Friede auf Erden?

… und doch kein Wohlgefallen Teil II

Anhänger in der Prävention

In Europa wird seit einiger Zeit dieses Ideologie-Marketing über den Herrn ibn Baiya dankbar und nutzbringend sowie ideologisch einträglich an den Mann oder die Frau gebracht. So stellte der Zentralrat der Muslime, in dem auch IGD als muslimbrudernahe Organisation eine zentrale Rolle spielt, bei seinem Projekt „safer spaces“, das vom Bundesfamilienministerium gefördert wird, ibn Baiya-Texte ein:

https://web.archive.org/web/20160513180211/http://www.saferspaces.de/jugend/

[Mittlerweile hat man die Internetseite gründlich renoviert – die ibn Baiya-Texte sind aktuell nicht mehr dort aufrufbar. Das war vielleicht zu offensichtlich. Stattdessen findet man u.a den Hinweis auf die muslimbrudernahe Jugendorganisation Muslimische Jugend Deutschlands, MJD:

http://www.saferspaces.de/jugend-2/ ]

Aktuell fand wieder eine Konferenz, die dritte ihrer Art, statt:

 

Die örtliche Presse dazu:

This year’s forum explored the best methods to finding peaceful solutions that can rectify the negative and distorted image of Islam in some parts of the world. In addition, the speakers endeavoured to refute extremist ideologies with a culture of peace and tolerance, which has been a driving force of Islam.

http://www.wam.ae/en/news/emirates-arab-international/1395304834422.html

Friedliche Lösungen für eine Image-Kampagne?

Übersetzt (nicht wörtlich):

Die Herren Legalisten also beim Strategien-Aushecken, wie man in der Position gesellschaftlicher Unterlegenheit – nicht persönlich, sondern als politisch agierender Islam – die eigenen fundamentalistischen Sichten besser vermarkten kann ohne anzuecken.

Wer zu solchen speziellen Spezial-Treffen geht, muss sich ungeachtet des Namens dieser Veranstaltung – auf die Eigenetikettierungen darf man wenig geben, sondern muss schauen, was sich dahinter verbirgt – fragen lassen, was er da will. Da im fernen Abu Dhabi. Zumindest dann, wenn man angeblich moderat ist. Und vor allem dann, wenn man für öffentliche Gelder in der Prävention aktiv ist:

taskinsoy-bayya-privataudienz-161225

In der Reihe der stehenden Männer der 7. von links der Herr Taskinsoy,

 

dziri-taskinsoy-abu-dhabi-161225

Ganz links Bacem Dziri. Etwa mittig, der 6. von links der Herr Taskinsoy.

Taskinsoy kommentiert beiden Bilder wie folgt:

Vor dem Abschied:

1. Bild: Nach einer weiteren kleinen Runde gemeinsam mit Shaykh Abdallah Bin Bayyah.

2. Bild: Nach dem offiziellen Abschluss des Forums gemeinsam mit Shaykh Hamza Yusuf.

Und noch auch ganz nah und stolz darauf:

 

Man muss auch fragen, warum auf der deutschen Seite von ihn Baiya (= bin Bayya) von WIR geschrieben wird, wenn Taskinsoy und Kellner auf den Bildern sind. Machen die beiden diese Facebook-Seite?

Dr. Martin Mahmud Kellner ist dieser hier:

http://www.vereint-im-islam.de/dr-mahmud-kellner/

Geführt werden von „Vereint im Islam“ übrigens nur einschlägig bekannte Personen, die für einen sehr ursprünglichen Islam eintreten (also z.B. Muslimbrudernähe aufweisen). Insofern wundert der gut eingefangene, man muss schon sagen unterwürfig scheinende Blick von Dr. Kellner nicht. Wer ibn Baiya als Autorität anerkennt, bringt diesem Herrn Antisemiten und Hamas-Unterstützer halt die entsprechende Ehrerbietung entgegen.

Wer ist die andere Person, mit der das Treffen als „Ehre“ bezeichnet wird?

Hamza Yusuf* hieß eigentlich Mark Hanson und gilt als „sehr einflußreicher islamischer Gelehrter im Westen“ (Umschreibung von Anhängern). Er lebt in den USA und ist ist ibn Baiya-Schüler:

http://www.jewishpress.com/news/morocco-muslim-summit-to-debate-protecting-non-muslims/2016/01/23/

 

Und er verbreitet so etwas über Israel:

„It´s a state based on a racist doctrin.“

 

Oder eine Aufmunterung, dass die „Muslime siegreich“ sein könnten (arg friedlich hört sich das allerdings nicht an, wenn er über den Sieg aus der Unterlegenheit heraus schwadroniert oder darüber, dass alle Götter jenseits Allahs falsche Götter seien):

 

Warum man dann zur aktuellen Konferenz Leute wie diesen Herrn, der einen „falschen Gott“ anbetet, einlädt, ist ziemlich klar. Sie werden nützlich sein als Testimonials:

 

Die Runde mit ibn Baiya und Hamza Yusuf oben war dann durchaus etwas exklusiv und wer daran teilnehmen durfte, konnte sich – binnenkonsensual zu Recht – geehrt fühlen. Sofern man denn die Muslimbruderschaft, diese Herrschaften und die ganzen Inhalte gut findet.

Da allerdings dürften die Meinungen auseinander gehen.

Den Herrn Israelfeind usw. wiederum bezeichnet der Herr Taskinsoy als „seinen geliebten Gelehrten“:

taskinsoy-yusuf-hamza-twitter-161225

 

 

Oder dieser hier, Sherman Jackson. Der Mann ist ein US-bekannter Islamist, der gegen die „Unterwerfung“ des Islam unter den Westen Front macht, Homosexuelle maximal abwertet und auch schon den Jihad explizit befürwortete:

http://www.campus-watch.org/article/id/9339

Er will Politik durch kulturell scheinende Betätigungen verändern, will auch zu den drakonischen Strafen zurück. Das volle Programm. Und der Herr Hakan Celik findet das dem eigenen Bekunden nach alles auch ganz toll:

taskinsoy-jackson-abu-dhabi-celik-161228

 

Warum ist nun interessant, was drei Männer, Kellner, Dziri und Taskinsoy in der Vorweihnachtszeit im fernen Abu Dhabi so machten? Das könnte man ja eigentlich als deren Privatvergnügen betrachten.

Das ist es jedoch leider nicht. Kellner ist an der Uni Osnabrück. Ihm könnte man die Betätigung evtl. noch als Forschungsaktivität durchgehen lassen (wäre da nicht dieser Blick…). Vielleicht wird die Reise und die Kungelei ja von der Uni getragen?

Bei Dziri und Taskinsoy muss man allerdings mehr Fragen stellen. Beide sind in Hessen in der Prävention aktiv und werden dafür aus der öffentlichen Hand bezahlt. Vor allem ist auch problematisch, dass das über Träger läuft, die vorgeblich säkular sind bzw. dem Anspruch nach einen allenfalls moderat konservativen Islam vertreten. Eltern und Lehrer werden also darüber getäuscht, was auch alles unter deren Dach möglich ist.

Dziri arbeitet für die „Hessischen Muslime für Demokratie und Vielfalt“ (HMDV):

https://www.facebook.com/Hessische-Muslime-f%C3%BCr-Demokratie-und-Vielfalt-HMDV-988523681191105/

Die Institution ist mit der Prävention für das Land Hessen beauftragt.
Ein säkularer Träger, ein Zusammenschluß liberaler Muslime?

Herr Dziri macht einen leider ganz, ganz anderen Eindruck:

https://vunv1863.wordpress.com/2016/11/03/alter-wein-in-neuen-schlaeuchen/

Die Verantwortlichen, Herr Senel z.B., müssen sich das vorhalten lassen.

Und Taskinsoy? Er ist beim Violence Prevention Network (VPN) beschäftigt. Er sitzt allerdings seit einiger Zeit auch überraschend für die DITIB im Frankfurter Rat der Religionen, nachdem er vor Jahren mal auf einer Gülen-Seite geführt wurde**.

Wenn das eine private Sache war, muss man fragen, wie da die eigene Agenda so aussieht. Wenn man für super-konservative Verbände bis hin zu fundamentalistischen Gruppierungen eintritt, wenn man Personen mit verabscheuungswürdigen Positionen für „geliebte Gelehrte“ hält, erscheint das schwerlich mit der Ausrichtung von VPN vereinbar, so persönlich. Zumindest mit dem Blick von außen. Der Herr Celik scheint mit diesen Betätigungen ja keinerlei Problem zu haben, nimmt sie nicht nur wahr, sondern liked sie. Wurde der kleine Abstecher zu dem Muslimbruder-Kungel-Treff allerdings gar von VPN oder aus anderen öffentlichen Mitteln bestritten, muss man schon fragen, wie gut dieses öffentliche Geld – das allerdings schon vergeben wurde, über die konkrete Verwendung entscheiden nun die Herren Hakan Celik und Thomas Mücke – in diesen konkreten Fällen angelegt ist. Man wird also auch Celik diese Dinge vorhalten müssen, nachfragen müssen.

Das ist ja keine Konferenz, die der Prävention dient, sondern dem Voranbringen des fundamentalistischen Islam, der getarnt daher kommt. Das ist dubios bis inakzeptabel.

Die HMDV und VPN haben also ein erhebliches Problem.

 

 

* Am Rande erwähnt sei dieser Fund hier, weil er das bizarre Denken Yusuf Hamzas so schön entlarvt:

https://www.algemeiner.com/2014/12/19/muslim-scholar-blames-porn-for-jihad/

** Update 10.03.2017, 23 Uhr:

Herr Taskinsoy lässt heute anwaltlich verkünden, dass die Darstellung im Artikel, er sitze seit einiger Zeit für die DITIB im Frankfurter Rat der Religionen und sei mal auf einer Gülen zuzuordnenden Seite aufgeführt worden, unwahr sei. Zur DITIB stehe der Herr Taskinsoy in „keinerlei Verbindung„. Er werde es „sich nicht gefallen lassen„, so im Schreiben, „mit dem fundamentalistischen Islam in Verbindung gebracht“ zu werden „und auf diese Weise zu Unrecht kriminalisiert, herabgewürdigt und in seinem Ruf und Kredit gefährdet“ zu werden.

Diese seine über den Anwalt vermittelten Behauptungen gebe ich mal als so eine Art Gegendarstellung hier wieder.

Für die allgemeine Leserschaft und vorab: Gegendarstellungen im Allgemeinen müssen nicht der Realität entsprechen, sie geben nur die Sicht einer betroffenen Person wieder.

Niemand „kriminalisiert“ Herrn Taskinsoy, denn es geht nicht um Strafrecht. Mit dem fundamentalistischen Islam brachte er selber sich in Zusammenhang, s.o.; es ist wenig hilfreich, das umzudefinieren je nach Zuhörerschaft. Er wird auch nicht herabgewürdigt durch Darstellung seiner eigenen Stellungnahmen und Weiterverbreitung seiner Selfies und Kritik. Zutreffende Tatsachenbehauptungen sind weder herabwürdigend noch anmahnenswert. Sie sind hinzunehmen (vgl. BGHE VI ZR 386/13). Es gibt schlicht keinen Rechtsanspruch darauf, dass wahre Umstände (Eigenzeugnis, korrekt wiedergegeben!) nicht dargestellt und mit einer Einschätzung und Meinung versehen werden.

Dem einmal nachgegangen:

Diese Stellungnahme des Herrn Taskinsoy ist ihrerseits nicht durch schon die öffentlichen Quellen gedeckt. Die anwaltliche Fassung der Empfindungen von Herrn Taskinsoy, diese Behauptungen verletzten nicht nur sein Persönlichkeitsrecht schwer, weil er in keinerlei Verbindung zur DITIB stehe, sondern für diese (meine) Behauptungen auch „jegliche Anknüpfungstatsachen“ fehlen würden, ist daher als freundlich formuliert ambitioniert zurückzuweisen.

DITIB: Der Herr Taskinsoy wurde bis vor kurzem noch genau so auf der Seite des Frankfurter Rats der Religionen aufgeführt:

Aktuell wurde das wohl entfernt. Noch vor wenigen Tagen war dieser Eintrag zu sehen. Weil es mir ganz fern liegt, Unwahres zu behaupten und ich natürlich immer mal nachschaue, weiß ich das und natürlich sichere ich solche Dinge für den Fall des Dissenses.

Sogar „keinerlei Verbindung zur DITIB„, wie im Anwaltsschreiben KONKRET drinnen steht?

In diesem Zeitungsartikel wird von einer Moscheeführung Taskinsoys berichtet. Es handelt sich um die DITIB-Moschee Neu Isenburg, vom Oktober 2015:

Durch die Moschee führt Talha Taskinsoy, Islamwissenschaftler und Mitglied der Gemeinde.

https://www.op-online.de/region/neu-isenburg/aengste-islam-abbauen-neu-isenburg-5600094.html

Hier noch mal bei einem Event in der gleichen Gemeinde, der Herr Taskinsoy ist nicht nur auf den Fotos, sondern wird auch im Text erwähnt. Er und die Gattin (?) hielten wohl eine Begrüßungsrede:

http://euturkhaber.com/ditib-neu-isegrnburg-selimiye-camiinde-kutlu-dogum-progami/

Hier auch noch ein schönes Video von Herrn und Frau Taskinsoy. In dieser… DITIB-Moschee.

Es gibt einige weitere Dokumente, die auf Betätigungen in DITIB-Moscheen hinweisen. Die genaue Funktion, in der er dort tätig wurde, bleibt unklar.

Gülen: Eigentlich bin ich da absichtlich nicht so ins Detail, weil das wohl 2013/14 war und das somit vor der Trennung Erdogan/Gülen stattfand, der Beleg hier also für Herrn Taskinsoy Probleme aufwerfen könnte. Die Zuordnungenund Betätigungen für die DITIB und FID sind hier eigentlich nachrangig. Aber wenn Herr Taskinsoy meint, das sei unwahr und schon immer gewesen, die Behauptung, er werde oder wurde genannt, nicht zutreffend, so muss ich diese Belege wohl aufführen.
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Genauso wie unten aus dem webarchiv gezogen und wohl noch bis letztes Jahr verfügbar wurde der Herr Taskinsoy 2014 auf der Seite des Vereins Rumi Babenhausen e.V. aufgeführt als eine Person, die vom Frankfurter Forum interreligiöser Dialog e.V. (FID) entsandt worden sei. Sowohl FID e.V. als auch Rumi e.V. sind Vereine, bei denen viele Mitglieder „von den Ideen Fethullah Gülens inspiriert sind“, um einmal die von den Vereinen meist bevorzugte Diktion zu verwenden. Eine Aussage einer solchen Gruppierung über die Entsendung für oder aus einer anderen, gleichartigen Organisation ist durchaus von erhöhter Glaubwürdigkeit, da man dort keinerlei Anlass und Motivation hat, falsche Zuschreibungen zu tätigen:

Als Redner kam Talha Taskinsoy vom FID e.V. und berichtete über den Fastenmonat Ramadan.

https://web.archive.org/web/20161006083850/http://rumi-babenhausen.de/

Aktuell scheint auch dieses entfernt.

All das ist noch im webarchiv für jedermann abrufbar. Natürlich ist das auch gesichert.

Und diese zweite, auch nicht ganz unabhängige Quelle ist der gleichen Richtung angehörend, da steht er sogar als FID e.V.-Dialogbeauftragter drauf. Mit Porträtbild, Juni 2014:

http://www.gfd-mannheim.de/index.php/de/studienreisen/item/526-grundrechte-und-freiheit-in-den-abrahamitischen-religionen

Die Zuordnung zu diesen Organisationen alleine (und einmal unabhängig vom beruflichen Kontext und der türkischen Politik) wäre auch nicht, selbst wenn sie nicht zutreffend wäre, geeignet, eine Herabsetzung darzustellen oder gar eine „Kriminalisierung“. Das sieht nicht einmal der Herr Taskinsoy selber so, denn all diese anderen Stellen, wo man ihn auffinden kann in diesen Kontexten, da findet er selber das wohl ziemlich ok. Andere auch.

Was diese Belege in der Zusammenschau allerdings mit den anwaltlich übermittelten Einlassungen des Herrn Taskinsoy bedeuten, kann man getrost dem Leser überlassen. Das spricht für sich und ich bitte Journalisten explizit, sich die Belege im Zusammenspiel mit diesen Einlassungen genauestens anzuschauen (das anwaltliche Schreiben kann natürlich gerne als Beleg abgefragt werden).

Ich aktualisiere und präzisiere meine Angaben daher wie folgt:

Nach eigenen Angaben sitzt Herr Taskinsoy nicht für die DITIB im Frankfurter Rat der Religionen und vertrat die DITIB dort auch nie, obwohl das auf der Seite des Frankfurter Rats der Religionen bis vor kurzem so angegeben war, ohne dass Herr Taskinsoy dem offensichtlich widersprach und auf eine „korrekte“ Zuordnung achtete. Herr Taskinsoy hat die dortigen Angaben wohl aktuell ändern lassen. Nunmehr ist die ihn entsendende Institution nicht mehr benannt. Herr Taskinsoy wurde bis vor einigen Monaten auf den Seite den Rumi-Vereins Babenhausen geführt; dort wurde auf ein Event wohl aus dem Jahr 2013 mit Bild verwiesen. Nach den Angaben auf der Seite dieses Vereins war Herr Taskinsoy von der Frankfurter FID e.V. Auch dies wurde vor einiger Zeit wohl entfernt. Nunmehr lässt Herr Taskinsoy  – nach der Änderung – gleich anwaltlich verkünden, dass das sozusagen schon immer falsch gewesen sei und will untersagen, dass, nun, die „vorherige Version der Realität“ gesagt wird und vielmehr nur seine, aber irgendwie neue Version der Vergangenheit die einzig statthafte sei.
Auf der Seite der „Gesellschaft für Dialog Baden-Württemberg e.V.“ wird Herr Taskinsoy mit Bild als Gastredner vom FID e.V. bei einer Veranstaltung aus dem Jahr 2014 gezeigt. Diese Quelle ist übrigens noch im Netz verfügbar.

Den Einlassungen von Herrn Taskinsoy sei hiermit widersprochen. Die Belege sprechen ihre eigene Sprache.

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Friede auf Erden?

… und doch kein Wohlgefallen Teil I

Yūsuf ʿAbdallāh al-Qaradāwī ist ein international bekannter Mann. Er ist einer der wichtigsten, wenn nicht der relevanteste Vordenker der Muslimbruderschaft, Fernseh-Prediger bei Al-Jazeera und bestens vernetzt. Er sitzt in vielerlei Gremien, u.a. steht er der „Internationalen Union Muslimischer Gelehrter“

https://de.wikipedia.org/wiki/Internationale_Union_Muslimischer_Gelehrter

vor.

Zur Einordnung ergänzend:

https://de.wikipedia.org/wiki/Yusuf_al-Qaradawi

Abdallāh ibn Mahfūz ibn Baiya (verschiedene Schreibweisen), ein Mauretanier, lehrt in Saudi-Arabien beruflich über die Malikiten des Madhhab, einer Denkschule des Islam, die v.a. in Nordafrika weite Verbreitung hat. Auch er ist extrem gut vernetzt:

https://de.wikipedia.org/wiki/%CA%BFAbdall%C4%81h_ibn_Baiya

Er ist ein alter Herr, dessen altersmildes Auftreten über die Ideologie, die dahinter steht, jedoch nicht täuschen sollte. Immerhin ist er z.B. im Gremium „Internationale Union muslimischer Gelehrter“ der Stellvertreter Qaradawis (und wohl in einem weiteren) gewesen bis 2013. Etliche Jahre. Diese Organisation wiederum macht sich international sehr für die Muslimbruderschaft stark. ibn Baiyas Vernetzungen und die Art seines Agierens sind die eines fundamentalistischen Aktiven, wenn nicht gar eines Muslimbruders. Ende 2013 trat ibn Baiya überraschend zurück in obigem Gremium. Er fiel immer wieder auch selber wegen böser und martialischer Forderungen auf, Forderungen nach dem Tod von US-Soldaten:

http://townhall.com/tipsheet/katiepavlich/2014/09/25/obama-praises-moderate-muslim-who-called-for-slaughter-of-us-troops-n1896533

ibn Baiya ist ein Hamas-Unterstützer. Was das hinsichtlich seiner „frommen Wünsche“ zu Juden und Weiterlesen

Weihnachtsspecial „Best of Prediger“: Sex

Auch Islamisten sind nur Menschen und so versucht der eine oder andere Prediger, die „Brüder“ auch in dieser Hinsicht rechtzuleiten

Das Paradies islamistischer Männer wird in der Regel in den glühendsten und anregendsten Farben geschildert. Es ist Belohnung und Verkaufsargument für ansonsten eher ladenhütende Dinge: Disziplin, Unterwerfung, Gehorsam und Askese. Manchmal auch den gewaltsamen Tod. Schneidet die Fremdvorstellung und Vorschrift besonders tief in die eigene Person und Persönlichkeit ein, ist etwas besonders Begehrenswertes verboten, so muss die Belohnung „gewaltig“ sein. Um also Sex zu reglementieren, in eine gewünschte oder instrumentalisierbare Form zu pressen, müssen die Angebote schon einen guten Deal versprechen. Einschränkung im Diesseits – Schlaraffenleben im Jenseits (nicht ohne Drohung bei Nichtbefolgung: ewige Verdammnis). Da keiner zurück kann, um nicht eingehaltene Versprechungen einzuklagen, kann man entsprechend tief in die Kiste der Phantasien und Ängste greifen. So gibt es für die selbstempfundene Blüte der Gläubigen viele Frauen im Paradies, die Ehefrau(en), die Sklavinnen, an denen man Rechte hatte (werden die verdoppelt bei mehreren „Besitzern“?) und dann noch die Huris… Dagegen sind die Hohen Lieder des Salomon aus der Bibel fade Kost. Ein saudischer Scheich erklärt das so:

https://www.memri.org/tv/saudi-cleric-muhammad-al-munajid-describes-virgins-paradise-and-states-paradise-one-has-strength

Im Paradies dieses Scheichs hat „der“ Mann also die „Stärke“ von 100 Männern was Essen, Trinken, Leidenschaften und – Sex anbelangt (Geisteskraft ist nicht im Angebot)*. In der Verheißung das passende narzisstische Viagra für schwächelnde und eindimensionale männliche Identität. Die Frauen dort werden in ihren äußeren Merkmalen und in ihrem Gehorsam beschrieben. Dass sie auch nur ein Wort jenseits „oh, ja, ja, jahaaa*“ flöten könnten, wird nicht geschildert. Es ist also das Männer-Paradies der schönen und gefügigen, aber ziemlich stummen und undifferenzierten Sexualobjekte**.

Derart angewärmt fehlt es nicht an Ratschlägen und Forderungen, wie man die irdischen Bedürfnisse des real existierenden einzelnen Mannes kanalisieren und vor allem eingrenzen könne. Die Bedürfnisse der Frau kommen allenfalls in Nebensätzen vor.

Zunächst eine Ermahnung von Abul Baraa, dem Berliner Prediger der As Sahaba-Moschee, wie man die vermaledeite Neigung zu einschlägigen Filmen unterdrücken könne:

 

Pornofilme sind eine Methode, um vom Weg Allahs abzubringen, meint der Herr Baraa. Für die Leute, die solche Filme herstellen, ist eine besonders heiße Hölle vorgesehen, kann man aus seinen Weiterlesen

Wenn die anderen feiern…

… ist bei Islamisten Seminar- und Eventzeit

„Was machen Muslime an Weihnachten?“ ist der Titel eines Buches von Aiman Mazyek*. Sicher keine Erwähnung findet darin, was Islamisten an Weihnachten machen, obwohl diese an den christlichen Feiertagen immer besonders aktiv sind. Dies dient u.a. dazu, Konvertiten ein Angebot zu machen, damit sie nicht an den Feiertagen in ihre biologische/ethnische/christliche (o.a.)  Familie gehen, sondern bei der ideologischen Familie ihre soziale Abgrenzung zum bisherigen Umfeld vertiefen. Da es nach dem Herrn Mazyek aber Islamisten gar nicht so wirklich gibt bzw. er diesen Begriff aus strategischen Gründen ablehnt, muss man sich um sie auch nicht kümmern. Er schon gar nicht, denn man muss sich – so ist die neue Sprachregelung vieler seit einigen Jahren – ja nur von Sachen distanzieren, bei denen vorher Nähe bestand. Keine Nähe da – keine Distanzierung notwendig, Ende der Debatte. Das ist schon ein wenig bauernschlau, aber seis drum. Hinsichtlich der Gruppen und ihrer ideologischen Verortung wird es da allerdings schwierig. Es soll wohl nur zwischen Terroristen und Muslimen differenziert werden. Man sollte ihn einmal fragen, ab wann jemand als Terrorist gilt. Leider bitten ihn zu wenige Medienvertreter um konkrete Definitionen. Es ist nach seiner Diktion also schwierig, diese Gruppe überhaupt zu umschreiben. Das erscheint als Taktik.

Da aber glücklicherweise seine Diktion nicht die allgemeinverbindliche ist (und auch nicht werden wird), muss das nicht kümmern.

Einige ausgewählte Events von Islamisten in den nächsten drei Wochen:

Essen, in der Einrichtung, in der wohl auch die „Sikh-Bomber“ das eine oder andere Mal waren und auch ein Wuppertaler Jungprediger mit allerbesten, aber einschlägigen Einbindungen auftreten durfte. „Event“ an Silvester:

 

Berlin, in einer Einrichtung (IZDB), die vom Berliner Verfassungsschutz beobachtet wird, am 24. und 25.:

 

Heiligenhaus, der Herr Krass an Heiligabend: Weiterlesen

Problematischer Fechenheimer Jugendtreff

Wohin gehen die jungen Flüchtlinge aus der Edisonstraße?

Vor zwei Monaten war berichtet worden, dass Flüchtlinge aus der Unterkunft in Fechenheim auch die Abu Hanifa Moschee des bekannten Predigers Said Khobaid Sadat in der Edisonstraße in Frankfurt besuchen.

http://hessenschau.de/tv-sendung/video354~_story-fluechtlinge-moschee-islamismus-102.html

http://hessenschau.de/gesellschaft/fluechtlingsheim-in-bedenklicher-naehe-zu-islamistisch-beeinflusster-moschee,fluechtlinge-moschee-islamismus-102.html

Schön, wenn die Jungen jetzt da nicht mehr hingehen. Die Alternativen sind aber auch nicht unproblematisch*. In fußläufiger Nähe ist die Moschee eines afghanischen Kulturvereins (die Moschee, in der Sadat vor Jahren tätig war), das Afghanische Kulturzentrum Maihan mit der Ansar Moschee . Dort agiert wohl seit einiger Zeit eine Jugendgruppe, die zunehmend mehr Zulauf erhält und die sich „My Community“ nennt:

https://www.facebook.com/muyoco/

 

Schon in den öffentlichen Vorträgen scheint auf, dass man mindestens eine ultraorthodoxe Linie vertritt. Es wird eingeschworen auf die muslimische Gemeinschaft, der eine unverbrüchliche Weiterlesen

DITIB: Tango mit Verfassungsfeinden

Über islamistische Vernetzungen

Die DITIB ist als größter öffentlich organisierter Zusammenschluss von Muslimen in Deutschland gern gesehener Verhandlungspartner, wenn es z.B. um den Islamunterricht geht. Überall sitzen Verbandsvertreter der DITIB mit an runden Tischen, die diesen vorbereiten sollen oder sind bereits in die Gestaltung real stattfindenden Islamunterrichts eingebunden.

Der Rat der Imame und Gelehrten hingegen wird vom Landesamt für Verfassungsschutz Hessen der Muslimbruderschaft zugeordnet und wird allgemein als Beobachtungsobjekt eingestuft. Aus dem Verfassungsschutzbericht 2015 des Landesamtes für Verfassungsschutz (LfV) Hessen (mit RIG abgekürzt) S. 107:

Im Berichtsjahr wählte der RIG einen neuen Vorstand. Der neue Vorsitzende unterhielt enge Verbindungen zum EIHW und zählt zu dessen Gründungsmitgliedern. Im Mai veranstaltete der RIG in Frankfurt am Main ein Seminar zum Thema „Wie schützen wir unsere Kinder im Westen“, bei dem ein Mitglied des European Council for Fatwa and Research (ECFR, Europäischer Rat für Fatwa und Islamstudien), einer zentralen MB-Institution auf europäischer Ebene, als Referent auftrat.

Und auf Seite 109:

Ähnlich wie der ECFR unter dem Vorsitz des MBIdeologen yusuf al-Qaradawi auf europäischer Ebene erhebt der RIG für Deutschland den Anspruch, als wissenschaftliche Autorität in Fragen der Koranauslegung für hier lebende Muslime zu fungieren. Der RIG, der seit 2004 mit Sitz in Frankfurt am Main besteht, ist sowohl organisatorisch als auch ideologisch der IGD nahe.

https://lfv.hessen.de/sites/lfv.hessen.de/files/content-downloads/LfV_Bericht-2015final_screen.pdf

Nun sollte man meinen, dass verfassungstreue Muslime mit diesem Rat wenig zu tun haben wollen. Das sollte man insbesondere erwarten (können), wenn diese als Verband organisiert sind und nicht nur in Hessen Kooperationspartner für den Islamunterricht sind oder sein wollen.

Seit längerer Zeit scheint jedoch zwischen der DITIB (bzw. der Diyanet) und hiesigen und auswärtigen Statthaltern und Strukturen der Muslimbruderschaft eine innige Verbundenheit auf. Das spiegelt sich nicht nur in der gemeinsamen Verantwortung für das neue Gremium (Gründung diesen März) „Fatwa-Ausschuss Deutschland“ wieder:

https://vunv1863.wordpress.com/2016/03/18/fatwas-made-in-germany/

sondern auch in der gemeinsamen prominent besetzten Teilnahme (Al Qaradawi, Mohammad Gormaz) an einem Kongress in Istanbul:

https://vunv1863.wordpress.com/2016/05/30/fatwa-ausschuss-deutschland-istanbul-ist-ueberall/

Dies zeigt sich auch insbesondere in Hessen. Der „Landeskoordinator Hessen“ der DITIB Selcuk Dogruer (im Bild rechts) hält aktuell freundliche Grußworte beim RIGD, geteilt von der Facebook-Präsenz des unter Beobachtung stehenden Islamischen Zentrum Frankfurt in der Eichenstraße (die Veranstaltung selber fand physisch wohl in der Tarik-Moschee statt; auch diese hat immer wieder Hassprediger eingeladen in der Vergangenheit**):

rigd-dogruer-161216

 

Das Bild stammt aus diesem Video von gestern: Weiterlesen

Frankfurt: Salafi-Demo floppt – auch dank Polizeipräsenz

Unangemeldete Demo in Frankfurt war schwach besucht

Gestern hatte Said El Emrani alias Abu Dujana auf seiner Facebook-Seite folgenden Aufruf geteilt:

demo-frankfurt-dujana-161214

Da Emrani durchaus Gehör findet in der extremistischen Szene und solche Aufrufe schon einmal zu reichlich Zulauf führen können nicht nur von Salafis, wurden Polizei und Ordnungsamt informiert. Dies geschah auch deshalb, weil zur Zeit bekanntermaßen keine Versammlungen vor dem „My Zeil“ genehmigt werden. Die Demo konnte daher zwangsläufig nicht angemeldet sein. Es gibt Sonderregeln, wenn es sich um einen aktuellen Anlass handelt oder bei einem „Flashmob“. In diesen Konstellationen kann von der für Frankfurt gültigen Zweitagesfrist für Sondernutzungen abgewichen werden. Eine statthafte Kundgebung ist trotzdem vorher anzukündigen. Ein Flashmob findet sich spontan zusammen, was bei dem Mitführen von hergestellten Plakaten abwegig erscheint.

Binnen einer Stunde war der Aufruf von Emranis Seite bereits 20 mal geteilt.

Durch die Vorab-Information war die Polizei jedoch mit Einsatzkräften vor Ort und erlebte nicht die geplante Überraschung. Das zeigte erhebliche Wirkung, denn nunmehr waren die Ankommenden überrascht. Angesichts der Polizeipräsenz drehte dann auch so mancher potentielle Demo-Teilnehmer schon am Rande ab, wie man beobachten konnte. Etliche Personen, die schon im Zusammenhang mit Mahnwachen auffielen, waren präsent, einige mit türkischer Flagge (!). Am Rand wurde zum Teil telefoniert, wohl wegen des Polizeiaufgebots Bescheid gesagt. Auch wurden Botschaften wie diese verbreitet:

demo-dujana-161216

Die „Brüder“ zogen es anscheinend vor, sich entweder keine kalten Füße zu holen oder scheuten offenkundig die Begegnung mit der Polizei. Da sich die bekannten Protagonisten v.a. in der Gruppe stark fühlen, war dem einen oder anderen wohl das Machtverhältnis vor Ort zu ungleich und man bog ab.

Ein Teil von ihnen versuchte dann trotzdem, die geplante Demo zu veranstalten: Weiterlesen