Wuppertal: Symptombekämpfung

Ärger an Wuppertaler Gymnasium um demonstratives Beten – eine Einordnung

Der Fall von einigen Wuppertaler Schülern, die an ihrer Schule demonstrativ beten und damit die schulischen Abläufe stören wollen, geht aktuell durch die Medien:

https://www.derwesten.de/region/muslimische-schueler-fallen-durch-provozierendes-beten-auf-wirbel-an-wuppertaler-gymnasium-id209791697.html

Solche Dinge muss man in Wuppertal in einen längeren Kontext einordnen. Dort ist seit vielen Jahren eine islamistische Szene höchst aktiv, man denke nur an die „Scharia-Polizei“. In Wuppertal werden auch besonders junge Menschen besonders intensiv indoktriniert, hier ein Fall eines LIES!-Standes an einer Wuppertaler Schule:

https://vunv1863.wordpress.com/2016/05/25/wuppertal-die-offene-tuer-fuer-die-gegengesellschaft/

Dass die Bezirksregierung zu der klaren Vorgabe der Schule nicht recht stehen mag, wie im Bericht von „Der Westen“ aufscheint, ist völlig kontraproduktiv. Billigt man so etwas auch nur in vorsichtigen Ansätzen, wird dies definitiv nicht als Entgegenkommen betrachtet, mit dem es dann gut ist. Solche Handlungen sind Grenztestungen und je mehr man in diesen klein scheinenden Dingen nachgibt, desto mehr wird nach und nach die Schulordnung untergraben und an eine andere Vorgabe angepasst. Die Schule handelt da also richtig, angemessen und schon persönlich entgegenkommend. Der Versuch, die Autorität der Schulleitung auch noch von außen  aus nicht sachlichen Gründen wie etwa einer vermuteten öffentlichen Meinung (bei wem?) entgegen zu kommen, ist nicht sachdienlich und auch nicht nachhaltig sinnvoll. Wer da auch nur darüber nachdenkt, dass der liebe Frieden dadurch erhalten bleibe, handelt sich zunehmend größere Probleme ein. Stück für Stück wird aufbauend auf dem dann Normalen weiter agiert. Das ist leider die Sachlage, wenn man es mit einem kollektivistisch denkenden und langfristig orientierten Gegenüber zu tun hat, das sich in verschiedenen Ausgestaltungen zeigen kann. Solche Aktionen werden durch fundamentalistische und radikale Kreise initiiert, die Reaktionen wahrgenommen, analysiert und dann nächste Aktionen entsprechend geplant. Es findet sich dann schon jemand, der es konkret umsetzen mag. Wenn nicht heute, dann morgen.

Schon der Kompromiss der Schule, über einen Gebetsraum nachdenken zu wollen ist völlig falsch und kontraproduktiv.

Die Bezirksregierung versucht nun, „einen falschen Eindruck“ zu verhindern. Das Gymnasium sei als Schule mit großem Engagement für die Integration von Schülern anderer Religionen oder Herkunftsländer bekannt.

Die Bezirksregierung, die auch bei dem Fall des Wuppertaler Jungpredigers seltsam indifferent blieb, sollte einmal deutlich ihre Vorstellungen von Integration überdenken. Diese kann nicht heißen, jedwedem Ansinnen einfach nachzugeben, nur weil dieses Ansinnen religiös konnotiert ist. Eine solche Konnotation macht das Ansinnen nicht schöner oder friedvoller, sondern nur schwieriger in der Handhabung, wenn man derlei Dinge nicht gewohnt ist. Ein Machtkampf ist ein Machtkampf ist ein Machtkampf. Nicht weniger ist dies, denn es geht darum, ob religiöse Regeln den Vorzug haben vor weltlichen. Wenn Vertreter der Bezirksregierung in der eigentlichen Machtposition derart unsicher sind, wie sie ihre Autorität in diesem Fall umsetzen sollen, muss man sich über weitere Probleme dieser Art nicht wundern: An einer anderen Schule und von anderen Schülern vorgebracht – die Szene ist vernetzt – werden sich sicher weitere finden, die das anders herausfordern werden.

Das wird schon entsprechend von Generation Islam, einem Portal, das der verbotenen Hizb ut Tahrir nahe steht, kommentiert:

 

Der Wuppertaler Jungprediger verbreitet dies denn auch:

https://www.facebook.com/saif.chourak?fref=ts

Man sollte meinen, dass die Wuppertaler Bezirksregierung von den Vorgängen um den Jungprediger gelernt hätte. Leider ist man anscheinend immer erst dann bereit, tatsächlich zu lernen, wenn die Öffentlichkeit diese Lernprozesse einfordert. Man kann daher nur deutlich darum bitten, dass sich nicht nur die lokale Presse dieses Falles ausreichend annimmt, das heißt auch mit den bereits vorliegenden anderen Fällen verknüpft.

Vor allem ist auch zu bedenken, dass die Gruppe um Sven Lau, Darul Arqam, weiterhin aktiv ist und über junge Menschen, deren Eltern klar diese Haltungen mittragen, versucht, religiöse Regeln, ihre religiösen regeln allerorten durchzusetzen. Generation Islam versucht darüber hinaus, das Gebet als Pflicht zu installieren und darüber die Jugendlichen einzubinden und zu unterwerfen unter ihre Vorstellungen, die sie auch an ihre Schulen tragen sollen. Man redet zwar darüber, dass man „nicht provozieren“ wolle, hat aber genau dies vor: Machtdemonstration allerorten. Am einfachsten geht das oft über Jugendliche. Und bei Strukturen, die sich schwertun, angeblich legitime und verpflichtende Einbindungen ihrer Schüler als das einzuordnen, was sie sind: Völlige Privatangelegenheiten, die nichts, aber auch nichts an Schulen zu suchen haben. Die Vorstellung, mit dem Angebot eines Islamunterrichts sei genug getan, erweist sich als Verkennung. Radikal beeinflusste Schüler werden dies allenfalls als Etappenziel oder Zwischenschritt erachten. Leute, die die Schüler als Mittel zum Zweck der Ausbreitung eines weitergehenden Machtanspruchs instrumentalisieren, gibt es genug. Sie werden mit Videos wie obigem aufgeheizt, angestachelt, diesen Machtanspruch überall zu artikulieren. Am gleichen Ort sollte man darauf achten, wie viele muslimische Mädchen den Hijab tatsächlich noch freiwillig tragen oder ob der Gruppendruck nicht schon überall angekommen ist (gleiches gilt für muslimische Speiseangebote: die Jugendlichen werden von anderen Jugendlichen schon mal gerne darin überwacht, ob sie auch ja „das richtige“ essen).

Und das ist nicht das Einzige. Das Nachgeben da ist für genau die muslimischen Kinder maximal schädlich: Zum einen lernen sie dann gar keinen Raum mehr kennen, in dem Religion Privatsache ist und die Zugehörigkeit allenfalls im Religionsunterricht eine Rolle spielt. Nach dem Schwimm-Unterricht ist dann nämlich der Biologie-Unterricht vielleicht dem Glauben unterzuordnen. Oder Sozialkunde. Geschichte nicht zu vergessen. Zum anderen wird jemand, bei dem Beten derart vorrangig ist, auch die nächtlichen Gebete ernster nehmen. Das kann heißen, dass man recht spät schlafen geht, aber ganz früh wieder raus „muss“. Kinder und Jugendliche brauchen ihren Schlaf, weil sie die gelernten Inhalte verarbeiten müssen. Ein durch Gebete gestörter Schlaf steht ihrem Lernerfolg entgegen bzw. erschwert ihn. Das ist nicht gut für die Kinder, die es sowieso durch verschiedene Umstände schwerer haben als andere.

Jedes Nachgeben ist da leider von Übel und schafft keine Ruhe, sondern neue Probleme, die größer sein werden, da sie auf einer bereits durchgesetzten Machtbasis beruhen. Generation Islam denkt und handelt strategisch bzw. bringt das Denken und handeln einiger Personen in Umlauf über solche Videos. Es wäre sinnvoll, nähme das die Bezirksregierung auch wahr, und die Zuständigen würden nicht einfach nur versuchen, den Schreibtisch für einen Abend leer zu kriegen. Es wird so nur voller am nächsten Tag.

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Ein Gedanke zu “Wuppertal: Symptombekämpfung

  1. „Wer da auch nur darüber nachdenkt, dass der liebe Frieden dadurch erhalten bleibe, handelt sich zunehmend größere Probleme ein.“
    Und nicht nur das. Er signalisiert erstens der Gegenseite in diesem Fall „Schwäche“. In den Augen der Salafisten haben Ungläubige sich zu unterwerfen. Ein friedliebendes Nachgeben kann dahingehend interpretiert werden. Und zweitens bewirkt der Erfolg einer Handlung ihr automatisches Wiederauftreten. Die Probleme werden tatsächlich größer, wenn man den Erfolg einer Handlung, hier das offene Missionieren an der Schule, nicht verhindert. Drittens sollten die Verantwortlichen sich klar machen, dass sie damit ihren Nachfolgern im Amt einen gigantischen Berg an Problemen hinterlassen. Sind nicht viele Menschen im Schuldienst der Auffassung, dass sie die Welt nicht von ihren Vorfahren geerbt, sondern von ihren Kindern nur geliehen haben? Wie verträgt sich das mit einer wegschauenden, quasi-toleranten Haltung gegenüber der Ausbreitung verfassungsfeindlicher Positionen an Schulen?
    Mich wundert etwas, dass die betroffene Realschule nicht den Bericht des Verfassungsschutzes zu Rate zieht. Dort erfährt der Salafismus eine deutliche Einordnung, die zweifelsfrei Handlungsleitfaden für Schulleiter sein kann.

    Zu meiner Zeit galt an allen Schulen der damaligen BRD und Westberlin die unbedingte weltanschauliche Neutralität aller staatlichen Schulen. Am Beispiel dieser Realschule kann man heute sehen, wie nützlich eine solch‘ klare Haltung sein kann. Sie hätte es dem Schulleiter ermöglicht, das Problem gleich zu Beginn zu verhindern.

    Last but not least:
    Totalitäre Ideologien breiten sich häufig in dieser Weise aus. In Deutschland kennen wir die Bemühungen von Neonazis, sich in Fußballvereinen für den Nachwuchs zu engagieren. Die „Hitlerjugend“ oder der „Bund Deutsche Mädchen“ sind vergleichbare Beispiele. Sie sollten in die Gesellschaft hineinwirken und sie umformen. Auch die Muslimbrüder engagierten sich in sozialen Fragen in Ägypten seit den 20er Jahren d.v.Jhdt.. Sie nutzen ihre scheinbare Wohltätigkeit und ihr Engagement in selbst errichteten Schulen, Krankenhäusern und Kindergärten zur Verbreitung ihrer faschistischen Ideen. Ägypten hat jahrzehntelange Erfahrungen mit dieser Gruppierung – und sie verboten. Trotzdem zählt Ägypten zu den islamischen Ländern. Deutsche Schulleiter würden doch wohl mit ihren Verständnis von Toleranz nicht soweit gehen, den Ägyptern „Rassismus“ oder ähnlichen Unsinn vorzuwerfen?

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