Reaktionen der Szene auf Berichte zu „Hass-Kindern“

Vor einigen Tagen war vom HR das Thema einer extremistischen Erziehung aufgegriffen worden, in Hessenschau :

http://hessenschau.de/gesellschaft/staatsschutz-warnt-vor-islamistischen-hass-kindern,hasskinder-100.html

und Maintower:

 

Die Beiträge fanden breite Wahrnehmung und wurden auch von anderen Medien aufgegriffen. Dies war darauf zurückzuführen, dass das Thema der extremistischen Erziehung, also die Erziehung auf eine Gegengesellschaft hin, mit drastischen Beispielen autoritärer und gewalttätiger Kindesmisshandlung belegt wurde. Nicht wenige Fälle solcher und ähnlicher „Erziehungsmethoden“ werden jedoch nicht aktenkundig werden, schlicht deshalb, weil diese Vorgänge familienintern gehalten werden. Dass der Staatsschutz bzw. die Polizei und das Jugendamt hinzugezogen werden, dürfte eher die Ausnahme denn die Regel sein.

Auch in den einschlägigen Kreisen erregte der Beitrag Aufmerksamkeit. So sah sich z.B. das Facebook-Portal „Realität Islam“ zu folgender Relativierung genötigt, indem die religiös motivierte Form der Kindesmisshandlung aus diesem Kontext gerissen wird:

 

Interessant ist hierbei, dass Kindesmisshandlung zwar explizit als gesamtgesellschaftliches Problem gesehen wird (was korrekt ist, wenn auch mit unterschiedlichen Wahrscheinlichkeiten), aber genau islamistische Eltern da außen vor sein sollen, aus obigem Text:

Aus diesem Grund geht unsere Ansprache an die Mehrheitsgesellschaft. Es darf nicht zugelassen werden, dass das Meinungsbild der Öffentlichkeit verzerrt und damit das Familienleben von Muslimen denunziert wird. Die Realität muss richtig analysiert werden, indem aufgezeigt wird, dass es sich bei der Kindesmisshandlung um ein gesamtgesellschaftliches Problem handelt.

Im Beitrag wird glasklar gemacht, dass es sich um die Kinder von Extremisten handelt, was aber in der Reaktion von „Realität Islam“ zunehmend verwischt wird.

Ziel dieses Manövers ist offenkundig, dass es, selbst dann, wenn die religiöse Konnotation ganz deutlich ist wie in den geschilderten Fällen aus dem Beitrag, diese hier jedoch nicht genannt werden soll. Die Erziehungsmethode wird von der hier spezifischen Erziehungsmotivation abgetrennt. Eine islamistische Erziehung wird – man kann vermuten, absichtsvoll – nicht von einer muslimischen Erziehung getrennt bzw. es wird darauf abgestellt, dass man selber das nicht abtrennen könne. Auch mit dem Einspieler in den HR-Beiträgen von Abdellatif Rouali, dem Oberhaupt des seit 2013 verbotenen Netzwerks Dawaffm, wird deutlich gemacht, um welche Gruppe Menschen es geht. Hier noch einmal das Original-Video, in dem drastische Beispiele auch aus der Community enthalten sind:

 

Gerade wenn Muslime darauf abstellen, Teil der Gesellschaft zu sein (was sie sind), muss man die Probleme, wenn sie mit dem Glauben zusammenhängen, auch in diesen Kontext stellen (dürfen). Das Abgrenzungsproblem, sich nicht von islamistischen Glaubensgeschwistern abtrennen zu können, ist im Grunde nicht das Problem der Gesellschaft, sondern jener Muslime, die Islamismus nicht als Abgrenzungsmerkmal sehen wollen. Weil sie selber Islamisten sind. Man beachte das Hashtag #BurkaunsereIdentität bei „Realität Islam“:

realitaet-islam-burka-160915

Screenshot „Realität Islam“ 15.09.2016

hier auf Twitter:

https://twitter.com/hashtag/BurkaUnsereIdentit%C3%A4t?src=hash

Da allerdings bleiben kaum noch Fragen.

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