Kauft nicht bei Kuffar?

Der bekannte Boykott jüdischer Geschäfte im Deutschland des Jahres 1933 ist als Vorzeichen unrühmlich in die Geschichte eingegangen.

Das soll jedoch hier und jetzt nicht Thema sein, sondern die Organisation wirtschaftlicher Gegengesellschaft, die maßgeblich auf islamistischen Haltungen beruht.

Boykotte kann man verschieden formulieren. Auch indem man dazu auffordert, gezielt nur bestimmte Wirtschaftssubjekte einzubeziehen (was einen Ausschluß anderer bedingt).

 

flagge brd

 

Eine Segregation kann unter verschiedenen Aspekten erfolgen: Sozial, national, wirtschaftlich oder – religiös. In einer freien Gesellschaft sind natürlich die Formen der Selbstorganisation und der Selbstbestimmung auch frei innerhalb der gesetzlich gesteckten Grenzen: Jeder kann wohnen, wo er mag und es zahlen kann, jeder kann Verträge abschließen, mit wem er mag, jeder kann – im Rahmen der Gesetze – Vereine gründen, wie er mag. Natürlich kann auch jeder kaufen, wo er mag.

Sobald eine genügend große Gruppe von Marktteilnehmern zusammen ist, die ein gemeinsames Interesse haben, die unter bestimmten Gesichtspunkten eine spezielle Auswahl treffen, wird es Anbieter geben, die diese Bedürfnisse befriedigen. Wenn es nun welche gibt, die die Religion über die sonstigen Eigenschaften eines Menschen stellen, und zwar auch dann, wenn es bei der betrachteten Angelegenheit vernünftigerweise keine Rolle spielen sollte, so kann man das mit Fug und Recht Diskriminierung nennen. Das gilt in alle Richtungen und genau deshalb wurde, damit es wenigstens von staatlicher Seite nicht erfolgen kann, der Artikel 3 GG gemacht und nachfolgend das AGG. Ob eine Person, die ein Anliegen hat, muslimischen, christlichen oder gar keines Glaubens ist, darf also für den Staat keine Rolle spielen. Im Alltagsleben sollten wir uns um eine ähnliche Haltung bemühen: Sachbezogen und bei den meisten Handlungen ohne Ansehen der Person. Es sollte egal sein, welche Herkunft oder welchen Glauben ein Maurer hat oder ein Arzt oder ein Rechtsanwalt. Es sollte zählen, ob es ein guter Maurer ist, ein guter Arzt oder ein guter Rechtsanwalt.

Nun gibt es Personengruppen, denen das nicht egal ist, die nicht so egalitär und sachbezogen werten. Die also gezielt Angebote solcher Personen haben wollen, die Glaubensgeschwister sind. Funktionell ist das identisch mit einem Boykott anderer Marktteilnehmer. Wer möglichst nur bei Muslimen kaufen will, boykottiert damit im Grunde die anderen Anbieter. Wer meint, nur – jenseits von Sprachbarrieren, die da oftmals keine Rolle mehr spielen – beim muslimischen Arzt werde er gut oder gar besser behandelt, wer meint, nur beim muslimischen Rechtsanwalt werde er gut, nein besser, beraten, diskriminiert. Man möchte seinen eigenen, gesonderten Wirtschaftskreislauf generieren. Das ist wirtschaftliche Segregation, religiös motiviert.

Wer das organisiert, muss sich fragen lassen, was er damit bezweckt und ob er dieses Verhalten auch sich selber gegenüber akzeptieren würde. Ob er es also akzeptabel fände, dass von Christen oder Atheisten ihm ein Christ oder Atheist vorgezogen würde, weil er Muslim ist. Dass man ihn also nicht als Maurer, Arzt oder Rechtsanwalt betrachtete, sondern zuerst als Muslim und dies als Wertungskriterium der negativen Art hernimmt..
Sicher nicht.

In islamistischen Kreisen wird aber genau das vorangetrieben. Exemplarisch hier die Vorstellung eines Netzwerkes im „Muslim Markt“. Man möchte ein Netzwerk schaffen, um „Geschwister“ zu selektieren, auch wenn die Tätigkeit gar nichts mit Religion zu tun hat:

MuslimConnect 2;

Ganze Präsentation:

http://www.eslamica.de/muslimconnect.pdf.

Etwas ähnliches hier bei „United Network Cells“, ein Netzwerk, das nach dem Ausscheiden von Sabri ben Abda von Cüneyt Aksoy, Frankfurt, weitergeleitet wird:

http://www.unitednetworkcells.com/

Es gibt die Plattform „Muslim-Firmen“:

http://www.muslim-firmen.de/firmen/a-z.htm

Es gibt eine muslimische Job-Börse:

http://muslimjobs.de/

Diese Strategie ist auch hier* einmal beschrieben:

https://ichbinmuslim.wordpress.com/2014/07/20/eine-muslimische-lobby-in-deutschland/

[An Moscheen sind auch manchmal Geschäfte angeschlossen. Es wäre unter dem Gesichtspunkt des AGG einmal interessant, ob die Mietverträge auch Nichtmuslimen offen stehen, und das nicht als Versuch zu sehen ist, dort eben Parallelgesellschaft aufzubauen.]

Es lässt hoffen, dass all diese Angebote dem Anschein nach eher schwach frequentiert sind, obwohl sie bekannt gemacht wurden über entweder größere Plattformen oder die Presse (der erste link z.B. über den Muslim Markt, dem „Muslim-Forum, Willkommen im Forum der Muslime für deutschsprachige Gottesehrfürchtige“ der Brüder Özoguz, letzterer über die „Zeit).

Man könnte dies auch als Indiz sehen, dass die große Mehrheit der hier lebenden Muslime sich solchen Bestrebungen verweigert, bei wirtschaftlichen Entscheidungen eben nicht (nur) über die Religion differenziert wird und jenseits religiös als vorgegeben empfundener Produkte ganz übliche Abwägungen erfolgen.

Ein paar Zahlen zum Schluß:

http://www.telegraph.co.uk/news/uknews/immigration/11409181/British-Muslims-integration-and-segregation-are-about-economics-not-values.html

„Kauft nicht bei Kuffar!“ scheint also erfreulicherweise weniger Nachfrage zu finden, als die Initiatoren sich wünschen..

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Anmerkung:
Dass auch nichtmuslimische Firmen den Markt entdeckt haben, ist nicht verwunderlich: Von dem Kuchen möchte man ein Stück ab haben. Das Problem insbesondere in der Lebensmittel-Industrie ist aber, dass die Summe zusätzlich abzuschöpfender Gewinne überschätzt wird: Der Kauf von halal-Produkten beschränkt sich eher auf Fleischprodukte, Obst, Gemüse und Grundnahrungsmittel werden bereits oft in Discountern gekauft. Gut an folgendem BR-Beitrag ist die Aufklärung darüber, dass die Schlachtung in Deutschland i.d.R. mit Betäubung durchgeführt wird. Bizarr ist allerdings die Ansicht, der Verkauf von Halal-Produkten beweise Zivilcourage (ich halte das eher für Geschäftssinn):

http://www.br.de/nachrichten/halal-islam-muslime-100.html

* Man lese auch diese interessante Erläuterung zur „Versorgung durch Allah“:

https://ichbinmuslim.wordpress.com/2014/12/19/vorherbestimmung-vs-freier-wille/

Der Verfasser solidarisiert sich auch mit Ansaar International, einem vom Verfassungsschutz beobachteten Verein – nur zur Einstufung.

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