Prävention, Jugendarbeit: Insan e.V.

Konkurrenz für das Violence Prevention Network e.V. (VPN)?

Über das ganze Land verteilt entstehen derzeit Institutionen, die sich dem wachsenden Bedarf an Präventionsdienstleistungen und Jugendarbeit widmen wollen. Das ist an sich in Ordnung, wenn bestimmte Standards eingehalten werden. Da wegen mangelnder Evaluationen im Bereich Islamismus-Bekämpfung derzeit aber noch wenig belegbar ist, ob und welche Konzepte tatsächlich zu einer Veränderung problematischer Haltungen führen, werden vom Bund und in den Bundesländern verschiedene Handlungsstränge verfolgt. Oftmals herrscht ein regelrechter Wildwuchs, da zwar einiges an Mitteln ausgeschüttet wird (was u.a. politische Tatkraft beweisen soll), aber nicht selten wenig Vorgaben jenseits der Formalien und sehr allgemein gehaltener Förderleitlinien bestehen. Vergaben erfolgen manchmal nicht nach der sachlichen Sinnhaftigkeit könnte man meinen, sondern nach Kriterien, die manchesmal interessengeleitet erscheinen. Anders ist es kaum zu erklären, dass für relative Wellness-Projekte wie das Projekt „Doppeleinhorn“* Gelder aus Mitteln eines Bundesprogrammes vergeben werden, die in der Höhe fast schon die dringend benötigte Beratungsstelle in Hildesheim eines seriösen Trägers ermöglichten. Diese aber wird – so war bis vor drei Tagen, s.u., der letzte Sachstand – keine Mittel erhalten, weil man, ja, auch für… merkwürdige … Sachen wie das „Doppeleinhorn“ leider schon alles aufbrauchte…

Diese leichte Unordnung, die bis an fehlgeleiteten Aktionismus reicht, führt dazu, dass sich mancher berufen fühlt, auch solche Dienstleistungen anzubieten. Schließlich werden – sobald ein Masterplan da ist oder sich in mancher Evaluation auch erweisen sollte, dass man wenig bewirkte – manche Geldquellen versiegen. Carpe diem!

Bei manchen Projekten, s.o., kann man schon vor solchen Dingen wie Evaluation oder auch nur ordentlichen Zahlen seine Zweifel an der Sinnhaftigkeit haben. Nett. Aber oft auch nur das. Manche sind auch vom Konzept her gar nicht evaluierbar: Ich werkle, also bin ich. Bei anderen Projekten hingegen muss man Zweifel an der Haltung der ausführenden Akteure haben. Mission unter dem Deckmantel der Prävention, öffentlich honoriert, erscheint manchem als wunderbarer Plan, das Angenehme mit dem (für sich) Nützlichen zu verbinden.

Ein noch ganz junger Verein, er ist keine zwei Monate alt, möchte nun auch Jugendarbeit anbieten:

In diesem Kontext wollen wir als Insan e. V. einen wichtigen und notwendigen Beitrag in der Jugendarbeit leisten. Die Jugendlichen sollen bei ihrer sozialen und individuellen Entwicklung, Integration und Partizipation in die Gesellschaft unterstützt werden. Es sollen Grundlagen geschaffen werden, die die individuelle und soziale Entwicklung der Jugendlichen zu einer eigenverantwortlichen und gesellschaftsfähigen Persönlichkeit fördern. Durch Verständigung, Dialog und Förderung eines sozialen Miteinanders sollen Unterschiede respektiert, Isolation aufgehoben und Gemeinsames gefördert werden. Die Jugendarbeit wird nach demokratischen Grundsätzen basierend auf die freiheitlich demokratische Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland verwirklicht. Im Rahmen der außerschulischen Jugendarbeit und Jugendbildung sollen Lern- und Bildungsprozesse in diversen Lernorten und -formen stattfinden. Das Bildungs- und Lernfeld gestaltet sich in Form von Lesezirkeln, Gesprächsrunden, Vortragsveranstaltungen, Workshops, Seminaren, Exkursionen, Studienreisen oder freizeitpädagogischen Aktivitäten. Dadurch soll u. a. eine aktive Sozialisierung und gesellschaftliche Eingliederung verwirklicht werden.

https://www.facebook.com/insanev2017/

Der Verein hat nach Vereinsregister seinen Sitz in Frankfurt, im „Gepidenforum 12“ ist dort verzeichnet. Das ist in Unterliederbach.

Die zugehörende, noch ziemlich leere Internet-Seite ist hingegen auf einen jungen Mann aus Langen angemeldet:

http://www.insanev.de/

 

Quelle: denic, Abruf 06.08.2017

 

Wer aber steht nun hinter Insan e. V.?

Überraschung, bekannte Gesichter von VPN. Und zwar die Gesichter, die vorher weitgehend schon im Verein „Islam auf deutsch“ organisiert waren, als der bei Gründung noch „Islamische Akademie Deutschland“ hieß. Der neue Verein:

Der Herr Celik und der Herr Ülger, beide aktuell Mitarbeiter von VPN (derzeit, noch?), stehen im Vereinsregister, wollen also obige Dienstleistungen anbieten zusammen mit den anderen Ausübenden. Auch der Herr Talha Taskinsoy ist wieder mit dabei, wenn man der Facebook-Seite glauben darf, sowie der Herr Tarik Gürleyen. Alle sind für VPN tätig. Alle haben etwas aus dem Bereich (islamische) Religionswissenschaft studiert nach Eigenangabe. Weiterhin geben alle für sich „Imam-Tätigkeiten“ an. Wo das stattfindet, in welchen Gemeinden, wird nicht aufgeführt.

Neu sind die Gattinnen oder weibliche Verwandte der Herren Ülger, Taskinsoy und Gürleyen dabei, die – nach Eigenangabe – schon sehr lange solche Jugendarbeit machen (wahrscheinlich wurde die eigene Jugendzeit mitgezählt, es handelt sich optisch um Mittzwanzigerinnen, sie geben aber 8-10 Jahre Jugendarbeitserfahrung an). Fragt sich, wo das war. Die Damen haben z.T.  islamische Studien absolviert nach Eigenangabe, eine ist nach Eigenangabe Erzieherin.

Im Prinzip ist das personell also sehr nah am ursprünglichem Verein „Islam auf deutsch“, der anfangs „Islamische Akademie Deutschland“ hieß, nur halt leicht modifiziert hinsichtlich weniger, aber nicht der vorwiegend tragenden Akteure:

Islam auf deutsch VR_15214+Chronologischer_Abdruck-20170225164856

Über diesen Verein:

https://vunv1863.wordpress.com/2017/02/25/vpn-interessanter-fischteich/

Hinsichtlich der Einstellungen und Haltungen der Akteure, die auch hinter dem neuen Projekt stehen, konnte man sich in den sozialen Medien informieren. Zumindest konnte man das, bevor in letzter Zeit einiges verschwand und gelöscht wurde.

Unter den männlichen Akteuren sind nämlich welche, die erhebliche Sympathien für den ultrakonservativen bis fundamentalistischen Islam haben. Der Twitter-Kanal des „Islam auf deutsch“ war da interessant, Personen, die z:b. vom Verfassungsschutz erwähnt wurden, werden vorgestellt:

vunv1863.files.wordpress.com/…/islam-auf-deutsch-vr_15214chronologischer_abdruck-20170225164856.pdf

Nach Rückmeldungen von Lehrern, die mir vorliegen, wurde zurückliegend Gedankengut propagiert, das auf die Pädagogen muslimisch-identitär wirkte. Das passte zur Grundlinie verschiedener Akteure, die Fans von Abdalla bin Bayyah sind und dessen Unterwanderungsstrategien wohl auch gutheissen. S. zur Figur bin Bayyah die Beiträge auf diesem blog.

Ein Ehepaar (Taskinsoy) aus dem Verein war nachweislich in einer DITIB-Gemeinde aktiv. hier beide in Aktion, beispielhaft:

 

Oder die Herren Celik und Ülger bei einer Veranstaltung vor einiger Zeit, ein Feedback eines Zuhörers, der intensiv zuhörte:

 

Quelle: Facebook

 

Die Quelle (persönlich bekannter Informant) ist auch deshalb besonders glaubwürdig, weil die geschilderten Narrative vorliegenden Lehrerberichten nahezu deckungsgleich entsprechen. Meist altgediente Pädagogen nebenbei, die diese Art der Prävention weniger als eine Information einstuften denn als Mission unter dem Deckmantel der Prävention. Schüler wurden ihrer Beobachtung nach dahin gebracht, sich primär als Muslime zu identifizieren, diesen Aspekt überzubetonen. Auf solche Weise werden eher die Lehrer geschult, islamistische Haltungen hinzunehmen. Ihnen wurde nämlich verschiedentlich suggeriert, dass verschiedene sehr konservative bis fundamentalistische Haltungen und Ausprägungen „normal“ seien, Teil vielleicht einer pubertären Identitätssuche, die man positiv statt fragend begleiten müsse. Wenn Diskriminierung die Ursache der Radikalisierung ist, werden Lehrer dazu „erzogen“, fundamentalistische Haltungen nicht mehr zu hinterfragen. Hinterfragen beinhaltet evtl. auch Kritik, Auseinandersetzung. Schüler wiederum lernen, dass Hinterfragen ihrer Haltungen, die sie vielleicht aus dem Elternhaus mitbringen, schon Diskriminierung sein kann. Das immunisiert diese Haltungen und bietet einen äußerst bequemen Weg, Lehrer zum Schweigen zu bringen: Welcher Lehrer will sich schon dem Vorwurf aussetzen, zu diskriminieren?

[Man beachte die Herleitung für das Verständnis, das man den „Schutz“ in die eigenen Hände nehme. Das ist eine islamistische und gegen den Staat gerichtete Haltung. Zumindest wird seitens des Veranstalters Verständnis aufgebracht und damit geweckt.]

Oder der Herr Gürleyen, von dem Schüler z.B. lernen könnten, dass Schweigeminuten – überspitzt – eigentlich ein Zumutung für Muslime sind (zumindest nicht, so lange auch alle anderen Verbrechen an der Menschlichkeit nicht gleichzeitig angemahnt werden, whataboutism…):

 

 

Wohl Sympathien für Tariq Ramadan:

 

Da wundert es dann auch nicht, dass man auch bei einer Zusammenkunft der Muslimischen Jugend Deutschlands (MJD, muslimbrudernaher Jugendverband) mit dabei war.

[Weil man gegenwärtig wenig Rückmeldungen aus Schulen zu den obigen Protagonisten hat, kann es sein, dass VPN diese Mitarbeiter derzeit oder generell nicht mehr an Schulen einsetzt. Andererseits sind noch Ferien – man muss da abwarten.]

Die wortreichen Bekenntnisse zur FDGO aus der Vorstellung des neuen Vereins, der wohl ausschließlich aus Muslimen besteht, sind also zu hinterfragen. Ja, Art. 4 (2) GG gibt auch das Recht zur Religionsausübung. Und natürlich ist auch die Mission abgedeckt. Aber als angeblich integrierende Jugendarbeit – da kann man sie evtl. sogar noch verkaufen. Vermutlich wird man bestrebt sein, dafür öffentliche Gelder zu aquirieren, oder direkt auf Honorarbasis abrechnen.

So weit die Seite des neuen Anbieters.

Von Seiten der Nachfragenden nach solche Dienstleistungen sieht das ein wenig anders aus. Muss man möglicherweise Mission bei den eigenen Schülern vorantreiben? Braucht man mehr „muslimische Identität“ bei Jugendlichen? Für welche Gruppen wäre das geeignet? Welchen Benefit sollte eine „aktive Sozialisierung“ durch praktizierende Muslime von „Islamische Akademie Deutschland“ Insan einer gemischten Jugendgruppe bringen, anders als andere Vereine in der Sozialarbeit? Wenn es einen Unterschied gäbe, welchen? Braucht man wirklich derart aufgestellte Akteure, die als Prävention ausgeben, dass die RICHTIGE islamische Erziehung immunisiere, die sie natürlich auch gleich mitbringen? Besteht nicht die Gefahr, dass aus wenig an Religion interessierten Jugendlichen durch solcherlei „Empowerment“ erst eine gemeinsame Gruppe konstruiert wird? Dass statt eines schwierigen Schülers, weswegen man vielleicht vorsprach, man sich als Pädagoge danach einer Gruppe gegenüber sieht, die sich mit dem fraglichen Schüler solidarisiert, weil Kritik Diskriminierung sei? Oder braucht man generell solche islamisch konnotierte Jugendarbeit?

Dass der Verein nunmehr Werbung für sich selbst mit der Betätigung bei VPN macht, erscheint zwar wirtschaftlich nachvollziehbar. Mit VPN hat das aber nichts (mehr) zu tun. Das ist (fast) die ursprüngliche Gruppe jener „Akademie“. Nur das Marketing wurde verbessert in der nicht ganz unberechtigten Hoffnung, dass weder das HMDIS noch VPN da irgendetwas klar stellen werden.

Da ist also die eigene Wachsamkeit gefragt, wem man Jugendliche anvertraut oder wem man da Mittel einräumt. Dieses Maß an Wachsamkeit sollten einem die Jugendlichen – muslimische und nichtmuslimische – wert sein.

 

 

 

 

 

 

Die Facebook-Seite:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

* Wer das jetzt für einen Witz hält: Es ist keiner:

http://www.doppeleinhorn.org/das-projekt/

http://www.haz.de/Nachrichten/Der-Norden/Uebersicht/Bund-verweigert-Hildesheim-Hilfe-gegen-Islamisten

Durch eine kurzfristige Förderung des Landes wurde das doch noch ermöglocht:

http://www.focus.de/regional/hannover/hannover-meldung-vom-03-08-2017_id_7432989.html

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