Islamistische Missionierung: Sira Projekte

Sira Projekte verschiedener problematischer Akteure

Die sogenannte „Sira“ ist die durch rein islamische Geschichtsschreibung umrissene und aus islamischer Sicht wiedergegebene Biographie des Religionsgründers des Islams Mohammed. Es gibt eine Reihe von biographischen Darstellungen aus unterschiedlichen Zeiten.

https://de.wikipedia.org/wiki/As-S%C4%ABra_an-Nabaw%C4%ABya

Der wichtigste Text ist der von Muhammad ibn Ishāq aus dem 8. Jahrhundert. Der Originaltext ging verloren, aber eine Bearbeitung von Ibn Hischām, der zwei Generationen später lebte, ist verfügbar. Eine alte deutsche Übersetzung dieser Prophetenbiographie findet sich hier:

https://archive.org/details/DasLebenMohammedsNachMohammedIbnIshak

Mohammed als der nach Binnensicht vorbildlichste Mensch stellt eine Figur dar, deren Wertschätzung die allermeisten gläubigen und praktizierenden Muslime eint. Will man also Muslime allgemein ansprechen, so liegt es nahe, diese Person als Ankerpunkt für wenig strittige Gemeinsamkeiten zu nehmen. Ähnlich wie bei christlichen Missionierungswerken („wir möchten mit ihnen über Jesus sprechen“ o.ä.) erfolgt dann die Kontaktaufnahme mit Gesprächen über diese vorbildhafte Person.

Gegenwärtig versuchen Pierre Vogel und der Frankfurter Bilal Gümüs dem Anschein nach weiterhin, die durch Ibrahim Abou Nagie aufgebaute Struktur der Strassen-Missionierung ergo Strassen-Radikalisierung aufrecht zu erhalten und auszubauen. Vor drei Tagen erneut in Frankfurt (wieder vor „My Zeil“):

 

Auch wenn dieses Projekt nicht den gleichen Erfolg hat wie das von Abou Nagie initiierte, so stellt dies dennoch eine persistierende Gefahr für jüngere Personen dar. Es ist zu hoffen, dass die Überprüfungen des Bundesinnenministeriums hinsichtlich eines Verbots als ähnliche Struktur zur im November verbotenen LIES!-Aktion bald zu Ergebnissen führen.

Die von Vogel und Gümüs verteilte Ausgabe der Prophetenbiographie ist dieses Buch von Jotiar Bamarni:

Quelle: Screenshot von http://boxvogel.blogspot.de/2016/11/we-love-muhammad-verteilt-pierre-vogel.html

Dem Verfasser selber war die Verbreitung eigentlich 2010 untersagt worden, sofern bestimmte Passagen enthalten waren:

http://files.huuu.de/pdf/Bamarni-Urteil.pdf

Ob die nachfolgend verteilten Exemplare die angemahnte Passage enthielten, ist nicht bekannt. Belegt ist aber, dass der Herr Bamarni im Jahre 2013 munter in Offenbach genau diese seine Schrift begann kostenlos zu verteilen:

 

Er nutzte dabei die Hilfe jener Personen, die an anderen Tagen die Korane von „LIES!“ verteilten:

 

Schon im Jahr 2013 gab es da also organisatorische und personelle Überschneidungen.

 

Quelle: Pictaram-Seite „Frankfurter Muslime“ http://www.thepicta.com/user/frankfurtermuslime /4548564656/1484890875158835589_ 4548564656., Abruf 31.07.2017

Ebenfalls ein Sira-Projekt verfolgt seit einiger Zeit die Jugendgruppe des „Rats der Imame und Gelehrten“ mit Sitz in Frankfurt. Diese Organisation wird seit einigen Jahren konsequent im hessischen Verfassungsschutzbericht als muslimbrudernahe Struktur benannt.

Wie hier links in der Offenbacher Al Huda-Moschee wird dieses Projekt wohl vom Nachwuchs bzw. der Jugendgruppe des RIGD betrieben.

Vorgestellt wird es entsprechend in solchen Gemeinden, die der Ideologie des RIGD bzw. der Muslimbruderschaft nahestehen.

Der RIGD sucht dem Anschein nach seit einiger Zeit nach „modernen“ Anspracheformen für Jugendliche. Dieses Projekt scheint ein Ergebnis dieser Bemühungen zu sein. Dass damit – das Sira-Projekt des RIGD erscheint nach dem Projekt von Vogel gestartet – Handlungen nicht nur parallel laufen, sondern auch für Außenstehende schwer unterscheidbar werden, scheint im Kauf genommen zu werden. Beiden Initiatoren geht es ja im Grunde um dieselbe Zielgruppe: junge Muslime.

So war die Jugendgruppe des RIGD vor einiger Zeit nicht nur in der Offenbacher Al Huda Moschee, sondern auch in der Einrichtung des Hadara Vereins Am Richtsberg in Marburg.

In der Al Huda Moschee war auch schon der in Birmingham neulich festgenommene Predoger Tarik ibn Ali (s. dazu Beiträge auf diesem blog). Der dahinter stehende Verein war im Deutsch-Islamischen Vereinsverband Rhein-Main. Dieser Verband bezog zunächst Fördergelder für Präventionsleistungen von dem Bundesprogramm „Demokratie leben“, war dann aber wegen seiner Unterstrukturen ins Visier der Sicherheitsbehörden geraten. In dem Dachverband waren gut ein Drittel problematische bis hochproblematische Vereine, so dass Verein und Vorstand selber unter Beobachtung gestellt wurden. Die Fördergelder wurden infolgedessen zurückgezogen. Bei einem Vorstandsmitglied waren für die Beobachtung wohl eben die Verbindungen zum RIGD für weitere Folgen ursächlich. Dieses Vorstandsmitglied des DIV ist im Zentralrat der Muslime (ZMD) weiterhin in Funktion als Vorstandsmitglied.

Der Hadara Verein hingegen weist zwar ähnliche Verquickungen auf (wenn er auch nicht im DIV war) auf, wird aber von der Marburger Stadtpolitik hofiert:

https://vunv1863.wordpress.com/2017/01/27/marburg-nicht-ganz-gesund/

Das gibt dann so viel Beinfreiheit, dass man völlig ungeniert solche Veranstaltungen mit den RIGD machen kann:

 

Doch warum sollte der Hadara Verein auch auf die Ladung (anderer?) Verfassungsgegner verzichten?
Die Marburger Stadtpolitik wird es entweder nicht bemerken oder – so ist leider die Erfahrung – so tun, als bemerke sie es nicht. Man muss ja nach außen hin so tun, als sei alles in Butter. Der schöne Schein ist wichtiger als diese problematischen Umtriebe klar zu benennen. Kein Wunder, dass dann auch Jugendliche es völlig in Ordnung finden, sich ideologisch keinen mm zu bewegen. Das gibt dann z.B. die „netten“ Ärzte, die integriert erscheinen, es aber nicht sind, und z.B. ihren Antisemitismus mehr im Verborgenen pflegen (Beispiele liegen vor).

Diese ähnlichen Anwerbe-Methoden über die Person Mohammed machen die Zone zwischen Salafisten und Muslimbrüdern auch in diesem Bereich hauchdünn. Es wird sich weisen, ob man damit auch nach draußen gehen wird. Ein beliebiger Jugendlicher, der das eine Projekt kennt, wird das andere kaum schlecht finden können: Machen die Brüder nicht genau dasselbe, also die Lebensgeschichte des großen Vorbildes zu verbreiten? Ist das dann nicht harmlose Dawa?

Solche Überschneidungen bei den Handlungen machen es auch für die Behörden nicht einfacher: Welche Gruppe ist wo zuzuordnen? Das ist dann nur noch am Logo festzumachen und an den Ausstattungs-Utensilien, vielleicht noch im Gespräch.

Einfacher wird es dadurch nicht. Aber das ist vielleicht Absicht.

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