Paternalistischer Rassismus

Aktuell soll „der Bundesfreiwilligendienst 10.000 zusätzliche Stellen erhalten, die vor allem für die Flüchtlingsarbeit genutzt werden sollen. Ein Teil davon soll mit Mitgliedern aus Moscheegemeinden besetzt werden, damit sie sozusagen als „Kulturdolmetscher“ fungieren können, wie Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) sich ausdrückt: „Wir brauchen die Muslime, um die Integration voranzubringen.“

http://m.welt.de/politik/deutschland/article148699727/Integration-in-die-Parallelgesellschaft.html

Warum braucht man Muslime, um Muslime zu integrieren? Sollte da nicht die Sprachkenntnis genügen? Wäre darüber hinaus nicht sinnvoll, dass die beauftragten Kulturdolmetscher und Integrationslotsen selber nicht nur „integriert“ sind im Sinne von irgendwie wohnhaft, sondern auch deutlich auf dem Boden der FDGO stehend?

Die Not politischer Akteure, Ansprechpartner zu finden aus den Regionen, aus denen die Flüchtlinge stammen, ist bekannt. Aber schon die nicht ergebnisoffene Herangehensweise – müssen Muslime tatsächlich durch MUSLIME angesprochen werden, wenn es um Integration geht – zeigt grundlegende Logikdefizite. Nicht in das Freitagsgebet soll eingeführt werden, sondern in die Gesellschaft soll integriert werden und in der bundesdeutschen Gesellschaft spielt die Religion nun mal im Alltag eine geringe Rolle. Beim Ansehen eines anderen Menschen darf sie GAR KEINE Rolle spielen. Diese Herangehensweise zeigt deutlich die Wirkung und die Handschrift von Lobbyisten. Das sind – das muss man leider sagen – die Lobbyisten nicht säkularer Kräfte, sondern solche, die selber noch erhebliche, aber eher heimliche Integrationsdefizite haben. Nämlich dann, wenn es um das Primat der FDGO über religiöse Regeln geht. Nämlich dann, wenn es um gleiche Rechte von Mann und Frau geht.

 

Selber solches Personal suchen ist erst mal teurer, aber verhindert deutlich Schlimmeres, nämlich die Möglichkeit, dass mit höherer Wahrscheinlichkeit die Integration in eine Parallel- schlimmstenfalls sogar in eine Gegengesellschaft erfolgt.

Dass diese Befürchtung nicht unbegründet ist, zeigen die Namen, die kursieren, auf. Nämlich z.B. die DITIB, der Zentralrat der Muslime, der Islamrat und der Verband der Islamischen Kulturzentren. Da sind also Akteure dabei, die z.B. eine Tarnorganisation der „Grauen Wölfe“ in der Mitgliederliste haben oder die Muslimbrüder. Beides sind Organisationen, die vom Verfassungsschutz zu Recht beobachtet werden. Oder die türkische Religionsbehörde, Filiale Deutschland. Ob so gelotste Flüchtlinge auf Sicht Pressefreiheit akzeptieren lernen oder gleiche Frauenrechte, die von den genannten Organisationen, erst recht aber von nicht wenigen Mitgliedern selber kritisch bis ungern gesehen werden? Das darf bezweifelt werden.

Das wird so viel eher, sollte es so ablaufen, staatlich unterstützte Segregation. Segregation mit INTEGRATIONSmitteln. An den entsprechenden Strukturen, um Gegengesellschaft aufzubauen, wird unter dem Deckmantel der Partizipation schon fleißig gearbeitet, so dass nicht nur soziale, sondern wirtschaftliche Gegengesellschaft aus- und aufgebaut wird. Da kommt die aktuelle Not gerade recht. In diese Gegengesellschaften fließen zunehmend (auch öffentliche!) Mittel ein – und bleiben da in gewisser Weise (ein Teil geht ins Ausland). Es wird soziale und wirtschaftliche Gegenmacht aufgebaut, die sich bald auch in noch weitergehender politischer Macht (schon die „Drohung“ genügt aktuell bei einigen politischen Akteuren, dabei wird es NICHT bleiben!) spiegeln und erhebliche und bleibende Probleme verursachen wird. Es lebe die segregierte Ummah-Wirtschaft, -Bildungssystem usw. Doppelte Buchführung überall da, wo Differenzen bestehen, aber nicht ausgetragen werden können. Bis sie ausgetragen werden können. Manche dieser Probleme werden wir vielleicht auf lange Sicht gar nicht mehr beheben können, ohne unsere Gesellschaft *auch* zu beschädigen. Unsere Entscheider unterschätzen fatal die Macht und die Konsequenz des Totalitarismus, denn die Grenzen zwischen stark konservativ, fundamentalistisch und totalitär sind fließender, als man es sich wünschen könnte. Die Protagonisten vermeiden es auch meist peinlich, Grenzen zu ziehen. Lieber wird Sprachkosmetik betrieben („es gibt keinen Islamismus, nur Terrorismus und Islam, der damit nichts zu tun hat“, sinngemäß A. Mazyek). Vielleicht sogar, weil sie unsere Demokratie so überzeugend finden, übersehen das die aktuellen Entscheider, sie projizieren das und meinen, dass das Modell schon von alleine trage. Welche Hybris! Sie verkennen erheblich den narzistischen Gewinn, der von einem subjektiven Elite-Gedanken ausgeht.

In diese Formen von Gegengesellschaften und Parallelgesellschaften brauchen wir als Gesellschaft also mitnichten einen Zulauf. Das „lernt nur von Muslimen“ wäre im Grunde kaum weniger rassistisch als das „kauft nicht bei Juden“, denn es hieße ja: „Lernt nicht von Nicht-Muslimen!“. Wer meint, zuwandernden Muslimen vornehmlich nur Muslime als Lotsen vorsetzen zu können, spielt entweder das Zuwachs-Spiel der Lobby-Gruppen mit oder er denkt von Muslimen schon so, als ob sie nur von Muslimen zu lernen bereit seien. Er verkennt den Anteil Muslime, die sich in muslimischen Gesellschaften nur so nennen, weil sie Repressionen fürchteten. Er verkennt den Anteil derer, die – wüssten sie es – ganz sicher nichts mit Muslimbrüdern oder ultra-orthodoxen türkischen Nationalisten zu tun haben wollten. Er hat ein Bild von Muslimen als Gruppe – stereotyp.

Ahmad Mansur nennt dies im obigen Artikel einen „Jahrhundertfehler“. Wenn das mal reicht.

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Nachtrag: Eigentlich halte ich den Rassismus-Begriff für religiöse Zuordnungen für nicht anwendbar. In Ermangelung eines besseren Begriffs sei dieser noch einmal gewählt.

Die Wiederkehr der „Schwarzen Pädagogik“

Kindheit und Kindsein verbinden die meisten mit Frische, Naivität und Unschuld. Der Ausruf „Kinder an die Macht!“ ist die Erhebung dieser Vorstellungen zum Ideal einer gerechteren Welt, in der jeder Mensch so gesehen wird wie er ist ohne schlechte Absicht, Vorurteil oder Täuschung. Dahinter steht der Gedanke, dass Menschen von Natur aus gut, sanft und gerecht seien, dass Erziehung diesen im Grunde perfekten Menschen verderbe: Der kleine Adam wird aus dem Paradies freundlicher Naivität vertrieben.

Nun wird jeder, der mit real existierenden Kindern zu tun hat, wissen, dass Erziehung eine harte Arbeit sein kann. So manchem Kind hilft nicht alleine das Vorbild, sondern es sind Regeln nötig, damit das Zusammenleben funktionieren kann. Jetzt und später, wenn er aus dem elterlichen Haus unter andere Menschen kommt. Wer mit einem Ideal des perfekten Urzustandes an Erziehung geht, wird manchmal verzweifeln, wenn der kleine Einstein partout nicht lernen oder der kleine Gandhi den Nachbarsjungen hauen will.

Die meisten Kinder machen Phasen durch, in denen scheinbar wenig bis gar nichts voran geht in der Erziehung – Abgrenzung vs. Annäherung, Austesten von Grenzen etc. Erziehung heißt da auch Geduld haben und mit Vorbild, aber auch Grenzen die Weichen zu stellen. Das ist individuell recht verschieden und doch ähnlich: Die Art, wie sich Sozialverhalten entwickelt ist biologisch und entwicklungspsychologsich begründet, aber auch Spiegel der familiären Erlebnisse und anderer Einflüsse.

Familien können nun unterschiedlich hinsichtlich der Binnenkonstellation und dem Binnenverhalten sein: Sind Vater und Mutter intellektuell und von der sozialen und finanziellen „Macht“ her auf Augenhöhe oder unterschiedlich, wie gehen die Eltern miteinander um, wie wird Dissens in der Familie geregelt oder ertragen, wird das Kind in seiner Person geachtet?

Neben dem Einfluss der Grundkonstellationen gibt es auch Erziehungsstile. Autoritär – antiautoritär, repressiv – auf Überzeugung bauend, egalitär – antiegalitär z.B. um nur einige Sichten zu nennen. Autoritäre und repressive Erziehungsstile zeichnen sich auch durch eine starke Polarisierung aus erlaubt vs. verboten. Das hat erhebliche Folgen auch für das Diskussionsverhalten: Wer nur erlaubt und verboten kennt und Liebe oder Hass, neigt nicht zum Aushandeln und Diskutieren, sondern denkt schon in polarisierenden Regeln, die Zwischentöne fehlen. Das schafft oftmals Probleme schon bei der affektiven Kontrolle, erzeugt auf jeden Fall eine erhebliche kognitive Dissonanz, sofern „verbotene“ Inhalte gedacht, diskutiert oder umgesetzt werden sollen, die in einem anderen Kotext als erlaubt gelten. Sind widersprüchliche Regeln gleichzeitig vorhanden, so ist üblicherweise eine Abwägung möglich und nötig, die jedoch nicht immer geleistet werden kann. Eine kognitive Dissonanz führt nicht selten in Aggressivität. In der deutschen Pädagogik und auch der Elternerziehung ist der annehmende, diskursive Erziehungsstil durch Vorbild und positive Verstärkung positiv besetzt und wird gesellschaftlich propagiert. Das Kind ist nicht mehr Untertan und Objekt, sondern oftmals jüngerer Freund und seine Eigenständigkeit soll geachtet werden. Schlichte Unterordnung alleine (sie ist nötig bei Handlungen, die für das Kind wirklich gefährlich werden können) ist meist nicht mehr Ablauf und Ziel der Erziehung.

Grundkonstellationen

In Familien, die aus patriarchalen, traditionell orientierten Herkunftsgesellschaften kommen, wird häufiger als hier mittlerweile in der Mehrheitsgesellschaft üblich ein anderes Verständnis von Familie vorgelebt. Die Geschlechteraufgaben sind meist nicht frei ausgehandelt zwischen Mann und Frau, es gibt oftmals eine deutliche Hierarchie zugunsten der Männer und Gewalt spielt auch häufiger eine Rolle – zwischen den Geschlechtern aber auch in der Erziehung.

Beispielhaft – bei anderen patriarchalen Herkünften mag das zahlenmäßig ähnlich sein – sind 62 % der türkischen Männer der Meinung, Frauen zu züchtigen wäre statthaft:

http://www.welt.de/vermischtes/article115427763/Mehrheit-der-Tuerken-ist-fuer-Gewalt-gegen-Frauen.html

Zum Vergleich einmal China mit ebenfalls patriarchaler Struktur/Denkweise „52 Prozent würden Gewalt anwenden, um ihre Ehre zu verteidigen“:

http://german.china.org.cn/china/2013-12/18/content_30932542.htm

Zum deutschen Vergleich ist Gewalt quer durch alle Schichten und Herkünfte in D ein familiäres Problem, hier geht aber auch – erstaunlicherweise – in relevanter Zahl von Frauen Gewalt gegen Männer aus. Wie sich das in anderen Ländern verhält, bleibt Spekulationen überlassen.

Kinder werden in etwa 40 % der Familien in Deutschland allgemein gezüchtigt, wenn auch gelegentlich und mit schlechtem Gewissen:

http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/umfrage-in-deutschland-fast-die-haelfte-der-eltern-schlaegt-ihre-kinder-a-820836.html

Das schlechte Gewissen muss man bei Personen, die schon Frauenschlagen für statthaft halten, bei Kindern noch weniger annehmen.

Bei Eltern aus patriarchalen Herkünften – seien diese nun geographisch Pakistan, der Türkei, Marokko oder anderen Staaten zuzordnen, finden sich wesentlich häufiger autoritäre Erziehungsstile:

Klicke, um auf 3_lebenswelt-familie.pdf zuzugreifen

Kinder im Alter von 8-10 Jahren sind noch weniger durch peer groups beeinflust denn durch die Vorprägungen aus dem Elternhaus. In der Vorpubertät findet eine Loslösung von diesen elterlichen Erziehungsmaßnahmen noch nicht im späteren Ausmaß statt, auch wenn diese Loslösung nicht immer mit einer kompletten Abkehr von den elterlich tradierten Haltungen verbunden sein muss. In manchen traditionellen Kontexten lösen sich Kinder kaum jemals völlig von der Familie; auch europäisch definiert persönliche Entscheidungen werden oft familiär entweder gebilligt oder verworfen. Erhebliche Anteile werden sowieso als Gewohnheiten behalten, lebenslang weniger hinterfragt und stellen einen relevanten Teil der gewachsenen Identität. Trotzdem nimmt der elterliche Einfluss ab, genauso wie die Schule versucht, auf Kinder Einfluss zu nehmen.

In Gesprächen mit Kindern werden diese verschiedenen Faktoren sichtbar: Kinder geben die anerzogenen Haltungen oftmals wieder, ohne die sozialen oder gar rechtlichen Konsequenzen abschätzen zu können. Sind sie in einer Gruppe gleichartig erzogener Kinder, erfolgt eine oft eine Bestätigung; auch problematische Inhalte können so als Gruppenkonsens ausgehandelt werden. Je autoritärer das gelernte Verhalten ist, um so eher wird das betreffende Kind auch seine Umgebung in autoritärer Weise zu beeinflussen suchen: Reflexion auch des eigenen Verhaltens ist weniger relevant als Unterwerfung. Wenn Gehorsam und Unterwerfung, notfalls durch physische Gewalt, gelernt wurden, wird versucht werden, Unterwerfung und nicht den egalitären Ansatz als Mittel der sozialen Kommunikation auszuüben. Kommen zu dieser Grundhaltung auch noch elitäre Selbstsichten und Aggressivität, wird dieses Verhalten oftmals schon in der Schule auffällig. In konservativen islamischen Kreisen wird den Kindern meist ein hierarchisches Weltbild vermittelt. Das ist manchmal primitiv dualistisch, manchmal differenzierter.

Wie problembehaftet manche tradierte Sicht ist, zeigt sich jedoch oft erst bei Konfrontation mit einer abweichenden Meinung. Interessant dazu ist der Film „Kampf im Klassenzimmer“ von u.a. Güner Balci.

Ersatz der Eltern durch das Kollektiv: Das Ummah-Prinzip

Bei dem männlichen Teil der Kinder tritt hinzu, dass oftmals die Beschneidung bewußt erlebt bzw. durchlitten wird. Da subjektiv (und objektiv) dem Kind erhebliche Schmerzen, oftmals ohne Betäubung, zugefügt werden, ist der erste und völlig natürliche Antrieb, dass das Kind sich dem entziehen möchte. Es muss jedoch auf traumatische Weise erfahren, dass selbst die Eltern nicht helfen, dieses vielmehr meist fordern und seine Schmerzen sogar feiern. Es erlebt, dass sein individueller Wille nichts ist und der Wille dieses feiernden Kollektivs (die Familie wird oft größer eingeladen) alles, dass selbst seine körperliche Unversehrtheit wenig zählt neben dem Willen dieses Kollektivs. Das kann als maximale Unterwerfung, als Zerstörungstrauma des Urvertrauens in den Schutz durch die Eltern gesehen werden. Das Kind muss sich – wie die Eltern – dem kollektiven Willen unterwerfen. Diese psychische Grenzerfahrung wird häufig verdrängt oder umgedeutet, ist jedoch für das Selbstverständnis und die Identitätsbildung nicht zu unterschätzen. Wer erlebt hat, dass sich alle Menschen, sogar die nächsten, denen man vertraute, unterwarfen, wird auch eher annehmen, dass auch alle anderen Menschen sich einem kollektiven Willen unterwerfen müssten, sei es aus Spiegelung oder autoritärer Haltung.

In der Identitätsfindung spielt auch Identifikation eine erhebliche Rolle. Tritt der Vater strafend auf und autoritär, kann auch diese Grundkonstellation abstrahiert werden.

Ist eine Gruppe wenig individualistisch, sondern mehr kollektivistisch orientiert, kann somit die Elternfunktion teilweise übertragen werden: Die Gruppe und ein potentielles Gruppenkonzept treten an die Stelle der Eltern, das Individuum verbleibt bei unbearbeitetem Trauma und mangelnder Loslösung in einer abhängigen eigenen Geisteshaltung. Das Selbstkonzept bleibt fragil und vom Kollektiv abhängig, etwas, das gerne mit „Ehre“ umschrieben wird (im Balci-Film gut sichtbar wie der befragte junge Mann gar nicht wusste, was damit eigentlich gemeint ist). Im Falle islamistischer Erziehung könnte man die völlige Ersetzung der Eltern annehmen. Der strafende Vater wird durch das Konzept eines strafenden Gottes ersetzt, die kontrollierende aber zugleich nährende Mutter durch das diffuse Kollektiv, die Ummah. Es bleibt in gewisser Weise also eine Individualisierung europäischen Zuschnitts aus, das Individuum bleibt im Grunde abhängig.

Diese Prägung ist schwer zu durchbrechen, da die Emanzipation von dieser Elternersatzfunktion nicht nur angstbesetzt, sonder auch real gefährlich ist. Die soziale Totalnichtung droht und der „strafende Vater“ kann ganz real werden, indem sich einige darüber vereinbaren, dass der Abweichler sterben muss. In nicht wenigen islamistischen Gesellschaften ist so etwas häufig vorzufinden.

All dies erinnert nicht nur an die „schwarze Pädagogik“, es ist nahezu in Handlungen und psychischen Auswirkungen identisch mit diesem Konzept bzw. der Zusammenschau der Merkmale dieses Erziehungsstils.

https://de.wikipedia.org/wiki/Schwarze_P%C3%A4dagogik

Zusätzliche Brisanz erhält dies durch die spirituelle Überhöhung, die Legitimation durch einen fundamentalen Glauben (der den Erziehungsstil auch bei den anderen Religionen virulent macht). Das immunisiert das Konzept gegen die Diskussion.

Mit kommenden Elterngenerationen wird man über diese Konzepte jedoch sprechen müssen, sofern man die Chance dazu erhält. Diese Diskussion ist vor allem durch Menschen aussichtsreich, denen die Emanzipation gelang, ohne dass sie sich vom spirituellen Hintergrund lösten: Es bleibt der gemeinsame Ansatz, die Identifikationsmöglichkeit trotz individueller Wertung und Gewichtung, die Selbstbestimmung gegen das Kollektiv setzte.

 

Islamismus – Substrat und „Frucht“

Auch für breitere Kreise wird Islamismus mittlerweile als Extremismusform sichtbar und deshalb in der Öffentlichkeit häufiger diskutiert. In vielen deutschen Fußgängerzonen stehen Jungen, Jugendliche und Männer und betreiben Dawa, die islamische Mission, für LIES und andere, ähnliche Gruppierungen. Doch wie verhält sich dieser sichtbare Aspekt zu den anderen Teilen der muslimischen Community?

Geht man von den Zahlen aus, die von Rückkehrern bekannt wurden, dann haben sich etwa ein Viertel der Personen durch eine Gemeinde, oft bekannte salafistische Problem-Moscheen, radikalisiert, weitere 10 % durch die Familie.

VfS Analyse Ausgereiste 20140930

Das sind jedoch Bereiche, die weniger stark gesellschaftlich diskutiert werden. Über Problem-Einrichtungen wird gelegentlich berichtet. Über die Rolle familiärer Tradition ist mir kein Bericht bekannt.

Dr. Marwan Abou Taam meinte vor einiger Zeit, dass die vertretenen Inhalte in konservativen Kreisen zu etwa 90 % mit denen der Ideologie des Islamischen Staates übereinstimmten. Aiman Mazyek widersprach im Interview, in dem diese Zahl genannt wurde, heftig. Leider wurde bei dieser Gelegenheit die Realität, nun, etwas gedehnt. Es handelt sich um die allgemeinen Glaubensgrundlagen, die in beiden Richtungen vermittelt werden. Dass der Koran-Text heilig sei beispielsweise, unabänderlich, allgültig und das direkte, wenn auch offenbarte Wort Gottes. De facto sind es sehr viel mehr als 90 %, denn Koran und Sunna werden von beiden Richtungen (und den meisten anderen auch; eine Ausnahme sind z.B. die „Nur-Koraner“) als verbindliche Quellen herangezogen und diese Quellen sind recht umfangreich. Es sind jedoch nur wenige Verse, die einmal wörtlich genommen werden und als persönlicher Auftrag verstanden und einmal als zeit- und situationsbedingt und nicht vorbildhaft eingeordnet werden. Durch die Strenge im Glauben und der Bindung an eine literalistische Lesart unterscheidet man sich, also im Maß an persönlicher Unterordnung und in welchem Maß die Religion das Leben beherrscht. Je weniger die fundamentalistisch ausgelegte Religion das Leben und die persönlichen Normen beeinflusst, desto besser läuft es in der Regel mit der demokratischen Gesellschaft, ihren Einrichtungen bzw. Angeboten und mit den Andersgläubigen.

Eine Studie aus 2013, einer Auswertung, „in sechs europäischen Ländern – Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, Belgien, Österreich und Schweden – stellt erstmals eine solide empirische Basis zur Beantwortung dieser Fragen bereit. 2008 wurden 9.000 Personen mit türkischem oder marokkanischem Migrationshintergrund und eine einheimische Vergleichsgruppe befragt“ :

Fast 60 Prozent stimmen der Aussage zu, dass Muslime zu den Wurzeln des Islam zurückkehren sollten; 75 Prozent meinen, dass nur eine Auslegung des Korans möglich ist, an die sich alle Muslime halten sollten; und 65 Prozent sagen, dass ihnen religiöse Regeln wichtiger sind als die Gesetze des Landes, in dem sie leben. Durchgängig fundamentalistische Überzeugungen mit der Zustimmung zu allen drei Aussagen finden sich bei 44 Prozent der befragten Muslime.

Und konkret in Deutschland:

30 Prozent der Befragten stimmen allen drei Aussagen zu. Vergleiche mit anderen deutschen Studien zeigen bemerkenswert ähnliche Ergebnisse auf. So stimmten 2007 in der Studie „Muslime in Deutschland“ 47 Prozent der befragten deutschen Muslime der Aussage zu, das Befolgen der Regeln der eigenen Religion sei wichtiger als die Demokratie, genauso viele, wie der Anteil jener in unserer Studie, die meinten, dass die Regeln des Koran wichtiger sind als die deutschen Gesetze.

https://www.wzb.eu/sites/default/files/u252/s21-25_koopmans.pdf

 

 

Mycel

Wachstum von Mycel des Austernpilzes mit Fruchtkörper Bild: Engl. WP, Tobi Kellner

 

Das heißt auch, dass nur ein Viertel der in Europa lebenden Muslime im Grunde anerkennt, dass es überhaupt verschiedene Lesarten geben kann (ein Problem zum Beispiel für die Ahmadiyya, deren Anerkennung aber wegen noch anderer theologischer Differenzen noch geringer sein dürfte; anerkannt sein dürften sie nur bei klar säkularen Muslimen). Die Personen, die diese 75 % (in Europa) ausmachen, gehören auch verschiedenen Strömungen an; erkennt man nur eine, die eigene, an, ist dies auch Quelle innerreligiöser Konflikte, sofern es sich zuspitzt in der Zukunft. Importierte religiöse Konflikte könnten bei entsprechender Grundhaltung hier aufflackern, wie schon zwischen Tschetschenen und anderen bereits geschehen. Bei dem genannten Viertel wird relevant sein, wie tolerant auch diese Teilgruppe ist und wo sie im Zweifelsfall ihre Loyalität und nicht nur die Bequemlichkeit sieht. Immerhin meinen fast 60 % der befragten Personen (in Europa), man müsse zu den Wurzeln des Islams zurückkehren. Das allerdings heißt Orientierung an den ersten 3 Generationen zur Zeit Mohammeds. Das heißt im Prinzip Rückbesinnung auf die Salafiyya.

Man mag sich somit zwar nicht Salafist nennen (den Begriff auch ablehnen bzw. für problematisch halten) und auch die ganz strenge Ausübung nicht für die persönliche Lebensgestaltung wählen, steht aber hinter wesentlichen Inhalten, wie dem Vorrang von menschlichen Gesetzen vor den religiösen, im Zweifelsfall nicht. Das ist das Fundament, der Boden, das Substrat.

Benutzt man einmal eine biologische Metapher, so wird dieses Substrat von verschiedenen Pilzen durchzogen, die auf dieser Grundhaltung wachsen: Die islamistischen Strömungen, die u.a. vom Verfassungsschutz beobachtet werden. In den Fußgängerzonen sehen wir dann sozusagen die Fruchtkörper, das was wir als „Pilz“ erst sehen. Alles andere ist unter dem Boden und kaum sichtbar (nur mit dem Mikroskop).

Das mag teilweise erklären, warum es die muslimischen Gemeinden und Kulturvereine – alleine Frankfurt hat 46 (!) – es seit 4 Jahren nicht schaffen, etwas der Strassen-Missionierung der LIES-Gruppierung entgegenzusetzen. Mir ist aus den 4 Jahren keine einzige muslimische Aktion bekannt (die Ahmadiyya, die selber und andere Strassen-Dawa machen und die bereits von dem Umfeld der LIES-Aktivisten mehrfach schwer angegangen wurde, einmal ausgenommen). Einzelne Verteilungen des Grundgesetzes mag ich da nicht mitrechnen; diese Aktionen richteten sich mehr an die Mehrheitsgesellschaft, weniger an Jugendliche aus der angesprochenen Klientel. Die Aktionen von 12.Memorize, so öffentlichkeitswirksam die zwei Aktionen waren, mag ich auch nicht zählen. Die waren gegen den IS – das ist im Grunde trivial, denn dessen Bilder sprechen für sich. Aber gegen die Strassenradikalisierung – Fehlanzeige. Nicht wenige Muslime meinen, damit nichts zu tun zu haben. Andere unterstützen wesentliche Inhalte und sehen den Gang in den Jihad als persönliche Entscheidung, die man ablehnen kann, gegen die man aber strukturell nichts machen könne (sehr häufig genannt auf der Strasse!). Das wäre doch deren Privatsache, wird verbreitet gemeint.

Etwa 80 % der Menschen, die dann in Syrien landen, sind Personen aus einem muslimischen Kontext, familiär mal mehr, mal weniger religiös. Mir erscheint es erschütternd, dass man sich um die Jugend da auf der Strasse nicht kümmern mag.

Ganz klar: Die Bereitschaft zur persönlichen Gewaltausübung ist davon zu trennen und auch, wie sehr man bereit ist, diese Normen tatsächlich umzusetzen. Konservativ heißt noch nicht fundamentalistisch und fundamentalisch noch nicht gewaltbereit. Die Übergänge sind jedoch fließender, als man sich das wünschen würde und die Trennschärfe werden wir als Gesellschaft erst noch breit einfordern müssen und zwar über Lippenbekenntnisse hinaus. Wenn Jugendliche mit einer faschistoiden Ideologie angefüttert werden, geht uns das alle an. [Man beachte auch die Zahlen in der Studie zur Judenfeindlichkeit.] Ein Teil geht nach Syrien, ja. Ein anderer Teil verbreitet diese Haltungen in der Schule und im Beruf. Auch da kann solche Menschenfeindlichkeit nicht hingenommen werden.

Beruhigen können diese Zahlen also nicht insbesondere im Kontext bekenntnisorientierten Islamunterrichts trotz der staatlichen Eingrenzungen. Nicht immer wird das Spannungsfeld zur FDGO dort mit bearbeitet. Familiäre Haltungen bleiben meist unhinterfragt, auch repressive Erziehung, „schwarze“ Pädagogik, totalitäre oder menschenfeindliche Ansichten. Da kommt es dann dazu, dass einem selbst Kinder auf der Strasse den Tod androhen, weil man „ungläubig“ sei. Die „Jugend- oder Popkultur“ ist also nur der aktuell gesellschaftlich und medial sichtbarste Teil.

Auf der Strasse zeigt sich dieses nämlich unmittelbar und ganz unverblümt. Sehr häufig werden die Aktivisten von LIES nur als besonders fromme Brüder gesehen, deren starke Religiosität man zwar nicht teile, aber respektiere. Im Zweifel wird da zu oft eine ganz, ganz falsche Trennlinie dort gezogen, wo wir als Gesellschaft sie nicht haben wollen können. Viele Jahre lang wurde die Bindung an Tradition und Religion deutlich unterschätzt bzw. die Macht der „kritischen Masse“ falsch eingeschätzt. Es ist zu hoffen, dass das korrigiert wird. Verkannt wird allerdings noch immer die Wucht des totalitären narzisstischen Gewinns. Gleicher unter Gleichen mag mancher nicht sein; er will lieber selbstempfunden Elite sein.

Mit diesen 75 Prozent derer in Europa, die meinen, es gäbe nur eine verbindliche Lesart, nur einen Islam, die daher notwendigerweise das Differenzierungsangebot der z.B. deutschen Gesellschaft über die Trennung Islam – Islamismus ablehnen, wird man wesentlich klarer als früher reden müssen. Auch vor der aktuellen Lage, in der alles im Integrationsbereich überfordert ist und überläuft, muss man besonders wachsam sein, in welche Gesellschaft sich die Zuwandernden begeben.  Die Familie spielt eine Rolle, Tradition auch und die Moscheen.

All diese Bereiche sind relevant und über alle werden wir sprechen müssen.

 

 

https://vunv1863.wordpress.com/2015/08/21/kleine-literatur-und-mediensammlung/

Seltene Einsichten in die Ahmadiyya-Gruppierung

Die Ahmadiyya sind eine ursprünglich aus Pakistan, der Provinz Punjab, stammende missionarische islamische Gruppierung. Mitglieder sind nahezu weltweit vorzufinden. Es gibt eine „Zukunftssicht“ vom Gründer, der von den Anhängern als Erneuerer des Glaubens, als Messias verehrt wird. Das Oberhaupt ist ein Khalif, der zwar „gewählt“ wird; die Wahl kann man jedoch schwerlich demokratisch nennen, auch wenn die Mitglieder der Gruppierung das gerne verkünden. Seit sie 1974 quasi aus der Gemeinschaft der Sunniten ausgeschlossen wurden, wird diese religiöse und machtpolitische Differenz in einigen Ländern auch mit Repressionen und Gewalt von Seiten der jeweiligen Mehrheitsgesellschaft ausgetragen.

Weitere Erst-Infos zur Gruppierung:

https://de.wikipedia.org/wiki/Ahmadiyya

Zur Lehre allgemein:

https://de.wikipedia.org/wiki/Ahmadiyya-Lehre

Wegen der nach Ländern durchaus unterschiedlich intensiven Benachteiligung und Verfolgung wird i.A. den Mitgliedern in der EU, insbesondere aber in Deutschland politisches Asyl gewährt. In diesem Zusammenhang gab es einige kritische Medienberichte und Insider-Aussagen. In Hessen wurde auf Grundlage einer modifizierten Vereinssatzung aus 2012 im Jahr 2013 der Körperschaftsstatus gewährt. Diese Satzung kann man hier einsehen:

Ahmadiyya Satzung 2012

Wohl aktueller Vorstand (abgerufen vor ca. einem Jahr):

Ahmadiyya Vorstand 150417

Man kann einige Passagen der Satzung für ungewöhnlich und befremdlich halten und liegt damit nicht ganz falsch: Es ist nicht sehr üblich, dass in einem deutschen Verein die Mitgliederversammlung nicht das höchste Organ darstellt bzw. ihre Entscheidungen unter Genehmigungsvorbehalt stehen. Das ist zwar wegen einer Ausnahmeregelung im BGB noch statthaft, wird aber meist nicht thematisiert. Die deutsche Sektion kann weder ihren Vorsitzenden selber verbindlich bestimmen noch absetzen, sondern ist abhängig vom Hauptsitz der Gruppierung, mag man den nun in Pakistan oder London (dort residiert wohl der gegenwärtige Khalif) verorten. Auch muss man sich fragen, was so wichtig ist am Transfer dieses deutschen Vereins von Geld ins Ausland, das dies sogar Niederschlag in der Vereinssatzung fand.

In der Außendarstellung agiert man überaus geschlossen und man kann sagen, dass allermeist nur das nach außen dringt, was einer positiven Selbstdarstellung dient. Für diese Art Religions-Marketing ist u.a. Khola Maryam Hübsch verantwortlich, die quasi bundesweit als Pressesprecherin bzw. Mediengesicht fungiert.

Als im Januar eine junge pakistanischstämmige Frau in Darmstadt tot aufgefunden wurde, geriet sehr bald das familiäre Umfeld in den Fokus. Es stellte sich heraus, dass die Familie den Ahmadiyya angehört und der Dissens, der letztendlich wohl in den gewaltsamen Tod der jungen Frau führte, durchaus auch der Gemeinde bekannt war. Sogar der Khalif war eingebunden worden. Bei dem familiären Zwist handelte es sich schlicht darum, ob die junge Frau einer persönlichen Zuneigung zu einem jungen Mann nachgeben und diesen heiraten (!) dürfe. Der junge Mann ist ebenfalls Ahmadi. Schon das mag schockieren: Eine höchstpersönliche Frage nach unseren Wertmaßstäben wird zu einem internen, aber durchaus internationalen Politikum.

Die Eltern, die das Mädchen schließlich töteten, haben dies wohl getan, da sie zumindest Vorbereitungshandlungen für vorehelichen Sex traf (sie wurde wohl beim Diebstahl von Kondomen erwischt) und nicht von ihrem Wunsch abliess.

 

Ahmadiyya

Its a mans world… Ahmadiyya Treffen in Alton 2011 Bild: http://www.bbc.co.uk/news/uk-england-hampshire-14273476

 

Das Verfahren gegen die Eltern läuft noch und während der Verhandlung sind nun Einblicke in eine Gesellschaft zu gewinnen, in der entgegen der Außendarstellung völlig andere Normen gelten. Dankenswerterweise hat der Verein peri e.V. es sich zur Aufgabe gemacht, diesen Prozeß intensiv meist durch eine juristisch geschulte Person begleiten zu lassen. Aus diesen Protokollen wird nachfolgend zitiert.

Zu den Weisungen innerhalb der Gruppierung, auch bei persönlichen Fragen wie die Eheschließung, sagte der Darmstädter Imam aus:

Auf die entsprechende Frage der Staatsanwältin erklärte der Zeuge, dass der Rat des Kalifen bindend, also eine Anweisung sei,

Nochmals wurde nach den Strafen gefragt: Wer bestimmt die Strafen? 
Antwort: der Kalif in England. 
Die Staatsanwältin zeigte sich erstaunt: Der Kalif in England bestimmt weltweit die Strafen? 
Antwort: „Wir schicken den Bericht, der Kalif entscheidet.

http://www.peri-ev.de/news-presse/fall-lareeb-khan/3-bericht-lareeb/

Da die Gemeinde weltweit geschätzt mindestens 10 Mio. Anhänger hat, ist davon auszugehen, dass solche Streitigkeiten selten vorkommen, sich also die Kinder in der Regel dem Elternwillen beugen. Der Treueid wird also todernst genommen.

Der Zeuge Abdulla Wagishauser ist der Deutschland-Emir der Gruppierung. Er ist Konvertit und leitet die deutsche Sektion seit vielen Jahren. Vor Gericht nahm er seine Kappe nicht ab. Er gab – nach dem Bericht von peri e.V. – an, dass er dies aus „religiösen Gründen“ tue. Da eine Kopfbedeckung für Männer nicht vorgeschrieben ist und nur Sunna, der bedeckte Bereich auch nicht der Aura zugehört, also dem Bereich bei einem Mann, der verpflichtend auch vor anderen Männern bedeckt bleiben muss, bleibt da nur wenig Interpretationsspielraum. Die „religiösen Gründe“ liegen n.m.M. wohl in einer grundsätzlichen Nichtanerkennung der gerichtlichen Autorität. Wagishauser weiß im Gegensatz zum manchem pakistanischstämmigen Zeugen, dass die Abnahme der Kopfbedeckung hier üblich ist und Respekt vor dem Gericht bezeugt. Den verweigert er und der vorsitzende Richter Wagner nimmt das hin, da er die Hintergründe nicht kennt.

Auch Wagishauser spricht von einer Anordnung

und der Kalif hätte dann angeordnet, dass die beiden verheiratet werden sollten.

und stellt klar, dass es völlig normal für ihn ist, sich um die sexuellen Betätigungen seiner Gemeindemitglieder zu kümmern und auch Sanktionen zu verdeutlichen:

bestätigt dann, dass in dem Fall, in dem außerehelicher Verkehr bekannt wird, die Gemeinde aktiv wird und das Paar ausgeschlossen wird. Ob die Eltern auch betroffen seien? Der Zeuge: „Nicht immer, nur wenn sie die Beziehung gutheißen. Sie müssen ihre Tochter dann verstoßen, als Tochter musst Du wählen zwischen der Beziehung oder der Familie“.“

Befragt zur Konfrontation der unterschiedlichen Normensysteme meinte er:

Der Zeuge meinte daraufhin, man müsse ja nicht deshalb die religiösen Gesetze an die Welt anpassen. Die Regeln sind im Koran festgelegt und bindend;…

http://www.peri-ev.de/news-presse/fall-lareeb-khan/4-bericht-lareeb/

[Man beachte auch die stark unterschiedlichen Verhaltensweisen der Mutter des Opfers hinsichtlich der von ihr beabsichtigten Wirkung.]

Am 5. Prozesstag sind die beiden psychiatrischen Gutachten besonders interessant. Sie zeigen Personen auf, die Form über Inhalt stellen und deren Emotionaltät wohl nur über eine religiöse Bindung abrufbar ist. Sogar die nächsten Menschen erscheinen in dieses formale Gerüst eingeordnet.

http://www.peri-ev.de/news-presse/fall-lareeb-khan/5-bericht-lareeb/

Frau Hübsch, die im Frühjahr bei den Römerberg-Gesprächen schon durch die Darstellung auffiel, die Scharia sei am weitestgehenden in Neuseeland durchgesetzt, da dort ein Maximum an Transparenz und Menschenrechtsumsetzung herrsche, preist immer wieder die arrangierte Ehe.

http://www.kreiszeitung-wochenblatt.de/buxtehude/panorama/diskussion-ueber-liebe-und-partnerschaft-im-islam-d36997.html

Eine arrangierte Ehe habe nichts, aber auch gar nichts mit Zwangsheirat zu tun.

Nun ist eine Ehe, die auf Wunsch der Eltern oder sogar des Khalifen geschlossen wird, bei der Sanktionen drohen bei mangelndem Gehorsam und bei der eine Frau (!) sich entscheiden muss zwischen Gehorsam und sozialem Tod und Eltern zwischen dem Kind, Subordination und sozialem Tod (die Außenkontakte sind ja oft – wie auch hier – überschaubar) sicherlich so frei wie in Neuseeland die Scharia maximal umgesetzt ist. Der Khalif noch im Bett des geringsten seiner Untertanen sozusagen dabei. Der Umstand, dass man den Lebenspartner erst BEI der Eheschließung sieht, also nach Vertragsschluss sozusagen, was Herr Wagishauser völlig normal findet:

Im Islam ist das anders, da ist das gleich.“ Im Islam sei es nicht erlaubt, dass sich Mann und Frau vor der Ehe treffen.

trägt dazu bei, dass eine menschliche Bindung/Beziehung von Sex und Unterordnung abgetrennt wird. Die innigste Intimität, die Menschen aufbauen können, der Kontakt von Körper und Geist in Selbstbestimmung und freiem Willen, wird so sehr erschwert. Liebe zwischen Mann und Frau soll keine Rolle spielen und soll keine Geborgenheit spenden. Das kontrolliert das Individuum maximal und wenn sich zwei Eheleute physisch abstoßend finden, so haben sie nach Binnensicht nicht einmal den Trost, dass wenigstens der Tod scheiden mag. Eine beständige Quelle persönlichen Unglücks, die das Begehren minimiert, im Grunde nur die reine physische Ausübung ohne psychische Beteiligung zulässt. Und selbst wenn man sich – was dem Zufall überlassen bleibt – mögen oder doch wenigstens ertragen lernt, so ist dies fragil, denn es gibt weitere Erschwernis.

Der Treueid zerrüttet eigentlich jegliche menschliche Beziehung, sofern man sie so aufgewachsen überhaupt in der Lage ist aufzubauen, denn die menschliche Beziehung bleibt immer unter Vorbehalt: Du darfst dein Kind lieben – wenn der Khalif es nicht verstösst. Du darfst deinen Mann lieben – wenn der Khalif ihn auch liebt. Ausgenommen von diesen Vorbehalten sind nur der Khalif und Gott. Mit Liebe können aber wohl beide nicht so arg viel anfangen (nimmt man mal das Imaginäre weg), sondern sie wollen vor allem eines: Unterwerfung unter den Willen, der sich im artikulierten Willen des Khalifen sublimiert

Man kann das berechtigt totalitär finden.

Einen schlanken Fuss macht so etwas natürlich nicht – trotz Körperschaftsanerkennung, die wohl auf formal korrekte Weise, aber doch kenntnislos zustande kam. Die Ahmadiyya versuchen insofern schlicht eine Umdefinition von Begriffen. Zwang ist keiner, sondern Wunscherfüllung (den der Eltern oder des Khalifen, wer wird denn da an eigene Wünsche denken…), Unterwerfung ist in Wirklichkeit Liebe und überhaupt:

„Liebe für alle und Hass für keinen“

Wer allerdings Liebe so definiert, braucht gar keinen Hass mehr, er wurde wegdefiniert. Ein geschicktes Marketing.

Danke fürs Gespräch.

Göttliche Bürokratie

Das salafistische Weltbild ist bekanntermaßen ein rückwärtsgewandtes: Alles, was man wissen muss, wurde bereits geschrieben und geregelt. Die Welt hat keinen eigenen Zweck oder vielleicht sogar gar keinen, sondern ist Bewährungszeit und -ort für die Ewigkeit im Paradies. Das ist das wirkliche „Leben“, das es um fast jeden Preis zu sichern gilt. Ansonsten geschieht nichts ohne göttlichen Willen. Auch in der realen Welt völlig sinnlose Dinge werden mit einem imaginierten, religiös begründeten Sinn versehen. Man muss – da man alles wörtlich nimmt – die Stellen im Korantext nur auffinden und anwenden oder eine entsprechende Gewohnheit des Religionsgründers ausfindig machen.

Da wir in einer modernen und komplexen Welt leben, führt das zu einigen Schwierigkeiten: Wie sind die Gewohnheiten und manche – auch bizarre oder schädliche – Vorschrift aus dem 7. Jahrhundert auf heutige Zeiten anwendbar? Schon im noch vergleichsweise einfachen Bereich der Körperpflege wird es kompliziert.

Hier ist es noch einfach.

Ist Parfüm erlaubt?

Ist Augenbrauen zupfen ein Weg in die Hölle?

 

 

Eher ja, meint der Herr Rouali. Das führt dann zu solchen verwirrten Statements wie diesem einer jungen Frau, die offenkundig ein Buch mit festen Regeln selbst für Alltäglichstes braucht:

 

 

[Sobald die junge Frau dann mitbekommen hat, dass auch Musik meist als haram gilt, wird dann wohl auch die Gitarre entsorgt…]

 

Bei Dingen, für die es keine Entsprechung aus früheren Zeiten gab, die also echte Neuerungen sind, wird es oft besonders verwegen. Und nicht selten auch unfreiwillig komisch.

Make up:

 

 

Aus diesem Beitrag hat der Herr Rouali dann auch unter „Besondere Regeln für Frauen“ einen Mehrteiler gemacht, in dem er sich stundenlang dazu auslässt.

 

Oder Nagellack:

 

 

Es gibt dazu viele weitere Beiträge, die aber ähnlich sind: Die muslimische Frau schminkt sich nicht! Es macht das Gebet ungültig (mindestens) und da man dauernd betet, kommt man in einen Gebetserfüllungs-Stau, man darf ja nachholen. Bis eine Muslima nach diesen Regeln außer Haus kann, dauert es, alles will beachtet werden. Andernfalls droht verdammnis.

Wie in diesem Lebensbereich so gibt es detaillierte Herleitungen zu vielen anderen. Die Welt ist unterteilt in verboten (haram) und erlaubt (halal) und der Salafist oder die Salafistin sind ständig in Gefahr, das kostbar durch Askese gewonnene Paradies wieder zur Disposition zu stellen.
Das Leben ist schwierig, es lauern überall Fallen, die in die Hölle führen können, auch wenn ein Außenstehender diese Handlungen für ganz harmlos hält. Diese ständige Furcht, etwas falsch machen zu können, stellt etwas mit den Menschen an. Aus dem eigentlichen Antrieb so mancher, in der Religion ein Mittel zur Angstabwehr durch Komplexitätsbeschränkung und Abnahme von Entscheidungen zu haben, wird ein selber angsterzeugendes Phänomen.  Es führt in eine Art Zwangsneurose. Es ist beständig Angst da und nur durch ein (im Grunde sinnloses) Ritual kann vorübergehende Angstfreiheit erzielt werden.

Da das auch alles festgehalten wird durch – nach Atheistensicht – imaginierte Buchführungs-Engel, bleibt nichts unbeobachtet. Eine Art göttliche Bürokratie mit lebenslangem Archiv. Das allerdings ist – wiederum nach Atheistensicht – eigentlich schon eine Privathölle zu Lebzeiten.

Was schon Bilder mit uns machen

Über die reaktive Verrohung

Die Bilder, die uns fast täglich von den Greueln des sogenannten Islamischen  Staats erreichen, sind schwer erträglich. Da werden neue Todesarten ersonnen und alte wiedergefunden. Diese Grausamkeiten werden in Videos dokumentiert, als Propaganda genutzt und von einigen Protagonisten verherrlicht. Zwei, die sich im deutschprachigen Raum besonders hervortaten, sind Denis Cuspert und Mohamed Mahmoud, alias Abu Talha al Almani bzw. Usama bin Gharib.

 

Mahmoud Cuspert LIES 151107

Mahmoud und Cuspert unter dem LIES Emblem

Von beiden gibt es grausame Videos, die sie beim oder nach dem Morden zeigen.

Von beiden kursieren aktuell Todesnachrichten. Aber auch Meldungen, wonach Cuspert doch noch am Leben sei und Mahmoud im Koma liege. Von ersterem war schon mehrfach der Tod gemeldet worden.

Schaut man sich die Kommentare in den sozialen Medien an, so hält sich das Erschrecken über die Todesnachrichten in Grenzen, was nachvollziehbar ist. In den allermeisten Fällen beherrschen Haltungen jedoch die Debatte, die Genugtuung bis Freude aufzeigen. Wird die Unsicherheit beider Todesfälle thematisiert, so wird durchaus verbreitet beiden ein möglichst qualvoller und langsamer Tod gewünscht. Das jedoch macht keines der Opfer wieder lebendig.

Sicher kann man aufatmen, dass jetzt beide keine anderen Menschen mehr töten können, sollten die Todesnachrichten stimmen. In vielen Fällen zeigt sich jedoch eine reaktive Verrohung, die auch für sich erschreckend wirkt. Die Bilder und Handlungen sind so grausam, dass die Rachevorstellung überhand gewinnt. Quasi nie wird gewünscht, man möge beider habhaft werden, um sie vor Gericht zu stellen und zu verurteilen, was der rechtsstaatliche Weg wäre. Was machen also diese Bilder und Handlungen aus uns, die wir das „nur“ am Bildschirm mitverfolgen? Doch wohl offenkundig genug, dass mancher Kommentator jegliche Hemmung – und sei es nur verbal – vergisst.

Diese Wiedererweckung ganz archaischer Muster ist etwas, was einfacher strukturierten Menschen oftmals wenig Probleme bereitet, aber reflektiertere Zeitgenossen durchaus zum Nachdenken bringen mag: Wie dick mag die eigene Kruste Zivilisation im Zweifelsfall sein?

Glücklicherweise wird die eigene Zivilisiertheit in friedlichen Gesellschaften nur selten auf eine wirklich harte Probe gestellt, nämlich dann, wenn Entscheidungen getroffen werden müssen, die Leben oder Tod betreffen können. Dann z.B., wenn sich die Frage stellt, wie mit einem Angreifer umzugehen ist, wenn nur die Wahl bleibt, ein Aggressor oder ich (oder eine mir nahe stehende Person). Oder wenn einer nahe stehenden Person ein anderes, menschlich verursachtes oder vermeidbares Leid geschieht. Keine alltäglichen Situationen also hierzulande glücklicherweise.

Die aktuellen Reaktionen auf die Todesfälle mögen ganz kalt und abgebrüht erscheinen, im Grunde verroht. Möglicherweise ist der Verlust an Zivilisiertheit in der Reaktion aber eine Folge der Empathie mit den Opfern Cusperts oder Mahmouds. Die Vorstellung, diese Handlungen blieben ungesühnt, ist schwer erträglich, eine Gefängnisstrafe erscheint vielen zu milde angesichts dieser Gräuel. Nur die Identifizierung mit den Opfern schafft die Gefühle der Genugtuung. Genauso, wie man jedoch von Angehörigen von Mordopfern erwartet, dass sie auf die eigene Rache verzichten, also die Abkehr von der eigenen Gewaltausübung in Reaktion fordert, so sollte man versuchen, auch da die zunächst vorhandenen Gefühle zu beherrschen.

Man kann nicht ernsthaft gegen die Todesstrafe sein (wobei es auch da verschiedene Herleitungen gibt) und das dann nach Gutdünken aussetzen, mögen die Täter noch so sehr feststehen, mögen die Taten noch so abscheulich sein. Denn die Art und Weise, wie wir mit Tätern umgehen, sagt mehr über uns aus als über Täter und Tat. Das hat nichts damit zu tun, dass man die Taten vergeben würde. Auch nicht damit, dass man zu weich gegenüber den Tätern wäre. Sondern mit dem Verzicht auf Auge um Auge und Zahn um Zahn, mit Disziplin auch hinsichtlich der eigenen Emotion, selbst wenn es fraglich ist, ob der autoritär strukturierte und primitive Täter das jemals begreifen wird. Sie zeigt auf, wie Zivilisation funktionieren sollte: Abkehr von Körperstrafen, Abkehr von der Umsetzung der Rachegedanken, auch wenn Resozialisierung nicht oder kaum möglich erscheint. Die Täter mögen die Zivilisation unserer Art aufgegeben haben und sogar ablehnen und verabscheuen. Wir sollten das nicht.

Oups, he did it again

Dass Sven Lau Flüchtlingsunterkünfte aufsucht, war schon erwähnt worden:

https://vunv1863.wordpress.com/2015/09/15/sven-lau-macht-sich-an-fluechtlinge-heran/

 

Eigentlich sollte man wenigstens in Wuppertal davon ausgehen können, dass die Betreiber von Flüchtlingsunterkünften mittlerweile zu seiner Person hinreichend sensibilisiert seien. Immerhin war er durch seine „Scharia-Polizei“-Aktion auch in den lokalen Medien. Anscheinend wird er jedoch immer noch nicht überall wahrgenommen. Aktuell ist er wieder in eine Unterkunft gelangt:

 

 

Der Mann war mehrfach nachweislich in Syrien. Beispielhaft:

 

 

Man soll spenden, damit sich die „Geschwister“ aus der Unterdrückung befreien können. Das kann alles heißen von der warmen Unterwäsche bis hin zu Waffenkäufen.

Was will er in diesen Unterkünften? Ehemalige Kampfgenossen ausfindig machen?
Neue anwerben? Vernetzen unter Aktivisten?

Bei jemandem mit seiner Geschichte erscheint die reine Hilfstätigkeit hinterfragenswert.

Unter denen, die dort Aufnahme fanden, sind Personen, die genau wegen der Aktivitäten des IS fliehen mussten. Lau ist nach dem Focus IS-Sympathisant und Unterstützer:

http://www.focus.de/politik/deutschland/erfinder-der-scharia-polizei-gefaehrliches-treffen-deutscher-hassprediger-lau-besuchte-is-lager-in-syrien_id_4148679.html

Ob wohl der Dank, wüsste man, mit wem man es zu tun hat, genau so beschaffen wäre wie der, der einem unbekannten „Samariter“ entgegengebracht wird?
Es ist dringend geboten, die Verantwortlichen in den Flüchtlingsunterkünften zu solchen Ansprachen und Besuchen zu informieren. Das ist anscheinend noch nicht in der wünschenswerten und notwendigen Breite geschehen.
P.S.: Nach der Wikipedia soll er wieder in Düsseldorf wohnen. Das erklärt die jüngsten Schulterschlüsse mit Erol Selmani auch räumlich. Kurze Wege.

Mittendrin, doch nicht dabei

Die Kinder der Gegengesellschaften

In einigen Gebieten Deutschlands, manchem Ballungsraum bestehen seit langem Parallelgesellschaften. Oft sind sie nach den Herkunftsgesellschaften bzw. Herkunftsländern organisiert. Türkische, marokkanische, pakistanische Communities, die familiär möglichst unter sich bleiben (Heiratsschranken) und auch sonst den Außenkontakt auf das beruflich, behördlich oder wirtschaftlich Notwendige beschränken. Segregation findet statt und in Vierteln, in denen genügend kritische Masse erreicht wird, wird auch die soziale Kontrolle nach den dort Lebenden ausgerichtet. Im Zuge des Wiedererstarkens bzw. einer zunehmenden Hinwendung zu religiösen Normen bedeutet dies mancherorts eine Verfestigung dieser Strukturen. Traf früher ein möglicherweise vorhandener Konservatismus auf die Zukunftshoffnung und Verheißung, der „Westen“ sei das Ziel der Moderne, westliche Lebensart verspreche mehr Wohlstand, wurde Bildung höher bewertet, so hat sich dies bei nicht wenigen Personen in einigen Communities gewandelt. Der „Westen“ ist nunmehr der große Shaytan bei so einigen, die Zukunftshoffnung scheint trotz aller Konsumfreude inhaltsleer geworden. Statt neuer Werte besinnt man sich auf alte Normen.

Diese antiwestliche Haltung, die im Grunde oft eine antiamerkanische und antiisraelische ist, wird zunehmend hoffähig, eint auch über die Ländergrenzen hinweg. Die religiöse Rückbesinnung in den Herkunftsländern bleibt nicht ohne Folgen auch hierzulande. Parallel geht eine Ablehnung westlicher Medien einher. Der Satellit macht es möglich, die oftmals sehr einseitige Medienlandschaft des Herkunftslandes, die meist stark religiös durchwoben ist, ins deutsche Wohnzimmer zu holen. Türkische und arabische Sender? Kein Problem. Auch die Kinderprogramme.

Bei MEMRI, dem Middle East Media Research Institute, werden Programme, Berichte und Artikel analysiert.

Eine erhellende Auswahl indoktrinierender Kindersendungen ist hier zusammengestellt:

http://www.memritv.org/subject/en/178.htm

Da werden Kinder gezeigt, die fröhlich über ihren Märtyrertod singen und riesige Biene Majas preisen das Schlagen und Steinewerfen auf Juden.

Es gibt islamistische Kinderbücher und verschleierte Ankleidepuppen..

Wurde da vor Jahren noch über die Schule aufgefangen, so misslingt das nicht selten: Die peer groups sind in manchen Ballungsräumen so zusammengesetzt, dass auch dort eine soziale Kontrolle ausgeübt wird. Kinder liberaler Eltern haben es zunehmend schwerer, sich dem zu entziehen unabhängig von der Herkunftsnation.

In diesem Milieu fallen auch Kinder von extremen Eltern weniger auf. Da manche Themen bereits von einigen Lehrern ausgespart werden, um „Unruhe“ zu vermeiden, fallen die extremen und menschenverachtenden Haltungen oft nicht auf. Wer nicht über Israel spricht im Unterricht, wird „du Jude“ allenfalls als Schimpfwort (!) auf dem Schulhof hören. Wer keine Pressebeetrachtungen zu manchen kritischen Themen mehr macht, wird nicht bemerken, dass sich bei relevanten Anteilen der Kinder bereits menschenverachtende Haltungen vorfinden. Das fällt oftmals nicht einmal bei Projekten wie „Schule gegen Rassismus“ auf, denn gegen rechts ist man sich einig, ein muslimischer Opferdiskurs wird in diesen Kontext gestellt. Die eigenen judenfeindlichen Ressentiments und manche Haltung zu Atheisten kommen da nicht vor bzw. bleiben oft (nicht immer!) unbearbeitet. Eine göttliche Weisung – bei den wörtlich nehmenden radikaleren Islamisten – fällt nicht unter das Schema eines menschenverantworteten Rassismus sondern ist im Binnenkonsens einfach göttliche Zuschreibung und damit „die Wahrheit“. Die geht locker über die Lippen und wird nicht reflektiert. Man erinnere sich nur an die Schüler in Frankreich, die nach dem Charlie Hebdo Attentat nicht die Schweigeminute einhalten wollten. All das sind Kinder, die hier in Europa die Schulen durchlaufen. Man kann ihnen auch hier in Frankfurt auf der Strasse begegnen. Sie fallen nicht auf; nur wenn kritische Worte gezeigt werden, zeigen sich diese Haltungen (sie fallen manchmal auch engagierteren Lehrern auf). Wenn man auf Bildungsangebote der Bundeszentrale politische Bildung verweist, hört man nicht selten, dass das als Quelle ganz untauglich ist, denn die Quelle sei ja „ungläubig“. An diese Kinder kommt man also bereits in jungen Jahren kaum noch heran, wenn es um bestimmte Themen, bestimmte Inhalte geht. Die Eltern, die ihre Kinder so erziehen, handeln oftmals praktisch: Sie geben ihre Haltungen nicht preis, weil sie Nachteile befürchten. Allenfalls sieht man nur den Vater in der Schulsprechstunde, der dann dort auch der Lehrerin nicht die Hand geben mag. Man sieht es oftmals nur, wenn Mädchen immer früher islamisch gekleidet sind.

All dies ist aus anderen Ländern bereits bekannt und auch wir hier werden uns damit befassen müssen. Zusätzlich werden Kinder, die aktuell in Klassen eingegliedert werden, möglicherweise die aus den Herkunftsländern mitgebrachte antisemitische Haltung einbringen. Die Sorgen so mancher jüdischer Gemeinde erscheinen da nicht unbegründet.

An Bilder wie diese aus Israel werden auch wir hier uns mittelfristig gewöhnen müssen. Radikale Eltern senden ihre verhetzten Kinder aus, um Ordnungshüter oder Soldaten zu provozieren und propagandistisch ausschlachtbare Bilder zu erhalten:

 

 

Wenn Kinder bei Eltern aufwachsen, die sie totalitär vorprägen, greifen die gängigen Präventionsprogramme – so es sie lokal gibt – nicht. Auf diese Altersgruppe ist man schlicht nicht eingestellt. Sieht man sich die aktuell vorliegenden spärlichen Zahlen an, so sind etwa 10 % der Jugendlichen über ihre Familien in die Radikalisierung geraten.

In Australien ist man gegenwärtig bestürzt darüber, dass man schon einen 12 Jährigen unter Beobachtung stellen muss:

http://www.theguardian.com/australia-news/2015/oct/15/police-monitoring-12-year-old-boy-suspected-terrorist-activity

Das alles passt nicht zu unserem Konzept von Kindheit. Die Biene Maja ist hier friedlich und freundlich und keine Mörderbiene. Kinder sind dazu da, um sich an ihnen zu erfreuen und in ihnen seine eigene Fortschreibung in die Zukunft zu sehen. Kinder werden nicht maximal instrumentalisiert und sind nicht zur Bewährung da, zur Demonstration von Gottesfurcht in Jenseitshoffnung. Das ist alles nicht schön. Trotzdem müssen wir uns auch diesem Teilaspekt der Realität stellen.

Who cares II

Der Frankfurter Verein Kindertränen e.V. , über den schon berichtet worden war

https://vunv1863.wordpress.com/2015/10/26/who-cares/

hat ebenfalls für eine große Anzahl Flüchtlinge einen Event-Tag veranstaltet:

https://www.facebook.com/media/set/?set=a.1485642338406082.1073741852.1451381488498834&type=3

 

Nach eigenen Angaben wurden 250 Flüchtlinge für einen Tag „betreut“.

Die mitveranstaltende vhs Offenbach dürfte nicht im Bilde gewesen sein über die möglichen Hintergründe bzw. potentiellen Einbindungen des Vereins. Auch nicht die anderen Teilnehmer.

Die Vereinsvorsitzende Dounia Gammour Douaa Bendali nach dem Impressum

http://kindertraenen.org/kontakt.html

ist bei Facebook unter dem Namen Dounia Gammour. Sie ist auch in die Flüchtlingshilfe Rhein-Main eingebunden:

https://www.facebook.com/dounia.gammour?fref=ts

Mit dieser hat sie ein weiteres Flüchtlingsevent organisiert:

https://www.facebook.com/media/set/?set=a.1483784618591854.1073741851.1451381488498834&type=3

Beteiligt war neben der Flüchtlingshilfe Rhein-Main ein Verein Al Karama e.V., der sogar einen Integrationspreis der Stadt Frankfurt erhielt. Angeschlossen sein soll nach den Angaben bei

http://www.vielfalt-bewegt-frankfurt.de/de/netzwerke/al-karama-ev

eine „arabische Schule“. Dahinter kann sich ganz harmloser Arabisch-Unterricht etc. verbergen. Weitere Informationen zu dieser „arabischen Schule“ sind nicht bekannt.

Frau Bendali erscheint als stramme Israel-Gegnerin. So schreibt sie auf ihrer Facebook-Seite u.a.:
Es gibt kein ISRAEL, es gibt nur einen selbst ernannten Terrorstaat der die Unterstützung sämtlicher Verbrecher genießt!

 

https://www.facebook.com/ismpalestine/?fref=photo

 

 

Diese Form von Antisemitismus, die Aberkennung des Existenzrechts Israels muss auch diskutiert werden.
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Der Darmstädter Verein Al Rahma hat aktuell seine neue Syrien-Reise fertig geplant und alles zusammengestellt. Man ist bereits vor Ort:

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Es ist wirklich wichtig, dass sich Betreiber von Flüchtlingsunterkünften bundesweit über die lokalen Hilfsvereine informieren. Man muss genau hinschauen, um das Schöne und Wünschenswerte vom Bedenklichen oder gar Gefährlichen zu trennen. Differenzierung erfordert immer Beschäftigung. Den Verantwortlichen kann man diese Arbeit nicht abnehmen, das müssen sie selber tun. Damit die Integration IN die Gesellschaft gelingen kann und nicht die Gegengesellschaft schneller ist.

 

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Nachtrag/Update 05.02.2016, 14 Uhr:

Der Verein Al Karama e.V. ist in der Thomas-Mann-Straße 8 in 60439 Frankfurt ansässig. Im Nebengebäude, in dem Haus Thomas-Mann-Straße 6 ist die As Salam Moschee untergebracht, die letzten Mittwoch Objekt von Durchsuchungen wurde:

http://www.fnp.de/lokales/frankfurt/Anti-Terror-Razzia-Zwei-Frankfurter-Gebetshaeuser-im-Visier;art675,2456806

Ob es da einen Zusammenhang gibt, wird demnächst betrachtet werden. Bis dahin ist es eine interessante, aber nicht belegende Korrelation und bemerkenswerte räumliche Nähe, nicht mehr, nicht weniger. Ich bitte dies zu beachten. Danke.

Update 05.02.2017, 15 Uhr:

Ein mögliches „missing link“, auch direkt As Salam Moschee – Kindertränen e.V.:

kindertraenen-as-salam-moschee-170205

 

Die Freiheit der anderen und die eigene Sicherheit

BA f VfS

Bundesamt für Verfassungsschutz Bild: BA f VFS, Presssebild

Wenn auf die Gefahren relativ unkontrollierter Grenzüberschreitung hingewiesen wird, wird von Personen, die nicht damit befasst sind, gerne darauf verwiesen, es habe ja bislang in Deutschland noch keinen großen Anschlag gegeben. Hier in Deutschland sei doch alles im Griff und die aus dem syrischen Raum Zuziehenden wahrscheinlich alle eher Personen, die vor dem IS-Terror flüchteten. Mehrheitlich stimmt das. Das ist jedoch für die Beurteilung einer Gefahrenlage irrelevant. Obwohl die allermeisten Stadtplanung-Studenten friedlich sind, gab es 9/11. Dass ALLE friedlich sind, ist natürlich eine Annahme, die dem ruhigen Nachtschlaf taugt aber sonst zu nicht viel. Weit ab von Paranoia müssen Sicherheitsbehörden einen anderen Grad an Wachsamkeit an den Tag legen als Politiker, die deren Schutz selbstverständlich annehmen. Vorsicht nun Paranoia zu heißen, ist sträflicher Leichtsinn, eine infantile Haltung, die sich bitter rächt. Zu wenigen ist auch bewußt, dass sie die Weichen für die Sicherheit anderer stellen und sie da Entscheidungen treffen, die sie für sich selber so nicht treffen würden. Bei sich selber, beim Eigenschutz rational, beim Schutz anderer irrational? Vorsicht und Wachsamkeit sind rational begründet, während eine Paranoia auf Phobien oder anderen irrationalen Ängsten beruht. Oder kurz: Wachsamkeit wegen Aliens ist Paranoia, bei Attentätern oder IS-Terroristen hingegen Vorsicht.

Seit geraumer Zeit ist die Gefahrenlage in Deutschland „abstrakt erhöht“.

Um von einer vorherigen Einschätzung bzw. von der Einstufung „abstrakt“ zu „konkret“ zu kommen, also Verdachtsmomente auf bevorstehende Taten zu erhalten, braucht es entweder ein Netz verlässlicher Informanten oder anderer Hinweise. Informanten müsse jedoch selber so weit im Bilde sein, dass ihre Hinweise als relativ sicher glaubwürdig eingestuft werden können. Personen, zu denen keine Beziehung besteht oder die gar unregistriert sind – also im wahrsten Sinne des Wortes nicht wahrgenommen werden können behördlich – fliegen locker und mit Kilometer-Luft unter dem Radar der Sicherheitsbehörden durch. Rückkehrer konnten oftmals bislang nur festgenommen werden, weil sie in einem falschen Sicherheitsgefühl ein Flugzeug nahmen (bei dem natürlich kontrolliert wird).

Politiker haben meist nur eine vage Vorstellung, wie personalintensiv Sicherheit und Überwachung sind. Eigentlich hätte man mit den hier lebenden islamistischen Gefährdern schon genug Arbeit (und die anderen Extremisten binden auch Personal). Man erinnere sich: Schon alleine die in der Größe armselige Sauerlandgruppe erforderte in Spitzenzeiten 600 (!) Beamte verschiedener Einrichtungen. Das dürfte wenigen politischen Entscheidern bewußt sein:

http://www.faz.net/aktuell/politik/terrorismus-anklage-gegen-sauerland-gruppe-erhoben-1680354.html

Oder noch weiter zurück: Auch die RAF band die Ressourcen etlicher Ämter und trotzdem wurden Gesetze verändert, weil man sonst der Lage nicht Herr geworden wäre. An die weit verbreitet aushängenden Fahndungsplakate können sich Personen über 30 sicher noch erinnern. Trotzdem wurde man nicht aller Personen habhaft. Solche Fahndungsplakate wären heute schwer denkbar, muss doch der Tatverdacht hinreichend konkret sein, um die Auslassung des Datenschutzes zu rechtfertigen. Auch gibt es wohl zu viele Personen, die – unter damaligen Kriterien – heute auf die Plakate kämen. Damit könnte man einen Raum tapezieren.

Schon seit geraumer Zeit laborieren alle befassten Behörden hinsichtlich der Arbeitsbelastung am Limit. Die jetzigen Herausforderungen sprengen jedoch jeden Rahmen, zusätzlich ist zu leisten:

  1. Erfassung nicht registrierter potentieller Täter oder Gefährder
  2. Erfassung der bereits registrierten, aber an der Grenze nicht bei Rückkehr aufgefundenen Täter und potentiellen Täter oder Gefährder
  3. Beobachtung, in welche vorhandenen Netzwerke sie sich begeben
  4. Beobachtung sich neu bildender Strukturen
  5. Beobachtung der unterstützenden Strukturen

Die Aufgabe ist also gigantisch und wird mit jedem Tag der mangelnden Grenzkontrolle größer:

„… sondern Fachleute mit Ortskenntnis und Weitblick und aus der Mitte von Politik und Exekutive. Sie beurteilen die Berliner „Flüchtlingspolitik“ allenfalls noch mit medizinischen Begriffen.“

http://www.faz.net/aktuell/politik/fluechtlingskrise/kommentar-von-reinhard-mueller-zur-fluechtlingspolitik-13884964.html

Solche Erfolge wie untern verlinkt sind daher schon fast ein Wunder zu nennen angesichts der aktuellen Lage und vielleicht dem Antiterrornetzwerk zuzuschreiben:

http://m.welt.de/politik/deutschland/article148286712/BKA-ermittelt-gegen-zehn-Asylbewerber-aus-Syrien.html

Es wird jedoch viele geben, die unter diesem Radar durchfliegen.

Was also tun?

Zunächst führt, will man nicht weiteren Kontrollverlust riskieren, an einer Kontrolle und Kanalisierung des Zustroms kein Weg vorbei. Jede Person, die nicht ins Land kommt ohne Aussicht, bleiben zu können, ist eine weniger, die ausgewiesen werden muss. Eine weniger, die dagegen klagen kann und in der Zeit der Klage versorgt werden muss. Ressourcen sind endlich. Auch in Deutschland. Das ist ganz bitter für die Abgewiesenen, ja. Trotzdem wird das so sein müssen.

An einer massiven Stellenaufstockung in den vorhandenen Strukturen führt ebenfalls kein Weg vorbei. Die Arbeitsweise wird noch besser koordiniert und erheblich verschlankt werden müssen. Es wird darüber hinaus neue Strukturen und – auch juristisch – kreative Lösungsansätze erfordern, um Schritt zu halten mit der Strukturbildung der „Gegenseite“. All das wird von vielen noch gar nicht überblickt.

Die Politik erschwert, ja nahezu verunmöglicht derzeit den Behörden, im Sinne ihres Auftrages tätig zu sein. Auch das ist historisch zu nennen. Hoffen wir, dass die Zahl der Opfer nicht zu groß sein wird, bevor man das erkennt.