Für den kleinen Hassprediger

Fundamentalistische Erziehung

Islamistische Prediger bieten oftmals nicht nur Videos explizit für Heranwachsende und Erwachsene an, sondern beschäftigen sich auch mit Ratschlägen zur Kindererziehung oder machen gar selber ein „Kinderprogramm“.

Das hat den Sinn, schon von ganz jungen Jahren an die Segregation aufrecht zu erhalten und eine Gegenhaltung zu verfestigen. Der junge Mensch soll sich – in Abgrenzung von der Mehrheitsgesellschaft – zuallererst als Muslim fühlen und sich von den Ungläubigen fernhalten. Einige der Prediger werten nicht nur ab, sondern sagen explizit, man müsse – so als Muslim – Nichtmuslime per se hassen. Der Identitätsaspekt der religiösen Zuordnung soll alle anderen überwiegen. Fatal daran ist, dass nicht nur abgesondert wird, sondern auch eine Gegenhaltung zu dieser Erziehung, eine Emanzipation, ungeheuer schwer wird. Da die Umwelt stark abgewertet wird, ist eine Emanzipation von der elterlichen Linie nicht nur andere Meinung, sondern auch mit (Eigen-)abwertung verbunden: Das Kind „rebellierte“ nicht nur, sondern würde bei fundamentalistischen Eltern zugleich zum schlechtesten Menschen. Insubordination in diesen Dingen ist nicht nur verwerflich, sondern nahezu teuflisch nach Sicht von Fundamentalisten. Bestenfalls wird noch eine herablassende Haltung propagiert: Der Nichtmuslim ist per se dumm und unwissend, während der Muslim per se allen Nichtmuslimen qua religiöse Zuordnung auch intellektuell überlegen ist.

„Erfolge“ einer solchen Erziehung kann man zum Beispiel beim Wuppertaler Jungprediger Saif Eddine Chourak oder auch bei der jungen Messerstecherin aus Hannover, Safia S. (sie stach einen Polizisten nieder aus religiöser Motivation), begutachten. Bei beiden sind die Eltern selber Islamisten.

Bei dem Middle East Media Research Institute (MEMRI) kann man Beispiele auffinden von expliziter Kinderindoktrination. Solche Haltungen kommen jedoch nicht nur über Satellit nach Europa. In GB gibt es von der “Muslim Research and Development Foundation”, einer islamistischen Gruppierung, ein regelrechtes Erziehungsprogramm. In Wien gibt es bereits Probleme mit islamistischen Kindergärten. In Deutschland ist das noch nicht so stark institutionalisiert, aber auch hier gibt es bereits solche Einrichtungen. Eine breitere Präsenz ist nur eine Frage der Zeit und über die Art, wie solche Ersatzangebote öffentlich erheblich mitfinanziert werden, wird dies sogar die öffentliche Hand teilweise tragen.

Bis dahin kann man sich schon einmal anschauen, was sich Islamisten denn so unter Kindererziehung vorstellen. Die Vorträge sind sehr, sehr wortreich und weitgehend unstrukturiert. Den Gehalt muss man mühsam extrahieren. Die Sichtung aller Videos ist zum Gesamtverständnis dieses Beitrags nicht erforderlich, man kann aber einmal in den Sermon hineinhören.

Zunächst Abdellatif Rouali oder „Sheikh Abdellatif“, Ex-Chef des nunmehr verbotenen Dawaffm-Netzwerks, zu dem Thema:

 

Said El Emran alias Abu Dujana, selber Sohn eines Predigers

http://www.general-anzeiger-bonn.de/bonn/stadt-bonn/Ihr-werdet-nicht-mehr-in-Sicherheit-leben-article928287.html

sieht das zum Beispiel so (ab 42:30):

 

Abul Baraa, Berliner Prediger, fängt bei der „richtigen“ Partnerwahl an, ab 30:00:

 

Der Kollege Brahim Belkaid alias Abu Abdullah, dessen Bruder Mohamed Belkaid einen problematischen Hilfsverein hat und bei dem sich auch die Frage stellt, ob dies vielleicht Familientradition sein könnte, gibt diese Ratschläge, etwa ab 53:00:

 

Der Berliner Ferid Heider, Muslimbruder und Imam einer vom Verfassungsschutz beobachteten Moschee („Teiba Kulturzentrum zur Förderung der Bildung und verständigung e.V.“) gibt diese Ratschläge, hier zunächst die Textstellen vorgetragen:

 

Teil 2, auch er stellt auf die richtige Wahl der Gattin, der „Erzieherin“ ab:

 

Den Herrn Ahmad Abdulazi Abdullah alias Abu Walaa, dessen Hildesheimer Einrichtung vor Tagen Ziel einer behördlichen Maßnahme zur Sicherstellung von Beweisen wegen eines potentiellen Vereinsverbots war und dessen Privatdomizil heute durchsucht wurde, kann man hier in der Interaktion mit Kindern beobachten:

 

Oder Pierre Vogel:

 

[Solch einen Kinderbesuch hat auch Safia S. bei Pierre Vogel wahrgenommen dank ihrer Eltern.]

Die Kinder fundamentalistischer Eltern haben es also ungeheuer schwer, zu freien Menschen zu werden. Das ist natürlich Absicht, denn die individualistische Sicht auf Kinder ist Fundamentalisten eher fern (diese Linie findet sich auch bei ultrakonservativen Christen, die ihre Kinder wegen der „Gefahr der Verderbnis“ nicht einmal in öffentliche Schulen lassen). Kinder sollen sich beugen lernen und den Islam verbreiten zum Lobe und Verdienst ihrer Eltern. Freiheit, Entscheidungsfreiheit kommt da nicht vor. Bei einem solchen Maß an Unterwerfung ist es dann auch schwierig, von der literalistischen Lesart abzubringen, denn es steht ja geschrieben. Sobald dies jemand als persönlichen Auftrag empfindet, kann da alles Mögliche passieren.

Leider ist die Datenlage schlecht hinsichtlich der Anzahl derer, die aus fundamentalistischen Familien stammen und in den Krieg zogen. Ein wahrscheinlich nicht unerheblicher Anteil dieser Personen fällt vor ihrer Ausreise oder ihrer Tat kaum auf, denn bis sie sich für ihren persönlichen Jihad entscheiden, sollen sie sich konform verhalten, also nicht kriminell werden, siehe z.B. obiges Video von Brahim Belkaid „Klauen, Betrug ist verboten… wenn es hart auf hart geht, wenn Krieg ist, dann ist Krieg, dann gibt es alles…“. Dieses Phänomen kann auch hinter so mancher „Blitzradikalisierung“ stehen: Die Eltern geben ihren Erziehungsstil dort schlicht nicht zu.

Ein weiteres Beispiel zeigt, wohin das führt, wenn man die Kinder dazu erzieht, „Löwen“ und Kämpfer für den Islam zu sein und „die Kuffar, die Ungläubigen, zu hassen“:

A source said the teenager, the son of a local radical imam, posed a potentially „serious threat“ to the public and they wanted to trace him „as soon as possible.

http://www.telegraph.co.uk/news/2016/08/09/belgian-police-hunting-teenager-who-pledged-to-kill-all-christia/

 

Die fundamentalistische Erziehung von Kindern wird gegenwärtig noch nicht breit thematisiert, obwohl sie eine relevante Quelle von Problemen an Schulen und in Jugendeinrichtungen darstellt sowie eine wachsende Gefahr für die Sicherheit bedeutet. Dies ist – neben der bias wegen der Auswertungen, die sich maßgeblich auf vorliegende Polizeiakten stützen, wozu meist Delinquenz gehört – vor allem darauf zurückzuführen, dass man gegenwärtig nur wenig Instrumentarium hat, wenn Eltern nicht in Deradikalisierungsprogrammen kooperieren. Ein Problem, für das man noch keine Lösungsansätze hat oder sich schwertut, welche zu entwickeln, wird von politischer Seite gerne negiert bzw. aufgeschoben. Befördert wird dies leider von Personen, die die bias nicht sehen, aber aus ihrer Sicht wahrheitsgemäß berichten, die Familien von Radikalisierten seien mehrheitlich nicht religiös. Das wissen wir schlicht nicht, weil es ein erhebliches Dunkelfeld gibt an Personen, deren Ausreise von den Familien NICHT gemeldet wird. Sie vergessen darauf hinzuweisen, dass die Personen, über die sie berichten, nur die Personen sind, die Hilfe suchen, weil sie säkulare Hilfe wollen. Wer keine säkulare Hilfe will bzw. selber Islamist ist, ruft nicht bei Beratungsstellen an. So kommt es dann, dass als Rezept der bekenntnisorientierte Islamunterricht gepriesen wird, weil man ja etwas gegen die angeblich verantwortliche religiöse Unbildung tun müsse (Orientierung ist mitnichten per se als Religion besser, sie ist nur anders). Das gefällt den Islamverbänden, sicher, die keine einordnende und relativierende säkulare Unterweisung und Wertevermittlung haben wollen. Das ist vom Ansatz her ein falscher Weg, der grundlegend neu überdacht werden muss. Mit Rezepten auf der Basis unzureichender oder nicht richtig eingeordneter Daten vertun wir Zeit. 

Diese Zeit haben wir jedoch einfach nicht. Ein rechtsstaatliches Instrumentarium muss hier zwingend entwickelt werden, um bei fundamentalistischen Eltern mehr Hilfsmöglichkeiten zu bieten bzw. deren Art der Indoktrinierung etwas entgegen setzen zu können. Das sind wir auch den Pädagogen schuldig, die sich mit Kindern abmühen, die sie schon abwerten und ihnen die Grundachtung verweigern.

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