Marburg: Eine Stadt liebt die Muslimbrüder

Orientbrücke und Islamische Gemeinde Marburg feiern Jubiläum – Marburger Offizielle feiern mit

In Marburg residiert seit vielen Jahren die Islamische Gemeinde Marburg. Jetzt ist das nicht irgendeine islamische Gemeinde, sondern eine islamische Gemeinde, die der Muslimbruderschaft nahe steht. Die größte Organisation der Muslimbruderschaft in Deutschland ist die Islamische Gemeinde in Deutschland (IGD). An der gleichen Adresse ist auch der Verein Orientbrücke e.V. eingetragen. Beide Einrichtungen fanden hier schon Erwähnung:

https://vunv1863.wordpress.com/2016/10/29/kaderkinder/

Zur Abfolge der Ereignisse rund um diese beiden Einrichtungen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Marburg#Islam

Zur Einordnung der IGD und Muslimbruderschaft äußert sich der hessische Verfassungsschutz eindeutig:

In Deutschland ist die Islamische Gemeinschaft in Deutschland e. V. ( IGD ) die größte Organisation, die die Ideologie der Muslimbruderschaft vertritt. Die IGD versucht, durch soziales und religiöses Engagement sowie durch Dialogangebote Akzeptanz in der Gesellschaft zu finden, letztlich zielt dies aber darauf ab, die Ideologie der Muslimbruderschaft gesellschaftsfähig zu machen.

https://lfv.hessen.de/sites/lfv.hessen.de/files/Bericht2012/static/node142.htm

Aus dem Verfassungsschutzbericht des Landes Hessen 2015, S. 109:

Der IGD sind bundesweit verschiedene Moscheegemeinden und sogenannte Islamische Zentren zuzuordnen, die formal von ihr unabhängig sind. In Hessen befanden sich solche Zentren unter anderem in Frankfurt am Main und Marburg (Landkreis Marburg-Biedenkopf).

https://lfv.hessen.de/sites/lfv.hessen.de/files/content-downloads/LfV_Bericht-2015final_screen.pdf

Anscheinend liest man jedoch in Marburg diese Berichte nicht. Anders ist dieses hier nicht zu erklären:

igd-mr-feier-1-161126

Screeenshot Plakat 25.11.2016

 

[Und nur am Rande: Boujeema, der auch mitwirkt, arbeitet für das Violence Prevention Network – für VPN arbeiten und Legalisten adeln, das ist inakzeptabel.]

http://ig-marburg.de/fileadmin/INHALT/Startseite/30-jahre-jubilaeum.pdf

Die Einstufungen der Vereine sind also weder neu noch ist das die erste Erwähnung der Marburger Einrichtung bei den Behörden.

igd-mr-feier-2-161126

Screenshot Plakat 25.11.2016

Islamic Relief als eine Wohltätigkeitsorganisation, die auch ganz klar dem Spektrum der Muslimbruderschaft zugeordnet werden kann (s. Beiträge auf diesem Blog), ist auch dabei. Zentral ist in diesem Zusammenhang die Marburger Familie El Zayat. Ibrahim El Zayat ist Funktionär in den verschiedensten Positionen für Islamic Relief. Das ist seit 1998 mindestens nachweisbar (s. auch Beiträge auf diesem Blog). Auch war er wohl für die Muslimische Jugend in Deutschland, dem Jugendverband, der der IGD nahe steht, aktiv im europäischen Verband FEMYSO:

https://de.wikipedia.org/wiki/Forum_of_European_Muslim_Youth_and_Student_Organizations

Sein Bruder Bilal El Zayat ist ebenfalls bei der Muslimischen Jugend Deutschlands in Funktion gewesen. El Zayat wirkt in der Islamischen Gemeinde in Marburg:

http://www.aerztezeitung.de/panorama/article/625039/deutsche-moschee-marburg.html

Auf die Ausrichtung der Moschee weist Herr El Zayat in seiner Vorstellung, in der die „Offenheit“ so zentral genannt wird, nicht hin, auch nicht darauf, dass diese Einrichtung im Verfassungsschutzbericht s.o. gemeint ist. So groß ist Marburg nicht, dass es 23 Muslimbrudereinrichtungen gäbe. Der ursprünglich ebenfalls eingeladene Redner Taha Amer ist durch seine Betätigungen für den Rat der Imame und Gelehrten Deutschlands (auch im Verfassungsschutzbericht als Muslimbruderorganisation benannt) schon seit längerem aufgefallen. Aktuell wurde er aus unbekannten Gründen von der Rednerliste genommen. Mehr zu Amer:

https://vunv1863.wordpress.com/2016/11/06/neue-struktur-in-frankfurt/

Dass sich die Universität wohl nicht näher erkundigt, wenn der geladene Herr Kienzle keine Bedenken hat und auch der Oberbürgermeister von Marburg kommt, erscheint da fast entschuldbar. Diese beiden werden sich doch erkundigt haben? Haben sie entweder nicht, oder sie halten Verfassungsfeinde dann für salonfähig, wenn man nur nahe genug dran ist. Ein bisschen wie beim Herrn Tutur: So ganz aus der Nähe wähnt man sich auf Augenhöhe.

Dass sich der Herr Kienzle dafür hergibt, ist wenig entschuldbar (andererseits ist der Mann schon 80). Als Journalist müsste er in der Lage sein, sich besser zu informieren. Ganz unentschuldbar ist dies jedoch beim Marburger Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies. Von ihm, einem Sozialdemokraten zumal, kann und muss man erwarten, dass er sich nicht nur informiert, wo er hingeht, sondern auch einen klaren Abstand hält zu vom Verfassungsschutz beobachteten Gruppierungen und Organisationen, auch wenn sie als Legalisten auftreten, auch wenn man vielleicht (sowohl El Zayat wie Spies sind Mediziner) auf Kollegenebene miteinander zu tun hatte. Auch dann, wenn sie auf runden Dialog-Tischen steppen. Auch dann, wenn sie von „Offenheit“ schwadronieren. Als Sozialdemokrat darf man auf so etwas einfach nicht hereinfallen. Da gibt es nur eins: Abstand und auch die anderen Einrichtungen informieren, wofür sie da instrumentalisiert werden sollen.

Dass das Logo des Bundesministerium des Inneren (BMI) auf dem Veranstaltungsplakat dieser Gemeinde prangt, ist nicht im Sinne des BMI. Das BMI unterstützt Vereine nicht, die in Verfassungsschutzberichten erwähnt werden. Das hat das BMI auf Nachfrage hin klar gemacht. Das BMI fördert nur das Projekt „Mosaiksteine“ Marburg und diese dürfen das Logo des BMI nutzen. Die Verantwortlichen von „Mosaiksteine“ wiederum lesen auch keine Verfassungsschutzberichte und haben anscheinend auch sonst keinen Durchblick – sonst würden sie ihr Logo und das des BMI nicht einem unter Verfassungsschutzbeobachtung stehenden Verein zur Verfügung stellen.

Es herrscht also wieder einmal maximale Verwirrung und Unkenntnis – zur Freude der Muslimbrüder, die sich nun darauf berufen können, dass man in Marburg Wiesbaden für einen fernen mythischen Ort hält und den Verfassungsschutz nicht mal absichtlich missachten muss, weil man einfach gar nicht durchblickt. Da besteht erheblicher Erklärungsbedarf.

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Der HR greift dies dankenswerterweise auf und hat einmal nachgefragt. Zumindest die Uni korrigiert die öffentliche Darstellung des Vereins deutlich:

Auf dem Plakat ist die Phillips Universität als Unterstützerin aufgeführt. Die Uni-Leitung distanziert sich davon und legt Wert darauf, dass sie das Audimax an die Islamische Gemeinde vermietet hat.

„Es hat inzwischen ein Gespräch zwischen einem Präsidiumsmitglied und dem Veranstalter gegeben“, erklärt die Uni. Nach Informationen von hr-iNFO hat der Uni-Kanzler dem Veranstalter deutlich gemacht, dass die Nennung der Uni als Unterstützer als „übergriffig“ angesehen wird.“

http://hessenschau.de/gesellschaft/feier-der-islamischen-gemeinde-sorgt-fuer-wirbel,marburg-muslimbruderschaft-100.html

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