Marburg: Nicht ganz gesund

Über die Marburger Verhältnisse war schon berichtet worden:

https://vunv1863.wordpress.com/?s=marburg

Zumindest wenn es um Juden geht, ist man abseits der Dialogtische oder öffentlichkeitswirksamer Aktionen auch schon mal anders unterwegs, weniger bunt und weltoffen (das liegt allerdings schon zurück), sondern man prangert den „Kindermörder Israel“ an:

 

Nun gibt es ja von problematischen Gruppierungen wie z.B. den Muslimbrüdern recht viele verschiedene Herangehensweisen und Betätigungsmöglichkeiten auch jenseits der klassischen Lobbyarbeit. Mal ist man z.B. im Bildungsbereich, mal im Umweltschutz oder auch im Gesundheitswesen aktiv. Das machen verschiedene islamistische Gruppierungen so, nicht nur die Muslimbrüder, sondern auch Hizb ut Tahrir oder andere, kleinere Gruppen.

Heute nun findet in Marburg zum zweiten Mal nach 2016 eine nette kleine Nachmittagsveranstaltung statt unter dem lobenswerten Motto „Gesunde Menschen, gesunde Stadt“:

 

Das liest sich ja zunächst auch ganz wunderbar: So viele Akademiker, Ärzte, ein Apotheker…

Veranstalter ist wieder der Verein HADARA e.V.

Nach einem Bericht der Oberhessischen Presse von 2007 wollte dieser Verein einst gemeinsam mit der Orientbrücke e.V., einem Verein, der vom Landesamt für Verfassungsschutz der IGD und damit der Muslimbruderschaft zugeordnet wird und seit Jahren unter Beobachtung des Verfassungsschutzes steht, den Moscheen-Neubau umsetzen:

Kulturzentrum
Zwischen Islamismus und Integration

Marburg. Das in der Frauenbergstraße geplante islamische Kulturzentrum ruft die Marburger CDU auf den Plan. Im Schul- und Kulturausschuss wurde heftig über einen Antrag der Christdemokraten gestritten.

von Uwe Badouin

Für die rot-grüne Koalition geht es bei dem Projekt der beiden Marburger Vereine Hadara und Orientbrücke um die Integration muslimischer Mitbürger. Für die CDU geht es darum, zu verhindern, dass „islamistische Vereine oder Verbände“ in Marburg Fuß fassen.

http://www.op-marburg.de/op/home.news/article.op.jsp?id=20070525.648794

Man steht sich ideologisch also recht nahe.

Nachher wird das Grußwort für den Veranstalter Dr. Hamdi Elfarra sprechen. Er ist im Verein Hadara“ in Funktion. Im Video wird er als Vorsitzender der Islamischen Gemeinde in Marburg geführt. Auf der Internetseite der Islamischen Gemeinde wird man leider nicht informiert. Als Angabe, durch wen die Islamische Gemeinde vertreten werde, findet sich statt einer Nennung einer natürlichen Person nur die Angabe „vertreten durch den Vorstand„:

http://ig-marburg.de/impressum/

Nur der medienrechtlich Verantwortliche, der Dr. El-Zayat, ist benannt, nicht aber die Vorstandsmitglieder erkennbar.

.Der Herr Herzchirurg weiß durchaus, was gerne gehört wird, so öffentlich:

 

Marburg setzt ein klares Zeichen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit“. „Wir verstehen die antimuslimischen Parolen nicht„*. Kann man sagen. Hört sich recht passabel an. „Rassismus ist keine Meinung„. Da kann man klatschen und sollte das tun. Aber irgendwie dürfen manche doch nicht mitspielen. Und andere Parolen scheint er um so besser zu verstehen. Das heißt, dass man bei anderer Gelegenheit eine andere Koloratur singt. Wer nämlich meinte, die Stimmen in Video 1 und Video 2 seien sehr ähnlich, täuschte sich möglicherweise nicht:

Ähnlicher Meinung war Udo Steinbach, der Islamwissenschaftler und ehemalige Leiter des Deutschen Orient-Instituts, auf den sich auch Linke gerne berufen. Auf einer vom »Islamischen Kulturverein Hadara« organisierten Kundgebung in Marburg »gegen die israelischen Massaker in Gaza« sagte er:

http://jungle-world.com/artikel/2009/03/32454.html

Der freundlich wirkende Arzt, dessen Veranstaltung Spies nachher als Arztkollege und Oberbürgermeister schmückt, postet nämlich auch so etwas, bei Juden hört es anscheinend auf:

 

Da gibt es recht wenig Interpretationsspielraum. Antisemitismus ist nämlich auch keine Meinung, auch wenn der Herr Dr. Elfarra das wohl meint.

Das ist aber leider nicht der einzige Ausfall in der Veranstaltung jenseits des Vereins als solchem.

Herr Bilal Al-Sarraj postet Islamic Relief-Sachen:

Der Pharmazeut Dr. Awad Atalla hingegen (auch Genosse) ist ebenfalls in diesem Verein:

http://www.spd-richtsberg.de/uploads/media/12_BlPkt_Feb2006.pdf

Den Vogel schießt aber der Experte Dr. Emad Sibai ab. Er postet so etwas hier:

Der beigefügte Nasheed ist auf youtube:

 

Grob und sinngemäß fasst Dr. Sibai den Lebensweg des jungen Mannes zusammen und bezeichnet ihn am Ende als Märtyrer, der im Kampf für seine Brüder und Schwestern im Glauben in Syrien gestorben ist. Er wünscht ihm die Barmherzigkeit Gottes nach seinem Tod. Ein Nasheed war auf dem angegebenen Video dabei, man kann den Text auf deutsch lesen.

Man beachte auch den Namen des youtube-Kanals, so etwas muss man ja erst einmal kennen:

BlutDerShuhada

Freundlich ist das nicht. Man muss das auch nicht für „gesund“ halten, solche Sachen zu vertreten oder zu posten. Herzchirurg hin, Pneumologe her. Da hat man auch nicht mehr die Entschuldigung geringer Bildungschancen. Nein, bei zumindest für ein Medizinstudium ausreichender Intelligenz, trotz völliger sozialer Anerkennung wird so etwas vertreten. Antisemiten und Islamisten aller Bildungsgrade vereinigt euch. Da kann man nicht noch mehr Bildung anbieten oder einen Job. Das ist alles vorhanden. Man ist nicht reaktiv Islamist, weil man irgendwie diskriminiert würde, sondern schlicht, weil man es sein will.

So viele Ärzte und doch so ein ungesundes Klima. Ein Klima, in dem fragwürdige Vereine, Antisemiten und Personen mit Märtyrerphantasien hoffähig sind. Ein Klima wohl, in dem man Unschönes einfach nicht wahrnimmt. Das aber darf man nicht durchgehen lassen. Das wäre einmal sehr positiv für eine wirklich gesunde Stadt.

.

* Er führt auch noch aus, man habe – als deutsche Muslime – gegen radikale Auswüchse mehrfach demonstriert. Er führt allerdings nicht aus, wo und wann das gewesen sein könnte. Vielleicht meint er den singulären Aktionstag des Herrn Mazyek.

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