Time to look

Über den gülen-nahen Hilfsverein „Time to help“

Der Hilfsverein „Time to help-yardim zamani e.V.“ mit Sitz in Offenbach imponiert auf den ersten Blick wie viele andere Hilfsvereine aus dem muslimischen Spektrum auch. Spenderzielgruppe sind zunächst Muslime, die ihren Glaubensgeschwistern in Regionen helfen sollen, in denen aktuell oder langfristig Not herrscht. Das an und für sich wäre – wenn man denn allen Menschen helfen würde, so wie das andere Hilfsvereine auch tun ohne Ansehen des Glaubens – sogar etwas besonders lobenswertes. Zum Zweck der Selbstdarstellung werden viele verschiedene Projekte in vielen verschiedenen Ländern vorgezeigt, die auch unterschiedliche Aktionsarten abbilden: Während es in Land A ein Bildungsprojekt sein soll, ist es in Land B eine Notversorgung und in Land C ein Brunnenbau. Nähme man die Darstellungen ernst, so erschienen aber die Reise- und Frachtkosten so manches Mal höher als der Gegenwert von Ware oder Hilfe:

https://www.facebook.com/TimeToHelpTR/?fref=ts

Wie bei anderen muslimischen Hilfsvereinen auch erscheint diese vielfältig abgebildete Aktivität – spekulativ – jedoch nicht nur als reiner Beleg der Hilfsmaßnahmen. Man bildet ja auch sich selbst als Verein damit ab. In der vielfältig zusammengesetzten muslimischen Diaspora ist so für jede Herkunftsnation oder -ethnie etwas zu finden, was eine Unterstützung der „eigenen Leute“ darstellt und damit vielleicht spendenwürdiger erscheint..

Ruft man von der facebook-Seite aus die zugehörende Internetseite auf, wird zudem klar, dass es sich um eine Struktur handelt. die über Deutschland hinaus in Europa Spenden sammelt:

http://www.timetohelp.eu/

Klickt man die österreichische und die schweizerische Flagge an, so landet man auf einer 404-Seite, das ist also wohl noch in Planung. Beim Klicken auf die anderen Flaggen öffnen sich Seiten, deren gemeinsames Merkmal aber ist, bei dem Aufruf „über uns“ ganz vage zu bleiben. Personen und Struktur bleiben im Dunklen, während viel über Antrieb und Notwendigkeit von Hilfe geschrieben wird. Sieht man nur die Auftritte von „Time to help“ ist die Zuordnung kaum möglich.

Der besonders interessante „Time to help UK“-Verein in Großbritannien fehlt dort, vielleicht ein wenig Brexit:

https://www.facebook.com/TimeToHelpUK/?fref=ts

Özcan Keles, der Sohn einer der Gründungsdirektoren von „Time to help“ UK dementiert allerdings, dass sein Vater Ömer Keles etwas mit der Hizmet Bewegung zu tun hätte. Er wurde vorher öffentlich von den Medien in Bezug gebracht:

http://www.ozcankeles.org/press-release-ozcan-keles-english-84/

Hier im Company house:

https://beta.companieshouse.gov.uk/company/08659663/officers

Auch andere der Verantwortlichen des britischen Vereins – seien sie nun noch in Funktion oder nicht – finden sich in Hizmet-Zusammenhängen („Hizmet“ ist eine andere Bezeichnung für die Gülen-Bewegung und heißt so viel wie Dienst). Auf der Hizmet-Seite selber wird denn auch die Gründung von „Time to help UK“ bekannt gegeben:

http://hizmetnews.com/10676/time-help-launched-england/#.WSKkvZLyhxA

In Großbritannien ist man seit 2013 gegründet. Hier gibt man an, aktiv zu sein:

Quelle: Time to help UK, Internetseite Abruf 22.05.2017

 

und:

Quelle: Time to help UK, Internetseite Abruf 22.05.2017

 

Man macht nette Werbe-Filme:

https://www.facebook.com/TimeToHelpUK/?fref=ts

Auf der fb-Seite sind einige Aktivitäten der britischen Sektion konkret aufgezeigt, hier das Jahr 2015:

Kingston:

Burundi:

Brunnenbau im Tschad:

und noch eins, weil man die Größe der Delegation sieht:

Tansania:

Kirgisistan:

Nairobi, ein Dankschreiben:

 

So geht es noch immer weiter, weitere Reisen, Spendenübergaben etc. Auch im Jahr 2014. Der britische Verein war nach Eigenangaben höchst aktiv, was sich ja auch mit den Angaben auf der Internetpräsenz deckt.

Vollständig auf Facebook:

Time to help UK Facebook >

https://www.facebook.com/TimeToHelpUK/?ref=br_rs

Auf Twitter Ähnliches:

Time To Help UK (@TIMETOHELPUK) _ Twitter komplett 170522

Beim Blick ins britische Handelsregister für den Verein sieht man allerdings dies hier:

Quelle: brit. Company House zu Time to help UK, Abruf 22.05.2017

 

Ja, das sind die Bilanzen dieses umtriebigen Vereins.

Wer sich jetzt etwas an die Geschichte von der Speisung der 5000 erinnert sieht, hat nicht ganz Unrecht: Es erfordert schon eine Menge Glauben anzunehmen, dass alle Eigenangaben gleichzeitig und gleichermaßen korrekt sind.

Zurück nach Deutschland:

Im Bericht der Stiftung Dialog und Bildung taucht der Verein „Time to help“ in einem kleinen Satz auf:

http://sdub.de/wp-content/uploads/2016/11/SDuB_MAG-4_12_2015_Webversion2.pdf

Aber wer steht denn nun genau hinter „Time to help“?

Mustafa Altas war bis 04.01.2017 Geschäftsführer der gülen-nahen World Media Group (WMG):

Quelle HR-Auszug, Abruf 22.05.2017

http://www.deutschlandfunk.de/guelen-medien-in-deutschland-eine-zeitung-als-sprachrohr.761.de.html?dram:article_id=283224

Im am 07.03.2017 vorgelegten letzten Geschäftsbericht der World Media Group zeichnete er noch:

WMG-Vorstand, zeichnende Vorstandsmitglieder Geschäftsabschluß 2015, Quelle: Bundesanzeiger, Abruf 22.05.2017

Zu Burhanettin Demir:

https://mebucom.de/news-detail/business/aus-ebru-tv-wird-qlar.html

Mittlerweile, siehe letzte Einträge, stellen jedoch andere Personen den Vorstand.

Wohl in Offenbach, Lager:

 

Der Sitz ist aktuell in der Sprendlinger Landstraße 107-109, Offenbach. Das war die gleiche Adresse wie die WMG.

Die deutsche Sektion ist nach Eigenangaben weniger umtriebig, deckt aber dafür weitere Länder ab: Mosambique, Senegal, Madagaskar, Rumänien, Kosovo… Man kommt herum als Helfer.

Zunächst also ein gülen-naher, supranational aufgestellter Hilfsverein, der nach außen hin wohl nicht als solcher gesehen werden möchte. Interessant sind jedoch die Betätigungen in Großbritannien. Interessant erscheint auch der Zweck der Übung, könnte man doch theoretisch zu Spenden für das „Rote Kreuz“ oder auch eine andere, größere muslimische Charity aufrufen. Wie so häufig macht man aber lieber etwas Eigenes. Vielleicht ist ein erwünschter Nebeneffekt, die Gülen-Mission in Afrika und Asien weiter voranzutreiben. Aber das ist reine Spekulation.

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