DITIB: Tango mit Verfassungsfeinden II

Vor einigen Wochen war auf die aufscheinenden Kooperationen zwischen der DITIB und der Muslimbruderschaft hingewiesen worden. Der „Landeskoordinator Hessen“ war immer wieder zu Besuch bei verschiedenen Muslimbrudereinrichtungen in Hessen und demonstrierte Solidarität mit der Muslimbruderschaft. Auch auf die Bildung gemeinsamer Gremien in Deutschland war schon hingewiesen worden:

https://vunv1863.wordpress.com/2016/12/17/ditib-tango-mit-verfassungsfeinden/

Nun kann man auch Gegenbesuche verzeichnen. Sogar welche auf höchster Ebene und bei der Dyanet. Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mayzyek war wohl wie Dr. Bekir Alboga – bei diesen Veranstaltungen des „Rats der Eurasischen Islamischen Einheit gegen Missbrauch von Religion, Solidarität und Zukunftsperspektiven“; dieses Jahr Anfang Oktober in Istanbul:

http://www.diyanetvakfi.org.tr/tr-TR/site/haberler/-9–avrasya-islam-s-rasi–istanbul-da-yapiliyor—-2942

Übersetzt:

https://translate.google.de/translate?hl=de&sl=tr&u=http://www.diyanetvakfi.org.tr/tr-TR/site/haberler/-9–avrasya-islam-s-rasi–istanbul-da-yapiliyor—-2942&prev=search

Ganz rechts am Bildrand, das ist der Herr Mazyek, hier mal nicht mitten drin, sondern eher nur dabei (wenn auch nur 2m vom Machtzentrum entfernt, das kann er besser meiner Ansicht nach):

BASBAKAN RECEP TAYYIP ERDOGAN, HILTON OTELI'NDE DUZENLENEN ''8. AVRASYA ISLAM SURASI''NA KATILARAK KONUSMA YAPTI. BASBAKAN ERDOGAN SURANIN ARDINDAN AILE FOTOGRAFI CEKTIRDI. (ANADOLU AJANSI / ERHAN ELALDI) (20121119)

BASBAKAN RECEP TAYYIP ERDOGAN, HILTON OTELI’NDE DUZENLENEN “8. AVRASYA ISLAM SURASI“NA KATILARAK KONUSMA YAPTI. BASBAKAN ERDOGAN SURANIN ARDINDAN AILE FOTOGRAFI CEKTIRDI. (ANADOLU AJANSI / ERHAN ELALDI) (20121119)

[Das Bild ist von der vorhergehenden Veranstaltung, der 8. Zusammenkunft dieser Art 2012. Da ging es wohl auch um Israel. Wie man sich zum Bild zusammenstellte ab 0:40:

http://beyazgazete.com/video/anahaber/tvnet-75/2012/11/20/8-avrasya-islam-surasi-346159.html ]

Auch hier ein Gruppenbild mit dem Herr Erdogan, mittig wohl der Herr Alboga drei Reihen hinter Erdogan, bei der 9. Zusammenkunft:

 

Es gibt auch ein Video von den Redebeiträgen (9.), ab 1:19:30 der Herr Erdogan:

 

Die Zusammenkünfte der Vertreter aus 33 Ländern dienen sicher nicht der Planung gemeinsamer Ski-Urlaube. Eher schon den Absprachen, wer bei welchem Thema mal der good cop, mal der bad cop sein darf. Nach gar nicht weit hergeholten Spekulationen kann man sich vorstellen, dass das durchaus auch Strategietreffen sind. Da der Herr Erdogan mit von der Partie ist, kann man sich weiterhin vorstellen, dass es auch nicht primär um Strategien zum besten Brunnenbohren in der Sahelzone geht, sondern um die organisierte Gegensätzlichkeit zum großen Shaytan, dem Westen, gemeinsame Feindbilder gibt es ja durchaus. Bei der „islamischen Einheit gegen Missbrauch von Religion“ wird es weniger um IS und auch nicht um Boko Haram gehen. Sondern vielleicht eher gegen den Euroislam in Solidarität von u.a. „Osmanen“ und Muslimbrüdern und noch so einigen Fundamentalisten. Die „Zukunftsperspektiven“ kann man sich auch lebhaft vorstellen. Wie bewahren Muslime ihre Identität, wie schützt man sie vor der „Verderbheit“ des Westens und vor allem: Wie formt man aus all den verschiedenen Gruppen in der Diaspora eine Einheit, eine Ummah. Der gemeinsame Fatwa-Ausschuss für die religiöse Untermauerung, hier ist wohl mehr die politische Umsetzung gefragt, ist ja schon gegründet.

Mit den Herren Alboga und Mazyek nehmen an diesen Konferenzen zwei teil, die ihren Verbänden auch deutsche öffentliche Gelder verschafft haben und verschaffen. Aus der (selbstauferlegten!) Not politischer Akteure, muslimische Ansprechpartner zu finden, holen sie das Maximale für ihre Verbände heraus, das muss man anerkennen. Sie haben ein Dialog-Monopol aufgebaut und meinen zu wissen, dass ihnen jedweder Tango nebst anderen Fehltritten nachgesehen wird von dem einen oder anderen politischen Akteur. Glücklicherweise besteht aber die Gesellschaft nicht nur aus Personen, die sich poutisch abhängig fühlen, sei es wegen des Eigenbildes, sei es wegen gewünschter Wählerstimmen. Sondern auch aus Experten, der Presse und – horribile dictu! – der Bevölkerung mit einer öffentlichen Meinung. Die kann man mit ein paar geübten Sätzen, die politische Entscheider gerne hören, nicht beruhigen. Die anderen Akteure sehen das als das, was es ist: Der Tango von zweien, die beide ihre Probleme mit einer freien, offenen Gesellschaft haben, auch wenn sie sie nutzen wollen und auch wenn sie treuherzig das Gegenteil bekunden. Ein Tango auf einem ziemlich fundamentalistischen Parkett. Aber alles hat einmal ein Ende. All das wird irgendwann auch breiter wahrgenommen werden.

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