Ein bisschen Frieden…

Frieden als Marketingwort bei Extremisten – Hassprediger bei „Friedenskonferenzen“

In den letzten Jahren mehren sich Zusammenkünfte und Gremien von Islamisten, die das Wort „Frieden“ explizit im Namen führen. Ähnlich dem bekannten trojanischen Pferd verbergen sich aber unter der gefälligen Hülle oftmals alles andere als friedliche Personen und Absichten. Man hat erkannt, dass ein gutes Marketing wichtige Vorteile bringen kann, ohne auch nur ein Jota von der harten ideologischen Linie abzuweichen. Yusuf Al Qaradawi, seines Zeichens ideologischer Vordenker u.a. der Muslimbruderschaft und Fernsehprediger mit besten Kontakten auch nach Deutschland hin, gibt nach MEMRI* schon mal vor, wie man Europa zu erobern, zu unterwerfen gedenkt (MEMRI benutzt das Wort „conquest“). Man braucht nach seiner Sicht gar keine Schwerter, weil Europa so dekadent ist:

 

Zur Erinnerung: Das ist ein Herr, der Selbstmordattentate rechtfertigt u.a. in Israel:

https://de.wikipedia.org/wiki/Yusuf_al-Qaradawi#Arabisch-israelischer_Konflikt

Auf der offiziellen Seite der Muslimbruderschaft hingegen verlautbart er:

Islam is a religion of tolerance, patience, forbearance and peace.

http://www.ikhwanweb.com/article.php?id=22781

Wenn da mal nicht die vielen Ausnahmen wären (für andere), die aber den (persönlichen) Frieden und die Selbstzufriedenheit nicht im mindestens stören.

Was der Herr Al Qaeadawi kann, lönnen andere auch.

Eine kleine Zusammenstellung schon ergibt, dass das Wort Frieden auch bei anderen Hasspredigern gänzlich der Bedeutung entleert wird. Teilweise ist der Frieden mit sich selbst, mit Gott oder der unter den nur muslimischen Gesellschaften gemeint. Gegenüber jenen, an die sich diese Marketing-„Botschaft des Friedens“ richtet, wird schlicht mit deren Assoziationen gearbeitet: Personen, die „Friedensforen“ machen oder Friedenskonferenzen“, das können doch keine Personen sein, die in Wirklichkeit Hass propagieren? Ein paar Beispiele.

Friedenskonferenzen in Skandinavien (Oslo):

Bilal Philips und Abdur Raheem Green

 

Bilal Philips ist ein international bekannter Hassprediger, der 2011 in Frankfurt zusammen mit Pierre Vogel auftrat. Er wurde Anfang Mai in Dänemark mit einem Bann belegt. Er verbreitet seine fundamentalistischen Sichten über eine „online university“ und auf anderen Wegen (s. Beiträge auf diesem blog). Besonders wenig real existierenden Frieden haben von ihm Homosexuelle zu erwarten:

https://de.wikipedia.org/wiki/Bilal_Philips

Der Herr Green ist kaum weniger aktiv. Und nicht weniger radikal. Als Prediger verbreitet er z.B. verschwörungstheoretische „alternative“ Szenarien zu 9/11. Er tritt bei Zakir Naiks „Peace TV“ auf:

https://en.wikipedia.org/wiki/Abdur_Raheem_Green

Zakir Naik auf einer „Friedenskonferenz“ in Dubai:

 

Ein Eindruck von der „Peace Conference Scandinavia 2014“

 

Das ist die, an der wohl auch Hesham Shashaa teilnahm.

Oder der Herr bin Bayyah auf dem wohl eigens zur Einigung der Muslime gegen den Westen und zu Marketingzwecken ins Leben gerufenen „Forum for promotong peace in muslim societies“. Hier bei der Konferenz 2016 in Abu Dhabi:

 

Das ist ein Herr mit einem besonders geschmeidigen Auftritt und einer ausgebufften Eigen-Werbung. Er wird als eine Art sunnitischer Dalai Lama, als eine Werbefigur, aufgebaut. Siehe zu ihm diverse Beiträge auf diesem blog mit Positionen.

Haitham Haddad auf der „Peace Conference Scandinavia 2017“

 

Und zum Abschluß noch ein paar weitere „friedliche“ Anmerkungen von Yusuf Al Qaradawi. Das ist der Herr, dessen langjähriger Vertrauter bin Bayyah (s.o) neulich ins Auswärtige Amt eingeladen war und der ihn für einen (sinngemäß) „Quell der Weisheit“ hält:

 

Da sind es die Juden. Er hält den Holocaust für eine gerechte Strafe für die Juden. Insofern ist er Fan von Hitler, der im Prinzip nur die göttliche Gerechtigkeit umgesetzt habe. Er wünscht sich, dass das nächste Mal dieses durch die Gläubigen umgesetzt werde, da die Juden Feinde Gottes seien:

Es lässt sich erahnen, dass diese frommen Wünsche nicht auf diese angeblichen Feinde (seines) Gottes beschränkt wären.

An diese Bedeutungsentleerungen sollte man immer denken, wenn z.B. hiesige, also nationale Funktionäre der Muslimbruderschaft andere, also internationale Funktionäre z.B. der Muslimbruderschaft als angebliche Friedensbotschafter in Behörden und Institutionen einführen. Das ist nicht der Weltfriede, den sie bringen, sondern ihr selbst definierter, der höchst unfriedlich für andere sein kann. Man sollte daran auch denken, wenn andere Personen diese „Friedensbotschafter“ hierzulande propagieren. Es werden schlicht doppelte Sprachcodes benutzt und gegenüber den eigenen Anhängern wird so demonstriert, dass sich alles, aber auch wirklich alles „verkaufen“ lässt. Sofern man halt laut den Frieden bekundet und die anderen Inhalte eher „unter sich“ bespricht. Man muss also sehr genau schauen, wer da mit einem Ölzweig kommt.

Es wäre wichtig, dass tatsächlich friedliche Muslime diese doppelten Sprachcodes stärker aufdecken helfen würden.

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* das Middle East Media Research Institute

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