Janus an der Saar

Über die IGS und ihre Akteure, Flüchtlinge und Islamunterricht

Die Islamische Gemeinde Saarland e.V. ist ein islamischer Verein, der seit 1991 eingetragen ist. Der Sitz ist in Saarbrücken-Burbach. In dieser langen Zeit seit Gründung gab es mehrere Wechsel und Neuberufungen im Vorstand. Aktuell sind ein Herr Wael, ein Herr Harichane und ein Herr Hmila in Verantwortung:

Quelle: Aktueller VR-Auszug

 

Der Herr Harichane ist nach der Angabe bei Jugendring Saar für den DRK-Migrationsdienst tätig:

http://www.landesjugendring-saar.de/index.php?id=2161

Die IGS ist im „Interreligiösen Dialog Saarbrücken“ vertreten:

Quelle: s. Browserzeile im Bild, Abruf 28.07.2017

 

Manfred Petry (63) arbeitet hauptberuflich als Sozialarbeiter bei der Aids-Hilfe Saar, in der Sozial- und Medizinberatung sowie Beratung von Migranten. Die Islamische Gemeinde vertritt er im interreligiösen Dialog und ist stellvertretend für die Gemeinde Ansprechpartner des saarländischen Bildungsministeriums in Sachen Islamunterricht. Seit 2002 übt Petry zudem das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden des Vereins Haus Afrika aus.

http://www.magazin-forum.de/news/politik/%E2%80%9Ejeder-mensch-ist-ein-sch%C3%BCtzenswertes-leben%E2%80%9C

Petry tritt zwar für den Verein auf, steht aber nicht im Vereinsregister. In obigem Interview stellt er sich und seine Gemeinde in einer bestimmten Weise dar, die mit der Entsendung in den „Interreligiösen Dialog“ kompatibel erscheint: Nur freundliches, menschliches, tolerantes.

Zur Presse hin gibt man sich friedlich und moderat – schließlich möchte man ja evtl. Gelder und Unterstützung für seine „Flüchtlingsarbeit“, möchte weiterhin einen Berater für den Islamunterricht stellen:

Brück ist zum ersten Mal hier. Mehdi Harichane, zweiter Vorsitzender der Gemeinde, erklärte ihm, dass sich beim normalen Freitagsgebet um die 450 Leute im Gebetsraum einfinden. An besonderen Feiertagen könnten es auch schon mal mehr als 1000 Gläubige werden.

[…] „Wir brauchen jede Hilfe“, sagte Harichane. Die vielen Flüchtlinge brächten die Gemeinde an ihre Grenzen. Der Verein setzt sich sehr stark für die Flüchtlinge ein; es werden unter anderem Deutschkurse in Zusammenarbeit mit dem Projekt „Ankommen“ angeboten.

https://www.saarbruecker-zeitung.de/saarland/saarbruecken/saarbruecken/saarbruecken/wir-brauchen-jede-hilfe_aid-1683741

Und dann noch solche Beiträge, die gänzlich ohne kritische Nachfrage zur Ideologie oder gar mit einer Einordnung für die Leser auskommen. Mehr so eine Art exotische homestory:

Es ist befreiend, am Ende wieder bei den kochenden Männern zu sitzen. Mehdi Harichane serviert Couscous. Es schmeckt köstlich. Fast so gut wie zu Hause.

https://www.saarbruecker-zeitung.de/saarland/saarbruecken/saarbruecken/burbach/fast-wie-zu-hause_aid-790516

Die bedrückende Stimmung, die die Journalistin als Frau erlebt, kommt zwar gut rüber. Aber als normalen Moschee-Verein sollte man die Einrichtung halt nicht darstellen, mag der Couscous auch noch so duften.

Diese Betätigungen haben zur Folge, dass die Gemeinde bei einigen Akteuren und in Informationsblättern als normaler Moschee-Verein aufgefasst und dargestellt wird. Keine Fragen zu stellen – das führt zu dieser Wahrnehmung und der uneingeschränkten Wirkung des Eigenmarketings. Möglicherweise stellt auch das Bildungsministerium keine oder zu wenig Fragen.

Denn es gibt da die andere Seite. Die Seite der Einbindungen, der Einladungen, der persönlichen Statements.

Die Gemeinde ist im Zentralrat der Muslime Deutschlands (ZMD) vertreten:

http://web.archive.org/web/20160425113213/http://zentralrat.de:80/16660.php

Der Herr Harichane vertritt den „Zusammenschluss Saarland“ des ZMD:

Quelle: Internetpräsenz des ZMD, Abruf 28.07.2017

 

Was immer da zusammengeschlossen sein mag – die Auswahl im Saarland ist ja durchaus begrenzt, erst recht die Anzahl der Vereine, die sich unter dem Dach des ZMD einfinden würden.

Beispielhaft die Einladung des Mannheimers Amen Dali in die IGS. Dali, der auch bei anderen problematischen Vereinen eingeladen wird, ist ein fundamentalistischer Prediger aus Mannheim. Seine Einrichtung steht unter Beobachtung.

 

Oder letztes Jahr (nur Wochen vor der homestory) erregte dieses Aufsehen; das zugrunde liegende Video war sogar von MEMRI aufgegriffen worden:

Hasspredigt in Saarbrücker Moschee
In einer Moschee in Saarbrücken-Burbach der Islamischen Gemeinde Saar wurde am 24.6.2016 zur „Eroberung Roms“ aufgerufen.

https://www.a3wsaar.de/aktuelles/details/d/2016/08/13/hasspredigt-in-saarbruecker-moschee/

Aus dem Verfassungsschutzbericht zu Salafismus im Saarland, S. 65:

Dem Phänomenbereich des Salafismus werden dabei rund 200 Personen (Vorjahr: ca. 150) zugerechnet, die nahezu in Gänze im politischen Salafismus zu verorten sind; ca. 10 % gelten als gewaltorientiert. Etwa 10 % sind weiblich, der Anteil an Konvertiten beträgt ca. 5 %. Den zahlenmäßig größten Anteil bildet die Personengruppe im Alter von 26 bis 35 Jahren (ca. 50 %), 18- bis 25-Jährige machen etwa 25 % aus, unter 18-Jährige ca. 5 %. Der Anteil von Personen mit Migrationshintergrund beträgt über 90 %.

und auf S. 67 zu den anderen Gruppierungen:

„Häufig nicht auf den ersten Blick erkennbar, bestehen solche Verbindungen z. B. zur „Hizb Allah“ (HA), zur „Muslimbruderschaft“ (MB) und auch zur „Tabligh-i-Jama’at“- Bewegung (TJ).

https://www.saarland.de/dokumente/res_innen/Lagebild_Verfassungschutz_2016.pdf

Zu den persönlichen Statements einmal ein paar Eindrücke von dem gegenüber der Presse und im „Interreligiösen Dialog“ so bedacht erscheinenden Herrn Petry (von seinem Facebook-Account):

 

 

Es geht in diesen Beiträgen um die Einrichtungen der Muslimischen Gemeinde, die auch im Verfassungsschutzbericht geführt wird.

Nicht nur, dass er Muslimen im Bundestag, die für die Ehe für alle stimmten, aberkennt, Muslime zu sein, sondern er zeigt auch sehr deutlich, was er von der Ehe für alle hält. Das steht deutlich im Gegensatz zu den freundlich scheinenden Aussagen im Interview oben. Was seine schwulen Kollegen und AIDS-Kranken davon halten mögen, dass er ihnen Geborgenheit und Absicherung durch eine Ehe nicht gönnen mag, steht noch einmal auf einem anderen Blatt:

 

Klarer Schulterschluß zu den Herrschaften der Problem-Moschee der Muslimischen Gemeinde Saarland, die unter Beobachtung steht*:

 

Was wohl die freundlichen jüdischen Kollegen im „Interreligiösen Dialog“ davon halten sollen, dass der Herr Petry Aktionsaufrufe der „Palästinensichen Nationalen Arbeitskommission“ teilt, die schon mehrfach wegen antisemitischer Aktionen in Berlin auffiel (man beachte den Ort der Veranstaltung!):

 

 

oder dass diese Juden als „gottloses Pack“ beschimpft werden:

 

Der Herr Petry teilt munter die Videos von Generation Islam und Realität Islam, zwei Hizb ut Tahrir-nahen Portalen, ist ein Fan von Erdogan und Zakir Naik usw, usf. Er träumt und sehnt den „Endsieg“ über die Ungläubigen herbei:

Das hat neben dem fundamentalistisch-religiösen auch einen erheblich totalitären Charakter.

Eine solche Person als „Ansprechpartner des saarländischen Bildungsministeriums in Sachen Islamunterricht“ aufzuwerten und zu hören, ist absurd. Was will man denn von ihm hören???

All diese Einbindungen, Einladungen von Hasspredigers und auch solche Statements des Sprechers der Islamischen Gemeinde Saarland lassen irritiert zurück. Irritiert vor allem deshalb, dass diese Haltungen im „Interreligiösen Dialog“ scheinbar nicht auffallen, dass scheinbar kein Medium diese Janusköpfigkeit thematisiert und andererseits der Verein offensichtlich reichlich mit Flüchtlingen zu tun hat. All dies wird nicht öffentlich von der Politik angemahnt. Kümmert es tatsächlich keinen, wem da Flüchtlinge anvertraut werden? Personen, die derart angeleitet werden, sich in das hiesige Leben einzufinden, werden evtl. die deutschenfeindliche Haltung, die aufscheint, übernehmen. Dann wird es schwierig mit der echten Integration, denn diese feindliche Haltung zur Mehrheitsgesellschaft und ihren Werten ist gepaart mit religiös legitimiertem Überlegenheitsgefühl. Die Saarbrücker und saarländische Politik (die Medien sowieso) täte gut daran, das ausreichend wahrzunehmen und sich auch Alternativen für die Flüchtlinge zu überlegen.

 

* Von der IGS kann man das deutlich auch annehmen.

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