Ciftci, Naik und die IHH Türkei

Die „Internationale Humanitäre Hilfsorganisation e.V.“ (IHH) ist seit 2010 in Deutschland verboten. Die Verbotsverfügung wurde vor dem Bundesverwaltungsgericht 2012 bestätigt:

http://presseservice.pressrelations.de/standard/result_main.cfm?aktion=jour_pm&r=417592

In der Türkei besteht eine assoziierte Organisation jedoch fort. Wie bei vielen Organisationen in diesem Bereich kapriziert man sich darauf, dass man trotz gleichen Namens, gleicher Ausrichtung, intensiver Kooperation etc. ja „rechtlich getrennt“ sei – eine völlig wertlose Stellungnahme, die rein dem Verschleiern dient. Organisationen wie „Islamic Relief“ (Eigenangabe IR Australia) oder „Ansaar International“ kooperieren mit der türkischen IHH bei verschiedenen Projekten. Hier ein Projekt von „Ansaar International“ im letzten Mai:

 

Doch auch andere haben seit langem engen Kontakt zu der IHH. Aus der Stuttgarter Zeitung von 2011:

Die Freiburger IHH-Gruppe schleuste mehrere Männer als Kämpfer ins bosnische Kriegsgebiet: nach unserer Zeitung vorliegenden Unterlagen den wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung verurteilten Deutschen Aleem Nazir, den in Ulm lebenden Reda Seyam, der mit dem Terroranschlag in Bali im Jahr 2002 in Verbindung gebracht wird. Und Mohammed Seyfundin Ciftci aus Braunschweig, der nach Unterlagen der kroatischen Polizei vom Jahr 1993 an auf den kroatischen und bosnischen Schlachtfeldern unterwegs war. Die Nachrichtendienste aller drei am Krieg beteiligten Balkanländer beschuldigen ihn, Dschihadisten besonders nach Zentralbosnien geschleust, sie unterstützt und versorgt zu haben. […] 

Im Rausgehen wird Ciftci redselig. Er habe gute Kontakte in die Türkei. So gute, dass er von der türkischen Hilfsorganisation Insan Hak ve Hürriyetleri ve Insani Yardim Vakfi – IHH – gebeten worden sei, die „geistliche Begleitung der diesjährigen Gaza-Flottille zu übernehmen“. Er habe abgelehnt – weil er kein mutiger Mann sei und absehbar sei, „dass es da zu Gewalt kommt“.

Die türkische IHH? Recherchen unserer Zeitung ergeben, dass auch diese Hilfsorganisation während des Krieges in Bosnien aktiv war. Mit engen Kontakten zu den Brigaden der Gotteskrieger besonders im Raum Zenica. Ex-NSA-Mann John R. Schindler sagt: „Die waren auf der ganzen Bandbreite aktiv: Finanzierung, Rekrutierung, Bewaffnung, Nachschub.

http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.islamisten-handgranaten-auf-der-einkaufsliste-page2.108c9d40-947a-4083-a6af-0231ef2f4237.html

Diese Kontakte bestehen offensichtlich immer noch (sind über die Jahre nachweislich). Erst kürzlich war Herr Ciftci, wie er stolz auf seiner Facebook-Seite verkündet, wieder in der Türkei – und traf sich dort mit Zakir Naik:

 

Zu Naik:

http://www.independent.co.uk/news/world/asia/zakir-naik-india-ban-islamic-research-foundation-national-security-safeguard-muslims-a7633566.html

Hier beim Treffen bei der Organisation:

 

Der Herr Naik scheint in der Türkei große Hallen zu füllen:

 

Man kann sich auch nicht vorstellen, dass solche Einladungen wie an die Istanbuler Uni ohne Billigung der Behörden mittlerweile ablaufen können:

 

Noch mal vor der Fahne:

 

Naik ist, siehe Anmerkungen hier:

https://vunv1863.wordpress.com/2017/03/25/raum-detmold-britischer-hassprediger-plant-schulungswochenende/

auch eng mit Dr. Haddad verbunden, mit dem sich Ciftci ebenfalls in jüngster Zeit traf.

Aber auch die Kooperation von Citci mit Naik ist nicht neu. Schon 2011 versuchte Ciftci, Naik für ein Seminar nach Osthessen zu holen:

Erst im März vereinbarten Ciftci und Colakovic mit dem Hassprediger Zakir Abdul Naik bei einem Treffen in Istanbul, dass dieser im November und Dezember 2011 in Deutschland und Bosnien predigen solle. Gegen den Inder verhängten die Regierungen in Großbritannien und Kanada ein Einreiseverbot, weil sich Naik beispielsweise dafür ausspricht, Homosexuelle als „von Gott ungewollt zu töten“. Gemeinsam mit Colakovic besuchte Ciftci außerdem während seiner Türkeireise am 14. März die Istanbuler Vertretung der „Isami Yardim Vakfi“ (IHH). Die Organisation unterhält nach Recherchen des dänischen Terrorexperten Evan Kohlmann „seit mindestens fünfzehn Jahren intensivste Beziehungen zu nahezu allen islamistischen Terrorgruppen – darunter auch zu Al-Kaida“.“

http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.salafisten-islamzentrum-statt-jugendherberge.d366ce4d-890c-4aad-a8d6-6101239e4306.html

Da ist also auch über die Ländergrenzen hinweg eine erhebliche Aktivität feststellbar. Bei den bekannten Einbindungen kann das nicht beruhigen, insbesondere weil Cifftci bis ins Rhein-Main-Gebiet (v.a. Darmstadt, Fulda, Hanau) einen nicht kleinen Stamm an Anhängern hat.

Da Ciftci aber noch größere Pläne zu haben scheint, will er sich nicht auf seine Vortragstourneen in Deutschland beschränken. Da steht der Sinn nach breiterer Zuhörerschaft, als sie Vorträge und auch youtube-Videos bieten:

https://www.braunschweiger-zeitung.de/niedersachsen/article210235029/Salafist-will-Internet-zur-Moschee-machen.html

Über die Pläne von Ciftci, einen TV-Sender zu machen, war bereits berichtet worden:

https://vunv1863.wordpress.com/2016/11/19/gegengesellschaft-on-air/

Das Einsammeln von Spendengeldern wird dann wohl forciert werden. Vielleicht sind dann auch „Ansaar International“, für die er ebenfalls Reisen macht, behilflich. In diesem Dunstkreis trifft sich dann ja die Szene in Deutschland, die ähnliche Ziele hat.

Unter dem Gesichtspunkt, dass man wieder versuchen könnte, auch Naik nach Deutschland zu holen, könnte die Ankündigung von Haddad, man wolle breiter sich in Deutschland aufstellen, weiteren Sinn ergeben. Man könnte wieder darauf bauen, dass in Deutschland Seminare mit „Überraschungsgästen“ durchgezogen werden können. Davor allerdings kann man nur warnen.

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