Kostenpflichtige Demütigung

Kursus zum Frauenschlagen – für Frauen

Dr. Khaled Hanafy ist Frankfurter Bürger. Er ist in Glaubensdingen höchst aktiv und bei diversen Aktivitäten, die grob der Muslimbruderschaft zugeordnet werden können, immer wieder gern gesehener Gast und Vortragsredner. Dem Anschein nach macht er das hauptberuflich und man kann sich durchaus fragen, wie das funktioniert. Schließlich sind die Vereine, die ihn laden, nicht selten unter Beobachtung des Verfassungsschutzes, müssen also alles selber aufbringen. Man fragt sich schon da, wie die Anmietung der Räumlichkeiten, Nebenkosten und die Bezahlung eines Imams finanziert werden. Das aber ist nebensächlich. Ob Fatwa Ausschuss für Deutschland, ob verschiedene Gelehrtengremien, ob Events der verschiedenen Muslimbruderstrukturen – Herr Dr. Hanafy ist oft mit von der Partie. Seine Expertise wird über Deutschland hinaus geschätzt.

Von ihm gibt es – oftmals übersetzt – verschiedene Videos von Vorträgen über verschiedene Themen, die in der Ausübung des Glauben ihm und den Veranstaltern relevant erscheinen oder von allgemeinem Interesse sein sollen. Einer dieser Vorträge wendet sich demnächst konkret an Frauen. Dr. Hanafy will Frauen gegen Gebühr von 30 € Euro vermitteln, was das „Grundwissen der europäischen Muslima“ sei. Die Plattform, von der das organisiert wird, klingt neutral: „Schreibrohr“ heißt der Verein, bei dem es neben Kleidung und Schmuck auch um das Schagen der Frau gehen soll:

 

 

Da das eine Handlung ist, die sich – Denken in hiesigen Kategorien* vorausgesetzt – sowieso verbietet, macht diese Ankündigung stutzig. Wenn das Schlagen einer Frau sowieso etwas ist, was selbstverständlich verboten ist wie es das Schlagen jedweder Person ist, ist der Kontext wichtig. Dr. Hanafy gibt eine solche Anleitung nicht das erste Mal:

 

Es geht also konkret um das Schlagen der Frau unter Bedingungen, wie sie der Islam  a`la Dr. Hanafy vorsieht. Was verbirgt sich aber hinter dem schönen Namen „Schreibrohr“, wo derlei Inhalte verbreitet werden sollen?

http://schreibrohr.de/?page_id=151

Auch dort taucht wieder der Herr Taha Zeidan auf, der hier schon aktiver war und Vorsitzender eines neuen Gremiums in Frankfurt ist:

https://vunv1863.wordpress.com/2016/11/06/neue-struktur-in-frankfurt/

Das alles erscheint also als eine Veranstaltung muslimbrudernaher Kreise, um Frauen ihren minderen Platz in einer imaginierten muslimischen Gesellschaft nach Muslimbruderart auch noch kostenpflichtig zu erläutern. Wer solche schon in Art und Ausrichtung demütigenden Angebote wahrnimmt, ist allerdings auch sonst eine gute Untertanin und suggestibel. Wunderbar geeignet, um die Damen auch anderweitig zu benutzen und zu instrumentalisieren. Anscheinend sollen besonders Frauen gewonnen werden, die eine gewisse formale Grundbildung (Bild!) haben. All die formale Bildung nützt ihnen aber hier wenig; sie werden von den Vortragsanbietern nicht als Menschen mit gleichen Rechten gesehen, sondern als Personen, die man über das potentielle eigene (!) Geschlagenwerden informieren muss. Wie bei vielen Sachverhalten gibt es im fundamentalistischen Islam ja auch hierfür Regeln und Randbedingungen, unter denen Frauen geschlagen werden können (nicht jeder erteilt dem ja eine so klare Absage wie der anderweitig durchaus problematische Hassan Dabbagh*). Das nennt man dann dort wohl die eigenen Rechte kennen. Da nutzt es auch nichts, dass ie Herren Hanafy und Zeidan allgemein gerne im Anzug daherkommen: Es ist die alte Art zu denken.

Man kann nur hoffen, dass das die Frauen solche Angebote konsequent boykottieren. Für ihre Rechte nämlich können sie nur in dieser Gesellschaft wirkungsvoll eintreten, nicht gegenüber Männern, die sich anscheinend alleine und vorrangig für die Krone der Schöpfung halten. Männer, die für die Demütigung auch noch Geld haben wollen.

 

 

 

* hier z.B.:

2 Gedanken zu „Kostenpflichtige Demütigung

  1. Wenn Muslime betonen, Frauen seien gleichberechtigt, meinen sie damit ganze andere Inhalte, als Europäer und ganz allgemein die westliche Zivilisation. Im Islam ist die Frau eine willkommene Mitstreiterin im Kampf um die Ausbreitung des Islam. Hier darf sie ihre Stimme erheben und Seite an Seite mit den Männern für den Islam kämpfen. Abseits davon gilt sie nur als brave Frau, wenn sie sich den strengen Regeln des Islam für Frauen unterwirft. Von westlicher Gleichberechtigung oder gar Selbstverwirklichung kann hier nicht die Rede sein.

    Wir werden insgesamt immer wieder die Feststellung machen, dass eine strikt islamische Lebensweise, wie sie von der Hälfte der hier lebenden Muslime bejaht wird, deutlich primitiver (Hartmut Krauss spricht von ‚vormodern‘) ist als unsere, in der die gleichen Rechte für alle Menschen gelten. Das ist leider keine hochmütige Sichtweise, sondern leitet sich aus der inhaltlichen Betrachtung ab. Das Schlagen einer Frau verstößt gegen die UN-Menschenrechtscharta, weil es gegen die Würde des Menschen gerichtet ist, egal ob die Geschlagene damit einverstanden ist, oder nicht. Deswegen lehnen wir diese Verhaltensweise ab. Die Würde aller Menschen ist eine Weiterentwicklung zu allen vormodernen Lebensweisen, zu der eben auch der Islam zählt.
    Ich finde es ziemlich empörend, dass es in Deutschland möglich ist, einen solchen gefährlichen, menschenrechtswidrigen Unsinn in Kursen verbreiten zu dürfen. Solche Kurse gehören verboten. Es darf nicht sein, dass in einer FRGO einer westlichen Industrienation Menschen offen als niedrigerwertig deklariert werden dürfen.

    Zu den Muslimbruderstrukturen gehören etliche Vereine und Einrichtungen in Deutschland, die ausschließlich von muslimischer Seite betrieben werden. Da sie aber wissen, dass sie bekämpft werden und unerwünscht sind, bestreiten sie meist ihre wahren Ziele und ihre Akteure. Ein Ziel solcher Vereine ist u.a. Muslime vor der „Gefährung durch den Atheismus“ (!) (Stefan Meining: „Eine Moschee in Deutschland“, 2011) zu bewahren.
    Sie könnten also mit Ihrer Vermutung der Kontraproduktivität gar nicht so falsch liegen. Um diese Gefahr in Zukunft besser einschätzen zu können, halte ich es für sehr wichtig, nach der Betrachtungsweise aus muslimischer Sicht zu fragen, indem wir uns empathisch in eine Muslima hineinversetzen, die gerne einen solchen Kurs besuchen will und eifrig bemüht ist, nach dem Koran zu leben. (Ganz unbekannt ist dieses Frauenbild nicht, wir kennen ähnliches bis zu den 60er Jahren)
    Wir tragen alle unsere kulturelle Brille. Die verhindert aber regelmäßig eine angemessene Bewertung von Umständen, Inhalten oder Verhaltensweisen einer so fremden Kultur wie des Islams.

    Als ich erste Übungen mit dem Absetzten meiner westlichen Kulturbrille gemacht habe, ist mir das Blut in den Adern gefroren. Aber es hilft nichts. Wir müssen genau hinschauen, sehr viel steht auf dem Spiel.

    Liken

  2. Es ging ein anonymer Hinweis ein, im „Scientific Journal“ des European Council for Fatwa and Research gebe es einen Artikel, in dem Dr. Hanafi islamrechtlich begründe, dass das Schlagen der Frauen nicht erlaubt sei.

    Das „Scientific Journal ist wohl eine Eigenpublikation des European Council for Fatwa and Research, die selbst auf deren Seite nur im mittleren dreistelligen Bereich aufgerufen und somit gelesen wird. Die Texte sind, so weit ich sah, nicht wirklich aufzurufen. und wohl auf arabisch. Bei einer Veröffentlichung, die für den europäischen Raum gedacht ist, könnte man erwarten, dass wenigstens ein Abstract in einer europäischen Sprache verfügbar ist. Der anonyme Kommentator meint, man müse halt arabisch lernen.

    Diesen Anspruch an sich weise ich zurück. Sollte dies zutreffen, ist das dann vorliegende Missverständnis auf diese Sprachbarriere zurückzuführen, die aber künstlich erhalten wird. Dr. Hanafy lebt nicht erst seit Tagen in D bzw. in Europa.

    Ungeachtet dessen entgeht wohl, dass alleine das Anbieten eines solchen Seminars äußerst fragwürdig ist: Männer wägen ab, ob man Frauen schlagen darf und begründen das islamrechtlich, wie vorgehalten wird? Sonst geht es aber gut?

    Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.