Was gehen uns die Muslime an?

Das fragt sich Abou Nagie in einem aktuellen Video* zur Flüchtlingsfrage, wohl in Reaktion auf die breite Berichterstattung zu „Medizin mit Herz“:

 

 

 

Nun, Herr Nagie, für „uns“ sind Menschen zunächst Menschen. Dann kommt ganz lange gar nichts. Dann kommen vielleicht natürliche Kategorien wie Mann, Frau, alt, jung, die auch eine besondere Fürsorge begründen können. Dann vielleicht andere, von dem Menschen (meist) selbst gewählte Identitätsaspekte, von denen EINER Religion sein mag. Oder auch nicht.

Insofern kümmert „uns“ an diesen Muslimen, dass sie Hilfe benötigen und dass sie aber auch sehen, dass diese Hilfe nicht vom Himmel fällt oder selbstverständlich ist, sondern von Menschen gewollt und bewerkstelligt ist. Nämlich von „uns“.

Wenn ein Herr Abou Nagie meint, „wir“ kümmern uns um Obdach, Nahrung, Krankenversorgung, Bildung und er und seine Gesinnungsgenossen können dann trotzdem unter diesen Personen „wildern“ und sie gegen „uns“ so aufhetzen, wie er selber gegen diese Gesellschaft eingestellt ist, die auch ihn schon (wahrscheinlich unberechtigt!) alimentierte, dann irrt er. Das werden „wir“ nicht dulden, dass „wir“ für Menschen sorgen, damit sie in aller Ruhe und in „unserer“ Geborgenheit menschen- und verfassungsfeindliche Gegengesellschaften aufbauen können.

Ja, sie bleiben frei in ihrer Meinung und auch ja, konkrete Dankbarkeit ist nicht geschuldet. Aber sie wäre schön und genau da haken sie ein, Herr Nagie. Sie vergiften das Klima zwischen Gast und Gastgeber, zwischen temporärem oder dauerhaftem Einwanderer und der Gemeinschaft der Residierenden, machen klar, dass SIE zunächst die Religion eines Menschen sehen und nicht sein Menschsein. Nur ein Muslim ist ein vollwertiger Mensch in ihrer Sicht und sie treiben da einen erheblichen Keil in die Gesellschaft hinein: Wenn „uns“ diese, angeblich „ihre“ Muslime nichts angingen, weshalb sollten „wir“ dann für sie sorgen? Wir sorgen für sie, weil wir eben meinen, dass sie uns als Menschen angehen. Wenn man zuzieht, um nur die Annehmlichkeiten dieser Gesellschaft zu genießen, aber nicht bereit ist, ihre Regeln zu lernen und zu respektieren, dann wird man nicht dauerhaft miteinander auskommen können. Gesellschaft bilden wir alle und es ist nicht hinnehmbar dass Menschen, kaum angekommen, in salafistische Netzwerke hineingezogen werden.

Diese Suppe werden „wir“ ihnen also versalzen, Herr Nagie.
Diese Gesellschaft wird die neuen temporären oder dauerhaften Mitbürger vor ihnen und Kumpanen zu schützen suchen. Sie wird dabei ihr Bestes geben. Für unser aller Gemeinwesen. Für eine friedliche gemeinsame Zukunft. Frei, nicht totalitär.

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* Man beachte die Zahl der Aufrufe.

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