Highway to hell

Erste Früchte der neuen Berliner Kooperation von LIES! mit der Rapper-Szene

 

Vor einigen Tagen war hier die Rede von einer vor etwa zwei Monaten aufgefallenen neuen Bekanntschaft zwischen Ashraf Rammo und Bilal Gümüs, also Berliner Halbwelt und LIES!-Projekt:

https://vunv1863.wordpress.com/2015/04/23/massive-probleme/

Verschiedene ungute Modelle sind in dieser Konstellation denkbar. Ein davon genanntes war der ideologische Zugang zu Clan und Fans von „Massiv“, einem Rapper, dessen Manager Ashraf Rammo war oder ist.

Die ersten Früchte dieser neuen Freundschaft, wohl der eine Teil des Deals, wurden bereits sichtbar. Seit 14 tagen online, bereits 85.000 mal gesehen. Wenn das keine Werbung ist:

Dieser Liedtext wurde von von Bilal Gümüs Geschichte inspiriert. Aber natürlich sehr geschönt und verzerrt. Gümüs hat nicht studiert. Und ob er in Sossenheim, wo er aufwuchs, jemals solche wie die beschriebenen Diskriminierungserfahrungen wegen seiner Herkunft machen musste, darf bezweifelt werden. Es wird aber die Identifikation geboten für diejenigen, die solche Erfahrungen machen mussten oder auch diejenigen, die sich nur herabgesetzt fühlen. Eine ältere Schilderung, wie er zum Islam fand und wie er in der Jugend wirklich war, also eine ehrliche Selbstsicht:

Aggressiv, zu jedermann respektlos, keine Achtung vor Regeln und Gesetzen. Mit 19 dann als vorläufigen Endpunkt zu 2,5 Jahren Jugendhaft verurteilt. U.a. wegen versuchtem Totschlag und Raubüberfällen. Das hört sich etwas anders an als die Umschreibung, er sei „grundlos gehasst“ worden. Er hat sich ja sogar in Haft noch mit einem Mithäftling geprügelt. Man kann ahnen: Auf dem Schulhof war er eher kein Friedensengel. Beachtlich auch die anderen Umdeutungen.

Wenn jemand natürlich länger einsaß, wird die Jobsuche schwierig. Das hat weniger mit der Herkunft zu tun (die das generell schwieriger machen mag, vor allem, wenn man wenig gelernt hat), sondern mit dem Misstrauen, im Streit einen womöglich nicht beherrschten Mitarbeiter zu erhalten, der einen halb tot schlägt im Zorn. Sogar das Sitzen an der sprichwörtlichen Aldi-Kasse wird bei einem verurteilten Räuber nicht in Aussicht sein.

Bilal Gümüs wurde einmal von der Polizei in Frankfurt festgenommen vom LIES!-Stand weg. Er hatte gegen die Sondernutzungssatzung verstoßen und sich dann wohl sehr, sehr falsch verhalten. Zudem war es so, dass wir ordentlich angemeldet waren und er nicht. Da muss man schon mal weichen, wenn man in 5 m Entfernung campiert. Das ist der Kern der Geschichte, vom 13.09.2014. Ein Foto von dem Tag, ich hatte mein lustiges „Achmed, the dead terrorist“-Shirt an:

Da war eigentlich nur ich mit ein paar Mitstreitern. Kein Nazi weit und breit. Nur Menschen mit ihrer friedlich artikulierten Meinung in einer angemeldeten Mahnwache 5 m neben einer Gruppe von LIES!-Aktivisten. Hätte ich einen Nazi gesehen, hätte ich ihn weggeschickt (was ich in der Folgezeit manchmal tun musste, einen habe sogar angezeigt). Steine gibts da auch nicht. Wie man aus einer kleinen Demo mit Plakaten, einem Widerstand gegen die Polizei bei Verstoß gegen die Sondernutzungssatzung und einer folgenden – kurzen! – Festnahme eine solche Räuberpistole machen kann, ja, das ist dann schon… Kunst. Sieht man genauer hin, so ist es Propaganda für LIES!.

Seine Sicht der Dinge damals hatte er in einem Video dargelegt, noch ganz unter dem Eindruck der Ereignisse. Auch da war nicht von einem steinewerfenden Nazi die Rede, sondern (das Video wurde inzwischen auf „privat“ gestellt, aber natürlich habe ich das noch) nur von Stasi-Methoden der Polizei.

So weit also die Realität.

Die Ashraf Rammo- und „Massiv“-Version ist eine andere, ein Heldenmythos. Es wird in dem Lied massiv gegen die Gesellschaft Stimmung gemacht. Aus einem Täter in der Realität wird ein Opfer der Umstände gemacht, ein schwarz-weiß-Denken wird angeboten und perpetuiert. Die LIES!-Leute werden als normale Muslime dargestellt und die Ummah beschworen als Gegengesellschaft, in der Gerechtigkeit widerfährt. Die Medien werden als „Mist“ herabgesetzt, die undifferenziert seien. Vielleicht, weil sie Täter Täter nennen und nicht Opfer. Am besten deren Sicht ausblenden, für unwahr heißen. Beste ideologische Vorbereitung also für die „netten Brüder“ vom LIES!-Stand. Die, die dann doch den einen oder anderen Syrien-Trip vermitteln können und als Reise nach Utopia mit Paradies-Option verkaufen.

Für alle anderen erscheint das jedoch als highway to hell. Und Ashraf Rammo macht die Musik dazu.

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Geschäftsreisen nach Dubai?

In seinem früheren Leben hatte Ibrahim Abou-Nagie eine Firma, mit der er Plastikfolien vertrieb, die A.B.N. Folien GmbH. Diese Firma wurde 2006 insolvent. Im Rahmen dieser Betätigung – wenn es nicht zum reinen Renommieren frei erfunden ist – hatte er sich eine schwarze Amex-Karte zugelegt, die er seinen Anhängern so gerne vorführte. Hier seine eigene Darstellung:

 

Nach eigenen Angaben hat er sie also seit 1991. Da war er 26. Nähme man diese Einlassung für bare Münze, dann hätte er es in 8 Jahren inkl. des abgebrochenen Studiums der Elektrotechnik vom mittellosen Flüchtling zur Person gebracht, die solche Umsätze generierte, dass Amex ihm diese Karte anbot. Das ist unwahrscheinlich.

Wahrscheinlicher ist, dass diese Karte, wenn er sie hat, ihm erst vor einigen Jahren zur Verfügung gestellt wurde. Zum Beispiel, indem er eine Firmenkreditkarte auf seinen Namen bekam. Der Inhaber dieser Firma, dessen Konto seit 1991 bestehen könnte, könnte eine dieser Karten auf seinen Namen eingerichtet haben. Man müsste genauer hinterfragen, wie Amex die Sache mit den Firmenkreditkarten handhabte.

In einem Video seiner Seite „Die wahre Religion“ erläutert er, dass er seine Geschäftskontakte von früher und seine gegenwärtigen Aktivitäten in einer ähnlichen Weise tätigt bzw. er vergleicht sie explizit. Er fliegt umher und vertreibt Produkte. Bei den Koranen muss immer klar sein, dass der Vertriebsweg über ihn geht. Konkurrenz im gleichen Terrain sieht er nicht gerne. Ginge es nur um die Dawa, müsste er sich ja freuen und Konkurrenten nicht als solche sehen. Bei der Dawa gibt es eigentlich nur Brüder. Konkurrenten gibt es nur im Geschäftsleben. Aktuell bezeichnet er das als „Geschäft für Allah“, ab Minute 6:

Dieses Wochenende war er wohl wieder in Dubai, wie er dokumentiert:

 

Man darf annehmen, dass es nicht um mentale oder spirituelle Unterstützung hinsichtlich seines laufenden Prozesses wegen Erschleichung von Sozialleistungen ging. Mit spiritueller Unterstützung kann man keine Flugtickets kaufen. Man darf weiterhin annehmen, dass es keine Vergnügungsreise war.

So ein Flug ist nicht billig.
Er fliegt in ganz Europa umher, besucht Städte in großer Zahl. Das kostet sehr ordentlich.
Seine Anwälte kosten ebenfalls, wenn er bei ihnen auch Kredit haben könnte.

Er muss also – theoretisch – seinen Lebensunterhalt, den seiner Familie und diese erheblichen Nebenkosten erwirtschaften. Wovon, kann man sich zu Recht fragen. Da er 24/7 für diese Mission unterwegs ist, scheidet eine übliche Vollzeitstelle aus. Eine unübliche jedoch nicht. Zum Beispiel eine für Personen aus Dubai.

Da diese Kontakte dem Anschein nach schon vor der Gründung der LIES!-GmbH bestanden, kann man fragen, wie er das vorher verbuchte, wovon er lebte. Wenn er – wie am 9.4. verkündet – Steuerrückforderungen hat, dann war da auch Umsatz. Er bezeichnet das zeitlich näher, schon aus früheren Zeiten, also 2011-2013. Aktuell, nach der Firmengründung, ist das klarer. Das sind, steuerrechtlich, nach meiner Einschätzung keine Spenden mehr, wie er es gerne darstellt, sondern von seiner Person aus betrachtet, Umsatz und Einnahmen. Die Aktivisten sammeln Geld ein und kaufen bzw. ordern wohl dafür neue Exemplare /Equipment. Man könnte das also auch durchaus einmal – es gibt da ähnliche Modelle – als Schneeballsystem oder MLM betrachten. In diesen Systemen verdienen sich die oberen, die Ersteinsteiger, eine goldene Nase. Auch Bilal Gümüs, der Frankfurter Protagonist, stand vor einigen Monaten auf einem Foto stolz vor dem Firmenschild der LIES!-GmbH und verkündete „Unsere Firma!“.

Die Spur führt also u.a. nach Dubai. Vielleicht gibt es ja nicht nur Hasanat* zurück.

* spirituelles Guthaben sozusagen.

Mahnwache vom 25.04.2015

Vor dem „My Zeil“, diesmal zu späterer Zeit von 17:30 bis 19:30 Uhr. Wir bedanken uns bei der Frankfurter Polizei für die freundliche Betreuung.

Mit dabei waren wieder eine kleine kurdische Delegation und der Kurdisch-Israelische Freundschaftsverein (KIFA), sowie ein Mitstreiter, der eine erhebliche Anreise in Kauf genommen hatte. Herzlichen Dank für das außerordentliche Engagement.

Kurz nach Beginn, die ersten Passanten waren da und diskutierten, lief ein junger Mann laut schreiend an uns vorbei und konnte sich gar nicht beruhigen. Er versuchte, andere aufzuwiegeln, indem er ständig rief, dass „man“ das nicht hinnehmen könne und dass „man“ was gegen und unternehmen müsse. Sein Erfolg war eher bescheiden. Einige bewegten sich eher langsam auf ihn zu. Dass sich da nicht mehr fanden, war allerdings Zufall und wäre bei stärkerer Frequentierung durch Unterstützer sicher auf fruchtbareren Boden gefallen. Die Polizei ließ da aber nichts anbrennen und klärte den Herrn am Rande auf.

Ganz am Anfang:

Eine Gruppe junger Männer und Jungen hatte sich einen hochgewachsenen jüngeren Mitstreiter ausgesucht und bedrängte ihn. Da es sehr lautstark wurde, stellte ich mich hinzu, was nur wenig milderte. Ein Teil zog sich dann zur Beratung zurück an den Rand und palaverte mindestens eine halbe Stunde lang. Anscheinend überlegte man, was man zweckmäßigerweise unternehmen könne. Dabei fiel ein Junge auf, der in der Gruppe dabei war, aus der mir vor einigen Wochen ein Bub das eigenhändige Köpfen angekündigt hatte, wenn die Polizei nicht da wäre. Manche Gesichter vergisst man auch bei einmaligem Sehen nicht.

Einige ezidische Mitbürger berichteten – sie kamen nicht das erste Mal – von der Situation, wie sie ihre Familien erleben. Sie sind noch im Irak und leben in ständiger Furcht.

Einer jüdischen Mitbürgerin wurde mehrfach gesagt, sie dürfe eigentlich gar nicht hier leben nach den Zuständen und Vorfällen in Gaza. Gängige Behauptung: In Gaza würden „von den Israelis täglich 1000 Babys ermordet“. Ihre Entgegnung, wonach das 365.000 Babys im Jahr wären und das selbst bei maximaler Reprodukutionsfokussierung nicht stimmen könne, wird meist abgetan. Es war der Tag, an dem man gerne einmal aus Deutschland verwiesen wurde. Auch mir wurde dies zweimal angeraten, weil ich das Schild „Frankfurt zeigt Gesicht gegen Islamismus“ hielt und dies nicht sogleich herunter nahm auf Befehl.

Dazwischen immer wieder gute Gespräche wie das mit zwei jungen Männern, beide Muslime, die kritisch beäugten, dann herüberkamen und mit denen dann doch ein wirklich gutes Gespräch möglich war. Wir bedankten uns gegenseitig für den Austausch und sie liefen dann noch ein wenig bei den anderen Mitstreitern herum und lauschten. Mehrere gute Gespräche waren mit Passanten mögich, die sich wunderten, dass so wenige sich anschließen, dann aber selber Angst hatten.

Ein Mitstreiter, vor einigen Jahren aus einer Diktatur nach Deutschland gekommen, wunderte sich auch. Er habe Tage Dunkelhaft erlitten für eine freie Meinung, habe hinter sich nichts gehabt als die Ungewissheit, und hier sei man mit dem Rechtsstaat hinter sich so ängstlich, so verzagt.

Verzagt waren Samstag auch die LIES!-Aktivisten. Sie tauchten nicht auf. Auch die männliche und die weibliche Unterstützerszene fehlten komplett.

Wie sich allerdings insbesondere jüdische Mitstreiter fühlen, wenn, wie geschehen, mehrere kleine Jungs an Hitler erinnern und „Gas, Gas macht Spaß“ rufen, kann man nur erahnen.

Eins ist allerdings sicher: In manchen Familien scheinen Kinder schon früh mit einem brutalen Antisemitismus aufzuwachsen. Da ist es anscheinend normal, andere Menschen abzuwerten und über den Holocaust Witze zu machen. Unvorstellbar.
Ich vermute, die Abwertung wird alle „anderen“, alle Nichtmuslime betreffen, wenn auch nicht mit gleicher Wucht.
Ob Schulbücher so etwas aufnehmen?
Wie kann Schule da nur gegenwirken? Kann sie das überhaupt?

Ich kann mir nicht vorstellen, dass dort etwas so Elementares besprochen wird, dem anderen sein Lebensrecht anzuerkennen. Es wird schlicht vorausgesetzt.

Es scheint, wir müssen bei manchen ganz, ganz vorne beginnen.

Schariah-Hilfspolizei in Offenbach

Über die „Schariah-Polizei“ von Sven Lau erregte sich vor etwa einem dreiviertel Jahr die halbe Republik. 5 junge Männer hatten sich Warnwesten aus dem Supermarkt besorgt, „Schariah Police“ darauf geschrieben und waren durch die Wuppertaler Innenstadt gezogen:

http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/salafisten-in-deutschland-islamisten-ziehen-als-scharia-polizei-durch-wuppertal-13137196.html

Man verstärkte die Polizeipräsenz, es gab Stellungnahmen, man verkündete, unsere Gesellschaft dürfe sich so etwas nicht bieten lassen. Man hörte davon in den letzten Monaten weniger. Es scheint bundesweit so nicht mehr vorgekommen zu sein. Ganz Deutschland? Nein, in einer kleinen Großstadt in Hessen, sieht man das wohl anders.

Aus diesem Artikel:

„Die Islamisten sagten an, dass auch in anderen Städten solche Aktionen geplant seien.“

Man lässt die Warnwesten weg, nennt es „abendliche Street Dawa“, zieht aber durch die Offenbacher Innenstadt mit genau dem gleichen Ansatz:

„Street-Dawa von Heute Abend in OFFENBACH
الأمر بالمعروف والنهي عن المنكر
Das Rechte gebieten und das Verwerfliche verbieten!
Allah sagt im Quran (sinngemäße Übersetzung):
„Ihr seid die beste Gemeinschaft, die für die Menschen hervorgebracht worden ist. Ihr gebietet das Rechte und verbietet das Verwerfliche und glaubt an Allah.“
[3:110]“*

und

 

Auch die Optik ist ähnlich. Gelernt ist gelernt.
Man beachte auch die Mütze bzw. den Aufdruck auf der Mütze im unteren Bild: Da spricht man schon die Bekenner an, also hier einen Muslim, der durch seinen Kleidungsstil zum Ausdruck bringt, dass er das Kalifat der demokratischen Gesellschaft vorzieht.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Protagonisten der Gruppierung durch Offenbach ziehen. Das sind keine harmlosen Frömmler, sondern Männer, die in der Nachfolge der nun verbotenen Gruppierung „Tauhid Germany“ stehen. Diese jungen Männer sind bei Lies! aktiv, zumindest die beiden links im unteren Bild (der eine bis vor einigen Monaten, der andere auch aktuell noch), und der Dritte ist bereits im Jahre 2012 im Umfeld von Dawaffm in Offenbach aufgefallen. Z.B. an dem Tag, an der der berühmt-berüchtigte Mohamed Mahmoud Offenbach besuchte. Mohamed Mahmoud hatte den „Tauhid Germany“-Vorgänger „Millatu Ibrahim“ initiiert und kämpft mittlerweile in Syrien. Das ist der, der den einprägsamen Spruch „…bis der Kopf fliegt…“ prägte.

Das ist also nicht die Heilsarmee, sondern das sind Werber, die zum IS hin die Kontakte haben und auch genügend Fanatismus, das zu vermitteln.

In Offenbach scheint das keiner so recht wahrzunehmen. Von Gegenwind, Stellungnahmen erst gar nicht zu reden.

Da fliegt mir doch das Blech weg.

 

 

Mehr zu Tauhid Germany:

https://vunv1863.wordpress.com/2015/04/06/extremistische-wiederganger/

https://vunv1863.wordpress.com/2015/04/02/offenbacher-anhanger-von-tauhid-germany-weiterhin-aktiv/

 

*Text von

https://www.facebook.com/WachtAufDawa

Massive Probleme?

Ein prominenter Protagonist der Frankfurter Islamistenszene und Organisator der LIES!-GmbH nicht nur auf der Frankfurter Zeil ist Bilal Gümüs. Gümüs, der nach eigenem Bekunden vor Jahren – als er eine Haftstrafe wegen Körperverletzung absaß – zum fundamentalistischen Islam fand, reist seit einem halben Jahr in speziellem Auftrag in Europa umher. So war er in verschiedenen Hauptstädten mit Abou Nagie und traf sich mit den örtlichen oder dort gerade lebenden, entsandten Gesinnungsgenossen.

Im Rahmen dieser Vernetzungstätigkeit traf er vor einiger Zeit in Berlin eine schillernde Figur, die einen arabischen Großclan hinter sich hat und tausende Bewunderer in den Vorstädten bundesweit: Ashraf Rammo.

Der Mann saß nach Zeitungsberichten selber schon wegen verschiedener Delikte ein und managte u.a. einen „Gangster-Rapper“, der durch ekelerregende Gewaltphantasien auffällt und „Massiv“ heißt. Er hat ebenfalls viele Anhänger.

Diese neue Bekanntschaft, von Herrn Gümüs stolz auf seiner fb-Seite der ganzen Welt mitgeteilt, ist nun etwas befremdlich. Man kann annehmen, dass es sich nicht um das Treffen einer Selbsthilfegruppe nach JVA-Erfahrung handelt. Besonders religiös schien Herr Rammo bislang auch nicht.

Fragen über Fragen.
Weder der ideologische Zugang zu besagtem Großclan und Fans noch die pekuniäre Unterstützung des LIES!-Projektes durch den anscheinend (wodurch?) wohlhabenden Herrn Rammo können als Antworten gefallen. Und es gibt auch noch mögliche Antworten, die noch weniger zu billigen sind.

Was das nun wird, wird die Zukunft zeigen.

Augen voller Krieg

Von einem Bekannten, der gerade im syrischen Grenzgebiet ist:

„Liebe Sigi,

ich befinde mich aktuell in şanlı urfa nähe Syrien. Ich bin geschockt, was die IS mit den Andersgläubigen anstellen. Ich habe ca. 1000 euro für die Kinder gespendet, die hier leben. Ich konnte meine Tränen nicht halten, als ich diese Menschen sah, was für eine Angst die in den Augen haben. Das Morden und die Verfolgung der Christen in der islamischen Welt ist schrecklich. Was die Türkei betrifft: Die IS Kämpfer können ohne Kontrolle ein und ausmarschieren, wie sie wollen. Es gibt nur ein paar Kontrollpunkte, ansonsten ist die Grenze offen. Ich habe sogar gesehen, dass die IS Kämpfer in türkischen Krankenhäusern behandelt werden medizinisch. Die haben in mein Handy geschaut und mich aufgefordert, die Bilder zu löschen. Es fliegen aber auch massig Kampfjets. Ich hoffe, die machen alle IS Kämpfer platt .

Viele Grüße in die Heimat“

Wenn man solche Dinge persönlich mit ansieht, dann verändert das eine mitfühlende Person. Man will nur, dass das aufhört, weil es eigentlich gar nicht zu ertragen ist, das alleine schon zu wissen und die Folgen zu sehen.

Mahnwache vom 18.04.2015

Vor dem „My Zeil“ von 16-18 Uhr. Ein herzlicher Dank an die Frankfurter Polizei.

Unterstützung gab es diesmal auch von einer Gruppe aramäischer Christen, die parallel auf den Genozid an den Angehörigen ihrer Glaubensrichtung aufmerksam machen wollten. Die KIFA (Kurdistan Israel Friendship Association) war ebenfalls wieder vertreten, da gerade Kurden unter dem Terror der IS in Syrien und Irak besonders leiden.

Ein Passant berichtete aus Marburg, wo in letzter Zeit auch LIES!-Stände aufgebaut und geworben würde. Er beobachte dies mit Sorge. Bei uns wollte er sich gerne weitergehend informieren und hörte etliche Dispute mit Vertretern der Unterstützer(Akhi)-Szene an. Auch einige Abfälligkeiten von anderen Passanten, die uninformiert waren, den Zweck unser Mahnwache missverstanden und sich auch nicht aufklären lassen wollten, verfolgte er mit. Ich konnte ihm aufzeigen, dass in Frankfurt mittlerweile eine strukturierte und gemeinsam agierende Unterstützerszene besteht.

Einer Mitstreiterin wurde wiederholt gestern gesagt, ihre „jüdische Nase“ spreche ja schon für sich. Sie ist zwar Atheistin und auch slowenischer Herkunft und sie sagte ihnen dies dann auch. Man sieht aber daran sehr typisch das negative und faschistoide Stereotyp in einigen Teilen der Community. Wer physische Merkmale hernimmt und daraus Aussagen über Haltungen und Geisteszustand herleitet und auch die Person daran wertet, hat ein klar rassistisches Denken.

Auch mir wurde gestern, als ich mich neben einem Mitstreiter postierte, der von einigen jungen Männern umringt wurde, die sehr lautstark und dominant auftraten, etwas in diese Richtung vorgehalten. Natürlich bin ich als Veranstaltungsleiterin auch für die Sicherheit mitverantwortlich und muss danach schauen, dass alles im Rahmen bleibt. Wenn klare Worte nicht ernst genommen werden und Wiederholung nötig ist, schaue ich auch schon mal angemessen entschlossen und mache deutlich, dass ich auch von der Veranstaltung entfernen lassen kann. Das wiederum wurde mir – das N-Wort fiel mal ausnahmsweise nicht – als „wie die vor 70 Jahren“ ausgelegt. Man ist sehr freimütig in Entschuldigungen für sich selber, sich nicht an die Regeln anderer halten zu müssen.

Drei Damen, die regelmäßig vorbeikommen, diskutierten am Rande wieder fleißig mit.

Einer muslimischen Mitstreiterin, die das Schild „Salafisten werben, Kinder sterben!“ mit hielt, wurde mehrfach vorgeworfen, sie sei keine echte Muslima.

Dieses obige Schild fand ein Passant „zu plakativ“. Es ist erstaunlich, wie viele sich mehr über die Wortwahl aufzuregen scheinen als die Handlungen.

Ein Passant warf mir „Rassismus“ vor (ich trug das Schild „Frankfurt zeigt Gesicht gegen Islamismus!“ und „Für Menschenrechte!“). Auf meinen Einwurf, dass er mir das erklären solle, zog er ein angeekeltes Gesicht auf und meinte, mit mir rede er nicht.

Ein häufig vorbeikommender alter Mann mit „Erkennt Christus als euren Herrn“ o.ä. -Schild um den Hals versuchte wie schon die Samstage zuvor, die Menschenansammlung vor dem „My Zeil“ für seine recht aggressiven Missionierungsbemühungen zu benutzen. Mein deutlicher, aber noch einigermaßen freundlich vorgetragener Platzverweis führte zu einer Schimpfkanonade. Ich als Atheistin (sieh an, ich sprach das erste Mal mit ihm persönlich) wäre natürlich gegen ihn und gegen Christus. Ja nu. Auch andere haben also Schwierigkeiten, wenn sie ihren Willen nicht kriegen.

Einer kleinen Delegation eher links wirkender Jugendlicher konnte ich nach anfänglichen höhnischen Herabsetzungen und bösen Blicken das Anliegen erläutern. Sie waren nicht ganz zufrieden, waren aber auch nicht mehr ganz so aggressiv, als sie gingen.

Verschiedene Sympathisanten der LIES!-Truppe forderten mich auf, mein Schild herunter zu nehmen. Auf mein freundliches „Nö, ich höre nicht auf Befehle“ wurde es mehrfach wiederholt, nachgeäfft und dann ging man zu sehr farbigen Beschimpfungen über.

Zwei Mädchen ließen sich erst den Begriff „Islamismus“ erläutern nur um dann in Folgefragen zu zeigen, dass sie weder zugehört noch verstanden hatten (trotz kurzer Sätze und einfacher Ausführung). Trotzdem behaupeten sie, verstanden zu haben. Der Passant aus Marburg, der alles mitangehört hatte, musste grinsen.

Zwischendrin erkannte eine Mitstreiterin, dass wir unter Beobachtung von LIES!-Protagonisten standen. Anscheinend wurde abgeschätzt, ob man es sich trauen könne, aufzubauen. Das verwundert ein wenig, schließlich machen wir eine friedliche Mahnwache, eine Mischung aus street working und speakers corner und die einzige Aggression geht von Sympathisanten der LIES!-Gruppe und misssverstehenden Passanten aus.

Eine gemischte Gruppe etwa 14 jähriger bestand teilweise aus bereits bekannten Gesichtern. Insbesondere 2 stark geschminkte Mädchen taten sich wieder sehr durch Obszönitäten und Abwertungen hervor, die in der Aufforderung des einen Mädchens gipfelten, der gleichaltrige Junge möge mir doch „sein Skateboard in die Fresse schlagen“. Wenn dieses Mädchen nicht spricht, hätte man sie – rein nach dem Äußeren – für ein ganz „unschuldiges“ und freundliches Mädchen (trotz starker Schminke) halten können. Ich bin sicher, dass sie dieses Äußere zu anderer Zeit auch nutzt, um eben diesen Eindruck zu erwecken. Im Schutz der Anonymität fallen manche Masken. So hübsch und so widerwärtige Haltungen und schlechtes Benehmen darinnen. So kann das Äußere täuschen.

Ein junger Mann, bekannt als langjähriger Anhänger von Dawaffm, Kader und wohl Organisator der Akhis, war in einer größeren Gruppe Gleichgesinnter und diskutierte lautstark mit einem Mitstreiter. Als ich hinzutrat, pries er gerade Abou Nagie: „…seine Backen, ich liebe sein Gesicht. Und seinen Bart, ich liebe seinen Bart.“ Dabei machte er mit der rechten Hand eine Handbewegung, als ob er ein Gesicht streichle (ich traute meinen Augen kaum). Meist habe ich mich ja gut im Griff, aber bei dieser bizarren Vorstellung dieses bekannt homophoben jungen Mannes musste ich dann doch mit unschuldigem Gesicht zu ihm halblaut anmerken, dass ich nichts gegen Schwule habe.

Wenn Blicke töten könnten, wäre ich gestern gestorben.
Nachtrag:
Nachdem die Mahnwache beendet war, postierte Bilal Gümüs seine Leute an gleicher Stelle, da weder Polizei noch Leute der Mahnwache noch anwesend waren. Man darf gespannt sein, ob er dieses Aussitzen seinen Anhängern als tapfere Platzeroberung verkaufen wird.