Essen: Jungprediger im Pott

Vor etwa 6 Wochen war es bei einem Sprengstoffanschlag junger Männer an einer Sikh-Einrichtung in Essen zu mehreren Verletzten gekommen:

http://www.faz.net/aktuell/politik/kampf-gegen-den-terror/sikh-anschlag-in-essen-mutmassliche-bombenleger-sind-is-sympathisanten-14204855.html

Die Jungen befanden sich durchaus im Fokus der Behörden, einer nahm an einem Präventionsprogramm teil, so dass man berechtigt die Frage stellen kann, wie es um die Vorgehensweise bei solchen Verdachtsfällen bestellt ist und ob man da ausreichend vorbereitet ist:

http://www1.wdhrgebiet/sikh-tempel-essen-bombenanschlag-100.html

Sicher ist eine vollständige Prävention solcher Taten nicht zu erzielen und so mancher Fall, bei dem die ergriffenen Maßnahmen ausreichten, mag gar nicht den Weg in die Öffentlichkeit finden. Bei all jenen, bei denen es sich nur um eine Phase handelt, mag das auch angehen.

Anders sieht es aus, wenn bei sehr jungen Menschen eine bereits seit Jahren verfestigte Haltung durch einschlägige Kontakte immer weiter in die Gegengesellschaft führt, aus der der Weg zunehmend schwerer wird. Fatal wird es, wenn diese junge Person dann andere Jugendliche zu werben trachtet. Es besteht eine erhebliche Vorbildfunktion und wenn sich der junge Mensch dann auch noch mit Szenegrößen zeigt, kann er eine soziale Sogwirkung entfalten.

Aktuell wirkt öffentlich in Essen und Wuppertal dieser junge Mann hier, 2. von links, mit Abou Nagie, ein Saif Eddine Chourak:

 

Hier mit Sven Lau, für dessen Freilassung sowie für die eines tschetschenischen Gefährders er sich stark macht auf seiner Facebook-Seite:

 

Der Junge tritt immer wieder mit und neben den gleichen erwachsenen Männern auf, die offenkundig keinerlei Problem damit haben, den Jungen einzubinden. Im Jahr 2014, als er 14 war, sieht man noch einige „normale“ Bilder bei ihm: Landschaft, Urlaub, Blödeleien. Aber auch schon Inhalte, die auf eine intensivierte Beschäftigung mit dem Glauben hinweisen:

 

Es ist die Frage, warum ein 14 jähriger sich u.a.  mit Jinns auf der Toilette beschäftigt. Da mögen schon sehr religiöse Eltern im Hintergrund stehen. Eltern, die auch nicht bemerken oder vielleicht sogar billigen, dass dieser damals 14 jährige Pierre Vogel Videos auf seiner Chronik teilt. Oder stramm anti-israelische und anti-westliche Inhalte einstellt, wie von diesem Portal:

https://www.facebook.com/SpreadingTheTruthIslam/

Der Junge macht seit nunmehr 2 Jahren Videos, die unterschiedlich abgerufen werden:

https://www.youtube.com/channel/UCX-wArq8flw8k5ZFx2gNq7A

Einstieg:

 

Er ging nach Eigenauskunft 2 Jahre in Dubai zur Schule. Vor einigen Tagen war er zu Besuch dort und auch in Abu Dhabi. Auch davon hat er Videos angefertigt. Vielleicht hatten die Eltern beruflich dort zu tun, was eher nicht auf einen Jungen aus armen Verhältnissen hindeutet.

Er weist anlässlich seines 16. Geburtstages darauf hin, dass man nichts machen solle, was einen „den Kuffar ähnlich macht“ (auf die Idee, dass das andauernde Erstellen von Videos viel ähnlicher macht als die jährliche Geburtstagstorte, kommt er nicht. Aber das ist ja auch die Haltung von Nagie und Lau):

 

Bei Lies Wuppertal will und hat er schon wieder mitgemacht, zu sehen auf dieser Seite neben dem Umgang, den der Junge da so hat:

 

Der junge Mann wird von der „Islamischen Jugend“ Essen eingeladen zum Vortrag:

 

Ende Februar, wohl bei einem weiteren Vortrag:

 

Die Einladung von der „Islamischen Jugend“ Essen findet in einer Moschee, VIDAM e.V., statt, deren Mitglieder auch von den anderen Radikalisierungen nichts mitbekommen haben wollen. Das wird allerdings auch schwierig, wenn man Pierre Vogel gar nicht für radikal hält, wie im Interview eingeräumt. Dort scheint alles bis Jihadi-John irgendwie im grünen Bereich:

http://www.derwesten.de/staedte/essen/der-umstrittene-katernberger-imam-und-die-islamische-jugend-id11825155.html

Chourak macht jetzt auch Sport. Nicht Tennis, Leichtathletik oder Volleyball, sondern so etwas:

 

So richtig gut kann man das in diesem Kontext nicht finden. Überhaupt ist das eine virulente Mischung. Nicht nur für den jungen Mann selber, der anscheinend seine Freizeit mit seltsamen Inhalten und fragwürdigen Personen verbringt, anstatt vielleicht etwas (anderes) zu lernen und mal normalen Sport zu machen. Der sich andere Freunde suchen sollte als doppelt so alte und noch ältere Männer, die ihn instrumentalisieren. Männer wie Nagie und Lau.

Das ist auch für all die kleinen Jungen, für die er nun Vorbild sein will, gefährlich. Eltern (nicht nur) in Essen sollten das wissen: Dieser junge Mann versucht, andere in seine Gegenwelt hinüberzuziehen.

 

 

Die Aktivitäten dieses Jungpredigers können – jenseits der Eltern – schwerlich andere Personen unterbinden. Was jedoch erforderlich ist, ist vor dem virtuellen oder realen Umgang durchaus zu warnen. Die Wege zu Personen wie Nagie und Lau sind zu kurz, diese Szene ist hochproblematisch. Vor dieser Szene zu warnen ist aktiver Jugendschutz und dagegen müssen die Rechte des Herrn Chourak, der ja selber noch im schutzwürdigen Alter ist, zurücktreten.

Auf das Wuppertaler Jugendamt ist in dem Fall zu hoffen, wenn die Eltern sich dazu außerstande sehen oder nicht kooperieren.

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Nachtrag 30.07.2016:

Da sich bislang nichts tat sei die Schule hier genannt, um Eltern und auch den Pädagogen eine entsprechende Achtsamkeit hinsichtlich der Netzwerke zu ermöglichen. Es handelt sich um die Realschule Hohenstein.

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2 Gedanken zu „Essen: Jungprediger im Pott

  1. Traurig…. und Deutschland schaut zu, anstatt endlich mal den Köpfen der salafistischen Bewegung einen Riegel vorzusetzen. Was muss noch geschehen, dass Pierre Vogel, Abu Nagie und die anderen Trottel endlich hinter Schloss und Riegel kommen? Ist Manipulation der Jugend nicht strafbar? Wenn nicht, dann sollte sie endlich zu einem ernst zu nehmenden Strafbestand werden!

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