Feedback: Zum RTL-Bericht „Hijabi Fashion Day“

Salafistenszene reagiert

Manchmal sind die Reaktionen und woher sie kommen fast interessanter als die zunächst dargestellten Vorgänge. Der RTL-Bericht von dem „Hijabi Fashion Day“, in dem im Wesentlichen Eigenaussagen von Frauen auf dieser Messe öffentlich gemacht wurden, erzeugt Solidarisierung und Zorn auch in der Jihadisten-Szene. Der im Grunde relativ harmlose Vorgang (die Frauen waren verpixelt), der in der investigativen Handlung genauso bei z.B. einer Esoterik-Messe stattgefunden haben könnte, führt in diesem Umfeld dazu, dass aggressiven Gedanken ungeniert nachgegangen wird. Natürlich agieren die Herrschaften – man ist ja auf die eigene Sicherheit bedacht, wenn man wilde Drohungen ausstößt – meist unter Pseudonymen. Da wird es dann bunt, so mancher agiert auch schon unter einem phantasierten Wunsch-Titel. Darunter dürfte auch so mancher sein, der ungläubigen Personen den Tod wünscht, aber die Leistungen dieses Gemeinwesens gerne annimmt. So einige fundamentalistische Herrschaften klinken sich ja bewußt aus üblichen Selbstunterhaltungsprozessen aus, weil sie ihren Betätigungen für ihren extremistisch ausgelebten Glauben mehr Zeit widmen, als man neben normaler Arbeit aufbringen kann (aktuell z.B. von Pierre Vogel bekannt geworden, zumindest nach Eigenangabe). Dass – konsequent gedacht – am Ende in deren Welt niemand mehr da wäre, der das bequeme Leben mit unterstützte, sie also selber zu Pflug und Schraubenzieher greifen müssten, so weit wird nicht gedacht. Leben im Augenblick.

So wird auf der Seite von Sabri ben Abda auf den Bericht hingewiesen. Drohungen bleiben stehen:

Um zunächst einem Fehlurteil zu begegnen:

Nein, Herr Hicret, das war nur eine Fehleinschätzung der Herren Lau und Selmani, denen die Phantasie durchging.

Herr Khatab geht fehl in seiner Verortung. Zwei Versuche hat er noch.

Vielleicht sollte der Herr ben Abda da mal selber einen Termin machen:

 

Das anderen (!) anempfohlene Leben war dann doch nichts für ihn.

Wenn ihr Männer seid, dann kommt hier runter!

Man beachte den Umkehrschluß, da er ja schon vor Ort war.

Als kleines Highlight in dem thread, gelesen, nachgepostet vom Herrn ben Abda und damit zu Eigen gemacht:

Herr ben Abda lässt so etwas also stehen.

Wer nun meint, mitschreibende Frauen seien per se sanfter, mäßigten vielleicht die Männer, wird enttäuscht:

Das ist nach den unverblümten Drohungen gepostet.
Mindestens eine Ausstellerin ist dabei.

Auf dem Hijabi Fashion Day wurde viel gelächelt. Besonders freundlich war man, wenn jemand sich geneigt zeigte, zum Islam zu kommen (nach deren Auslegung). Die empathische Spaltung, die „Geschwistern“ nur Gutes und „den anderen“ nur Schlechtes zuordnet und wünschen lässt, zeigt deutlich das vorherrschende Menschenbild, das von der Zugehörgkeit abhängt. Bestenfalls wird unter Nützlichkeitsaspekten gedacht, die Nichtmitglieder in nützlich oder schädlich unterteilt. Das ist bei Sekten im Grunde kaum anders: „Love bombing“ bei den eigenen Leuten bei gleichzeitiger Kontrolle, während es bei den anderen schon mal robuster sein darf (MUN-Sekte, Scientology).

Insofern ist diese Reaktion aus dieser Ecke besonders erhellend.

.

.
Nachtrag 13.05.2017:

Auch der einschlägig bekannte Verein „Islamic Care“ aus Darmstadt war mit einem Stand vertreten. Mitglieder des Vereins halfen beim Aufbau.

U.a. zu Islamic Care:

https://vunv1863.wordpress.com/2016/06/26/darmstaedter-biedermann-auffuehrung/

Advertisements

2 Gedanken zu “Feedback: Zum RTL-Bericht „Hijabi Fashion Day“

  1. Ein deutscher Facebooknutzer wurde von einem Gericht in Nürnberg zu einer erheblichen Geldstrafe samt Bewährungsstrafe verurteilt, als er das Bild eines Schlauchbootes mit Männern aus Afrika mit „Stöpsel ziehen“ kommentierte. Ebenso muß auch mit dem Kommentator der Worte „Möge Allah mit ihren Kopf zum töten geben“ verfahren werden.
    Hier wird sich zeigen, ob Facebook ordentliche Arbeit macht und wirklich Haßkommentare eliminieren will, ebenso wie unsere Justiz, oder ob hier nur Jagd auf Deutsche gemacht wird.
    Die Reaktion der AAS kann ich mir schon vorstellen: keine, ist in deren Augen nicht rechtsradikal, sondern religiös begründet.

    Mein Vertrauen in diesen Staat samt seinen Institutionen geht gegen Null.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s