Turing hilf!

Abou Nagie Oster-Special: It´s magic!

Einer der frühen und einer der bedeutendsten Computerpioniere war der Engländer Alan Turing

http://de.wikipedia.org/wiki/Alan_Turing

Turing lebte von 1912 bis 1952. Er war homosexuell und wurde wegen der damaligen Strafbarkeit dieser Ausrichtung nicht nur zur chemischen Kastration verurteilt, sondern von den Folgen in den Tod getrieben.

Abou Nagie vertritt nun einen fundamentalistischen Islam, der Homosexuelle als minderwertig erachtet. Unkenntnis ist keine Gnade, sondern Fluch. Unkenntnis und Unbildung sind besonders verwerflich, wenn man es besser wissen könnte und man aus diesem Versäumnis zu Werturteilen über andere Menschen kommt.

Abou Nagie behauptet aktuell, dass Computer und Internet erfunden wurden, um Dawa zu machen (aber auch Auto und Flugzeug wurden ihnen „dienstbar gemacht“*, um Dawa zu machen; die Pioniere dieser Transportmittel rotieren gleich mit im Grab):

 

 

In diesem denkwürdigen Video und den nachfolgenden Machwerken ist nicht nur die Rede von Dschinns, Magiern und Schaytanen (Teufeln), sondern auch unter vielen anderen wirren Denkmodellen davon, dass die „Juden führend in Schwarzmagie seien“ (2:10, zweites Video). Abou Nagie redet über Dschinns und Schaytane, als seien sie so real wie der Gemüsehändler von nebenan. Für ihn ist schwarze Magie, sind böse Blicke Teil seiner Wirklichkeit.

Hieße das nicht Religion, hieße das anders.

Auch die widerwärtige Haltung zu Juden wird dort noch einmal explizit deutlich, (z.B. ab 2:35, erstes Video). Auf schwarze Magie steht übrigens der Tod. Diese Urteile werden bis heute in Saudi Arabien auch vollstreckt.

Mit den Mitteln der modernsten Kommunikationstechnik, die in seiner Gedankenwelt des Mittelalters nicht entstanden sind und wohl nie entstanden wären, verkündet der Herr Nagie also, diese seien extra geschaffen, um diese mittelalterlichen und menschenverachtenden Abstrusitäten zu verbreiten.

Wahrscheinlich kennt Herr Nagie die Geschichte des Computers nicht. Für ihn wächst alles auf dem Baum. Auf einem apple-Baum.

Wüsste er darum, würde es ihn vielleicht wundern, dass ein nach seiner Lesart seiner heiligen Schrift und den Hadithen so bestrafenswertes Subjekt es war, das Werkzeug seines Gottes wäre. So ein Widerspruch wäre selbst für ihn kaum aufzulösen. Vielleicht würde er sich damit behelfen, dass Turing in Wirklichkeit Muslim gewesen sei und die Sache mit der Homosexualität nur üble Nachrede.

Die Haltungen zu Juden, Homosexuellen und Ungläubigen (Frauen sowieso) werden durch Abou Nagie auch an seine Anhänger weitergegeben. Mit diesen Haltungen gehen sie dann in Schulen und Unis, an den Arbeitsplatz.

Man kann dankbar sein für diese Videos und die enthaltenen Einblicke. Man kann in Farbe beobachten, wie altertümliches Denken und Vorstellungen bis ins Jahr 2015 getragen werden. Das macht die Entlarvung einfacher.

Turing sei Dank.

* Es scheint Herrn Nagie irgendwie nicht aufzufallen, dass ohne Ticket oder Benzin es sich erledigt hat mit der „Dienstbarkeit“.

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