Göttingen: Radikale Szene trifft sich im Mahatma-Gandhi-Haus

Islam-Seminar mit dem Tagesordnungspunkt „Millatu Ibrahim“

Über die Verbindungen Sontra – Göttingen war hier schon wiederholt berichtet worden. Immer wieder dabei ist auch Bernhard Falk als Person, die vernetzt und Input gibt. Falk steht in engem und andauerndem Kontakt zu der Sontraer und Göttinger Gruppe, was durch viele Bilddokumente belegt ist. Zum Teil werden auch in anderen Städten (z.B. Berlin) Aktionen gemeinsam durchgeführt. In Göttingen ist, wie auch hier dargestellt, die Anhängerschaft von Metin Kaplan seit einiger Zeit Kristallisationskern der radikalen Szene:

Ausgangspunkt in Göttingen sei die Anhängerschaft des früheren sogenannten „Kalifatstaat“ um Metin Kaplan, den sogenannten „Kalifen von Köln“. Kaplan war Chef der radikalen islamischen Vereinigung Kalifatsstaat und wurde 2004 in die Türkei ausgewiesen, wo er zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt wurde. Dass die verbotene ehemalige Kaplan-Moschee im Untergrund weiterhin aktiv ist, will die Polizei nicht bestätigen.

Seit 2015, erklärt die Polizei, hätten sich in Göttingen Gruppierungen entwickelt, „die dem Neo-Salafismus zuzurechnen sind. Unter Hinzurechnung sympathisierenden Umfeldes dürfte diese Szene über eine Klientel im mittleren zweistelligen Bereich verfügen.“ Gemeinsamer Nenner sei die bedingungslose Bejahung der Ideen des Salafismus. Dazu zählt auch die Errichtung eines Kalifats als einziger glaubenskonformer Staats- und Gesellschaftsform.

http://www.goettinger-tageblatt.de/Goettingen/Uebersicht/Sicherheitsbehoerden-Goettingen-salafistischer-Brennpunkt

Aktuell haben die Göttinger und die Sontraer Gruppe ein Seminar in Göttingen durchgeführt:

karacar-bala-kokacaplan-goettigen-161016

Screenshot vom 16.10.2016

Einige Eindrücke von Teilen der Tagesordnung, sozusagen der öffentliche Teil:

 

 

Wenn man einmal von der für nicht mindestens muslimisch-konservative Personen eher bizarren Vorstellung absieht, dass man so sehr auf Geschlechtertrennung achtet, dass eine „Aufklärung zum Thema der Frau“ selbstredend nur abstrakt ohne real existierende Frauen* stattfindet, ist das natürlich der weniger interessante Teil. Am spannendsten ist Punkt 4 der ordentlichen Tagesordnung „Millatu Ibrahim“. Das könnte sich nun um eine theologische Betrachtung der allgemeinen Art handeln, ja (die Rückkehr zur Religion/Weg/Lebensweise Abrahams). Wahrscheinlicher ist jedoch, dass in dieser Zusammensetzung es auch Überlegungen, Berichte und Ausführungen zu der bereits 2012 verbotenen, sehr militanten Gruppe in NRW gab. Ferhat K. ruft denn auch dazu auf, nur die Gesetze Gottes zu befolgen. Er ruft zu „Hass“ und „Feindschaft“ auf. Er versucht, die anwesenden Männer aufzustacheln. Diese bekräftigen dies mit Rufen.

Zur Erinnerung:

https://de.wikipedia.org/wiki/Millatu_Ibrahim

In anderen europäischen Ländern ist die hier verbotene Struktur hingegen weiterhin aktiv (ein kurzer Video-Beitrag älteren Datums zur Einordnung):

 

Auch hier, diesjährige Beiträge, aber auf englsich:

https://www.youtube.com/channel/UCt6fWd4gLez4TC0GwDl7lOw

Das Seminar mit dieser Tagesordnung ist unter Berücksichtigung der anwesenden und vortragenden Personen nicht ohne Brisanz. Bernhard Falk hatte dort vielleicht seine Kenntnisse aus der Zeit vor dem Verbot von Millatu Ibrahim beizusteuern. Er war 2013 ja auch schon nah an dieser Szene dran:

 

Angestachelt von Ferhat K. könnten die Hinweise von Bernhard Falk auf fruchtbaren Boden fallen.

Über diesen Tagesordnungspunkt kann man also spekulieren, dass man vielleicht eine weitere Wiederbelebung oder Kooperation mit den Solinger Personen plant. Von Millatu Ibrahim waren ja nur einige im direkten Fokus der Öffentlichkeit, von denen manche mittlerweile in Syrien entweder kämpfen oder bereits tot gemeldet sind. Andere sind aber noch da und suchen vielleicht (noch oder wieder) Anschluß an eine ähnlich militante Struktur.

Veranstaltungsort war das Mahatma-Gandhi-Haus, ein Studenten-Wohnheim, an das auch Club- und Seminarräume angeschlossen sind. Es ist unklar, ob der für das Heim verantwortliche Verein über die Betätigungen der Anmieter informiert war. Die Wahrscheinlichkeit ist aber hoch, dass man nicht wußte, wer da zu Gast kam:

http://www.aasf.de/about/

Neben Furkan Karacar (Sontra)

 

und Yasin Bala (Sontra)

 

sowie Ferhat K. (Göttingen; der junge Mann hatte bereits Hausdurchsuchungen wegen des Verdachts der Sprengstoffherstellung/-lagerung. Das Deradikalisierungstraining zeigt weiterhin wenig Wirkung)

 

war auch Bernhard Falk wieder mit von der Partie:

 

Das Seminar war durchaus besucht, wenn dies auch nur einen kleinen Teil der Göttinger Szene darstellt:

 

 

 

Das ist sicher eingehender und näher zu beobachten die nächste Zeit. Das „Know how“ von Bernhard Falk, der Antrieb von Ferhat K. nebst Kumpanen und evtl. auch die aggressiven Ideen und Vormachtvorstellungen von Millatu Ibrahim bilden eine höchst problematische Mischung, die Anlass zur Sorge gibt.

Insbesondere die Umtriebe in Göttingen selbst sollten Beachtung finden und auch Veranstalter dort aufmerksam sein, wer anmietet für solche Treffs. Auch und gerade in studentischem Umfeld.

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* Sie stehen zwar mit auf der Einladung. Mangels separatem Raum dürfte das aber schwierig gewesen sein. Von anwesenden Frauen beim Seminar findet sich kein Beleg.

Nachtrag:

Zu dem Vorgang reichte am 24.10.2016 der Vermieter der Veranstaltungsräume, die Afrikanisch-Asiatische Studienförderung e. V., AASF e.V., eine Stellungnahme ein:

aasf-161024-stellungnahme-korrekturen-1-1

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2 Gedanken zu “Göttingen: Radikale Szene trifft sich im Mahatma-Gandhi-Haus

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