Nagie und Selmani: Wiedervereinigung der Herz(ch)en

Abou Nagies LIES-GmbH ist das erfolgreichste Koran-Verteilungs-Projekt in Deutschland und Europa, der Marktführer sozusagen, und er dürfte mit dieser Geschäftsidee wohl der Erste gewesen sein.

Nach einiger Zeit wollte Erol Selmani, in Düsseldorf ansässiger Aktivist der LIES-Aktion, wohl auch ein Stück vom „Dawa-als-Geschäft“-Kuchen abhaben. Er gründete „Siegel der Propheten“ und zog kurzerhand seine eigenes Koranverteilungsprojekt durch. Er verteilt die Übersetzung von Bubenheim und trat damit in Konkurrenz zu Nagie.

Es gab einige erbitterte Wortwechsel zwischen Nagie und Selmani* – so erbittert, dass alleine dieser Kampf um die Meinungsführerschaft eine Geschäftsabsicht vermuten ließ. Wenn beide Übersetzungen in Ordnung sind und es beiden nur um die Dawa, die Mission, ginge, wäre das sonst nicht erklärlich.

Selmani war nur mäßig erfolgreich mit dem kopierten Konzept. Bis auf Hamburg und Düsseldorf wurden über die Republik lediglich vereinzelt (auch mal in Frankfurt) Aktivisten mit der gleichartig aufgemachten, aber andersfarbig durchgestylten Aktion gesichtet.

Selmanis hat „Siegel der Propheten“ mittlerweile in der Talstraße 101 in Düsseldorf als Verein eingetragen. Die Gemeinnützigkeit wurde dem Verein vom Finanzamt Köln jedoch vor Kurzem verweigert.

Aktuell haben Nagie und Selmani beschlossen, sich wieder miteinander zu vertragen und hat gemeinsam ein großes „wir sind eine Ummah“-Video veröffentlicht:

 

 

Man könnte die Vermutung haben, dass bei den mutmaßlichen Geldströmen und der jetzigen Lage die Gelder für die Dawa bei Flüchtlingen besonders üppig fließen. Das reicht für zwei, da ist Nagie wohl großzügig. Und weil er gerade in Geberlaune scheint, aber doch ein wenig Pathos nicht fehlen darf, ernennt er sozusagen Selmani gleich zu seinem Kronprinzen. Der Mann der Zukunft, der, der das Projekt weiterführen wird, würde gekört. Das wird Brahim Belkaid, Bilal Gümüs und Saif Uddin zwar ein bisschen ärgern, die die ganze Zeit fleißig für den Chef unterwegs waren. Vielleicht kann man ihnen aber in dieser misslichen Lage die Bibel andienen. So die Geschichte vom verlorenen Sohn zum Beispiel.

* An anderem Ort war darüber berichtet worden:

http://boxvogel.blogspot.de/2014/11/von-erol-selmani-und-ibrahim-abu-nagie.html

Flüchtlingsunterkunft Darmstadt: Salafis vor Ort

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Aktivisten der LIES-GmbH in Darmstadt, 2014 Bild: Die wahre Religion fb-Seite

In Darmstadt gibt es eine aktive Salafisten-Szene, die auch häufig in der Innenstadt mit Koranverteilungen auftritt. Angebunden an die Aktivisten in der ganzen Rhein-Main-Region werben sie dort um Anhänger.

Von einer Vertreibungsstrategie, wie sie in Frankfurt gemacht wird, ist in Darmstadt wenig öffentlich zu sehen, auch wenn die Aktivisten mit Rückensegel unterwegs sind. Man ist häufig am gleichen Platz.

 

Ein Bericht von einem vor Jahren Angeworbenen, Gespräch mit einem Darmstädter Aktivisten:

 

 

[Zur Beachtung: Der geworbene „Kevin“ hat mittlerweile eine völlig veränderte Sprachmelodie, die auf eine Einengung des sozialen Umfeldes schließen läßt.]

 

In der Starkenburg-Kaserne an der Waldsiedlung in Darmstadt sind derzeit Flüchtlinge untergebracht. Diese werden auch als Ziele der Anwerbung angesehen. Darmstädter islamistische Aktivisten waren deshalb gestern vor Ort:

 

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U.a. 4. von links mit Käppchen, Salafis vor der Unterkunft Starkenburg-Kaserne, 16.09.2015 Bild: Privat

 

Eingesetzte Helfer wurden von einer aufmerksamen Bürgerin informiert, konnten die Lage aber nicht einschätzen und machten deshalb nichts.

Möglicherweise ist das nicht der erste Besuch dort. Wahrscheinlich war es auch nicht der letzte, denn Abou Nagie ruft zur „Flüchtlingshilfe“ auf.

Diskriminierung, warum?

Ein Debattenbeitrag aus dem letzten Jahr, am 23.10.2014 zuerst auf fb veröffentlicht.

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In der Diskussion um die islamistischen Radikalisierungen ist häufiger die Rede davon, dass man „andere Narrative“ bieten müsse und andere Identitätsangebote religiöser Art.
Mir stellt sich die Frage, inwiefern insbesondere männliche muslimische Jugendliche ANDERE Identitätsangebote brauchen sollten als alle anderen gleichaltrigen Personen. Wie kann es dazu kommen? Ist nur die religiöse Eigenzuordnung etwas, worauf man da rekurrieren kann? Ist da nichts anderes? Zuordnung als Mensch, Bürger, Mann Fehlanzeige? Reichte das nicht? Was macht den Unterschied, dass das nicht reichen könnte, man religiöse Identitätsangebote ZUSÄTZLICH überhaupt braucht?

Braucht es nicht generell wieder mehr und und auch (!) darauf strukturiertere Jugendarbeit, um das anzugehen und zwar für alle gemeinsam, denn die tatsächlichen Radikalisierungen betreffen nicht nur Kinder aus muslimischen Familien?
Ist nicht alleine diese Forderung schon ein Eingeständnis, dass es Unterschiede gibt, die man aber nicht konkret benennen mag oder kann? Ist nicht ein Teil des Problems auch in den Familien zu sehen, die Kinder schon abgrenzen, vielleicht weil sie einen zu starken Einfluss der „westlichen“ Gesellschaft* befürchten? Ist nicht Teil des Problems, dass Religion überwertig ist? Bei den Eltern, wenn sie Religion als etwas per se Gutes transportieren, bei denen, die sich professionell damit beschäftigen, wenn sie diese Überwertigkeit nicht reflektieren oder als Basis für gesonderte Überlegungen nehmen, anstatt diese Überwertigkeit auch als Problem zu erkennen und zu benennen?

Die Familien sind sich womöglich keiner Schuld bewusst, wenn sie Kinder zunächst als gute Gläubige erziehen. Das hat auch mit Traditionen zu tun und damit, dass das in der Herkunftsgesellschaft keine Probleme verursachte, denn man war eines Glaubens in seiner Umgebung. Gelebt in den Traditionen gab es da weniger Reibungspunkte.
Die Profis jedoch sollten diese Mechanismen durchschauen. Und wenn sie sie nicht erkennen, so sei ihnen anempfohlen, sich in die Fußgängerzonen zu begeben, wo man häufiger nach Glauben schon vorsortierte Kindergruppen vorfindet, die sich auch schon über ihren Glauben zu definieren wissen (verbunden teilweise auch schon mit einer deutlichen Abwertung des „anderen“). Das sind jedoch Abgrenzungen, die nicht von ungefähr kommen. 10 Jährige reflektieren eher wenig. Sie wissen jedoch oder nehmen wahr, dass die Eltern es nicht gerne sehen, wenn sie mit bestimmten Kindern Umgang haben. Wir leben jedoch jetzt alle zusammen und da sind Abgrenzungen fatal. Da schon muss man einsteigen.

Da sind Studien erforderlich, inwieweit diese Autoseparation eine Rolle spielt.
Es sollte üblich sein, dass alle Kinder z.B. an Klassenfahrten teilnehmen und gegenseitig sich zu den Geburtstagen besuchen, auch wenn manche diese nicht feiern. Man muss da z.B. muslimische Eltern deutlicher ermuntern, ihre Kinder auch zu Geburtstagsfeiern gehen zu lassen. Und alle anderen, sie einzuladen. Was absondert nach Religion ist falsch, diese Diskriminierung sollte man nicht tolerieren.

Vielleicht bräuchte man insofern weniger Gegennarrative religiöser Art, denn dann besteht immer die Gefahr, dass alte Texte wörtlich genommen werden.

Vielleicht bräuchte es eher für ALLE Jugendlichen mehr Bekenntnis zum Menschsein, Bürgersein, Mann-(oder Frau-)Sein und als Identitätsangebot ein guter Mensch, ein guter Bürger, ein guter Mann (oder Frau) sein. Die Definition, was „gut“ und „böse“ ist, darf man nicht der Religion überlassen und nicht ihren Vertretern. Ob die Person dann darüber hinaus noch ein guter Christ, Jude, Muslim oder Atheist ist, ist nachrangig und hat im Privaten genügend Raum.

Wir als Gesellschaft bräuchten mehr Zutrauen in uns selber, das zu definieren und nicht alles gleichwertig stehen zu lassen. Kulturrelativismus ist eine klare Absage zu erteilen. Mehr Ehrlichkeit, ehrlich gesagt, denn „wir“ haben ja schon eine Vorstellung, wie ein guter Mensch, ein guter Bürger, ein guter Mann (oder Frau) hier sein sollte, kurz, mehr Mut zur selbstdefinierten Ethik, Den Narrativ vom WIR. Dann klappts auch mit dem Nachbarn, egal wo der herkommt. Und das gilt für alle.
* Eine ähnliche Geisteshaltung gibt es übrigens auch bei fundamentalistischen Christen, die z.T. sogar Home Schooling betreiben, um den Außeneinfluß zu minimieren. Da ist aber die kritische Masse für eine nennenswerte Segregation meist nicht vorhanden.

Sven Lau macht sich an Flüchtlinge heran

Auch Sven Lau oder mit seinem Künstlernamen „Abu Adam“ versucht, die Gunst der Stunde zu nutzen und weitere Anhänger zu finden. Da er in Wuppertal wohnt, werden die hier abgebildeten Hilfsgüter auch in diesem Kreis vergeben:

 

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Der Plan wurde auch schon in die Tat umgesetzt, hier wohl in Cronenberg:

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Im Raum Wuppertal gibt es mehrere Einrichtungen, in denen Flüchtlinge untergebracht sind. Flüchtlinge sollten vor solchen Personen eigentlich beschützt werden, da sie deren extreme Standpunkte nicht gleich erkennen und man auch verhindern sollte, so weit das geht, dass Menschen in einer prekären Situation aus Dankbarkeit Freundschaften eingehen, die für sie und die Gesellschaft fatal sein können. Aus dem Bürgerkrieg oder einem Lager direkt in eine Parallelwelt kann nicht die Devise sein.

Es ist wichtig, dass das Polizei und Staatsschutz in Wuppertal genauestens im Auge behalten.

 

 

 

 

Ein zu wenig beachtetes Thema – Infektionen

Auch medizinische Versorgung vieler Flüchtlinge notwendig

Die Bedingungen in den Flüchtlingscamps, in Turnhallen und anderen Unterkünften sind situationsbedingt sehr schwierig: Viele Menschen auf engem Raum. Das führt nicht nur zu sozialen Spannungen, sondern bietet auch Gelegenheit, dass sich Infektionskrankheiten verbreiten.

Das ist etwas, worüber bei den Ereignissen der letzten Wochen nur vereinzelt oder von Fachverbänden öffentlich nachgedacht wurde. Das ist jedoch leider eine reale Herausforderung für die lokalen Gesundheitsbehörden. Die meisten der Flüchtlinge verfügen nicht über einen Impfschutz hiesigen Standards, sind also selber nicht geschützt gegen Masern, Mumps, Röteln und Co., sofern sie nicht schon Immunität erwarben. Das heißt zum einen, dass sich in den Lagern manche Erkrankungen rasend ausbreiten könnten, und zum anderen, dass Personen, die nicht geimpft werden können, potentiell gefährdet sind.

 

 

Neben den Personen in den Camps betrifft das hinsichtlich der impfpräventablen Erkrankungen vor allem Säuglinge im ersten Jahr allgemein, die noch nicht gegen einige schwerere Erkrankungen geimpft werden können.

Bei den prekären hygienischen Verhältnissen und begrenztem Zugang zu sanitären Einrichtungen kann schon eine Durchfall-Epidemie an den Rand der Verzweiflung führen. Dies hielt sich bislang in Grenzen, ein paar Fälle wurden berichtet. Das kann sich aber jederzeit ändern. Schon eine einzelne Person, die Rotaviren einschleppt, kann da genügen.

Schwerer wiegen Fälle von Tuberkulose, die aber bei der Menge der Flüchtlinge und dem häufiger nicht sehr guten Allgemeinzustand durch die Umstände der Flucht alleine erst einmal diagnostiziert sein will. Strapazen machen auch anfälliger.

Scabies, Krätzmilben, spielen eine größere Rolle, Malaria ist ein Thema.

Die Münchner Abendzeitung hatte das dankenswerterweise vor 2 Tagen schon einmal thematisiert und auch die aktuellen Problemerkrankungen aufgelistet. Die Symptome dieser Erkrankungen sollte jeder, der in der Flüchtlingsarbeit vor Ort ist, kennen:

http://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.malaria-grippe-kraetze-sorge-um-fluechtlinge-anfaellig-fuer-infektionen.f778843e-9883-4c1e-8804-3ac5b7400dd1.html

Eine Grunddurchimpfung einer Person kostet ca. 400 Euro, hilft jedoch Epidemien, die dann noch teurer werden (von potentiellen Opfern ganz zu schweigen), zu vermeiden. Das wird man zeitnah organisieren müssen, will man solche Krankheitsausbrüche verhindern oder zumindest eindämmen.

Ehrenamtliche Helfer sollten sich darüber informieren.

Triage

Mancher wird den Begriff Triage nicht kennen. Er bedeutet Auswahl, Sichtung und wird meist in der Medizin verwandt:

https://de.wikipedia.org/wiki/Triage

Eine Triage ist immer dann notwendig, wenn die Menge hilfsbedürftiger Menschen die Hilfs-Ressourcen übersteigt. Einfachstes Beispiel: Ein brennendes Haus, drinnen eine schwer verletzte Person und eine unverletzte, aber bewußtlose Person. Man kann in diesem Gedankenexperiment nur EINE Person retten oder ginge selbst unter. Die Alternative, hineinzugehen, beiden die Hand zu halten beim Sterben und auch selbst zu sterben, ist keine. Man muss also wählen. Das sind harte Entscheidungen, Entscheidungen, wie wir sie glücklicherweise meist nicht mehr gewohnt sind zu treffen im Alltag. Nicht jeder war einmal bei einer Massenkatastrophe dabei und kennt Verfahren und den Zweifel, der das immer begleitet. Nicht jeder war in anderen Ländern, wo das noch leider zum Alltag gehört. So hart und existenziell sind die gegenwärtigen Entscheidungen noch nicht. Zumindest nicht bei unseren Entscheidern, nicht an unserer direkten Grenze.

Auch wenn es teilweise noch nicht eingestanden ist, befinden wir uns derzeit in einer Lage, die Entscheidungen erfordert, die man nicht treffen will, die man nicht treffen wollen kann. Infantiles Wunschdenken, ändert aber die Situation nicht.

Wenn man gegenwärtig sagt, man müsse die Grenzen – vorübergehend – nicht durchlässig machen*, wird das vielleicht für herzlos gehalten. Das ist es nicht. Wenn wir die Kontrolle verlieren, die Möglichkeiten so weit temporär ausgeschöpft sind, dass man einer großen Zahl Menschen nur Bedingungen bieten kann, die vielleicht auf Monate kaum besser sind als in den Ländern, die sie durchreisten, und eine vage Hoffnung, dann muss man sich der normativen Kraft des Faktischen stellen. Wohlgemerkt – Deutschland ist nicht das erste Land, dass viele Flüchtlinge erreichten, in dem das Leben nicht mehr direkt gefährdet ist. Wohlgemerkt – so einige kommen, obwohl sie wissen, dass sie wieder gehen müssen. Nicht umsonst machen sich in der gegenwärtigen teilweise unkontrollierten Lage ganze Trupps aus den Camps auf, bevor sie registriert sind. Man muss berechtigt fragen, wovon sie zu leben gedenken.

Wenn wir keine echte Zuflucht mehr bieten können wie hier aus Gießen beschrieben:

dann müssen wir das bekennen. Das erfordert die Ehrlichkeit den Flüchtlingen gegenüber, das erfordert die Ehrlichkeit den Bürgern gegenüber.

Der Hessenschaubericht vom letzten Donnerstag zeigt dies noch einmal auf:

 

Wenn in den Flüchtlingslagern das Recht des Stärkeren gilt, können wir Frauen und Kinder nicht schützen. Wir können nicht alle gleichermaßen schützen, die Täter wollen wir – zumindest ist das anzunehmen – auch gar nicht schützen. Man kann  jedoch aktuell berechtigte Zweifel haben, ob  die Täter auch nur mit Strafe zu rechnen hätten: Die Frauen wissen oft gar nicht, an wen sie sich wenden müssten; auch ist die Scham oft groß. Mit hoher Wahrscheinlichkeit bleiben die Täter unbehelligt, können, wenn wir nicht eingreifen, so fortfahren. Das können wir jedoch nur, wenn wir die Kontrolle einigermaßen innehaben. Wer, nur weil die harte Hand einer Ordnungsmacht in den Lagern fehlt, meint, Frauen seien Freiwild, der muss sich erst einmal zivilisieren. Zu groß ist die Gefahr, dass er dieses primitive Verhalten beibehält immer wenn er sich als Stärkerer wähnt. Wir können jedoch nicht zehntausende junge Männer nacherziehen in grundlegenden Fragen wie „nein, Frauen darf man nicht einfach körperlich überwältigen“.

Das sind schwierige Fragen, denn zwischen Pauschalurteil und Persilschein gibt es viele ungeklärte Dinge und viele Graustufen. Sicher ist jedoch, dass man sich vor Entscheidungen gegenwärtig nicht drücken kann, wie es wochenlang versucht wurde. Vor allem darf man sich nicht weiter vor Ehrlichkeit und klarem Blick auf die Probleme drücken.

Projektionen von freundlichen, aber weltfremden Personen helfen nicht. Kriegsflüchtlinge und Wirtschaftsflüchtlinge sind alles eins, weil sie nicht unterscheiden wollen. Die können sich nämlich gar nicht vorstellen, wie verlockend für einen Menschen, der wenig schlechtes Essen hat, selbst die Vorstellung eines bundesdeutschen Gefängnisses ist mit regelmäßigem Essen. Die können sich auch nicht vorstellen, wie verlockend die Aussicht auf Zugang zu den bekannt freizügigeren Europäerinnen auf einen jungen Mann wirken kann, der in seiner Heimat keinerlei Aussicht auf regelmäßige sexuelle Bedürfnisbefriedigung hat. Sie denken einfach, dass niemand ohne Not seine Heimat verlassen würde, verkennen aber, dass hier arm zu sein immer noch Krankenversorgung und relativ freien Zugang zu Bildung und Frauen bedeutet. Das sind in anderen Ländern Mittelschicht-Standards. Dafür riskiert man was, gegebenenfalls wird man sogar von der Familie geschickt, um sie dann nachzuholen. Die pauschale Idealisierung hilft nicht weiter, weil sie verhindert, nicht nur die Chancen zu sehen, sondern auch die Gefahren. Für beide Seiten. Beides gehört aber zu einer informierten Entscheidung, zur verantwortbaren Handlung möglichst vielen gegenüber.

All diese Probleme können nicht wir alleine lösen. Wir haben Verantwortung für alle Menschen, die hier sind und noch ein Stück darüber hinaus, ja. Wir müssen aber eine Art Triage machen, um möglichst vielen zu helfen, die dann später sich wieder selbst und anderen helfen können. Dadurch, weil wir sie bislang nicht machten, sind wir nun in der Situation, erst mal nicht mehr individuell entscheiden zu können, sondern kollektiv entscheiden zu müssen. Das trifft nun alle Flüchtlinge gleichermaßen. Innerhalb eines Tages von „alle können“ zu „keiner darf“. Diejenigen, die bekannt wieder gehen müssen, brauchen Ressourcen auf, die diejenigen brauchen können, die bleiben könnten. Diese Entscheidung von den Menschen selber zu fordern, also vorher zu akzeptieren, dass sie nicht bleiben können, ist etwas viel verlangt, zumal wenn man Deutschland noch ein Stück über der Realität als das gelobte Land darstellt. Menschen haben – in Grenzen – das Recht, eigennützig zu handeln. Das darf man keinem aberkennen, dem Flüchtling nicht, dem Bürger nicht. Die politische Entscheidung versucht den Interessenabgleich. Entscheidet man zu lange nicht, kommt so etwas heraus.

Manchmal ist Entscheidungen aufschieben das Herzloseste von allem. Man steht vorm Haus und schaut zu.

 

* Bei diesem Beitrag hat die Realität die Planung eingeholt: Es wurden vorhin Grenzkontrollen wiedereingeführt.

Ihr Brüderlein kommet

Frankfurter I.I.S. aktiv in der Flüchtlingshilfe

Die Muslimbrüder residieren an verschiedenen Orten im Rhein-Main-Gebiet. Der den Muslimbrüdern sehr nahe stehende Verein I.I.S. in der Mainzer Landstr. 116 z.B. in der Nähe des Frankfurter Hauptbahnhofs. Sie rufen aktuell dazu auf, in der Flüchtlingshilfe aktiv zu werden:

https://www.iisev.de/startseite/fluechtlingshilfe/

https://www.iisev.de/startseite/organigramm-fluechtlingshilfe/

Ja, die Ankunftszahlen sind so groß, das zu Beginn fast jede helfende Hand nützlich ist. Bei nur temporärer Hilfe und Erwachsenen ist man auch versucht zu sagen, dass dies noch im Rahmen ist. Es wird wie selbstverständlich (aus dem zweiten link ersichtlich) nach dortiger Angabe ein Lager der Stadt Frankfurt mitgenutzt. Bei Jugendlichen, die stationär in Frankfurt aufgenommen werden, gar noch in fußläufiger Nähe zu den I.I.S., kann man da jedoch Bedenken haben. Erst recht, wenn von Muslimbrüdern Kinder adoptiert werden sollen, die gar nicht wissen, in welcher Indoktrinationsmühle sie im Zweifelsfall landen. Die, die es wissen könnten, sind entweder machtlos oder nicht informiert zum konkreten Fall.

Nun ist das Adoptionsrecht ein persönliches Recht, bei dessen Ausübung die Ideologie der potentiellen Eltern nicht erfragt wird. Damit es keine Missverständnisse gibt: Ich will das nicht aberkennen. Ich habe aber Bedenken, ähnliche Bedenken, wie ich sie auch bei überzeugten Faschisten hätte. Dass das Kind nämlich nicht individuell, sondern strukturell betrachtet wird.

Das Frankfurter Amt für multikulturelle Angelegenheiten und das Frankfurter Jugendamt* haben, wohl nach Beratung u.a. durch die katholische Stadtkirche, anscheinend jedoch keine Probleme, Muslimbrüdern auch bei der Mission und Adoption zu helfen. Schließlich ist Herr Johari auch Multiplikator beim AmkA. Das Jugendamt selber kennt Muslimbrüder mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht namentlich und kann daher nicht tätig werden.

Über den direkten Kontakt in einer neuen Umgebung soll ein Band geknüpft werden, das den Tag überdauert. Das mag bei Erwachsenen wenig fruchten. Bei Kindern sieht das anders aus, sie bleiben auch eher in Frankfurt. Sie sind daher leichter verfügbar und leichter indoktrinierbar. Mohamed Johari nahm am 08.09. an einem Informationstag im Jugendamt teil, wie er selber in einer Freitagspredigt berichtet. Er stellt die Zahlen der minderjährigen unbegleiteten Flüchtlinge (muF) heraus, die das Jugendamt an dem Tag bekannt gab: 1192 minderjährige unbegleitete Flüchtlinge sollen es sein (Zeitrum nicht angegeben), davon 406 aus Afghanistan, 302 aus Eritrea, 300 aus Somalia. Die Zahlen für dieses Jahr seien wesentlich höher.

Alleine letzten Dienstag seien von der Bundespolizei 50 muF in die Obhut des Frankfurter Jugendamtes übergeben worden, gibt Johari bekannt. In der Vorwoche waren es gesamt fast 90, wie aus guter anderer Quelle berichtet wurde.

 

 

Ja, manchmal ist Mildtätigkeit nur Mildtätigkeit. Bei Muslimbrüdern besteht jedoch der begründete Zweifel, dass die Kinder und Jugendlichen nicht auf dem Boden des Grundgesetzes erzogen werden. Man kann vermuten, wenn so allgemein aufgerufen wird, dass die Jugendlichen als Rekrutierungspotential gesehen werden, das man nicht der Wertegemeinschaft der Mehrheitsgesellschaft überlassen möchte.

Passend dazu wird am Sonntag Khaled Hanafy über „Adoption und Pflegeelternschaft im Islam“ referieren:

https://www.iisev.de/startseite/adoption-und-pflegeelternschaft-im-islam/

Hier würde nicht einmal – wollte man das so tun, also theoretisch – die Aufhebung des Datenschutzes gegenüber dem Jugendamt helfen: Manche Daten werden schlicht nicht erhoben wie Gruppierungszugehörigkeit, was man ja auch gut finden kann. Der Staat hält sich also jenseits des organisatorischen Ablaufs relativ zurück. Hier jedoch lässt er die Kinder alleine, die das nicht wissen können. Ich habe da ähnliche Bauchschmerzen, wie ich sie bei der Vermittlung – mindestens – an Fundamentalchristen hätte, die ihren Kindern die Schule verweigern.
Diese Kinder bekommen ein falsches Bild von der Gesellschaft, die sie aufnahm.
Kein gutes Vorzeichen für gelingende Integration.

Das Frankfurter Jugendamt schickt also wohl junge Flüchtlinge zum I.I.S. Gleichzeitig werden die Muslimbrüder vom Landesamt für Verfassungsschutz beobachtet, ergo auch das I.I.S. Vielleicht sollte das Landesamt für Verfassungsschutz das Jugendamt beobachten, könnte man spöttisch anmerken, denn das ist derart verantwortungslos und hilflos, dass es einen gruselt.

Jeder sieht nur seinen kleinen Zuständigkeitsbereich: Das Jugendamt sucht muslimische Ansprechpartner und bevor es sich (das ist allerdings weniger die Blöße des Jugendamtes denn der muslimischen Gemeinden!) die Blöße gibt zu sagen: Nein, wir können KEINE Einrichtung empfehlen, macht man lieber den ganz, ganz flauen Deal mit einem den Muslimbrüdern nahe stehenden Verein. Das ging schon bei Hassan Massood, dem „Fussfessel-Islamisten“, der derzeit in Syrien kämpft, schief und das ging auch bei anderen schief.

Das ist furchtbar und das ist verantwortungslos, denn dieses kleine Problem, mal eine Hilflosigkeit zuzugeben, wird durch diese Rückendeckung für die Muslimbrüder zum sehr großen und langfristigen: Man macht eine Einrichtung, hinter der eine totalitäre Ideologie steht, hoffähig.
Die Stadt Frankfurt, zuständig ist direkt Prof. Dr. Daniela Birkenfeld von der CDU als Dezernentin, ist leider völlig planlos in dieser Hinsicht. Man fährt auf Sicht und der wohlmeinende, im Ergebnis aber fatale Integrationsplan ist da nicht hilfreich. In Ermangelung einer echten Opposition in Frankfurt – jeder macht da mit jedem herum politisch und so mischen zwar alle irgendwie mit, aber keiner mahnt mehr so richtig an, Selbstreflexion ist ja nicht erste politische Tugend bei vielen – will da keiner ran. Jeder hofft, dass man noch die Zeit der eigenen „Verantwortung“ übersteht, OHNE ernsthafte Entscheidungen treffen zu müssen. Man versucht auszusitzen, was aber hier definitiv nicht funktioniert. „Nach mir die Sintflut“ ist politische Verwahrlosung.

Da müsste man auf Landesebene herunterwirken als Aufsichtsstruktur, denn Frankfurt schafft das offenkundig nicht mehr selber, zu verflochten ist alles. Man meldet anscheinend nach „oben“ immer, alles sei irgendwie gut und werde noch besser. Das Landesamt für Verfassungsschutz kann da nichts machen; die stehen daneben, haben aber keine Rechtsgrundlage, deutlich(er) zu intervenieren. Das müsste also vom Innenminister kommen. Da kommt aber nichts.

Und so geht das Verhängnis seinen Lauf.

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* In einem aktuellen Artikel der ZEIT:

„Die Gefahr ist aber ganz real, dass muslimische Gruppierungen mit einem zweifelhaften Verhältnis zu Demokratie und Grundgesetz versuchen, aus der allgemeinen Verunsicherung mit der islamistischen Radikalisierung von Jugendlichen Einfluss und Geld zu ziehen. Im Rhein-Main-Gebiet lässt sich das am Verein Islamische Informations- und Serviceleistungen e.V. (IIS) beobachten. Er hat verschiedene Ableger, deren Mitglieder sich dort, wo radikalisierte Jugendliche auffallen, den Sozial- und Jugendbehörden als Ansprechpartner in religiösen und integrationspolitischen Fragen anbieten. Dankbar lassen Träger der Jugendhilfe, wie die Frankfurter Caritas, ihre Sozialarbeiter in Fragen des Islams durch IIS-Funktionäre schulen. Jugendliche, die sich radikalisiert haben, werden vom Jugendamt aus in die geistliche Obhut von IIS-Imamen gegeben.“

Wenn dorthin schon die radikalisierten Jugendlichen gesandt werden, dürfte es bei anderen kein Halten geben. Oder Sinn und Verstand.

http://www.zeit.de/politik/ausland/2015-09/islamische-sozialarbeit-intergration-muslime-deutschland?commentstart=65#comments

Salafisten von Dawaffm: Abfangen von Flüchtlingen

Vor einigen Tagen war hier schon auf die direkte Anwerbung ab Ankunft bzw. die direkte Ansprachemöglichkeit von Flüchtlingen durch Salafisten hingewiesen worden:

https://vunv1863.wordpress.com/2015/09/07/frankfurter-bahnhofsmission/

Abdellatif Rouali, das Oberhaupt der verbotenen Gruppierung Dawaffm, hat einen Youtube Kanal. Dieser Kanal heißt „Wissen für alle“. Auf diesen ist nun ein Video hochgeladen worden, das belegt, dass man im Hauptbahnhof und am Flughafen vor Ort war:

 

 

 

Natürlich zeigt dieses Video nicht direkt die Anwerbung. Man kann jedoch davon ausgehen, dass es Rouali und Co. nicht um eine rein humanitäre Hilfe geht. Wahrscheinlicher ist, dass man herumirrende Jüngere aufgreift bzw. gezielt anspricht.

Um eine Vorstellung zur Größenordnung des Problems zu bekommen: Dieses doch recht Frankfurt-spezifische Video wurde vor 4 Tagen hochgeladen. In diesen wenigen Tagen wurde dieses Video über 3000 mal aufgerufen.

Hanauer Salafistenszene: Berichterstattung auf dem Prüfstand

 

Vor etwa zwei Monaten gab es im HR eine aufdeckende und aufklärende Berichterstattung zur Hanauer Salafistenzelle um die Baraat-Moschee:

http://hessenschau.de/gesellschaft/radikalisierungsnetzwerk-aus-hanau-liefert-nachschub-an-gotteskriegern,nachschub-an-gotteskriegern-aus-hanau-100.html

http://hessenschau.de/tv-sendung/video-876.html

http://hessenschau.de/gesellschaft/hanau-will-umstrittene-moschee-schliessen,hanau-will-umstrittene-moschee-schliessen-100.html

Dass ein solcher Bericht Folgen haben kann, ja haben muss, ist evident.

Andere Medien schlossen sich an:

http://www.1730live.de/hanau-will-moschee-schliessen/

In diesem Bericht kam auch der Herr Mahboob zu Wort.

Von Seiten der Stadt Hanau bemüht man sich aktuell, die Baraat-Moschee über einen Umweg über das Baurecht nun doch zu schließen. Das ist in der verwaltungsrechtlichen Prüfung. Der Herr Mahboob jedoch, der im Zentrum der Berichterstattung stand, erlitt in seinem Asia-Imbiss „iwok“ wohl Umsatzeinbussen und musste sich – bei Orts- und Sachkenntnis war er identifizierbar – für ihn unangenehmen Fragen Dritter stellen. Das war er nicht bereit hinzunehmen und so engagierte er einen Rechtsanwalt. Nun könnte man meinen, wenn man nach eigener Sicht so falsch dargestellt wird, wenn man in ein so falsches Licht gerückt wird, neigt man dazu, doch eher erst einmal den Weg über das Strafrecht zu gehen und eine Anzeige wegen übler Nachrede zu erstatten. Zumindest, wenn man sich sicher ist, dass an den Zuschreibungen nichts Gehaltvolles ist, ist das ein gangbarer Weg. Davon ist jedoch nichts bekannt und es ist – das ist allerdings reine Spekulation – der korrekten anwaltlichen Beratung zu verdanken, dass der Herr Mahbob sich nicht dazu verstieg. Missbraucht man das Anzeigerecht nämlich, macht also einen Dritten in nicht statthafter Weise zum Gegenstand behördlicher Ermittlungen, muss man schon einmal mit dem Gebrauch des § 164 StGB rechnen:

http://dejure.org/gesetze/StGB/164.html

So sicher, dass man das riskieren wollte, ist man sich demnach wohl nicht.

Heute fand nun vor einer Zivilkammer des Frankfurter Landgerichts eine mündliche Verhandlung statt, die zwischen dem HR und dem Herrn Mahboob einen Interessenausgleich herstellen sollte. Herr Mahboob ist der Meinung, diese ganzen Umstände schädigten sein Geschäft. Das mag sein – das wird er ggf. nachweisen müssen. Vor den Schadenersatz hat das Recht den Beleg gestellt. Von Seiten des Gerichts wurde angeregt – es sollte ein Ausgleich hergestellt werden und da priorisieren Zivilrichter weniger die explizite Wahrheit, sondern mehr die Vermeidung der gerichtlichen Entscheidung – der HR solle von Art und Inhalt seiner Berichterstattung etwas abweichen und den Herrn Mahboob und seinen Imbiss außen vor lassen. Das lehnten wiederum die HR-Juristen ab.

Im Einzelnen trug der Anwalt von Herrn Mahboob vor, entgegen der Aussage der beteiligten Reporter habe sein Mandant keine Gelegenheit zur Stellungnahme gehabt. Die Beiträge seien „martialisch aufgemacht“ gewesen, zahlreiche Personen würden seinen Mandanten nun wegen der „hetzerischen Berichterstattung“ meiden. Zudem sei die in dem Impressum seines Mandanten angegebene Faxnummer eine „ganz allgemeine 800er“-Nummer, die nicht geeignet sei, sicher einen Kontakt zu seinem Klienten herzustellen. Der HR könne sich also hinsichtlich der gescheiterten Kontaktversuche nicht darauf berufen, seinem Mandanten Faxe gesendet zu haben. Das ist sicher eine spannende Auslegung der Erfüllung der gewerblichen Impressumspflichten (ein Impressum, das im Grunde kein Impressum ist, ist sicher auch für die Wettbewerbshüter von Interesse. Gewerbetreibende haben ja Pflichten zu erfüllen).

http://www.iwok-hanau.de/impressum#!

Ein mittlerweile in Syrien aktiver junger Mann habe nicht bei seinem Mandanten im „iwok“ gearbeitet. Auch sei der Herr Mahboob kein „Chefsalafist“ wie in den Berichten angedeutet. Für den „iwok“ als Salafistentreff gebe es keine Belege und auch dass sein Mandant für den IS werbe, sein reine Spekulation. Er radikalisiere nicht und habe sich sogar klar vom IS distanziert auf seiner fb-Seite noch vor der Publikation der Artikel. Man muss sich allerdings berechtigt fragen, welchen Anlass wohl der Herr Mahboob hatte, sich vom IS ausgerechnet 3 Tage vor der Veröffentlichung zu distanzieren, wenn er keine Kontaktanfragen erhalten hat und auch sonst ganz arglos war. Es ist sicher nicht üblich, solche Distanzierungen einfach so einmal zu tätigen, nachdem man das jahrelang nicht tat. Da liegt eine Kausalität mit erhaltenen Anfragen, denen man sich nur nicht stellen wollte, näher als eine rein zeitliche Korrelation.

Nun ist allerdings auch, selbst wenn man den Anwalts-Vortrag annimmt, problematisch, dass man sich sehr leicht und sogar wahrheitsgemäß vom IS distanzieren kann, wenn die fraglichen jungen Männer sich einer anderen in Syrien kämpfenden Gruppe angeschlossen haben, wie eine Information des HR im Nachhinein ergab. Man ist wohl eher Al Qaida-nah. Der junge Anwalt des Herrn Mahboob stellte den Inhalt einiger vorliegender Eidesstattlicher Versicherungen zu Vorgängen und Informanten in Frage. Er verwies auf eine angebliche Gepflogenheit bei der FAZ, wonach man Aussagen von Informanten bei einem Notar hinterlege. Auch wenn man die konkrete Praxis der FAZ nicht kennt und das vielleicht bei Wirtschafts- oder Strafprozessen vorkommen mag, darf bezweifelt werden, dass dies tägliche Absicherung darstellt. Gerade in sicherheitsrelevanten Bereichen wie Organisierter Kriminalität oder Extremismus muss man oft froh sein, wenn Informanten überhaupt mit einem Medienvertreter sprechen. Ihn dann auch noch zum Notargang zu bewegen, ist in diesem Bereich wenig aussichtsreich. Es ist der Erfahrung des Journalisten überlassen, wie glaubwürdig eine Schilderung oder eine Person ist. Da sind die Absicherungen über eine zweite oder dritte Quelle oder weitere Indizien wertvoll und oft notwendig. Von diesem Prinzip weicht man selten ab.

Im vorliegenden Fall wurden Stellungnahmen und Einschätzungen von Staats- und Verfassungsschutz eingeholt, die auch weitere Grundlage der Berichte waren. Ermittlungen im Umfeld zum § 89 a wurden bestätigt und auch, dass die Einnahmen des „iwok“ wohl auch für Straftaten genutzt wurden*.

https://dejure.org/gesetze/StGB/89a.html

Das ist ein sehr erheblicher Vorwurf.

Aus der Kammer, die mit drei Richtern besetzt war, kam die Nachfrage an den HR, warum man den „Hauptimam“ der Baraat-Moschee nicht befragt habe. Dieser Hauptimam spielt jedoch wohl keine größere Rolle und er war wohl auch nicht das direkte Ziel der journalistischen und behördlichen Ermittlungen. Die Radikalisierungen fanden nach HR-Darstellung in den Unterrichten von Herrn Mahboob statt. Auch habe es schon 2014 von Hanauer Lehrern Befürchtungen und Hinweise gegeben.

Kläger und Beklagte kamen nicht überein, zu unterschiedlich waren die Sichten und Darstellungen.

Das juristische Tauziehen wurde nur von wenigen Zuschauern verfolgt. Einer sah aus wie Herr Mahboob. Der Anwalt hatte nicht darauf hingewiesen, dass sein Mandant anwesend sei, und so bleibt die Identität fraglich, denn der Mann war rasiert. Der Bart aus dem SAT1-Video könnte jedoch einfach mittlerweile ab sein. Natürlich muss ein Anwalt nicht auf die Anwesenheit seines Mandanten hinweisen, das steht ihm frei. Für Rückfragen des Gerichts wäre es jedoch vielleicht interessant gewesen, wenn auch nicht unbedingt für die Forderung von Herrn Mahboob förderlich.

Die Entscheidung der Kammer wird in 3 Wochen erwartet.

* Das wurde in der öffentlichen Verhandlung jedoch nicht weiter ausgeführt, da es sich um eine Zivilkammer handelte, die Strafsachen, die nicht im direkten Zusammenhang stehen, nicht einbezieht.

Wer sich eingehender informieren möchte lese das Protokoll des Innenausschusses des Hessischen Landtages:

Klicke, um auf 48b975ca-5bbe-4162-987d-5702184e3734,11111111-1111-1111-1111-111111111111.pdf zuzugreifen

Osmanische Eroberungsträume

Über die sich aktuell strukturierende türkisch dominierte Gruppierung „Osmanen Germany“ war schon berichtet worden:

https://vunv1863.wordpress.com/2015/08/31/boxen-fuer-den-sultan/

In Frankfurt fand vor einigen Tagen ein Treffen statt, das die Größe der bereits aufgebauten Struktur erahnen lässt:

 

 

Hier noch ein Bild eines Treffens möglicherweise nur des „Chapter Frankfurt“ im September bzw. im September hochgeladen:

 

Osmanen Frankfurt Treffen Sep 15

Treffen der „Osmanen Germany“, vermutlich „Chapter Frankfurt“, hochgeladen Sept. 2015, Quelle: https://www.facebook.com/photo.php?fbid=10205929728875783&set=a.1598838664307.77060.1636244439&type=1&theater

 

Aus anderen Städten gibt es ähnliche Bilder.

Die künstlerische Umsetzung der Ambitionen ist mehrdeutig. Einige Interpretationen sind nicht so recht beruhigend:

 

Osmanen Germany Bild Deutschland 150908

Bild OG Deutschlandkarte Quelle: https://www.facebook.com/780463712076422/p

 

Wie man sich inhaltlich so positioniert, mag u.a. ein Link zu einer beworbenen Veranstaltung morgen in Frankfurt illustrieren:

https://www.facebook.com/events/388634221336527/

Das wird eine Demo von Nationalisten, die die Opfer bei Armee und Polizei beklagen und sich mit dem System Erdogan solidarisieren.

So recht passt das alles nicht zu einer Selbstdarstellung auf einer assoziierten Seite:

In einem Rapp, der die Ziele der „Osmanen Germany“ darstellen soll, wird es dann noch etwas expliziter:

 

 

Da wird das „osmanische Blut“ beschworen.

Die Zahl 1453, die mehrfach erwähnt wird, ist ein besonderes Datum, nämlich die Eroberung Konstantinopels:

https://de.wikipedia.org/wiki/Eroberung_von_Konstantinopel_(1453)

Da geht es also, wie bereits vermutet, nicht nur um Körperertüchtigung, sondern da wird mit dem Sport auch mindestens ein gerüttelt Maß türkischer Nationalismus und Imperialismus transportiert. Man sollte sorgfältig beobachten, in welche Richtung sich das entwickelt.