Berlin: Nil novi sub sole

Über den islamischen Hilfsverein „Die barmherzigen Hände e.V.“, einen Kooperationspartner der NBS

Bei dem Hilfsverein „Die barmherzigen Hände e.V.“ wird wegen des Namens eher an einen christlich konnotierten Hilfsverein gedacht werden. Das ist jedoch ein Fehleindruck, Barmherzigkeit findet sich auch im Islam als positives Konzept wie man nicht erst seit den Schriften von Mouhanad Khorchide wissen kann. Nicht immer verbirgt sich hinter der im Munde geführten Barmherzigkeit jedoch eine menschenfreundliche Haltung. Manchmal gibt es auch ganz andere Gründe, warum dieser positiv besetzte Begriff verwendet wird. Er klingt ja auch einfach gut, friedlich und nach warmer Menschlichkeit.

Die Neüköllner Begenungstätte (NBS) war bereits mehrfach Thema hier auf dem blog, zuletzt:

https://vunv1863.wordpress.com/2017/04/05/moschee-report-teil-1-ein-nachtrag/

Am 06.05.2017 veranstaltet die Neuköllner Begegnungsstätte ein Benefiz-Event, für das sie einen Co-Veranstalter hat:

 

Noch mal größer:

 

Der Verein „Die barmherzigen Hände e.V.“ ist Mitveranstalter. Was verbirgt sich nun hinter dem Verein? Auf der Facebook-Seite finden sich Informationen:

Quelle: Info-Seite der Facebook-Seite des Vereins, Abruf 27.04.2017

 

Dort ist angegeben, man bestehe seit 2010. Im Vereinsregister stellt sich das dezent anders dar. Die vorgelegte Satzung sei im Februar letzten Jahres erstellt; die Eintragung erfolgte im September:

Quelle: Vereinsregister, Abruf 27.04.2017

 

Nun könnte ja der Verein schon vorher bestanden haben, ohne Eintragung halt. Ein Blick auf die Vereinsseite im Netz ergibt jedoch Erstaunliches: Nicht nur ist die Impressumsseite leer (das kommt vor bei manchen etwas spezielleren Vereinen), sondern sogar die Kontoseite:

 

Ein angeblich seit Jahren bestehender Verein mit Eintragung, der nirgendwo Spendenkonten angibt? Das erscheint seltsam, zumal auf der Facebook-Seite verschiedene Reisen „dokumentiert“ werden. Stimmte das so, müsste das ja vereinsseitig bezahlt werden.

Auch bei „betterplace“, wo man wohl Spenden zu sammeln beabsichtigt(e) ist alles leer:

Quelle: betterplace, Abruf 27.04.2017

 

Nur bei Facebook sieht man ganz klein das Konto, wenn man aufklappt:

 

Auf der Facebook-Seite findet sich u.a. diese Pressemitteilung vom Dezember:

 

Da war man noch unter http://www.diebarmherzigen.de zu finden. Denic, der 2. Vorsitzende:

Quelle: denic, Abruf 27.04.2017

 

Die alte Seite ist nicht mehr aufrufbar, nunmehr „verbotener Zugang“. Nun denn.

Da die Facebook-Seite am meisten über die Betätigungen des Vereins Aufschluß gibt, scheint dies auch vereinsseitig die wichtigere Verbreitungsplattform.

Nach dieser Quelle ist man z.B. im Libanon, in Jordanien, im Jemen, in Syrien und vor allem in Gaza aktiv. Burma als Zielland von Betätigungen, wie in der angekündigten Veranstaltung angegeben, erscheint neu. Die Betätigungen allgemein sind nach eigenen Angaben ebenso breit gefächert wie bei den meisten der islamischen Hilfsvereine nach deren Eigenangaben. Man gibt – dem eigenen Bekunden nach – an einigen Orten ein wenig, anstatt an einer Stelle konzentrierter und länger aktiv zu sein. Das mag den Sinn haben, möglichst viele Spender aus den verschiedenen Ländern anzusprechen. Nur wo das Geld tatsächlich hingeht, belegen auch nette Reisevideos nicht wirklich. Man kann sich auch fragen, woher es stammt. Der Verein nutzt ja nicht einmal die vorhandenen Möglichkeiten, seine Spendenbasis zu erweitern (also die Angaben auf bereits angelegten Seiten; das steht ihm natürlich frei). Die ganzen Aktionen, wenn das so stimmt, alleine die Flugkosten für die gezeigten Personen sind ja nicht ganz gering, erfordern ja Mittel.

Der 2. Vorsitzende Herr Farhan scheint die wichtigere Person im Verein (Anmeldung, Konto des Vereins wohl am damaligen Wohnsitz des Herrn). Dieser 2. Vorsitzende macht Werbung auf seiner Facebook-Seite für die Konferenz mehrerer problematischer Palästinenser-Organisationen in Rotterdam vor einigen Tagen:

 

Dazu:

Rotterdam City Council Member Tanya Hoogwerf told JNS.orgthat her Leefbaar Rotterdam faction has repeatedly pressed the mayor to cancel the PRC gathering. “Especially with antisemitism on the rise in the Netherlands and Rotterdam as well,” she said, “we think it’s irresponsible and a bad signal to lay out a red carpet for an organization that believes and states in it’s own manifesto that all Jews need to be killed.

https://www.algemeiner.com/2017/03/30/pro-hamas-conference-in-netherlands-could-encourage-antisemitism-and-terrorism/

Rotterdam’s mayor, Ahmed Aboutaleb, refused to prohibit the PRC event, despite requests from Jewish community officials.

The German government has previously referred to the PRC as an affiliate of Hamas. “Hamas does not operate openly in Europe. Instead it uses, for instance, the Palestinian Return Center in London as a forum,” the German Ministry of Interior said in a 2011 report.

Aside from the PRC conference, widespread support for Islamism was expressed in Rotterdam over the weekend.

https://www.algemeiner.com/2017/04/20/rotterdam-allows-pro-hamas-conference-blocks-anti-hamas-protest/

Zur vorherigen Konferenz in Berlin, eine Kleine Anfrage, beantwortet vom Hamburger Senat:

Darüber hinaus ist es aber auch an anderer Stelle zu Verbrüderung mit der Terrororganisation Hamas gekommen; so zum Beispiel auf der „Konferenz der Palästinenser in Europa“, die zuletzt am 25. April 2015 in Berlin stattfand und an deren Organisation sich auch die PGD maßgeblich beteiligt hat. In diesem Zusammenhang gibt der Berliner Verfassungsschutz an, dass die Organisatoren Kontakte zur der als Terrororganisationen geltenden Vereinigung unterhielten.

https://kleineanfragen.de/hamburg/21/2878-demonstration-der-palaestinensischen-gemeinschaft-in-deutschland-pgd.txt

Der NRW Verfassungsschutzbericht 2015:

Am 25. April 2015 fand in Berlin die 13. Europakonferenz des Hamas-nahen Palestinian Return Center (PCR) statt. An ihr nahmen bis zu 12.000 Personen teil. Das Motto der Veranstaltung war „Palästinenser Europas und das palästinensische Nationalprojekt“. Organisator der Konferenz war PCR in Zusammenarbeit mit der Palästinensischen Gemeinschaft in Deutschland e.V. (PGD). Wesentliche Themen waren unter anderem Schilderungen der Lage in Gaza sowie der Situation der palästinensischen Flüchtlinge in Syrien.

http://www.mik.nrw.de/fileadmin/user_upload/Redakteure/Verfassungsschutz/Dokumente/VS-Berichte/Islamismus/2015/Hamas.pdf

Im Verein „Die barmherzigen Hände e.V.“ finden sich also Personen mit einer höchst problematischen Haltung.

Der Kontakt zur NBS hin ist möglicherweise durch den Herrn El Akla vermittelt worden. Er lebt nach Vereinsregister in Berlin. Vielleicht aber auch durch den Herrn Farhan selber, er erscheint ja allerbestens vernetzt:

 

Das ist dieser Herr hier:

https://de.wikipedia.org/wiki/Ali_al-Qaradaghi

Im selben Zeitraum war er dann in Bochum bei einer Großveranstaltung, an der auch Aiman Mazyek teilnahm und voll des Lobes für den Herrn war*:

http://islam.de/27070

und siehe da, mittendrin statt nur dabei, wohl „Die Barmherzigen Hände“ in Gestalt ihres 2. Vorsitzenden. Man beachte den karierten Freizeit-Look:

 

Einige Anmerkungen dazu bei Honestly Concerned:

http://honestlyconcerned.info/links/aiman-mazyek-ja-zur-mitte-und-nein-zum-extremismus-facebook/

Der Herr Al Qaradaghi kehrt ja auch schon mal in der NBS ein (z.B. wegen der Gründung des Fatwa-Ausschusses Deutschland). Barmherzigkeit für Israel darf man auch da eher nicht erwarten:

The almost daily Palestinian knife attacks and clashes between Israeli soldiers and stone-throwing Palestinians are not at the levels of violence of past Palestinian uprisings, but the escalation has prompted talk of a third „intifada“.

Ali al-Qaradaghi, a prominent Muslim cleric, urged worshippers on Saturday to join what he described as an uprising. „Every Muslim should contribute to the Intifada that started for the sake of al-Aqsa and Palestine,“ he wrote on his Twitter account. Al-Qaradaghi is a cleric at the Doha-based International Union of Muslim Scholars, headed by the spiritual leader of the Muslim Brotherhood, Sheikh Youssef al-Qaradawi.

http://in.reuters.com/article/israel-palestinians-idINKCN0S407C20151010

Da kommen der Herr Farhan und der Herr Al Qaradaghi sicher auf einen Nenner.

Und so schließt sich der Kreis aus muslimbrudernahen Personen, Hamas-Unterstützern und -Sympathisanten und vielleicht noch einigen anderen: Nichts Neues unter der Sonne. Ein wenig mehr Licht kann bei diesen Vernetzungen jedoch nicht schaden.

* Die im verlinkten Beitrag aufscheinenden Worthülsen heißen im mehrheitsgesellschaftlichen und islamischen Kontext jeweils anderes (ungefähr): Der Weg der Mitte ist der, der zum Paradies führt und Abirrungen wie Christentum und Judentum beiseite lässt. Die Zurückweisung von Extremismus in der Religion kann auch nicht den üblicherweise gemeinten Extremismus meinen, sondern nicht „zu viel“ und nicht „zu wenig“ Religionsausübung, denn beides wäre „extrem“.

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