Organisierte Gegengesellschaften

Islamistisch ausgerichtete Gruppierungen und Vereine finden sich in der Republik mittlerweile ich den verschiedensten ideologischen Untergruppen. Nicht nur die Gülen-Bewegung, sondern auch viele andere haben den Marsch durch die Institutionen angetreten. Es geht um Einfluss, vor allem aber um öffentliche Gelder. Gelder, die eigentlich nicht dazu gedacht sind, Segregation zu fördern, sondern Kinder auf dem Boden der Freiheitlich Demokratischen Grundordnung zu erziehen, Teil dieser Gesellschaft zu werden. Kinder sollen nach dieser Vorstellung erzogen werden, frei zu wählen und den Mitmenschen als gleichwertiges Geschöpf zu achten.

 

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Mohamed Al Arifi Bild: alaraby.co.uk

Islamistische Vereinigungen wollen das jedoch nicht. Freiheit ist Bedrohung, frei könnte etwas anderes gewählt werden. Dort geht es um die Weitergabe einer Ideologie, die Menschen eben nicht gleich sieht. Die Menschen pauschal nach ihrem Glauben auf – oder abwertet und manchen Menschen gar das Existenzrecht aberkennt. Frauen sind sowieso Menschen zweiter Klasse im Diesseits.

Exemplarisch sei ein Fall aus der Region genannt: Der Arab Nil Verein in Mainz. 2009 wurde dem Verein eine Kita genehmigt:

http://www.faz.net/aktuell/politik/streifzuege/mainz-erster-islamischer-kindergarten-1767089.html

In einer Stadtteilzeitung bezogen die Macher 2010 eindeutig pauschal Position für den Verein, diskreditierten Kritiker und Mahner. Sie machten Meinungsjournalismus. Das kann man machen. Meinungsjournalismus wird jedoch dann problematisch, wenn er nicht auf Fakten, sondern auf Vorurteilen beruht. Hier waren es durchweg positive Vorurteile über den Vereinsvorsitzenden, während Kritiker als kenntnislose Verleumder abgekanzelt wurden:

http://www.dermainzer.net/233-mainzer-koepfe-samy-el-hagrasy.shtml

Feindbilder kennt er nicht„, behauptet der Autor. Nein, Feindbilder wird er natürlich nicht vorführen, so geschickt ist der Herr El Hagrasy. Es wäre interessant zu erfahren, wie dieser Autor den Verein heute sieht. Nur fünf Jahre später, nachdem die Mahner und Warner Recht behielten und der Autor dasteht wie ein genasführtes Kind, dem man ein schönes Märchen erzählte, das er begierig aufsog und weitererzählte.

Solche Märchen erzählt der Herr El Hagrasy natürlich mit leichter Zunge, entsprechen sie doch dem Selbstbild. Man ist normaler Muslim und die Bösen sind immer die anderen. Er lädt lieber Leute ein, die die ideologische Schmutzarbeit machen, die den Zuhörern klar die Linien aufzeigen. Werden er und sein Verein dabei ertappt, solche Leute eingeladen zu haben, weiß man von nichts:

Damals rechtfertigte sich El-Hagrasy, weder Al-Arifi noch der umstrittene Imam Ibrahim Hassan, ein zweiter Gast des Vereins, hätten in ihren Vorträgen etwas gesagt, was als extremistisch bewertet werden könne. Auch heute findet El-Hagrasy nichts daran, dass es zur Einladung des Salafisten-Predigers gekommen ist, von dessen frauenverachtenden und homophoben Thesen er nichts gewusst haben will: „Wir sind ein offener Verein und haben Al-Arifi im Rahmen seines Deutschland-Besuches eingeladen, ohne vorher recherchiert zu haben, was für einen Hintergrund er hat.“ Wenn, dann trügen andere die Schuld am Versäumnis: „Niemand hat uns vorher vor seinen problematischen Äußerungen gewarnt.

Was erwartet der Herr El-Hagrasy eigentlich? Er erkundigt sich nicht selber und dann sind andere daran schuld, dass er etwas falsch machte? Das ist eine leider nicht untypische infantile Haltung, wie sie nur im paternalistischen Biotop gedeihen kann. In jedem anderen Zusammenhang sind Erwachsene, Vereinsvorstände für ihre Handlungen verantwortlich. Nur hier wird eine solche Opferhaltung zelebriert. Und nur hier geht sie (noch) durch.

Einsicht sieht anders aus.

In diese Einrichtung kommen jeden Samstag fast 200 Kinder. 200 Kinder, denen beigebracht wird, dass Menschen nicht gleichwertig sind, dass das aber völlig in Ordnung sei, weil das eben Gottes Wille und Wort sei. Das steht fest, da hat man sich als Kind, als Mensch zu unterordnen.

Aktuell ist ein Beitrag in der Allgemeinen Zeitung über diesen Verein:

http://www.allgemeine-zeitung.de/lokales/mainz/nachrichten-mainz/arab-nil-rhein-verein-in-mainz-bei-religion-hoert-fuer-sie-der-spass-auf_15950974.htm

In die Kita gehen derzeit etwa 40 Kinder. Die Kita bekommt von der Kommune den üblichen Betrag, der Ersatzeinrichtungen erstattet wird. Es bestehen erhebliche Zweifel, ob die islamische Lebensordnung und Weltsicht nicht als allein gültige vermittelt wird. Die öffentliche Hand zahlt also wahrscheinlich dafür, dass Kindern das normative Gefüge nicht dieses Landes vermittelt wird und die sozialen Grenzen unserer Gesellschaft, sondern die einer Parallelgesellschaft. Weltanschauliche Kuckuckskinder in einer Demokratie, die erhebliche Schwierigkeiten haben werden, in der Schule ihr totalitäres und nicht hinterfragbares Weltbild z.B. mit der Evolutionslehre in Konfrontation zu sehen. Schwierigkeiten, mit denen dann die Pädagogen Probleme haben werden. Glücklicherweise konnte der Verein nicht gemäß seiner Planungen nicht auch schon eine Grundschule und ein Gymnasium verwirklichen. Das aber wird nur eine Frage der Zeit sein.

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