Lehrer ohne Lobby

Die wohl am stärksten direkt mit islamistisch orientierten Jugendlichen konfrontierte Bevölkerungs-gruppe ist die der Pädagogen.

Es ist aber auch die Gruppe an Personen, die schweigt und allermeist nicht einmal öffentlich Hilferufe aussendet. Es gibt wenige Ausnahmen, Lehrerinnen und Lehrer, die nach Jahren manchmal vergeblichen Kampfes den Mut finden, leidlich offen über die Problemlagen in den Klassenzimmern zu berichten.

Vorangegangen sind oft lange Auseinandersetzungen mit Schülern und ihren Eltern, aber manchmal auch dem eigenen Schulleiter. Das Interesse der Schulleiter liegt oft darin, dass Vorfälle einschlägiger Art tunlichst nicht an die Öffentlichkeit gelangen. Man befürchtet einen Verlust des Ansehens und dass besorgte Eltern ihre Kinder nicht mehr anmelden könnten. Dass man auf eben diese Weise besorgte Eltern bzw. ihren Nachwuchs möglicherweise ins totalitäre Messer laufen lässt, ist anscheinend zweitrangig. Der Ruf der Schule geht vor.

Zu diesem Zweck werden schon einmal die Auseinandersetzungen zum Privatproblem erklärt, wie bei dieser Pädagogin:

 

 

Jüdische Pädagogin 150821

 

Hier nur ein kleines Indiz der damaligen Attacken. Mir ist das immer noch peinlich und ich traue mich fast nicht, das zu zeigen. Aber so sind die aufgehetzten muslimischen Jugendlichen mit meinen und unseren Gefühlen umgegangen.
Zum einen wurde ic
h als Frau diskriminiert und zum anderen noch als Jüdin. Das habe ich dann neben all den anderen Angriffen -nach langen Jahren des Versuches und intensiver Bemühungen, die Jugendlichen zu belehren und positiv zu beeinflussen – zur Anzeige gebracht.
In diesem Betrieb konnte ich dann nicht mehr weiterarbeiten und wurde 2 Jahre lang bei vollen Bezügen freigestellt, weil man angeblich nicht für meine Sicherheit garantieren konnte.

dische Pädagogin

Fälle wie dieser geraten fast nie an die Öffentlichkeit.

Manch ein Lehrer reibt sich zwischen hohem pädagogischem Eigenanspruch und real existierenden Schülern, die es oft an jeglicher Achtung mangeln lassen, auf.

Hinzu treten bei den Schülern untereinander, wenn die Schule eine solche Problemzone hat, manchmal Schikanen gegenüber Mitschülern, die es mit der Religion nicht ernst genug nehmen. Das kann von der reklamierten Belästigung durch fremde Pausenbrote mit Salami bis hin zur Maßregelung jüngerer Schüler im Ramadan gehen, die dann dehydriert zusammenbrechen.

Ein wenig wurde hier in Hessen einmal zu Anfang 2014 nachgesucht. Eine zaghafte Anfrage der GEW, der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft:

http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/nach-anwerbung-an-schulen-lehrer-fordern-mehr-hilfe-im-kampf-gegen-salafisten-12740654.html

Direkt zum Nachfrage-Zeitpunkt wurde wenig angestoßen, trotz des Hilferufs. Man war wohl der Meinung, man tue genug. Nur wenig später musste das revidiert werden und man machte weitere Angebote für Lehrer und Einrichtungen. Gleich geblieben ist jedoch, dass so mancher Lehrer nicht mit Rückendeckung rechnen kann, wenn er über die Probleme offen reden will, wenn er z.B. mit den Medien sprechen will. Die Pädagogen, die den Umfang des gesamtgesellschaftlichen Problems mit am besten einschätzen können sollten (zumindest die in den Ballungsräumen), bekommen quasi einen Maulkorb. Immer wieder hört man in Berichten, wenn es sie zu konkreten Schulen doch einmal gibt, dass man nicht an die Öffentlichkeit wolle. Die Lehrer gehen nicht an die Gesellschaft heran bzw. werden separiert. Nur mit öffentlicher Wahrnehmung könnte jedoch auch mehr Hilfe von der Politik eingefordert werden bzw. genügender Druck aufgebaut werden.

Es wäre wichtig, dass die bei diesem Thema seltsam unpolitisch agierenden Lehrer da lauter werden. Nicht nur für sich, sondern auch ihre Schützlinge. Für uns alle.

 

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Sehenswert ist dazu die ältere Doku „Kampf im Klassenzimmer“:

 

Kleine Literatur- und Mediensammlung

Studie des BMI von 2009:

„Mus­li­mi­sches Le­ben in Deutsch­land“ – Voll­ver­si­on der Stu­die

Mit der Studie „Muslimisches Leben in Deutschland“ des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge liegt die erste bundesweit repräsentative Datenbasis vor. Anlässlich der vierten Plenarsitzung der Deutschen Islam Konferenz wurde sie am 25.06.2009 in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt.

Sie gibt mit ca. 6.000 befragten Personen aus 49 muslimisch geprägten Herkunftsländern einen umfassenden Überblick über das muslimische Leben in Deutschland. Dargestellt werden insbesondere die Anzahl der Muslime in Deutschland, die Glaubensrichtungen, religiöse Praxis und verschiedene Aspekte der Integration.“

http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/Themen/Politik_Gesellschaft/DIK/vollversion_studie_muslim_leben_deutschland_.html

Von Mouhanad Khorchide, 2009: „Deswegen bestreitet auch niemand die Aussagekraft der Studie, in der 21,9 Prozent auf die Frage „Lehnen Sie Demokratie ab, weil sie sich mit dem Islam nicht vereinbaren lässt?“ zustimmend antworteten. Fast jeder Fünfte, nämlich 18,2 Prozent, zeigte Verständnis, dass „Muslime, die vom Islam abgefallen sind, mit dem Tod bestraft würden“. Und 28,4 Prozent sehen einen Widerspruch „zwischen Muslim sein und Europäer sein“.“

http://www.taz.de/!5168760/

BBC: „The latest WikiLeaks revelation: 1 in 3 British Muslim students back killing for Islam and 40% want Sharia law“

http://www.dailymail.co.uk/news/article-1340599/WikiLeaks-1-3-British-Muslim-students-killing-Islam-40-want-Sharia-law.html

Erhebung des WZP, 2013: „Fundamentalismus und Fremdenfeindlichkeit Muslime und Christen im europäischen Vergleich, Ruud Koopmans

„Fast die Hälfte der in Europa lebenden Muslime findet, dass es nur eine gültige Auslegung des Koran gibt, dass Muslime zu den Wurzeln des Islam zurückkehren sollen und dass religiöse Gesetze wichtiger sind als weltliche. Anhand dieser Indikatoren zeigt eine WZB-Studie in sechs
Ländern, dass der religiöse Fundamentalismus unter Muslimen deutlich weiter verbreitet ist als unter Christen. Der Befund ist insofern besorgniserregend, als mit religiösem Fundamentalismus
ein erhöhtes Maß an Fremdgruppenfeindlichkeit einhergeht.“

Klicke, um auf s21-25_koopmans.pdf zuzugreifen

Verschiedenes Interessantes von Guido Steinberg vom SWP, z.B. zu Boko Haram:

http://www.swp-berlin.org/nc/suchergebnisse.html?tx_indexedsearch%5B_sections%5D=0&tx_indexedsearch%5Bpointer%5D=0&tx_indexedsearch%5Bext%5D=0&id=68&no_cache=1&tx_indexedsearch%5Bsword%5D=steinberg&tx_indexedsearch%5Bsubmit_button%5D=Suchen

Eine gute Übersicht, gut für den Einstieg:

http://www.theatlantic.com/magazine/archive/2015/03/what-isis-really-wants/384980/

Eine Reihe interessanter Vorträge von bislang zwei Konferenzen am Frankfurter Forschungszentrum Globaler Islam (FFGI):

http://www.ffgi.net/mediathek-p1.html

Das „Who´s who Al-Quaida in Deutschland“ von Gerhard Piper
Sehr akribische, lohnende und wertvolle Sammlung bis 2008

Klicke, um auf Al-Qaida_und_ihr_Umfeld_in_Deutschland.pdf zuzugreifen

Eine Einschätzung zu Herkunft und Anzahl der IS-Kämpfer, Stand Dez. 2015:

Klicke, um auf TSG_ForeignFightersUpdate4.pdf zuzugreifen

 

 

Update 25. Dezember 2015

Flüchtlinge als Zielobjekte islamistischer Umtriebe

Islamisten in Flüchtlingslagern

Die Ankunft sehr vieler Flüchtlinge derzeit stellt Deutschland vor besondere Herausforderungen. Menschenwürdige Unterkünfte lassen sich nicht herbeizaubern und so werden allerlei Notbehelfe installiert. Auf engem Raum werden Menschen untergebracht, die aus verschiedenen Notlagen kommen: Kriegerischen Konflikten, wirtschaftlicher Aussichtslosigkeit, ethnischer Verfolgung. Es sind Menschen, die nicht immer unsere europäischen Werte teilen, auch wenn sie hier Sicherheit und (erste) Versorgung suchen.

Unter diesen Menschen sind auch viele Muslime, da etliche derzeit betroffene Gebiete eine mehrheitlich muslimische Bevölkerung aufweisen. Dies haben islamistische Gruppierungen bereits bemerkt und versuchen, auf Menschenfang zu gehen. Es wird aus verschiedenen Lagern berichtet, dass Fundamentalisten dort Gefolgschaft suchen. So ruft beispielsweise eine Sarah Oufi  auf für das Lager Lebach zu spenden auf der fb-Seite „Die wahre Religion“:

Quelle: fb-Seite Die wahre Religion, Abruf 21.08.2015

Man beachte: Flüchtlinge können nahezu alles gebrauchen. Es wird aber lediglich das spezielle, religiös bedingte Bedürfnis überhaupt wahrgenommen. Andere Notwendigkeiten und auch nichtmuslimische Flüchtlinge treten zurück. Es geht um die Erhaltung der religiösen Sitten, um die Installation von Kristallisationskernen strikter muslimischer Auslegung, nicht um Hilfe oder gar Integration..

In dieser Lage der Entwurzelung bieten sich Fundamentalisten an, Scouts zu sein in der neuen Umgebung. Von einem Lager an der Lüneburger Heide wird berichtet, die Kommune habe nur zu gerne dem einzigen verfügbaren Muttersprachler die Betreuung der Neuankömmlinge überlassen. Der ist aber Islamist. Er drängte die Flüchtlinge dazu, einen Gebetsraum freizumachen und einzurichten und sorgte dafür, dass die Neuankömmlinge Freitags in eine Lüneburger Problem-Moschee gefahren wurden. Die Kommune zog es vor, da nichts zu unternehmen. Das Problem besteht weiterhin auch dadurch, dass es geleugnet wird.

Wenn dann erst einmal eine Gruppe gebildet ist und die soziale Kontrolle eine nach Art der Herkunftsländer ist, wird es für Einzelne schwer, sich dem Gruppendruck zu entziehen. Vielleicht mag das einer der Gründe gewesen sein für die aktuellen Probleme in Suhl. Die Berichterstattung dazu war teilweise befremdlich. Stellenweise konnte man den Eindruck gewinnen, als habe es einen belanglosen Streit zweier gleich starker Flüchtlingsgruppen gegeben. In aller Vorsicht scheint jedoch der Konflikt anders zu werten: Es haben sich wohl etwa 50 Männer zusammengerottet, um eines Mannes, der einen Koran zerrissen hatte, habhaft zu werden. Man kann sich lebhaft vorstellen, dass, wenn sogar Polizisten verletzt wurden, das nicht geschah, um Dialog zu führen. Es erinnert eher an einen wilden Lynchmob, was sich da wohl bildete.

Völlig kontraproduktiv ist der Vorschlag von Bodo Ramelow, die Menschen zu trennen. Das mag auf den ersten Blick sinnvoll erscheinen. „Opfer“ und potentielle Aggressoren zu separieren. Wie aber wollte man da vorgehen? Trennung nach Religionszugehörigkeit? Das ist kaum machbar, denn die vielen feinen Unterkategorien, die potentielle Täter machen könnten, sind kaum voneinander zu scheiden. Zudem stellte man dann alle Personen dieser Gruppe unter Generalverdacht: Du bist eine Person, die man wegen ihrer potentiellen Gefährlichkeit absondern muss. Das ist schwer vorstellbar.

 

ASYLUM SEEKERS WALKING ALONG A RAILWAY LINE IN CALAIS. The mayor of Calais has admitted that another asylum centre is to be built.

Bild: http://libertygb.org.uk/v1/images/muslims-bonn.jpg

 

In diesen Notunterkünften liegen die Nerven blank. Noch so große Enge darf allerdings nicht dazu führen, dass etwas wie dieser Lynchmob passiert. Menschen, die hierher kommen, muss umgehend klar gemacht werden, welche Regeln hier gelten. Die absolute Einhaltung des staatlichen Gewaltmonopols, die glasklare Verdeutlichung der Frauenrechte, allgemeiner: die Gleichwertigkeit und Gleichberechtigung aller Menschen sind da zentral. Viele Hilfsangebote stellen darauf ab, den Neuankömmlingen ihre Rechte zu zeigen. Das ist sicher gut und richtig so. Unabdingbar gehört dazu jedoch die Verdeutlichung der Pflichten. Die ankommenden Menschen sind meist erwachsen und der Kontakt mit der Realität ist zumutbar. Wer es schwer erträglich findet, unter Ungläubigen zu leben, muss sich arrangieren, muss Toleranz lernen – oder gehen.

In hr-info war dazu ein klarer und guter Kommentar:

Zu dem „hier ankommen“ gehört, sich damit auseinandersetzen, dass hier Meinungs- und Religionsfreiheit herrschen, die nur funktionieren, wenn ich auch andere Überzeugungen respektiere. Würde der Staat die Flüchtlinge in ihnen genehme Gruppen unterteilen, sehe ich die Gefahr, dass dies von ideologisch oder religiös geleiteten Demagogen sehr schnell als Instrument erkannt wird, um eine Selektion zu erzwingen. Doch die „Zumutung“ mit unterschiedlichen Menschen klar zu kommen, sollte niemandem in diesem Land von Staats wegen erspart werden – sie ist die Basis des Zusammenlebens hier.

http://www.hr-online.de/website/radio/hr-info/index.jsp?rubrik=54163&key=standard_document_5661631

Genau das geschieht schon. Und es geschähe noch viel ungestörter, wenn man gesonderte Lager von Muslimen machen wollte. Dann muss man sich nicht einmal mit Andersgläubigen, die vielleicht noch kulturell ähnlich aufgestellt sind, auseinandersetzen. Es entstünde eine muslimische Enklave, in der Islamisten ungestört(er) wirken könnten.

Das aber kann keiner wollen.