„Fußfessel-Islamist“ Hassan Masood wohl tot

Die Bild-Zeitung berichtete, dass es Hinweise auf den Tod von Hassan Masood, eines jungen Mannes aus Offenbach, gebe:

http://www.bild.de/video/clip/isis-terroristen/hassan-m-in-syrien-getoetet-47671898.bild.html

Masood war Teil der Offenbacher Islamistenszene, bis er 2014 ausreiste:

http://www.swr.de/report/ausreise-in-den-dschihad-wie-ein-offenbacher-islamist-die-behoerden-genarrt-hat/-/id=233454/did=14121254/nid=233454/1em54vk/index.html

Schon 2012 flanierte er – gewandet in traditionelle Kleidung – immer wieder gut sichtbar durch die Offenbacher Füßgängerzone. Zusammen mit seinem Freund, dem Sohn des Hasspredigers Said Khobaib Sadat, zog er die Blicke der Passanten auf sich und gefiel sich offenkundig in der Aufmerksamkeit. Auch Sadat ist ausgereist, schon 2012, wahrscheinlich nach Afghanistan.

hassan-masood-2012-160907

Umfeld des LIES-Standes April 2012 3.v.l. Masood

Am LIES-Stand traf man sich mit anderen jungen Leuten, aber auch altgedienten Aktivisten von Dawaffm. Gemeinsam versuchte man, Kontrolle über den öffentlichen Raum auszuüben. So wurde die Jugendgruppe einer islamischen Gemeinde durch die Offenbacher Fußgängerzone verfolgt unter den Rufen, man werde sie köpfen. Man versuchte alles, um diese muslimischen Jugendlichen und Kinder einzuschüchtern. In Übermacht fühlte man sich stark. Auch gegenüber Aufklärung im Umfeld des LIES-Standes versuchte man vorzugehen. So wurde ich von ihm und seinen Kumpanen umringt und es wurde unter Beleidigungen versucht, mich zum Weggehen zu bewegen. So z.B. hier:

http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/koranverteilungen-in-deutschen-staedten-die-sache-mit-der-wahrheit-11717904-p3.html

Einen Eindruck vermittelt auch dieses Bild von einem späteren Termin, 21.04.2012:

Pulk um 2 Polizisten

Eindruck vom 21.04.2012 Mit brauner Kappe Masood

 

An diesem Tag musste die kleine Flugblatt-Aktion, die ich mit mehreren Genossen organisiert hatte, abgebrochen werden. Gegen ca. 50 aggressive Sympathisanten der LIES-Aktion konnte für unsere Sicherheit durch die 6 eingesetzten Stadtpolizisten nicht mehr garantiert werden. Sie baten mich daher, die Aktion abzubrechen. Natürlich leistete ich dem Folge, weil ich auch die Stadtpolizisten nicht gefährden wollte. Am Samstag zuvor war dieses Video aufgenommen und verbreitet worden von Masood (Sprecher):

 

[Das Video war trotz Intervention bei Dailymotion seinerzeit nicht aus dem Netz zu kriegen. Bei anderen Betreibern war dies erfolgreich. Gegen Ende reißt dann doch einmal der Geduldsfaden beim Flugblattverteiler. Natürlich beherrschte er sich nach der Androhung – die in der Situation zunächst Wirkung zeigte – dann wieder. Polizei war nicht dabei bei dieser Gelegenheit. Und bevor jetzt jemand aus der Szene auf Gedanken kommt: Die gezeigte Person hat sich nur im Jahr 2012 genau dreimal an Straßenaktionen beteiligt.]

Aufgrund dieses Videos rottete sich – Wiedererkennung in der Szene – am 21.04.2012 eine Gruppe junger Männer zusammen und bedrohte meine restlichen Mitstreiter und mich nach Abzug der Stadtpolizei. Wir mussten uns in einen Hausflur zurückziehen und eine Stunde warten, bis wir gefahrlos (ich trug ja Verantwortung für die anderen, die übliche Polizei war wegen eines Kickers-Spiels ausgelastet) und unter Einhaltung von Vorsichtsmaßnahmen abziehen konnten.

Dass Hassan Masood mit Fussfessel agieren und dann ausreisen konnte, ist wahrscheinlich einer Fehleinschätzung zu verdanken. Er wurde wohl als Praktikant beim „Grünen Halbmond“, einem islamischen Pflegedienst geführt, der dem I.I.S. in Frankfurt nahe steht. Möglicherweise haben die Zuständigen den „Grünen Halbmond“ mit dem „Grünen Kreuz“ verwechselt oder hielten das aus anderen Gründen für unbedenklich. Der Grüne Halbmond ist Mitglied im DIV.

Masood hätte alle Chancen dieser Gesellschaft haben können – wenn er sie denn gewollt hätte. Er könnte jetzt ein abgeschlossenes Studium haben. Er ist ein gutes Beispiel für junge Menschen, die sich für die einzig wahren Menschen halten, während Ungläubige als Tiere, eben keine Menschen, gesehen werden. In dieser Gegenrealität ist berufliches Vorankommen abdingbar, der Ausübung eines fundamentalen Glaubens wird absoluter Vorrang eingeräumt. Man hält sich für Elite alleine durch die Ausübung dieser fundamentalistischen Linie. Argumentativ spielt in diese Eigenbetrachtung hinein, dass man die Evolutionslehre umdeutet: Natürlich haben wir alle eine gemeinsame Abstammung. Wenn man die Evolutionslehre anführt, wird bauernschlau argumentiert, dass es ja schön sei, dass man sogar sich selber als Tier, als Affe (es wird – in Anlehnung an alte Texte so verkürzt), sehe, dass aber sie, die Muslime, selbstverständlich NICHT dieser Abstammung seien. Aus der Verquickung von Evolutionslehre und koranischen Angaben wird ein krudes Selbstbild gezimmert, das Ungläubige maximal abwertet. Die Evolutionslehre wird also als Bestätigung der koranischen Selbstbetrachtung umgedeutet bzw. eingebunden (verbreiteter, neuerer Narrativ unter Jüngeren). Doch auch vor Glaubensgenossen macht man, s.o., keinen Halt, es sei denn, sie vertreten den eigenen, angeblich einzig wahren Islam. Bei welchen Kämpfen Masood ums Leben kam, ist noch nicht näher bekannt. Möglich ist aber, dass er seine Androhungen aus der Fußgängerzone, damals im Jahr 2012, wahr gemacht hat und sich dort schuldig machte, vielleicht auch an Gegnern, die ebenfalls muslimischen Glaubens sind.

Eine traurige Existenz mit einem noch traurigeren Ende. Sollte seine Familie versucht haben, all dem entgegenzuwirken, hat sie mein Mitgefühl. Doch sie haben ihren Sohn oder Bruder schon vor Jahren verloren, nämlich dann, als er begann, diesem Todeskult zu folgen, den der IS darstellt.

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