Erneuerbarer Islamismus

Nicht ganz neu als Vehikel und Tarnung für islamistische Betätigungen sind manche Aktivitäten, die man auch als „grün-alternativ“ bezeichnen kann. Ist es bei anderen Muslimen völlig normal und auch nicht Gegenstand einer Betrachtung hier, sind Betätigungen, die von bestimmten Einrichtungen und Personen ausgehen, durchaus geeignet, zumindest Interesse und Nachfragen auszulösen. Das Landesamt für Verfassungsschutz merkt z.B. an:

In Anlehnung an ihre ägyptische Mutterorganisation versucht die IGD durch soziales und religiöses Engagement sowie durch Dialogangebote Akzeptanz in der Gesellschaft zu finden. Letztlich zielen diese Versuche darauf ab, die Ideologie der MB gesellschaftsfähig zu machen.

https://lfv.hessen.de/sites/lfv.hessen.de/files/Bericht2013/html/02_Islamismus/02_Beobachtungsobjekte/02_Muslimbruderschaft/index.html

Global denken, lokal handeln.

So versucht die Frankfurter Einrichtung Islamische Informations- und Serviceleistungen e.V. I.I.S. etwa seit Jahren, über einen „Fair trade“-Shop und entsprechende Angebote den Gang durch die jeweiligen grünen Institutionen. Über gemeinsame „faire“, hier wohl eher katholisch geprägte, Betätigung werden dem Anschein nach wertvolle Fürsprecher gewonnen:

https://www.iisev.de/aktivitaeten/fairtrade/

https://www.iisev.de/news/die-tour-de-fair-macht-halt-im-iis/

Man kann sicher zu Recht vermuten, dass über solche Aktionen

https://www.iisev.de/48-0-Fairtrade-Produkte-im-IIS-Infoladen.html

und solche Broschüren

http://www.weltladen-bornheim.de/wp-content/uploads/2016/04/Fair-Trade-und-Islam-Aufl-2016.pdf

besonders wohlwollende Mitstreiter gewonnen werden können. Mitstreiter, die wohl wenig Fragen über den ideologischen Hintergrund stellen und das vermeintlich gemeinsame große Ganze im Blick haben. Es grünt so grün. Parallel kann man über den Mitstreiter dann politische Entscheider zu Grußworten, Glückwünschen und anderem bringen: mehr Testimonials.

Frankfurt ist nicht die einzige Kommune, in der so etwas funktioniert. In Darmstadt gibt es den Verein „Nour energy“. Nach Eigenangabe widmet man sich mit Hingabe der Verbreitung „alternativer Energien“:

http://www.nour-energy.com

http://www.nour-energy.com/team/

Man kann sich schon etwas wundern, wenn bei etwas so vermeintlich Harmlosem wie grünem Engagement die Beteiligten nur bildlich, aber nicht namentlich erwähnt werden. Grün, aber nicht transparent.

Das grüne Engagement ist es aber wohl nicht ganz oder nicht alleine, was die seltsam im Dunklen bleibenden Akteure des Vereins antreibt. Auf Tagungen werden andere „alternative“ Akteure eingebunden und in Darmstadt die evangelische Kirche zu gemeinsamen Tagungen gebracht:

http://www.nour-energy.com/wp-content/uploads/2015/09/Flyer-NE-Tagung-2015.pdf

Da finden sich dann auch Beflissene, die aus anderen Zusammenhängen bekannt sind:

 

Man beachte auch den Abspann: Die Robert Bosch Stiftung sponserte und – Islamic Relief war auch dabei (s. Beiträge hierzu auf diesem blog, sogar mit eigenem Vortrag).

Hier noch mal schriftlich:

http://www.nour-energy.com/tagung/

Bei so vielen wohlklingenden Namen – das muss dann doch völlig unbedenklich sein? So unbedenklich, dass die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH dann gemeinsame Projekte anstößt:

http://www.nour-energy.com/projekt-in-marokko-mit-giz-ein-grosser-meilenstein-in-fuenf-jahren/

Ist man erst einmal an der seriösen GIZ, ist man auch an all ihren – seriösen – Partnern ganz, ganz nah dran:

https://www.giz.de/de/ueber_die_giz/100.html

https://www.giz.de/de/html/impressum.html

Ein „600 Moscheen sollen energieeffizienter werden„-Projekt wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit gefördert:

 

Man erinnere sich: Das BMZ hatte auch schon Projekte von Islamic Relief gefördert, die Robert Bosch Stiftung in Darmstadt auch schon das öffentliche Iftar durch den jetzt unter Beobachtung stehenden Bilal-Verein. Bei letzterem war wohl der persönliche Eindruck – wieder einmal! – sehr zentral.

Schön hochgepokert.

Dessen ungeachtet macht die GIZ natürlich viele gute und auch unproblematische Dinge:

https://www.giz.de/de/mediathek/112.html

Die Mitarbeiter sind aber offenkundig nicht geschult und nicht angewiesen, nicht nur das Formblatt im Blick zu haben. Das ist bei Gruppierungen, die wie die Muslimbrüder agieren, nicht ausreichend. Damit muss man rechnen und es ist vor der Kooperation (auch Aufwandsentschädigungen/ Reisekosten sind öffentliches Geld!) dringend zu prüfen, welche Einbindungen der Kooperationspartner hat.

Man muss sich ernsthaft fragen, welche „ehrenamtliche Beratung“ das GIZ und das BMZ ausgerechnet aus Darmstadt brauchen hinsichtlich der Energieeffizienz in marokkanischen Moscheen. Warum man überhaupt ein solches Projekt für Moscheen macht und nicht für Schulen oder Krankenhäuser. Der Ablauf scheint so zu sein, dass eine Projektidee herangetragen wird, das Ministerium dann die GIZ beauftragt und diese sich Partner zur Umsetzung sucht. Wer mag wohl diese Mittel beantragt haben? Welche Moscheen wurden ausgewählt (es soll in Marokko 15.000 geben)?

Wirklich schlauer, wessen Idee das war, wird man aus diesem aktuellen Artikel, der sich auf dieses Projekt bezieht, nicht:

http://www.taz.de/!5337562/

Selbst wenn das aus dem Umfeld des Königshauses gekommen sein mag, wird man dort nicht wissen, wie die hiesige Einbindung und Wertung ist, welche Personen HIER ausgewählt werden. Ein Verwirrspiel, das solche Gruppierungen gerne ausnutzen.

Wenn man sich jedoch die Basis anschaut, was „Nour energy“ eigentlich ausmacht, so wird deutlich, dass man v.a. in Darmstadt auch noch über das Tagungsvideo hinaus noch genauer hinsehen muss. Zwischen dem jetzt unter Beobachtung stehenden Bilalzentrum und „Nour energy“ gab es in der Vergangenheit vielfache gemeinsame Veranstaltungen:

http://bilalzentrum.de/artikel/umweltschutz-und-islam

Man lud gemeinsam Dr. Abdurrahman Reidegeld ein (einige interessante Teilnehmer waren dabei, u.a. Mohamad Adam mit dem „Unani-Institut“ und weiteren Verflechtungen, Daniel „Ibrahim“ Germer):

http://bilalzentrum.de/bisaktuell-vortrag-der-mensch-ein-spiegelbild-seiner-umwelt

Jier zu einem Vortrag v or der 5 Jahr Feier:

Auch das Iman-Frauenzentrum war mit von der Partie:

 

In die lokale Szene ist „Nour energy“ also bestens vernetzt und eingebunden, aber auch überregional, hier zum wiederholten Male bei „Vereint im Islam“, man beachte die Referenten im Bild:

http://www.nour-energy.com/umweltschutz-die-vergessene-verantwortung/

Nour steht nicht nur für Licht, sondern auch das religiöse „innere“ Leuchten, sozusagen das göttliche Licht. Das ist also doppeldeutig. Für den „westlichen“ Verhandlungspartner das schlichte physikalische Licht, für den Gläubigen hat das noch eine andere, weitere Bedeutung.

Ob man bei Kirchen, BMZ und GIZ so um diese Verflechtungen weiß, ist fraglich, aber möglich. Warum soll eine Zusammenarbeit im Bereich Umweltschutz religiös konnotiert sein? Bei üblichen Akteuren wäre auch das noch unproblematisch. Nicht jedoch bei Muslimbrüdern & Co, siehe oben. Da muss man sich fragen, warum die Kirchen und staatliche Akteure dort unterstützen und bei der Einbindung und dem Wachstum helfen. Ist man da selber aktiv heran gegangen oder konnte sich nur dem herangetragenen Begehren nicht verweigern?

Sicher ist, dass I.I.S., Nour energy, Islamic Relief und die anderen diesbezüglichen Akteure ganz genau wissen, was sie tun. Kirchen als Institutionen und gute persönliche Kontakte werden als Türöffner benutzt. Am vorläufigen Ende steht wieder eine Kooperation mit einem Ministerium, bei der man sich fragen muss, ob da so alle wissen, was sie tun und nicht nur, wie sie etwas tun müssen, was sie vom Hintergrund her nicht durchschauen.

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