Zentrale der Ummah, Filiale Hessen

Über den Zentralrat der Muslime in Hessen

Der Zentralrat der Muslime Deutschlands e.V. ist mit seinem Vorsitzenden Aiman Mazyek medial omnipräsent: Kaum eine Talkshow, in die er nicht geladen wird. Manchmal tritt auch die ehemalige Generalsekretärin, jetzt Stellvertreterin, Nurhat Soykan öffentlich auf. Die Juristin ist hinsichtlich ihrer Medienwirkung noch nicht so erfahren wie Mazyek. Vor ein paar Tagen wurde ein neuer Vorstand ernannt. An der aktuellen Vorstandswahl zeigt sich ein häufig in muslimischen Verbänden zu beobachtendes Phänomen: Zwischen Verband A und B und C und innerhalb der Strukturen werden die Positionen von den Vertretern gewechselt, ohne dass diese Wechsel von außen wirklich Sinn ergäben. Man kann nur ahnen, dass das ein Maximum an Verwirrung erzeugen soll. Hütchenspiel mit Namen und Positionen. So trifft man auch im neu gewählten Bundesvorstand auf alte Bekannte.

Im ZMD finden sich etliche Mitglieder mit fundamentalistischer Ausrichtung. Besonders erwähnt sei die ATIB, ein Graue Wölfe Derivat.

 

In der letzten Vorstandswahl wurden zwei Hessen neu in den Bundesvorstand gewählt.

 

ZMD Neuwahl PM 160513

 

[Man beachte auch, dass der Vertreter des Grauen Wölfe Derivats ATIB einer der neuen Stellvertreter ist.]

Dr. Khallouk ist mindestens seit 2013 stellvertretender Vorsitzender des Deutsch-Islamischen Vereinsverbandes e.V. (DIV). Dieser ist 2012 dem ZMD beigetreten. Nun ist Dr. Khallouk einer der Stellvertreter Mazyeks. Dr. Khallouk war Mitverfasser des „Gutachtens des Koordinationsrats der Muslime zu dem populären Buch von Mouhanad Khorchide*, „Islam ist Barmherzigkeit“. Zum DIV beachte man bitte die Beiträge zur Frankfurter Jugendarbeit. Der DIV hat Mitglieder, die fundamentalistisch ausgerichtet sind.

Abdessamad el-Yazidi ist der ehemalige Vorsitzender des DIV (bis 2013) und Vorsitzender des 2014 gegründeten hessischen Landesverbandes des ZMD. Er leitet die marokkanische Moad-Moschee in Pfungstadt, die nach Darmstadt hin gut vernetzt ist. Beim DIV ist er noch „Beauftragter für besondere Aufgaben“.

Der ZMD Hessen nun setzt sich aus diesen Vereinen zusammen:

ZMD Hessen I 160513

Quelle: Zentralrat.de

ZMD Hessen II 160513

Quelle: Zehntralrat.de

Die Auflistung auf Zentralrat.de über die Zusammensetzung des DIV ist nicht ganz aktuell, es fehlen die neu hinzugekommenen Vereine des letzten Jahres.

Unabhängig davon ist wieder die ATIB prominent mit dabei. Auch in Hessen bestehen wenig Berührungsängste hin zu Graue Wölfe-Ablegern. Der Herr El Yazidi hat das die Tage in der Abu Bakr-Moschee, seit einem Jahr im ZMD und Neumitglied im DIV, den Jüngeren erläutert:

 

Sowohl DIV wie ZMD verstehen sich als allgemeine Vertreter der Muslime. Vom politisch ultrarechten Rand bis hin zu Moscheen, die immer wieder Hassprediger einluden – alles dabei. Eine Ummah.

Diese Ummah-Vertreter bekommen – meiner Meinung entgegen den expliziten Förderrichtlininien, die eine überwiegend religiös konnotierte Arbeit ausschließen – nunmehr auch Geld von dem Bundesprogramm „Demokratie leben“.

http://www.saferspaces.de/

Unter „Service“ findet sich ausschließlich religiöses:

http://www.saferspaces.de/service/

Erhellend auch diese Stellungnahme:

Verantwortung und Zukunftssicherung:
Islamische und wirtschaftliche Motive für die Optimierung unserer Jugendarbeit

http://www.saferspaces.de/moscheen/

Worin die „wirtschaftlichen Motive“ wohl bestehen mögen? Wo ist der sozialpädagogische Ansatz?

Auch hier kann man berechtigt fragen, welche öffentliche Stelle die positive Bewertung, die für die Bundesförderung zwingend erforderlich ist, abgab. Offenkundig weiß man auch da nichts mit „ATIB“ und den anderen Vereinen anzufangen. Der Griff zum Scheckbuch ist bequemer als der Blick in die Wikipedia schon. Förderung nach Aktenlage, nicht nach dem, was man wissen kann.

Unter dem gern geglaubten Vorwand, Prävention zu betreiben, wird mittlerweile auch solchen Verbänden das Geld nachgeworfen. Niemand prüft da dem Anschein nach wirklich. Die Verzweiflung ist groß, die Unkenntnis noch größer. Das funktioniert alles so nicht.

Als DIV und als ZMD dient man sich nicht nur in Hessen als Partner für Politik und Mehrheitsgesellschaft an. Das funktioniert mittlerweile hinsichtlich des Anzapfens der öffentlichen Geldquellen. Öffentliche Institutionen leisten meiner Ansicht nach da – man kann es leider nicht anders formulieren – Beihilfe, die Förderleitlinien des ehrenwerten Programms „Demokratie leben“ zu unterlaufen.

Eine Ummah?

Im Dachverband ja.

 

* Die Schrift ist hier einzusehen, genügt aber nicht den mindesten Ansprüchen, die im akademischen Bereich an ein Gutachten zu stellen sind:

Klicke, um auf gutachten_krm_17122013.pdf zuzugreifen

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