Ein bisschen Frieden?

Islamisten in Ramstein

Gestern protestierten tausende Menschen vor der Militärbasis in Ramstein. Die Einrichtung soll wichtiger Stützpunkt auch bei Drohneneinsätzen sein insbesondere durch den Einsatz der Relaisstation SATCOM, die Signale aus den USA kommend weiterleitet. Die Schätzungen hinsichtlich der Teilnehmerzahlen gehen auseinander, zwischen 2000 und 5000 Personen sollen vor Ort  gewesen sein.

http://www.n-tv.de/politik/Tausende-protestieren-gegen-US-Drohnenkrieg-article17916346.html

Zwischen all den meist harmlosen Friedensaktivisten waren aber auch Personen, deren Grundhaltung abweicht, auch wenn man sich einer Aktion gegen die Amerikaner gerne anschließt. Es gibt neben einer pazifistischen Haltung* als Herleitung auch noch Menschen, die rein aus einer antiwestlichen Gesinnung solche Demonstrationen aufsuchen. Es geht ihnen weniger um den Frieden allgemein und auch weniger um die Aggression an sich, sondern mehr um den Gegner. Eine pauschale antiamerikanische Haltung ist häufig der Boden, auf dem solche Aktionen entstehen und Anhänger finden.

Schon am Freitag, noch in Berlin, hatte Bernhard Falk auf diese Demonstration hingewiesen. Hier war er anscheinend direkt vor dem Kampagnenbüro:

 

Gestern dann – so wird zumindest der Eindruck erweckt – war er persönlich in Ramstein:

Falk Rammstein 160612

Screenshot fb-Seite von Falknews

 

Bernhard Falk sass jahrelang wegen terroristischer Anschläge ein. Er konvertierte im Gefängnis. Die Grundhaltung zu den USA, zu dem „westlichen System“ hat er dabei allenfalls in der Weise geändert, dass er nun für seine Ablehnung, seinen persönlichen Kampf eine andere Legitimation fand. Er begründet die Gegnerschaft zur freien Gesellschaft, die Ablehnung des gesamten westlichen Lebensmodells nun religiös. Er hat sich für seine Grundhaltungen den ihm passenden sozialen Rahmen gesucht und gefunden. Wäre er Alt-Kommunist geblieben, gäbe es ganz banal mittlerweile einen Mangel an Gefolgschaft, etwas, worauf es Herrn Falk sehr wesentlich anzukommen scheint. Mit der Sowjetunion ging auch das Utopia hiesiger Ultralinker unter. Erfolg macht angeblich sexy, das Umgekehrte gilt wohl auch. Bis diese Idee wiedererweckt wird – viele Dinge in der Geschichte wiederholen sich, wenn die Zeitzeugen nicht mehr leben – und auch wieder mehr Anhänger findet, dürfte noch eine lange Zeit vergehen. Bernhard Falk hat derweil seinen Weg gefunden, seine Haltungen nicht hinterfragen zu müssen. Wegen seiner Erfahrungen hinsichtlich terroristischer Anschläge und weil er nie bereut hat, bleibt er jedoch ein gefährlicher Mann. Ein Mann, der sein Wissen und seine Haltung weitergibt.

Andere aus seinem Umfeld waren wohl auch dabei. Hier Furkan Karacar aus Sontra:

 

In der Gruppe um Karacar ist auch ein junger Mann aus Göttingen, bei dem es wegen des Verdachts auf Sprengstoffbereithaltung schon mindestens eine Hausdurchsuchung gab.

Ramstein wurde immer wieder ausgespäht, z.B. hier, um Anschläge vorzubereiten:

http://www.welt.de/politik/deutschland/article1159407/Schaeuble-sieht-konkrete-Gefahr-fuer-Deutschland.html

Wären keine weiteren 2000 Menschen dabei, fielen Personen wie Falk oder Karacar, die ein Gelände begutachteten, sicher auf. In der Menge könnte man das, wenn man wollte, sehr viel leichter tun.

All dies ist keine vertrauenerweckende Gemengelage, denn bei Dingen, die u.a. diese beiden Protagonisten und ihr Umfeld unternehmen, wird man eher weniger an einen harmlosen Männerausflug mit ein bisschen Politik denken. Vielleicht war es das. Vielleicht auch nicht. Man bittet seinen Gott ja eher nur um Frieden für die Muslime, während man den anderen Rechtleitung oder Vernichtung an den Hals wünscht. Für die Rechtleitung kann man persönlich kaum mehr machen, das andere ist leichter in der persönlichen Umsetzung wie man leider weiß. So mancher geht seinem Herrgott nur zu willig zur Hand.

Man sollte das eingehend im Auge behalten, jetzt vielleicht sogar noch eine Idee mehr.

 

 

* eine pazifistische Haltung ist sicher ehrenwert, kann aber im Zweifelsfall immer nur höchstpersönliches Opfer sein. Anderen gegen Aggression nicht beizustehen, kann kein Pazifismus sein, sondern ist Feigheit und eine heuchlerische Haltung aus der Ferne. Ziemlich wohlfeiler Salon-Pazifismus. Insofern ist z.B. Margot Käßmann keine Pazifistin.

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