entscheidungen zu treffen, stoßen sie auch an ihre Grenzen. Das ist das Ergebnis, wenn Politiker verwaltungsrechtlich denken und Behörden politisch handeln. Auch eine Unterlassung kann im Ergebnis politisch sein. Es mag allerdings auch sein, dass sich so mancher vom Staatsschutz irritiert die Augen reibt: Was soll man machen, wenn die Beobachtung, die ja immer begründet sein muss, bekannt ist, aber der Politiker trotzdem hingeht?

Oder um die beliebte Metapher zu benutzen: So manche Wölfe brauchen gar keine Schafspelze mehr. Es genügt völlig, wenn sie eine zeitlang mit der Schafherde mittraben und ab und zu „Mähhh“ knurren. Politisch Aktive wollen ein Fachvotum, welches Tier Schaf ist und welches Wolf. Sie wollen ja nicht selber schwarz-weiss malen. Nachher kommt das in der Presse noch so, dass die Schäferhunde statt des Wolfes ein harmloses Schaf ins Bein bissen. Gibt es nicht auch schwarze Schafe? Farblich abweichend, aber im Wesentlichen harmlos? Der Verfassungsschutz hingegen schaut sich die Wolfsrudel an, zählt diese und knippst ihnen Marken ins Ohr, sofern einer der Wölfe mal gefangen wurde. Für die Schafherden und die darunter mitlaufenden Wölfe bleibt gar keine Zeit, während sich Politiker und die öffentlich vernehmbaren Personen vom Verfassungsschutz gegenseitig den schwarzen Peter zuschieben.