Furkan-Gemeinschaft: auch in Hamburg unter Beobachtung

Über diese islamistische Gruppierung war auf diesem blog schon berichtet worden. Zur Einordnung:

https://vunv1863.wordpress.com/2015/06/17/noch-ein-weltenherrscher-alparslan-kuytul/

Und über die letztjährige „Europa-Tour“:

https://vunv1863.wordpress.com/2016/04/20/heute-gehoert-uns-dortmund-morgen/

Nicht ganz unüblich für solche Gruppierungen grenzt man sich durch eine erhebliche Eigenaufwertung und Abwertung aller anderen, auch anderer Muslime, ab. Eine weitere elitäre und exklusive Gruppe also. So wähnt man sich im Besitz DER WAHRHEIT (TM), pflegt aber gleichzeitig einen ziemlich bizarren Opfer-Narrativ. Man verkündet, in der Türkei (!) sei ein „islamfeindliches Komitee“ im Aufstieg begriffen. Man fühlt sich auch schlechter behandelt als Homosexuelle (das scheint besonders zu wurmen):

Quelle: Fb-Seite der Gemeinschaft, Abruf 10.07.2017

 

Das Video zur Beschreibung:

 

Ungeachtet dessen, dass man in der Türkei nicht mehr von einem Rechtsstaat sprechen kann und natürlich Übergriffe auf (relativ) friedliche Demonstrierende zu verurteilen sind, macht diese Sache aus der Furkan-Bewegung noch keine Demokraten oder Menschenfreunde. Sie sind in der gegenwärtigen Lage schlicht unterlegen bzw. in der Unterzahl und man kann sich berechtigt fragen, wie es sich verhielte, wären sie an der Macht.

Quelle: Screenshot Video, siehe unten

Der Regierungspartei AKP nun ausgerechnet Islamfeindlichkeit vorzuwerfen, erscheint nach üblichen Maßstäben skurril und ist nur vor dem Hintergrund verständlich, dass die AKP offensichtlich nicht den Islam vertritt, den die Furkan-Gemeinschaft gerne haben möchte bzw. sie einfach behindert. Da ist man schon einmal flott dabei, einen, der eine dezent andere Richtung vertritt, Islamfeindlichkeit vorzuwerfen. Im Gespräch mit Vertretern dieser Richtung muss man sich also nichts daraus machen, derart bezeichnet zu werden, wenn man ihnen widerspricht. Wer sogar die AKP als „islamfeindliches Komitee“ bezeichnet, sieht jenseits genau der eigenen Ausrichtung ausschließlich Gegner und Feinde des einzig wahren Islam, den man für sich und nur sich in Anspruch nimmt.

Seit 2016 wird die Gemeinschaft, wie aus dem neuen Hamburger Verfassungsschutzbericht hervorgeht, auch in Hamburg beobachtet:

S. 57 f.: „Die Furkan-Gemeinschaft [FV] wurde nach umfangreicher Ermittlung und Prüfung Anfang des Jahres 2016 vom LfV Hamburg zum Beobachtungobjekt erklärt. An einer am 10. Mai 2016 durchgeführten Veranstaltung unter dem Motto „Der Iman und die erlangten Eigenschaften“ nahmen gut 400 Personen teil. Als Zielvorstellung strebt die FV eine als Staatswesen handelnde „Islamische Zivilisation“ an. Diese als alternativlos angesehene Gesellschaftsordnung würde sich ausnahmslos islamischen Prinzipien wie zum Beispiel der  Rechtsordnung der Scharia unterwerfen. Demokratische Werteprinzipien sieht die FV als unvereinbar mit dem Islam an. Unter den demokratischen Staaten stellen die USA und Israel besondere Feindbilder dar. Als Teil einer so genannten „Vorreiter-Generation“ sieht sich die FV auch islamistischen Vordenkern sowie jihadistischen Ideologen und Aktivisten wie Sayyid Abul Ala Maududi, Hassan al-Banna, Sayyid Qutb, Scheich Ahmad Yasin, Abdallah Yussuf Azzam und Schamil Salmanowitsch Bassajew verbunden.

http://www.hamburg.de/contentblob/8873924/a0a91c9416c772101e55f1a69109443c/data/verfassungsschutzbericht-2016-pressefassung-vom-01-juni-2017.pdf

Aus einer kleinen Anfrage an den Hamburger Senat im letzten September:

Die Furkan-Gemeinschaft wird durch das LfV als islamistisch ausgerichtete Organisation eingestuft. Ziel der Organisation ist die Errichtung eines weltweiten Kalifats, in dem die Regularien der Scharia gelten sollen.

https://kleineanfragen.de/hamburg/21/5863-furkan-gemeinde-in-hamburg

Zwei Kalifen (eigentlich Emire) im selben Territorium – das war schon immer einer zu viel.

Die Furkan-Gemeinschaft ist nach dem Hamburger Verfassungsschutz auch der Grund für den zahlenmäßigen Anstieg bei gewaltbereiten Islamisten:

Auch bei den „sonstigen Gewaltorientierten“ habe es einen deutlichen Zuwachs von 230 auf 310 Personen gegeben. Grund sei die neu beobachtete Furkan-Gemeinschaft, die demokratische Prinzipien als unvereinbar mit dem Islam ansieht und vor allem die USA und Israel als Feinde betrachte, sagte Voß. [der Chef des Hamburger Verfassungsschutzes, SHM]

https://www.shz.de/regionales/hamburg/g20-gipfel/torsten-voss-drei-gruppierungen-stehen-im-fokus-der-g20-demos-id16956446.html

In NRW steht die Furkan-Bewegung weiterhin unter Beobachtung und wird in diesem Jahr auch im demnächst erscheinenden Bericht Erwähnung finden, wie aus Verfassungsschutzkreisen auf aktuelle Anfrage hin zu vernehmen ist.

Die Facebook-Seite der Vereinigung:

https://www.facebook.com/furkandeutschland/

Der youtube-Kanal:

https://www.youtube.com/user/HFgerman

Die Internet-Präsenz:

https://furkanvakfi.net/

Auch diese Gruppierung sollte – insbesondere wegen der im Hamburger Bericht angedeuteten möglichen Militanz – der Aufmerksamkeit nicht entgehen. Die Attraktivität dieser Strömung dürfte sich bei Konvertiten zwar in einem überschaubaren Rahmen halten. Insbesondere türkischstämmige Personen werden aber durch Haltungen und Ziele nicht nur an einen fundamentalistischen Islam herangeführt oder in ihm bestärkt, sondern die Zugehörigkeit zu dieser Gruppierung hat auch einen klar segregativen Effekt. Dies sollte auch Lehrern klar sein, die in Hamburg und Dortmund mit Kindern, die in dieser Gemeinschaft aufwachsen, konfrontiert sein können.

 

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Das Video, aus dem der Screenshot stammt:

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