Mittendrin, doch nicht dabei

Die Kinder der Gegengesellschaften

In einigen Gebieten Deutschlands, manchem Ballungsraum bestehen seit langem Parallelgesellschaften. Oft sind sie nach den Herkunftsgesellschaften bzw. Herkunftsländern organisiert. Türkische, marokkanische, pakistanische Communities, die familiär möglichst unter sich bleiben (Heiratsschranken) und auch sonst den Außenkontakt auf das beruflich, behördlich oder wirtschaftlich Notwendige beschränken. Segregation findet statt und in Vierteln, in denen genügend kritische Masse erreicht wird, wird auch die soziale Kontrolle nach den dort Lebenden ausgerichtet. Im Zuge des Wiedererstarkens bzw. einer zunehmenden Hinwendung zu religiösen Normen bedeutet dies mancherorts eine Verfestigung dieser Strukturen. Traf früher ein möglicherweise vorhandener Konservatismus auf die Zukunftshoffnung und Verheißung, der „Westen“ sei das Ziel der Moderne, westliche Lebensart verspreche mehr Wohlstand, wurde Bildung höher bewertet, so hat sich dies bei nicht wenigen Personen in einigen Communities gewandelt. Der „Westen“ ist nunmehr der große Shaytan bei so einigen, die Zukunftshoffnung scheint trotz aller Konsumfreude inhaltsleer geworden. Statt neuer Werte besinnt man sich auf alte Normen.

Diese antiwestliche Haltung, die im Grunde oft eine antiamerkanische und antiisraelische ist, wird zunehmend hoffähig, eint auch über die Ländergrenzen hinweg. Die religiöse Rückbesinnung in den Herkunftsländern bleibt nicht ohne Folgen auch hierzulande. Parallel geht eine Ablehnung westlicher Medien einher. Der Satellit macht es möglich, die oftmals sehr einseitige Medienlandschaft des Herkunftslandes, die meist stark religiös durchwoben ist, ins deutsche Wohnzimmer zu holen. Türkische und arabische Sender? Kein Problem. Auch die Kinderprogramme.

Bei MEMRI, dem Middle East Media Research Institute, werden Programme, Berichte und Artikel analysiert.

Eine erhellende Auswahl indoktrinierender Kindersendungen ist hier zusammengestellt:

http://www.memritv.org/subject/en/178.htm

Da werden Kinder gezeigt, die fröhlich über ihren Märtyrertod singen und riesige Biene Majas preisen das Schlagen und Steinewerfen auf Juden.

Es gibt islamistische Kinderbücher und verschleierte Ankleidepuppen..

Wurde da vor Jahren noch über die Schule aufgefangen, so misslingt das nicht selten: Die peer groups sind in manchen Ballungsräumen so zusammengesetzt, dass auch dort eine soziale Kontrolle ausgeübt wird. Kinder liberaler Eltern haben es zunehmend schwerer, sich dem zu entziehen unabhängig von der Herkunftsnation.

In diesem Milieu fallen auch Kinder von extremen Eltern weniger auf. Da manche Themen bereits von einigen Lehrern ausgespart werden, um „Unruhe“ zu vermeiden, fallen die extremen und menschenverachtenden Haltungen oft nicht auf. Wer nicht über Israel spricht im Unterricht, wird „du Jude“ allenfalls als Schimpfwort (!) auf dem Schulhof hören. Wer keine Pressebeetrachtungen zu manchen kritischen Themen mehr macht, wird nicht bemerken, dass sich bei relevanten Anteilen der Kinder bereits menschenverachtende Haltungen vorfinden. Das fällt oftmals nicht einmal bei Projekten wie „Schule gegen Rassismus“ auf, denn gegen rechts ist man sich einig, ein muslimischer Opferdiskurs wird in diesen Kontext gestellt. Die eigenen judenfeindlichen Ressentiments und manche Haltung zu Atheisten kommen da nicht vor bzw. bleiben oft (nicht immer!) unbearbeitet. Eine göttliche Weisung – bei den wörtlich nehmenden radikaleren Islamisten – fällt nicht unter das Schema eines menschenverantworteten Rassismus sondern ist im Binnenkonsens einfach göttliche Zuschreibung und damit „die Wahrheit“. Die geht locker über die Lippen und wird nicht reflektiert. Man erinnere sich nur an die Schüler in Frankreich, die nach dem Charlie Hebdo Attentat nicht die Schweigeminute einhalten wollten. All das sind Kinder, die hier in Europa die Schulen durchlaufen. Man kann ihnen auch hier in Frankfurt auf der Strasse begegnen. Sie fallen nicht auf; nur wenn kritische Worte gezeigt werden, zeigen sich diese Haltungen (sie fallen manchmal auch engagierteren Lehrern auf). Wenn man auf Bildungsangebote der Bundeszentrale politische Bildung verweist, hört man nicht selten, dass das als Quelle ganz untauglich ist, denn die Quelle sei ja „ungläubig“. An diese Kinder kommt man also bereits in jungen Jahren kaum noch heran, wenn es um bestimmte Themen, bestimmte Inhalte geht. Die Eltern, die ihre Kinder so erziehen, handeln oftmals praktisch: Sie geben ihre Haltungen nicht preis, weil sie Nachteile befürchten. Allenfalls sieht man nur den Vater in der Schulsprechstunde, der dann dort auch der Lehrerin nicht die Hand geben mag. Man sieht es oftmals nur, wenn Mädchen immer früher islamisch gekleidet sind.

All dies ist aus anderen Ländern bereits bekannt und auch wir hier werden uns damit befassen müssen. Zusätzlich werden Kinder, die aktuell in Klassen eingegliedert werden, möglicherweise die aus den Herkunftsländern mitgebrachte antisemitische Haltung einbringen. Die Sorgen so mancher jüdischer Gemeinde erscheinen da nicht unbegründet.

An Bilder wie diese aus Israel werden auch wir hier uns mittelfristig gewöhnen müssen. Radikale Eltern senden ihre verhetzten Kinder aus, um Ordnungshüter oder Soldaten zu provozieren und propagandistisch ausschlachtbare Bilder zu erhalten:

 

 

Wenn Kinder bei Eltern aufwachsen, die sie totalitär vorprägen, greifen die gängigen Präventionsprogramme – so es sie lokal gibt – nicht. Auf diese Altersgruppe ist man schlicht nicht eingestellt. Sieht man sich die aktuell vorliegenden spärlichen Zahlen an, so sind etwa 10 % der Jugendlichen über ihre Familien in die Radikalisierung geraten.

In Australien ist man gegenwärtig bestürzt darüber, dass man schon einen 12 Jährigen unter Beobachtung stellen muss:

http://www.theguardian.com/australia-news/2015/oct/15/police-monitoring-12-year-old-boy-suspected-terrorist-activity

Das alles passt nicht zu unserem Konzept von Kindheit. Die Biene Maja ist hier friedlich und freundlich und keine Mörderbiene. Kinder sind dazu da, um sich an ihnen zu erfreuen und in ihnen seine eigene Fortschreibung in die Zukunft zu sehen. Kinder werden nicht maximal instrumentalisiert und sind nicht zur Bewährung da, zur Demonstration von Gottesfurcht in Jenseitshoffnung. Das ist alles nicht schön. Trotzdem müssen wir uns auch diesem Teilaspekt der Realität stellen.

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