Vernetzen bis der Arzt kommt

Über den Düsseldorfer Verein „RE-START“ war gestern berichtet worden:

https://vunv1863.wordpress.com/2017/04/11/restart-me-too/

Darin waren die vielfältigen Einbindungen und und ein Teil der Betätigungen des ZMD-Funktionärs Hamza Wördemann aufgezeigt worden. In den Registern bzw. in den behördlichen Dokumenten finden sich jedoch weitere interessante Akteure. Neben bereits Bekannten auch Personen, die im Allgemeinen weniger die Öffentlichkeit suchen, aber trotzdem, eher im Hintergrund, wirken und vor allem scheinbar losgelöst nach außen hin als Personen auftreten können, die wiederum andere Organisationen vertreten. So kann man mit einem Stamm von, sagen wir, einem Dutzend Leuten einen wirklich mächtigen Auftritt inszenieren, der Größe jedoch nur simuliert. Ob diese Simulationen letztlich erfolgreich sind, hängt an der Zielsetzung: Einfluß, Fördergelder etc. sind sicher als Erfolg zu werten. Auch dass man vielleicht die Behörden hinsichtlich der eigenen Zuordnung nasführen kann, mag man für einen Erfolg zählen.

Der Verein RE-Start stellt sich im Vereinsregister so dar im chronologischen Abdruck:

Quelle: Screenshot Vereinsregister Abruf 12.04.2017

 

Derselbe Dr. Dr. „Fajallah Albert“ Al Khatib ist zusammen mit dem Herrn Wördemann in der gleichen Konstellation auch bei den „Freien Muslimen e.V.“:

Quelle: Vereinsregister, Abruf 12.04.2017

als „Albert Farajallah“

Besagter Herr Al-Khatib erscheint aber noch viel weitergehend aktiv. So ist er nach dieser Quelle Schatzmeister bei Wegweiser:

Der Islam werde von den Salafisten missbraucht. „Extremismus und Gewalt sind Gift für jede Religion“, sagte der Schatzmeister des Düsseldorfer Wegweiser-Projektes, Albert Al Khatib, der gleichzeitig die deutsch-islamische Moschee-Stiftung leitet.

http://bz2.bistumspresse-zentralredaktion.de/content/stopp-fuer-die-radikalisierungsfalle

Die Eigenangaben (? von Herrn Al Khatib decken sich nicht mit den Angaben in den Registern. Nach Vereinsregister ist der Herr Charchira der Schatzmeister des Wegweiser-Vereins

 

Quelle: Screenshot Vereinsregister, Abruf 12.04.2017

 

Wer da jetzt wohl Recht haben mag?

Die deutsch-islamische Moschee-Stiftung ist tatsächlich eingetragen und erscheint wiederum als eine Art Familienprojekt der Familie Al-Khatib. Im Stiftungsregister ist jedoch nicht Albert Al-Khatib eingetragen als Vorsitzender, sondern eine Frau Marita Schopphoven-Al Khatib und ein Dr. Faraj Allah Al Khatib

http://www.mik.nrw.de/nc/stiftungsverzeichnis-fuer-das-land-nrw/alle-stiftungen.html?tx_szstiftungsvz_pi1%5Buid%5D=2242&tx_szstiftungsvz_pi1%5Bpage%5D=29&tx_szstiftungsvz_pi1%5Bsingle%5D=1

Ob man bei der Landeszentrale für politische Bildung so genau weiß um die Einbindungen? Auf jeden Fall lädt man Frau Schopphoven-Al Khatib als Stiftungsvorsitzende ein:

Klicke, um auf 36.pdf zuzugreifen

Es gibt verschiedene Schreibweisen und jeweils verschiedene Aktivitäten: Khatab, Al Khatab, Al-Khatib. In Ärzteverzeichnissen werden geführt:

http://www.backinjob.de/Firma/Duesseldorf/40217/Dr.-med.-dent.-Faraj-Al-Khatib-Kieferorthopaede/0794cf22a8fd94fe59ece530f017c54f.html

https://www.jameda.de/duesseldorf/zahnaerzte/kieferorthopaeden/dr-dr-albert-al-khatib/uebersicht/80402631_1/

Beide werden in der Bachstr. 148 geführt:

http://xn--kieferorthopde-arcaden-c5b.de/index.php/profil

Zumindest auf dieser Praxis-HP findet sich aber nur ein Arzt.

http://xn--kieferorthopde-arcaden-c5b.de/index.php/profil

Auch die Frau Schopphoven-Al Khatib scheint dort zu sehen zu sein, die nach Angabe auf der Seite der Stiftung ihr vorsitzt:

Bei der Stiftung steht übrigens – maximal intransparent – nichts über die Personen hinter der Stiftung. NICHTS über den Gesamtvorstand. Eher nur frömmelnd-erbauliche Sprüche. Das einzige ist ein Bild von Frau Schopphoven-Al Khatib als Kontakt:

https://dims-duesseldorf.de/

 

Praxisanschrift und Stiftungs-Adresse sind identisch.

Richtig interessant wird es aber, wo der Dr. Al Khatib noch sitzt: Er wird bei der Deutschen Islamkonferenz geführt, mit dieser Stiftung, FÜR den ZMD und gemeldet auch mit seiner Praxis-Adresse:

http://www.deutsche-islam-konferenz.de/DE/DasBAMF/Clearingstelle/Ansprechpartner/ansprechpartner-detailansicht-node.html?contactDataId=793

Ob man im Innenministerium wohl geprüft hat, wie groß die Stiftung ist, wer dahinter steht?

Doch es wird noch besser. Das Land NRW hat – wohl über die Landeszentrale für politische Bildung flankiert – schon Projekte mit dieser Stiftung gemacht. Es darf gefragt werden, wie viel Geld dafür floß. Und man darf fragen, inwieweit die Landeszentrale politische Bildung NRW da im Bilde war, wen sie protegierten, mit wem sie es überhaupt zu tun hatten. Dass man nicht wusste, in welchem Umfeld die Stiftung zu verorten ist, erscheint kaum glaubhaft.

http://www.bamf.de/SharedDocs/CLS-DB/Projekte/1084/infos-zum-projekt.pdf?__blob=publicationFile

Immerhin stehen auch die Polizei NRW und das NRW Familienministerium mit auf dem Flyer. Oder blickt da keiner mehr durch? Absicht, Versehen, Überforderung?

Personen und Strukturen aus dem Muslimbruder-Umfeld so aktiv zu fördern ist nicht akzeptabel, wenn man weiß, was man tut. Die Muslimbruderschaft steht unter Beobachtung des Landesamtes für Verfassungsschutz NRW:

http://www.mik.nrw.de/verfassungsschutz/islamismus/legalistische-organisationen/muslimbruderschaft.html

Personen und Strukturen, die personell oder strukturell nicht auf hinreichenden Abstand achten, können keine Kooperationspartner für Projekte sein.

Und das schöne „Muslimopenmind“, dass dort so blickfangend prangt?

http://muslimopenmind.de/category/aktuelles/

Das Projekt wird gefördert vom Bundesinnenministerium; im Rahmen eines Projektwettbewerbes erzielte die Düsseldorfer Kampagne den zweiten Platz in der Rubrik „Besonders innovative Ideen“.

Mit im Boot ist die Landeszentrale für politische Bildung, die die Fortbildungsreihe „Imame und Dialogbeauftragte werden Demokratiebotschafterinnen und -botschafter organisiert und finanziert

Die Projektverantwortlichen:
Dr. Al Khatib – Mohammed Bourakbauoi – Erdin Kadunic – Dirk Sauerborn
Beratung: Mohammed Assila – Mustapha Fettah

 

Tscha.

Da hat man mit oder für die NRW-Behörden etwas Nettes inszeniert, das auf den ersten Blick nach Masse aussah. Es sah vor allem nicht nach dem aus, was drinnen steckt: Der ZMD.

Das war übrigens 2013. Das obige Projekt scheint still verschieden zwischenzeitlich. Auf der Seite ist das Aktuellste VON 2013. Da könnte man mal fragen, wie hoch die Förderung war. Und was dafür geleistet wurde.

Der Weg über vielfache Vereine – man scheint da Übung zu haben – erscheint auf jeden Fall als erfolgreicher Weg, um die Öffentlichkeit, vielleicht auch behördliche Akteure maximal zu verwirren. Das scheint man durchaus bemerkt zu haben. Vielleicht haben da auch einige Akteure mittlerweile vor der Flut an Strukturen kapituliert. Das ist allerdings wäre ebenfalls nicht akzeptabel.

Wenn das kein Multi-tasking ist, fällt einem nichts mehr ein. RESPEKT!
Jenseits des Respekts muss darüber jedoch gesprochen werden. In NRW und anderswo.

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