Hijabi-Fashion-Day: Mode… und mehr?

Über den „Hijabi-Fashion-Day“ in Frankfurt – und die, die dahinter stehen

Ein Event, das schon mehrfach für Frauen veranstaltet wurde, ist der „Hijabi-Fashion-Day“. Er ist auch dieses Jahr wieder angekündigt, für den 7. Mai in Frankfurt:

https://www.facebook.com/events/255804924851271/

Die Jahrhunderthalle ist kein ganz billiger Ort in der Anmietung. Aber auch das klärt sich, von einem zurückliegenden Event Ende 2015, aus einem Interview:

BASMA: Wie finanziert ihr den Hijabi Fashion Day?

Latfia: Wir haben alhamdulillah einen Sponsor gefunden, der uns finanziell unter die Arme greift, um ein solches Event zu stemmen. Durch das Anmieten der Location entstehen z.B. natürlich auch Kosten, die wir decken müssen. […]

BASMA: Du selbst bist Ehefrau und Mutter und hast dich mit deinem Geschäft selbstständig gemacht. Wie bekommt man da noch den Hijabi Fashion Day mit unter den Hut?

Latifa: Um ehrlich zu sein, fällt mir das alhamdulillah gar nicht schwer. Der Hijabi Fashion Day ist eine Herzensangelegenheit und ein Hobby für mich. Ich mache die Arbeit gerne und dadurch empfinde ich die damit einhergehenden Aufgaben nicht als Last. Ich habe alhamdulillah auch sehr viel Unterstützung von meiner Familie und Freunden. Ich finde trotz Ehe und Kindern sollte man sich dennoch die Zeit nehmen seine Träume und Ziele zu verfolgen.

http://basmamagazine.com/2015/12/08/hijabi-fashion-day-im-interview-mit-teamleiterin-latifa/

Wer steht nun dahinter?

 

https://www.hijabi-fashion-day.com/about/

Hier direkt:

https://www.hijabi-fashion-day.com/kontakt/

Und noch ein Verweis:

http://www.wiefindeich.de/HIJABI+Ahmmad+Wikas+Maiwandi/Frankfurt+am+Main/11868996

Das ist also ein Event, das vom Hijabi-Store Frankfurt bzw. den Betreibern plus Umfeld veranstaltet wird. Wie sieht dieses Umfeld nun aus?

Der Hijabi-Store Frankfurt war hier schon mehrfach Thema:

https://vunv1863.wordpress.com/2015/07/11/eroeffnung-des-mekka-shop-nachfolgers-floppt/

Aus schwierigen Anfängen scheint sich ein florierendes kleines Unternehmen entwickelt zu haben. Über die Anfänge gab es auch einen Bericht des HR, der leider auf der HR-Seite nicht mehr verfügbar ist, aber hier gespiegelt wurde:

Nur zehn Minuten Fußweg von unserer alten Adresse“, wirbt der neue „Hijabi-Store“ unter Verweis auf den Vorgänger-Laden in der Stiftstraße. Betrieben wurde sowohl der alte als auch der neue Laden in der Lange Straße von Latifa D. Auf Nachfrage erklärt die junge Frau, die Tochter von Abdellatif Rouali zu sein.

Der marokkanisch-stämmige Frankfurter gilt als einer der geistlichen Führer der Salafisten-Szene und wird dort ehrfurchtsvoll „Sheikh Abdellatif“ genannt. Latifa D. betont, der neue Laden habe nichts mit ihrem Vater zu tun. Auf ihrer Facebook-Seite wird dagegen ausdrücklich auf eine Nachfolge des Mekka-Shops ihres Vaters verwiesen. Beide firmierten zuvor unter einer gemeinsamen Adresse, aber räumlich getrennt und mit unterschiedlichem Angebot.

https://www.undp.org.fj/europe/germany/mekka-laden-in-neuem-gewand-hijabi-store-alarmiert-behorden/

Ein Team von Report Mainz war dann vor 7 Monaten einmal vor Ort:

http://www.swr.de/report/dress-to-impress-allah-wer-steckt-hinter-den-shops-fuer-verschleierte-frauen/-/id=233454/did=18105540/nid=233454/7sgnuo/

Ein harmloser Spaß für Mädchen und Frauen, die sonst nicht viel dürfen, weil sie selbst es sich versagen oder sie es von anderen verboten bekommen, ist das also nicht. Das ist vielmehr ein niedrigschwelliges Angebot vornehmlich für Frauen, die in einer Gegengesellschaft gehalten werden sollen oder dorthin desintegriert werden sollen. Über solche Events können Frauen in einem vermeintlich lockeren Rahmen an die fundamentalistischen Kreise herangeführt werden, wenn sie sich als zugänglich und suggestibel erweisen. Es ist darüber hinaus Teil einer sozialen Infrastruktur einer Gegengesellschaft, die sich auch in Kleidung spiegelt (und sich auch wirtschaftlich abzukoppeln sucht*).

Ob die Kultur- und Kongresszentrum Jahrhunderthalle GmbH, die wohl zur DEAG gehört, da so weiß, wer angemietet hat und kommt, kann man bezweifeln.

 

 

 

* Dazu interessant auch dieses Mode-Magazin, deren Macherin wohl in Aschaffenburg sitzt:

http://basmamagazine.com/basma/

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2 Gedanken zu “Hijabi-Fashion-Day: Mode… und mehr?

  1. Das ist auch ein gutes Beispiel für ein grundlegendes Mißverständis zwischen den Kulturen. Der europäische Mainstream nimmt solche „berufstätigen“ Frauen gerne zum Anlaß, eine angebliche Gleichberechtigung von Mann und Frau im fundamentalen Islam zu beweisen.
    Das ist aber falsch. Eine solche Gleichberechtigung, wie wir sie verstehen ist das nicht, was eine Tochter eines Salafisten hier als scheinbar moderne Geschäftsfrau westlicher Prägung unternimmt.
    Im fundamentalen Islam bezieht sich „Gleichberechtigung“ nur und ausschließlich auf den Kampf für die Verbreitung des Islam. Mehr nicht. Muslimas dürfen Seite an Seite mit ihren Männern für den Islam kämpfen und sind in dieser Position bei den Männern sogar gern gesehene Mitstreiter.
    Eine eigenständige Lebensweise mit Selbstbestimmungsrecht ist damit nicht gemeint. Alle über den Kampf für den Islam hinausgehenden Rechte, die die westliche Kultur kennt und bejaht, werden im fundamentalen Islam den Frauen verwehrt. Wenn also Deutschland und Europa eines Tages islamisiert sein sollte und der Kampf gewonnen sein sollte, wird die Salafistentochter brav an den Herd zurückkehren und ihr geliebtes „Hobby“ ehrerbietend wieder aufgeben. Und falls sie damit Schwierigkeiten haben sollte, wird sie froh und dankbar sein, von ihrem Ehemann schlagkräftig auf den „richtigen“, den islamischen, Weg zurückgeschlagen zu werden.

    Hier wird also ein kulturelles Mißverständnis benutzt, um eine verfassungsfeindliche, und -widrige Ausformung des Islam zu verharmlosen und gesellschaftsfähig machen zu wollen. Der Modebegriff wird hier ebenfalls mißbraucht um eine menschenfeindliche Herrschaftskultur in der westlichen Welt gesellschaftsfähig erscheinen zu lassen. Der Salafismus ist jedoch, ebenso wie der Wahabismus Saudi-Arabiens, eine vormoderne Kriegskultur mit absolutistischem Anspruch auf vollständige Kontrolle jedes einzelnen Menschen bis in die privatesten Lebensbereiche (z.B. die Art der Zahnhygiene) ohne Anwendung der UN-Menschenrechtserklärung. Ein Blick nach Saudi-Arabien zeigt, wie sich dies im täglichen Leben der Menschen auswirkt: mit regelmäßigen Köpfungen von Menschen auf öffentlichen Marktplätzen (bei denen sogar Kinder zusehen müssen) wegen „Verbrechen“ die für uns gar keine sind, etwa Religionskritik oder Seitensprünge einer Ehefrau. Ähnlich der mittelalterlichen Kultur Europas: primitiv und gewalttätig.

    Das ist es, was die Salafisten für Europa planen.

    Das Establishment wird hier zu einem schmerzhaften Umdenkprozeß gezwungen sein, wenn in Europa keine staatlich legalisierten Enthauptungen in absehbarer Zukunft stattfinden sollen.

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  2. Man kann es vielleicht unter Verständnis der hierarchischen Vorstellungen am ehesten nachvollziehen: Der Salafist ist Gott unterworfen, die Frau des Salafisten ihm (bzw. männlichen Muslimen) und Gott. Sie ist aber allen anderen Lebewesen übergeordnet, etwas, woraus nicht wenige dieser Damen n.m.M. einen so großen narzisstischen Gewinn schöpfen, dass das eine gesonderte Attraktivität aufweist.

    Von Abdellatif Rouali, dem Vater, gibt es etliche Videos über die Frauen, Beispiel:

    Diese Bekleidung als hipp zu bezeichnen, ist schon bizarr (Slogan von der facebook-Seite: „Hijabi ist das neue Sschwarz“).

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