Pierre Vogels neue Gemütlichkeit

Pierre Vogel beklagt in einer aktuellen Stellungnahme wortreich, dass er „seit 10 Jahren unter Beobachtung“ stehe, diese aber so grundlos oder alternativ erfolglos sei, dass er immer noch auf freiem Fuß sei:

 

Seit einiger Zeit sind die öffentlichen Veranstaltungen von Vogel schwächer besucht. Auf Kundgebungen werden regelhaft weniger Personen gezählt, als angekündigt.
In Moscheen und Kulturvereinen bestehen zu Recht Bedenken, ihn einzuladen. Trotzdem hat er bei Facebook über 116.000 Anhänger (der Rest sind sicher Personen, die aus dem einen oder anderen Grund wissen möchten, was er so verbreitet). Die Beobachtung scheint etwas zu behindern, ja. Und auch – metaphorisch – die PS, die er auf die Strasse bringt, scheinen weniger zu werden.

Vor einiger Zeit ist er daher auf das alternative Konzept „Wohnungs-Dawa“ gekommen, also eher konspirative Treffen in kleinerem Kreis in der Wohnung von verlässlichen Brüdern mit genügend Platz. Die Besucherangaben schwanken bei solchen Events meist von 30-60. Dabei scheint ein gewisser Aufschlag zu sein, die Hälfte kommt wohl der Wahrheit näher. Der Herr Vogel erklärt den Wechsel auf die Kleinkunstbühne selber allerdings so:

 

 

Vogel vertritt damit als eine weitere zentrale Figur der Szene neben Krass, Lau und Selmani, dass man Dawa, also die Mission, auch schon mit wenig Wissen betreiben könne. Das läuft auf die „Dawa-Schulung“ a la Krass hinaus. Ganz nebenbei empfiehlt er ein Werk von Bilal Philips, einem bekannten extremen Hassprediger; da muss man die problematischen Inhalten nicht mehr selber aussprechen. Überraschend weist er auf eines über Zauberei (!) hin.

Natürlich ist in Privatwohnungen die Wahrscheinlichkeit geringer, auch nur irgendwie belauscht zu werden. Die Aktionsform hätte einen konspirativen Charakter, selbst wenn man gar nicht konspirativ zugange wäre. Mit neuer Gemütlichkeit hat das allerdings auch wenig zu tun, sondern mit u.a. dem Umstand, dass man mittlerweile wie andere Verfassungsgegner auch, Gegenwind aus der Bürgergesellschaft (und auch manchem Muslim!) bekommt. Mancher Verantsaltungsort ging zwischen Planung und Durchführung doch noch abhanden. Vielleicht auch ein wenig damit, dass man den etwas geschwundenen Nimbus und die Zugkraft nun mit dem Lob der Klein-Dawa hübsch wegerklären kann. Das Fuchs- und Trauben-Szenario.

Es bestehen überdies jedoch Zweifel, ob die Schritte von Vogel und Lau beispielsweise wirklich mit der beschriebenen, vielmehr vermuteten Beobachtungsdichte bedacht werden. Das Dargestellte entspricht entweder einer leichten Paranoia oder dient dazu, die Anhänger davon zu überzeugen, dass man ganz harmlos sei, normaler Muslim eben, den „die platt zu machen“ suchen. Nun enthält der Herr Vogel seinen Anhängern vor, dass jede Art von Beobachtung der persönlichen Art vielfach genehmigt werden muss. „Einfach so“ aus reinem Verfolgungs- und Strafeifer geht das nicht, das unterliegt den normalen Regeln im Rechtsstaat. Vielleicht sollte der Herr Vogel sich da wenigstens selber mal schlau machen.

Zum Schluss noch einmal der Herr Vogel selber, aus seiner obigen Einlassung:

„Wie man es auch dreht und wendet, es gibt nicht nur keinen Beweis dafür, dass diese Anschuldigungen nicht stimmen…“

Da ist man doch geneigt, ihm beizupflichten.

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