Hippe Fundis

Über „neue“ Prediger, eine andere Art der Ansprache und alten Wein in neuen Schläuchen

Wer glaubt, islamischer Fundamentalismus zeichne sich vor allem durch das äußere Bekenntnis wie Barttracht, kurze Hosen und Häkelmütze aus, geht fehl. Auch wenn dies Zeichen einer rigiden Religionsauslegung sein können, gibt es doch eine wachsende Zahl an Salafisten und Fundamentalisten, die äußerlich nicht vom Mitschüler, Kollegen oder Kommilitonen zu unterscheiden sind. Das gab es auch schon früher, sicher. Fundamentalisten wie der ehemalige Chef der mittlerweile verbotenen IHH, Mustafa Yoldas, kam auch zu Hochzeiten, d.h. vor dem Vereinsverbot, immer westlich gewandet daher, ganz so, wie er es über den Umweg einer Schura mittlerweile an die Verhandlungstische der Hamburger Bürgerschaft geschafft hat. Oder der immer tadellos gekleidete Herr El Zayat: Unter gutem Anzug und Krawatte verbirgt sich ein Funktionär der Muslimbruderschaft.

Was den Älteren Anzug und Krawatte sind, ist den Jüngeren nur billig: Optisch ist da wenig an Erkennungsmerkmalen auszumachen. Manchmal ist ein Bart da, aber eher kürzer und gepflegt. Diese Fundamentalisten zeigen sich im Gespräch und in der persönlichen Lebensführung bzw. diese gibt Hinweise darauf. Natürlich sind auch ihre Verlautbarungen in den sozialen Netzwerken, vor allem aber ihre Einbindungen aufschlussreich. So mancher ist entweder „familiär vorbelastet“ oder er hat einen älteren Mentor, dessen Seilschaften angejahrt, aber noch nützlich sind. So fallen zum Beispiel die Herrschaften von „Generation Islam“, deren Agenda sehr auf eine Gegengesellschaft gerichtet ist, optisch nicht weiter auf:

 

oder er, gleiche Gruppierung::

 

[Man beachte, wie intensiv im unteren Video beklagt wird, dass man sich in seinen religiösen Handlungen im normalen Leben temporär etwas an eine nicht- oder andersreligiöse Gesellschaft anpassen sollte. Das wird als Zumutung dargestellt.]

Angst machen im Anzug, nicht beten ist schlimmer als töten, vom Facebook-Portal „Macht´s Klick“:

 

Wer tüchtig Angst hat, der ist leicht zu manipulieren.

Ibn Hajjar aus dem Frankfurter Raum, Auftritte für „LIES!“, „Medizin mit Herz“ (früher „Medizin ohne Grenzen“) und in der Verbreitung befördert durch Frank Abdullah Bubenheim:

http://www.dar-ul-ilm.de/category/videosundaudios/ibn-hajjar/

Oder „Abu Hagar“ alias Mohanned Ayub aus Minden:

https://www.facebook.com/ Abuhagar.dimw/

und

http://diesistmeinweg.jimdo.com/%C3%BCber-uns/

hinter dem der Vater Usama Saddiq Ali Ayub  steht:

http://www.bild.de/regional/ruhrgebiet/ovg-muenster-erkannte-usama-saddiq-ali-ayub-asylanten-status-ab-16690350.bild.html

Zwar wird so etwas veröffentlicht, das kann jedoch aus u.g. Gründen keine relevante Beruhigung sein:

 

Eine Distanzierung vom IS oder eine „Widerlegung“ ist mitnichten eine Absage an eine problematische Auslegung des Islam (es geht mehr darum, wie Muslime einander sehen und behandeln). Auch Drohungen einer als problematisch bekannten Gruppe sind kein Persilschein: Diese Art Extremisten erkennt sich gegenseitig schon mal ab, überhaupt Muslim zu sein. Manch einer ist da großzügig, den anderen in die Verdammnis zu wünschen. Solche Wünsche aber machen aus dem Betroffenen noch keinen guten Demokraten. Es gibt einige andere, konkurrierende Gruppen, die ebenfalls jihadistisch eingestellt sind und auch agieren. Von Personen, die einer anderen Richtung als dem IS zuneigen, ist dies eine beliebte Strategie, um der Mehrheitsgesellschaft gegenüber einen bestimmten, aber nicht immer zutreffenden Eindruck, den eines Pazifismus, zu erwecken. Die Gruppierung, der der Vater wohl zugerechnet wurde, existierte lange vor dem IS.

Es ist also wichtig, den Personen genau zuzuhören und ihre Einbindungen zu beachten. Rasch gefasste Urteile aufgrund äußerer Merkmale sind – wie meist – nicht zielführend. Hinter (zeitweise getragener) traditioneller Kleidung kann sich eine Person verbergen, die ihren Glauben – relativ – privat betrachtet, hinter Rapper-Klamotten oder Anzug ein Extremist. Die betreffenden Herrschaften sehen sich zwar regelhaft als Personen, die in der Mitte stünden, ganz ausgewogen seien und keineswegs extrem. Das Verständnis dafür, was extrem sei, deckt sich jedoch nicht mit der üblichen Bedeutung: die Mitte ist für jene Personen nicht die FDGO, sondern sie definieren einfach sich als Mitte. Die Eigensicht ist deutlich verschoben im Spektrum bei Außensicht. Bei hartnäckigem Insistieren wird dann gegebenenfalls angeführt, man befolge nur Regeln, die halt seien, wie sie sind. Ein gutes Beispiel für diese verschobene Eigensicht ist der Darmstädter ehemalige Doktorand Malik Fandi:

http://hessenschau.de/tv-sendung/video-10764~_story-islamist-102.html

Unauffällig war er, wurde befunden. Wahrscheinlich hat mit ihm nur nie jemand von den nichtmuslimischen Kollegen wirklich geredet. Auch über Glauben. Wahrscheinlich ist, dass das Thema vorsichtig ausgespart wurde.

Jung sein und „hippe“, normale Klamotten tragen besagt also weniger als man so denken könnte. Das eine oder andere Mal ist das angepasst wirkende Äußere nicht nur Tarnung für den Alltag, sondern eröffnet auch den Zugang zu Personen, die selber nicht traditionell gekleidet sein wollen oder können. Die Zielgruppe ist der noch nicht stark eingebundene und nicht so glaubensstrenge „Bruder“, der sich durch zu starke offensichtliche Frömmelei abgeschreckt fühlen könnte. An die Hand genommen vom ähnlich gewandeten Bruder und in lockerer Sprache könne indifferente und eher noch „modern“ lebende Jüngere angesprochen werden.

Es ist also darauf zu achten und das Gespräch zu suchen, wann immer man bei einer Person den begründeten Eindruck hat, sie neige einer sehr strengen Auslegung zu. Das kann und sollte (!) man ja höflich und „normal“ tun. Mehr miteinander reden. Eine Person, die nicht islamistisch aufgestellt ist, wird das nicht als Angriff, sondern Interesse werten (es gibt natürlich Ausnahmen). Ein Islamist hingegen wird wenig Interesse am sozialen Umgang haben allgemein mit Personen, die für ihn ungläubig sind (das betrifft explizit auch säkulare Muslime, also eigentliche Glaubensgeschwister, mit denen man jenseits einer Missionierungsmöglichkeit auch eher weniger zu tun haben möchte). Ungläubige sind für ihn keine Personen, mit denen man befreundet sein könnte, bei den Ultras nicht einmal Menschen mit Rechten. Da helfen dann auch die schönsten Klamotten nichts.

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