Islamistische Eheberatung

Frauenrechte werden im Hinblick auf diverse Parallel-und Gegengesellschaften sowie Subkulturen zwar häufiger als andere fragwürdige Haltungen oder gar Menschenrechtsverstöße thematisiert, aber insgesamt zu selten. So mancher redet sich das Frauen- und Menschenbild schön, sieht es als Privatsache oder Teil einer Folklore.

Auch wenn die Frauenrechte nur Teilaspekte sind einer hierarchischen und archaischen Menschensicht, so sollte die Gesellschaft doch diese Haltungen, die durchaus breiter eingenommen werden, nicht ignorieren. Eine Gesellschaft macht sich unglaubwürdig, wenn sie bei Person A um das Binnen-I ringt oder kleine, im Grunde läßliche Späßchen aufbläht zum Skandal, aber bei Person B wesentlich ernstere und üblere Haltungen zwar kopfschüttelnd, aber wortlos hinnimmt als Zeichen einer etwas unverständlichen, aber exotischen Virilität.

Es ist inakzeptabel, da mit zweierlei Maß zu messen. Wer jahrzehntelang in dieser Gesellschaft lebt, sollte mitbekommen haben, dass das Schlagen von Frauen zwar durch alle Schichten und Bildungsstände vorkommt (mit unterschiedlicher Häufung), aber dies allgemein als verwerflich betrachtet wird und natürlich auch verboten ist. Schlagen schwächerer Personen ist kein Kavaliersdelikt und insbesondere junge Männer dürfen erst gar nicht so sozialisiert werden, dass sie zunächst schauen, ob sie nicht vielleicht körperlich überlegen sind, bevor sie nachdenken, ob sie sich besser im Griff haben oder nicht. So sozialisierte und strukturierte junge Männer sind auch diejenigen, die eben nicht aufhören, wenn der Gegner am Boden liegt, sondern dann erst so richtig „in Fahrt“ kommen. Es sind autoritär strukturierte Personen, die Macht über andere umgehend ausnutzen. Das sind – bei entsprechender Gewaltneigung – diejenigen, die noch auf den Kopf treten. In der rechten Szene gab und gibt es solche Personen auch; man erinnere sich an das zeitweise „hippe“ „Bordsteinkantenbeissen“ bei rechten Gewalttätern. Das ist also Teil einer bei verschiedenen gesellschaftlichen (Rand-)gruppen vorhandenen generellen Verachtung des Anderen mit Vernichtungswillen,

In letztgenannten Gruppen werden aber nach meiner Kenntnis keine Videos verbreitet, wie man die Ehefrau sytemkonform beugt und schlägt. Diese Grenze gibt es da noch, auch wenn man nicht das eine Schlechte mit dem Übleren aufwiegen sollte.

Videos wie die nachfolgenden sind Ausweis einer Haltung zu Frauen, die nur erschüttern kann. Natürlich ist es im Rahmen der freien Meinungsäußerung, zu erklären, WIE man Frauen schlägt, sofern man nicht dazu aufruft. Es ist ebenfalls nicht explizit verboten, der Auffassung zu sein, Frauen bräuchten ab und an ein paar Schläge, insbesondere bei „Ungehorsam“, weil sie sonst nicht wissen, wer der Herr im Haus ist. Es gibt keinen Paragraphen im StGB, der verbietet, ein Chauvi zu sein oder sich für die Krone der Schöpfung zu halten.

 

Ex-Dawaffm-Chef Abdellatif Rouali:

Abul Baraa, die Frau ist „anvertrautes Gut“:

Und selbst hier, wenn das Schlagen nicht erlaubt ist, wird ein erzkonservatives Bild transportiert. Die Frau ist vorbestimmt für den Haushalt. Abu Jibril:

 

Frauen sind Eigentum, Frauen sind untergeordnete Personen, die man beugen und brechen darf.

Bizarrerweise wird von den Frauen in der islamistischen Szene kolportiert, man werde dort besonders geachtet. Man sei ein Schmuckstück, ein Diamant und die Männer seien verpflichtet, gut zu einem zu sein. Das wird wohl gerne behauptet, so lange noch kein ernsthafter Dissens da war oder sich die Frau einfach immer beugt. Geschlagene Frauen erzählen das kaum. Ungehorsam gegen den Ehemann ist Ungehorsam gegen Gott selber. Der Mann ist der Stellvertreter Gottes für sie auf Erden, denn nur – es gibt entsprechende „Propheten“worte – er kann sie ins Paradies bringen. Oder auch nicht. Es ist ein besonders für Frauen grausamer Unterwerfungsglaube.

In der ersten Euphorie, nun zu einer selbstempfundenen Elite anzugehören wie der Gatte auch, mögen das viele nicht merken. Anderen mag die Unterwerfung unter den Mann, der Gehorsam von Kindesbeinen an beigebracht worden sein.

Mädchen und Frauen müssen stärker noch vor diesen Wegen gewarnt werden. Das ist nicht nur wegen der persönlichen Schicksale wichtig. Der Fokus ist derzeit auf den jungen Männern, weil sie aus Sicherheitsaspekten die größere Rolle zu spielen scheinen. Man darf jedoch nicht vergessen, dass die einen auf der Strasse imponieren mögen, während die anderen in den Hinterzimmern die Radikalisierung flankieren und auch auch die nächste Generation lehren und aufstacheln.

Das wäre nun ein gutes Feld für FrauenrechtlerInnen. Ich würde mir wünschen, dass all die Frauen, die um Binnen-I und Ampelfrauchen, um gleiche Löhne und andere gleiche Rechte mit zivilisierten Männern streiten, sich auch einmal um die weniger zivilisierten mit kümmerten. Das wäre des Schweißes der Edlen wert. Leider ist da wenig zu sehen. Es streitet sich leichter mit Personen, die als Gegenwehr einen Aufsatz schreiben als mit jenen, die einem die Faust ins Gesicht schlagen könnten. Wenn man es aber ernst meint mit den Frauenrechten, steht die körperliche Unversehrtheit über Sprachkosmetik. Wer es ernst meint mit den Frauenrechten, setzt da Prioritäten. Wer es ernst meint mit den Frauenrechten, geht auf die Strasse nicht für das Binnen-I, sondern gegen real existierende und Unterwerfung propagierende Frauenverächter.

Daran mangelt es derzeit noch.

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