Ruhe ist erste Salafistenpflicht

Übergriff auf ben Abda durch Pierre Vogel?

Man kann über die Herren Vogel, Gümüs, Falk und ben Abda sicher einiges sagen. Zum Beispiel, dass sie allesamt ein flexibles Verhältnis zur Realität haben. So mancher von ihnen hat da so seine ganz eigenen Wahrheiten, die einem intersubjektiven Diskurs schon nicht standhalten, erst recht nicht einem Faktencheck.

Richtig ist jedoch, dass sie sich zur Zeit nicht sonderlich grün sind. So schreibt Bernhard Falk heute auf seiner Facebook-Seite:

 

 

Grundlage dieser Schilderungen sind allerdings lediglich die Angaben von ben Abda. Wenn das so stattgefunden hat, wie er das angibt, so muss man trotz aller begründeten Gegnerschaft sagen: Gewalt ist kein akzeptables Mittel, von niemandem gegenüber niemandem. Die Herren täten gut daran, ihre Meinungsverschiedenheiten anders beizulegen.

Es ist zwar zutreffend, dass eine Anzeige von Herrn ben Abda eingegangen ist, wie aus Polizeikreisen bekannt wurde. Wie es jedoch dazu kam, wird erst überprüft werden müssen. So etwas ist der ordentlichen Ermittlungs- und Polizeiarbeit überlassen und die Herren Falk und ben Abda täten gut daran, ihre Anhänger da zu bremsen anstatt sie anzuheizen. Was nämlich völlig im Dunklen bleibt, ist Weiterlesen

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Safer Spaces: Wieder Akteur aus Muslimbruder-Kontext

Das Projekt „safer spaces“ des Zentralrats der Muslime in Deutschland wird vom Bundesfamilienministerium aus dem Bundesprogramm „Demokratie leben!“ gefördert. Wiederholt wurden als Durchführende bzw. Referenten für die Veranstaltungen Personen eingesetzt, die langjährig im Fokus des Verfassungsschutzes stehen, da sie klar im Muslimbruder-Kontext zu sehen sind. Beispiele vor einigen Wochen waren Ferid Heider und Dr. Abdurrahman Reidegeld.

https://vunv1863.wordpress.com/2016/10/28/sichere-raeume-fuer-muslimbrueder/

Trotz Kritik scheint man fest entschlossen, muslimbrudernahe Akteure bei „safer spaces“ weiter einzubinden. Man ist sich dem Anschein nach der Unterstützung durch das Bundesfamilienministerium sehr sicher. Sei es, weil da niemand auf Entscheiderebene durchblickt. Sei es, weil da jemand sitzt, der aktiv unterstützt. Sei es, weil man im Ministerium die Losung ausgegeben hat „Augen zu und durch!“. Sei es, weil das Bundesinnenministerium, dass das sicher kritisch sieht, sich im Nachbar-Ressort mit den berechtigten Sicherheitsbedenken nicht durchsetzen kann.

Anders ist nämlich das unerschütterte, schamlose und anmassende Weitermachen im Einbinden muslimbrudernaher Akteure durch den ZMD mit „safer spaces“ kaum zu deuten.

Für eine aktuelle Veranstaltung ist der Herr Taha Zeidan verpflichtet worden:

 

Der Herr Zeidan ist aus Frankfurt bekannt durch die Kontexte, in denen er agiert. So wurde er kürzlich, wohl in der unter Beobachtung stehenden Einrichtung in der Eichenstraße in Frankfurt, als Vorstand eines frisch gegründeten Gremiums berufen:

https://vunv1863.wordpress.com/2016/11/06/neue-struktur-in-frankfurt/

Der Deutsche Muslimkreis Braunschweig, der immer selber auch wieder einschlägig einlädt, schreibt dazu auf seiner Facebook-Seite:

Am So. den 09. Oktober 2016 wurde die „Deutsche Koran Gesellschaft“ in Frankfurt/M gegründet. Vorsitzender ist Taha Zeidan und Generalsekretär ist Mounib Doukali (beide deutschspr. Imame und Hafez)! DMK Braunschweig war dabei!

Herr Zeidan wird auch in diesem einschlägigen Portal geführt:

http://www.vereint-im-islam.de/scheikh-taha-zeidan/

Zeidan hält immer wieder Predigten im unter Verfassungsschutzbeobachtung stehenden I.I.S., einer Weiterlesen

Frankfurt: Kita besucht Problem-Moschee

Kita besucht unter Verfassungsschutzbeobachtung stehende Moschee

Lehrer und Erzieher werden von der Stadt Frankfurt alleine gelassen mit Zuordnungsproblemen.

Die Frankfurter Bilal-Moschee war auf diesem Blog schon mehrfach Thema. Unter anderem auch deshalb, weil man immer wieder problematische Prediger einlud:

http://web.archive.org/web/20140530061846/http://www.bilal-moschee.de/

Zitat aus einem blogartikel vom März letzten Jahres über eine typische Jahresveranstaltung, hier aus dem Jahr 2014:

Da darf man raten, wer zum Essen kommt. Pierre Vogel dürfte jedem bekannt sein, aber Abu Walaa? Ein Sheikh Al Mohsee? Das war jedoch nicht ein bisschen Erbauung, Folklore und anschließendes Grillen, sondern ein kleines, feines Indoktrinierungs-Festival unter Freunden.

Abu Walaa agiert seit etlichen Jahren bundesweit als Prediger in den fundamentalistischsten Moscheen, macht gemeinsame Veranstaltungen mit anderen Szenegrößen. Al Mohsee* stellt Selbstmord-Attentate nur unter den Vorbehalt, dass sie recht viele Opfer kosten und vor allem in dem Ländern der Ungläubigen stattfinden. Er hält sie aber ansonsten für statthaft:

„In May 2004, Saudi Sheikh Abdallah Al-Muslih, chairman of a MWL commission on the Koran, argued that suicide bombings against non-Muslim enemies were permitted under Islamic law.

“Regarding a person who blows himself up, I know this issue is under disagreement among modern clerics and jurisprudents,” he said, according to a translation provided by the Middle East Media Research Institute (MEMRI).

“There is nothing wrong with [martyrdom] if they cause great damage to the enemy. We can say that if it causes great damage to the enemy, this operation is a good thing. This is when we talk of Dar Al-Harb. But, if we speak of what happens in Muslim countries, such as Saudi Arabia … this is forbidden, brothers!” (Islam divides the world into Dar al-Islam, the house of Islam, and Dar al-Harb, the house of war.)“

http://cnsnews.com/news/article/group-behind-interfaith-conference-has-record-intolerance

Die anderen Herren sind auch kaum integrationsförderlicher.

https://vunv1863.wordpress.com/2016/03/24/spielwiesen-fuer-hassprediger/

Von der Internetseite der Moschee kann man auf den youtube-Kanal** des Imams Mohammed Hashim klicken: Weiterlesen

Solidaritätsbekundungen für Fussballer Ben-Hatira

Der Bundesliga-Profi Änis Ben-Hatira engagiert sich seit geraumer Zeit für den Hilfsverein Ansaar International e.V. Dieses Engagement fiel vor einiger Zeit auf, nachdem er auch seine beruflichen Einbindungen für Marketing für diesen Verein nutzte:

http://hessenschau.de/gesellschaft/ben-hatira-verteidigt-engagement-fuer-islamistischen-hilfsverein-,ben-hatira-124.html

Nach zwei Monaten, in denen sich der Spieler relativ unbeeindruckt zeigte von öffentlicher Kritik, in denen auch der Verein, bei dem er aktuell unter Vertrag war, wiederholt keine Handlungsnotwendigkeit sah, wurde nun der Vertrag aufgelöst. Auslöser waren neben der zweimaligen deutliche Aufforderung des hessischen Innenministers Peter Beuth auch Vorhalte einer Fan-Gruppierung und einiger Sponsoren des Vereins:

http://hessenschau.de/tv-sendung/video-27580.html

Dieses Engagement war auch deshalb so stark angemahnt worden, weil Ben-Hatira auf seiner Facebook-Seite seinerzeit über 170.000 Follower hatte. Seine Reichweite insbesondere und Jüngeren, Fussball-Fans, Personen mit Migrationshintergrund und – wahrscheinlich – im Schnitt schlechter gebildeten Personen war also erheblich. Der Bildungsgrad ist deshalb wichtig, weil bei eher einfach Gebildeten die Neigung zur Zweit-Quelle und zur Relativierung des Vorbildes bzw. zur Einordnung seiner Handlungen in einen größeren Kontext geringer ist.

Ben-Hatira sieht sich allerdings, obwohl er Auflösung des Vertrages zuletzt zustimmte, im Recht und seinerseits von der Öffentlichkeit schlecht behandelt:

Ben-Hatira sieht sich in der Diskussion über sein Engagement für den islamischen Verein Ansaar International weiterhin im Recht und kündigte via Facebook eine baldige öffentliche Äußerung dazu an. „Es gibt wenige Menschen, die eine große Verantwortung tragen, dennoch täglich in den Spiegel sehen können und sich mit Stolz selbst erkennen. Gott sei Dank, ich kann das“, schrieb der 28 Jahre alte Fußballer auf seiner Facebook-Seite.

http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/ben-hatira-sieht-sich-nach-trennung-im-recht-frings-beste-loesung-14762023.html

Zur Einordnung ist dieses Interview beachtenswert:

http://www.deutschlandfunk.de/fall-aenis-ben-hatira-ich-kann-keine-einsicht-des-vereins.1346.de.html?dram%3Aarticle_id=377562

Interessanter als die Uneinsichtigkeit des Herrn Ben-Hatira und die Darstellungen von Ansaar selber

 

sind aber die breiten Solidaritätsbekundungen. Bei diesen sind eine Reihe einschlägig bekannter Akteure mit von der Partie, die aus dem Fall eigene Publicity schöpfen möchten. Eine kleine, aber bezeichnende Auswahl: Weiterlesen

Marburg: Nicht ganz gesund

Über die Marburger Verhältnisse war schon berichtet worden:

https://vunv1863.wordpress.com/?s=marburg

Zumindest wenn es um Juden geht, ist man abseits der Dialogtische oder öffentlichkeitswirksamer Aktionen auch schon mal anders unterwegs, weniger bunt und weltoffen (das liegt allerdings schon zurück), sondern man prangert den „Kindermörder Israel“ an:

 

Nun gibt es ja von problematischen Gruppierungen wie z.B. den Muslimbrüdern recht viele verschiedene Herangehensweisen und Betätigungsmöglichkeiten auch jenseits der klassischen Lobbyarbeit. Mal ist man z.B. im Bildungsbereich, mal im Umweltschutz oder auch im Gesundheitswesen aktiv. Das machen verschiedene islamistische Gruppierungen so, nicht nur die Muslimbrüder, sondern auch Hizb ut Tahrir oder andere, kleinere Gruppen.

Heute nun findet in Marburg zum zweiten Mal nach 2016 eine nette kleine Nachmittagsveranstaltung statt unter dem lobenswerten Motto „Gesunde Menschen, gesunde Stadt“:

[Quelle: https://www.facebook.com/ muslimeventsgermany/photos/pcb.1842651459305594/1842651435972263/?type=3&theater
Screenshot, da der Post mittlerweile entfernt wurde, Abruf 27.01.2017]

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Essen: Erbarmen – Hesse kommt

Über die aktuelle Vernetzung zweier problematischer Strukturen: VIDAM und „Realität Islam“

Über die „Islamische Jugend Essen“ war im Kontext mit dem Jungprediger Chourak bereits berichtet worden, auch über den Ort, an dem sie sich treffen und an den sie einladen:

https://vunv1863.wordpress.com/2016/05/23/essen-jungprediger-im-pott/

Auch der Frankfurter Jugendtreff „My Community“ war bereits Gegenstand von Betrachtungen, da dort segregative und islamistische Inhalte verbreitet werden:

https://vunv1863.wordpress.com/2016/12/18/problematischer-fechenheimer-jugendtreff/

„My Community“ steht mit „Realität Islam“ in Verbindung:

https://vunv1863.wordpress.com/2016/12/10/realitaet-islam-grossevent-fluechtlingsaktion/

Vorne dran in diesen Strukturen ist ein Suhaib R. Hoffmann. Der Herr Hoffmann produziert fleißig weiter professionell gemachte, problematische Videos, in denen die Einheit der „Geschwister“ und eine klare Gegenhaltung zur Mehrheitsgesellschaft propagiert wird. Man stellt sich hinter LIES, genauso wie man gängige salafistische Narrative reproduziert. Hinter „salafistische Moscheen“ stellt man sich explizit:

 

Im Video ist von „Assimilationsterror“ die Rede. Das ist eine Wortwahl, die schlichten Selbstverständlichkeiten wie das Bekenntnis zu dem Land, in dem man lebt und die Akzeptanz seiner Rechts- und Gesellschaftordnung, den Charakter von Unrecht und Übergriffigkeit zuordnet. Die muslimische Identität wird priorisiert, allem übergeordnet und in einem schwarz-weiß-Denken der Mehrheitsgesellschaft gegenübergestellt. Die wirre Mischung aus übersteigertem Stolz und Abwertung der westlichen Gesellschaft, die als feindlich wahrgenommen und geschildert wird, während jede Selbstkritik obsolet ist, zieht junge Muslime an. Diese sollen sich als eine Gemeinschaft fühlen, die wohl nach Art einer Widerstandsbewegung organisiert werden soll. Es bestehen begründete und berechtigte Zweifel daran, dass „Realität Islam“ und „My Community“ auf dem Boden der Verfassung stehen.

Nächsten Samstag nun will der Herr Hoffmann nach Essen fahren, in eben diesen oben genannten Weiterlesen

DITIB: Süß und ehrenvoll…

Märtyrerkult bei der DITIB

Blut und Boden, da war doch was… Braucht man eine solche Ideologie bei Menschen, die hier leben? Sicher nicht. Weder bei deutschen Rechten noch bei Personen, die das anders herleiten oder denen vor allem ein anderer Boden heilig ist.

Es steht natürlich frei, einer solchen Ideologie anzuhängen. Unsere grundgesetzlich garantierte Meinungsfreiheit muss auch solche Ansichten aushalten. Ob man Personen, die einer solchen Ideologie anhängen, allerdings zu Verhandlungspartnern machen muss für Kooperationen, die Kinder und Jugendliche betreffen, ist höchst fragwürdig. Das wäre bei deutschen Blut- und Boden-Verfechtern zu Recht ganz undenkbar. Hier an diesem kritischen Punkt sollte gleiches Recht für alle gelten. Blut- und Boden-Ideologien und Organisationen, die diese zumindest soweit billigen, dass sie sie in öffentlichen Texten (mag man das nun Predigten nennen oder nicht) gut heißen, sollten eingegrenzt werden, wo immer man auf sie trifft. Denn wenn etwas der Integration schadet, so sind das nationalistische Rückbezüge mit islamistischer Herleitung und Legitimierung.

Die DITIB nun hat wiederholt solche Inhalte als Freitagspredigten vorgegeben und als allgemeine Predigten verbreitet. Auch wenn in der örtlichen Moschee vom vorgegebenen Text abgewichen worden sein mag: Die grundsätzliche Ausrichtung der Predigt und der Wille des Dachverbandes, genau diese Gedanken zu befördern, bleibt. Exemplarisch seien einige Passagen der vergangenen Jahre mit Märtyrer-Bezug vorgestellt.

2014:

Ein weiterer hoher Rang ist der der Märtyter (şehit, schahīd). Der Begriff steht für diejenigen, die für ihren Glauben sterben, für ihr Land und die Werte, die ihnen heilig sind.[…] Immer, wenn die Religion, das Land, die Würde und die Unabhängigkeit in Gefahr waren, haben wir uns daher mit unserem Leben für diese Werte eingesetzt und werden dies auch in Zukunft tun… Unsere Ahnen haben in diesem Sinne ihre Pflicht erfüllt. Mancher von ihnen ist den Märtyrertod gestorben und hat diesen hohen Rang erklommen. Andere wurden verwundet und kamen als Veteranen zurück. Ihnen verdanken wir die Heldenepen um den Märtyrertod der Gefallenen. Keiner von ihnen ist heute mehr unter uns. Aber eines ist dennoch mit uns: unsere Religion, unser Land, für das sie mit ihrem Blut gezahlt haben und unsere Werte. Vielleicht leben wir jetzt in einem anderen Land, in einer anderen Kultur. Doch haben wir Verpflichtungen, denen wir nachkommen müssen. Vor allen Dingen sollten wir unsere Ahnen, sie zu beerben uns zu Recht mit Stolz erfüllt und uns erhobenen Hauptes daher schreiten lässt, stets in Dankbarkeit in unsere Gebete einschließen. Unseren Kindern und Enkeln sollten wir die Liebe zum Vaterland beibringen.

Unsere Religion, unsere Sprache, Kultur und die Werte, die uns heilig sind, sie alle müssen wir daher leben und leben lassen. Solange wir zusammenhalten und nicht zulassen, dass Einheit, Eintracht und Frieden im Land zerstört werden, gibt es kein Ziel, das wir nicht erreichen, kein Problem, das wir nicht überwinden können.

İdris Ertürk
Osman Gazi Moschee Berlin

http://www.ditib.de/detail_predigt1.php?id=173&lang=de

2016:

In diesem Beitrag wird auch der Märtyrer gedacht sowie des Dardanellensieges. Hier ist jedoch vor allem einmal die Sicht auf Deutschland interessant:

Vor Jahren sind viele Menschen aus verschiedensten Gründen in die Fremde nach Deutschland gekommen und haben den größten Teil ihres Lebens hier verbracht. Sie haben sich wie eine fest verwurzelte Platane hier niedergelassen und dieses Land zu ihrer Heimat gemacht. Unsere Geschwister haben sich die Fremde zur Heimat gemacht und einen beispielhaften Daseinskampf geliefert, indem sie sowohl ihre nationalen als auch religiösen Werte bewahrt haben. Ich danke ihnen als meine Geschwister, die sich Deutschland als zweite Heimat angenommen haben und unsere erhabene Religion des Islam zu ihrer Entfaltung in diesem Lande verholfen haben. […] Denn die Liebe zur Heimat ist Teil des Glaubens und unsere Vorfahren haben ohne zu zweifeln ihr Leben dafür geopfert. In diesem Sinne wünsche ich allen Märtyrern des Dardanellensieges und unserem nationalen Dichter Mehmet Akif Ersoy die Barmherzigkeit Allahs und gedenke ihnen dankend. Ihnen, die die Fremde zur Heimat genommen haben, wünsche ich Gesundheit, Wohlbefinden und Wohlergehen.

http://www.ditib.de/media/Image/bulten/DiTiB_Bulten_2016_03.pdf

[„Beispielhafter Daseinskampf“? Was damit in einer der wohlhabensten und modernsten Gesellschaften der Welt mit einem wahrhaft großzügigen Sozialsystem gemeint ist, wird im Nebensatz deutlich: Wohlstand ist nichts, Bürger DIESES Landes sein ist nichts, wenn nicht die „nationale und religiöse“ Identität gewahrt bleibt.]

Oder hier:

Während ich meine Predigt beende, wünsche ich Allahs Güte für die Märtyrer, die im jungen Alter für ihre Heimat, ihr Volk, ihre Fahne und gesegnete Werte ihr Leben verloren haben; auch wünsche ich rasche Genesung für unsere Verletzten, Geduld und Beileid für ihre Familien und für unser Volk.

Talip Içöz
Religionsbeauftragter, Veysel-Karani-Moschee Kaltenkirchen, Hamburg

http://www.ditib.de/detail_predigt1.php?id=284&lang=de

Ein Höhepunkt in diesem Bereich war im letzten Jahr ein von der Diyanet stammender Comic, hier in einer deutschen Übersetzung:

 

 

https://www.facebook.com/pages/Diyanet-Cami/118794854880392?fref=ts

Schon und insbesondere Kinder sollen anscheinend lernen, dass es süß und ehrenvoll ist, fürs Stammland der Vorfahren oder den Glauben zu sterben. Wie viel wohl von dieser Haltung auch an den Schulen transportiert werden mag? Zum Beispiel im Religionsunterricht, wenn doch Glaube, Vaterland und das „türkische Blut“ derart als Einheit dargestellt werden? Nach all dem kommt einem in den Sinn, dass nicht Deutsche türkischer Herkunft das Fernziel der DITIB sein mögen, sondern türkische Volksgenossen deutscher Nation. Dass man möchte, dass die Mitglieder Muslime bleiben, kann man nicht vorhalten, schließlich ist man offiziell ein religiöser Verband. Aber die politische Verquickung, die Rückbesinnung auf die türkische, ja osmanische Identität, der Rückgriff auf andere nationalistische und islamistische Haltungen, die kann nicht nur, die muss irritieren. Man mag sich gar nicht vorstellen, was eine Organisation, bei der Spitzeltätigkeit der Imame (!) zumindest im Raum steht, mit opferwilligen Märtyrern anrichten wollen könnte.

Genug der Phantasien. Fakt ist, dass solche Blut- und Boden-Haltungen oder gar die Verherrlichung der Märtyrer wenig zu einer offenen und freien Gesellschaft passen. Genauso wie man sich umgekehrt im Daseinskampf gegen diese wähnt. Da muss sich also einiges an der Haltung ändern. Oder um die Metapher oben aus dem Text zu verwenden: Man kann gerne hier wurzeln. Aber jeden Wildwuchs tolerieren oder gar kultivieren sollte man nicht. Diese Platane muss beschnitten werden um die türkisch-nationalistischen Triebe. Am besten außerhalb der Schulen. Nach 10 Jahren ohne diese Atavismen und einer Trennung von der türkischen „Rechtleitung“ in politischer Sicht (zumindest derzeitiger Ausprägung in der Türkei) kann man weitersehen.