Frankfurt: Radikale Ansprache auf der Zeil

Göttinger Extremist in Frankfurt, „We love Muhammad“ weiter aktiv

Der junge Göttinger Salafist Abu Hurayra alias Ferhat Kocakaplan („Ferhat K.“) wurde schon mehrfach auf diesem Blog erwähnt. Er spielt seit längerem eine Rolle in der radikalen Szene in Göttingen, ist aber vor allem auch mit Sontraer Akteuren der Gruppe „Im Auftrag des Islam“ engstens verbunden:

https://vunv1863.wordpress.com/2016/03/19/al-kaida-in-sontra-ii/

https://vunv1863.wordpress.com/2016/08/10/sontra-goettingen-hildesheim/

Die Gruppe „Im Auftrag des Islam“ besteht wesentlich aus Anhängern der 2001 als „Kalifatsstaat“ verbotenen Organisation. Der Anführer Metin Kaplan wurde 2004 in die Türkei ausgeliefert:

https://de.wikipedia.org/wiki/Kalifatstaat

Regelmäßig finden auch Treffen mit Bernhard Falk statt, man besucht sich gegenseitig, führt Aktionen durch. Auf youtube beklagte sich der junge Mann immer wieder wortreich, wenn er bei einer Razzia einen „Besuch“ erhielt. Zu den Durchsuchungen im Frühjahr:

http://www.goettinger-tageblatt.de/Goettingen/Uebersicht/Kalifatsstaat-Islam-Auftrag-und-Dschihad

Kocakaplan hatte auch Kontakt zu Personen, die seinerzeit nach Syrien ausreisten. Er stand auch in Verbindung zur Szene um den verhafteten Abu Walaa.

Dieses Wochenende versuchte er nun, in Frankfurt einerseits Interviews zu führen für den youtube-Kanal, andererseits Jugendliche und andere potentielle Mitstreiter anzusprechen (Yasin Bala ist einer der Hauptakteure von „Im Auftrag des Islam“):

 

Hier auf der Zeil:

 

Leider gelang die Kontaktaufnahme mit Jugendlichen offensichtlich:

 

Bei dem jungen Mann wurde – wohl nicht nur wegen seiner Verbindungen zu Bernhard Falk – immer wieder auch nach Sprengstoff gesucht. Eltern und Lehrer, die ihre Schutzbefohlenen auf den Bildern erkennen, sollten sich bewusst sein, dass Kocakaplan in der ultraradikalen Szene zu verorten ist. Das ist kein harmloser Kontakt unter Jugendlichen und Kocakaplan ist kein freundlicher Frömmler. Er erscheint – wie einige aus seinem Umfeld auch – durchaus gewaltaffin. Ein Beispiel, es geht in dem Text um „Widerstand“:

Insofern sollte man dort das ruhige, aber bestimmte Gespräch suchen, wer denn da am Samstag kennengelernt oder kontaktiert wurde und mit wem man sich aufnehmen ließ. Die Jungen erscheinen zwischen 12 und 15, da kann man das als Elternteil oder Lehrer durchaus noch fragen (und sollte dies bei solchen Bekannten auch tun). Die Strassenradikalisierung findet weiter statt, nicht nur durch Kokacaplan. Auch die „we love Muhammad“-Akteure sind immer wieder vor Ort. Nach wechselnder Anwesenheit geben sie nun an, immer samstags ab 19 Uhr vor „My Zeil“ zu stehen. Gestern:

 

Die Frankfurter islamischen Gemeinden schaffen es immer noch nicht, dem etwas entgegenzusetzen. Von den Gemeinden, die sich der Mehrheitsgesellschaft gegenüber immer als moderat anpreisen, keine Spur. Zur Erinnerung: Es geht überwiegend um muslimische Jugendliche, die für solche Ansprachen anfällig sind. Man hält das offensichtlich für ein Privatproblem der jeweiligen Eltern. Oder das des Staates. Das Ordnungsamt kann auf der Basis der gegenwärtigen Regelungen anscheinend zu wenig machen (sollte man nicht einmal ERNSTHAFT darüber nachdenken, eine schlaue Anpassung der Sondernutzungssatzung voranzutreiben? Diese Herausforderung besteht jetzt seit fast 6 Jahren!). Wo ist das AmkA? Waren die jemals dort auf der Zeil? Wo sind die vom Land Hessen bezahlten Präventionsdienstleister (die Frage richtet sich ebenso an all jene anderen Präventionsdienstleister, die in anderen betroffenen Städten arbeiten**)? An kaum einem Ort könnten sie – jetzt sogar mit zeitlicher Ansage! – effektiver Prävention betreiben. Sofern man die Akteure kennt. Sofern man mal auf die Strasse geht..

Man lässt es dort  laufen. Und dann wundert man sich.
Sicher tut man was. Aber nicht an diesem Ort, der sogar frei zugänglich ist. Man muss es wollen und muss Wege finden, auch dort mehr zu tun.

 

 

 

 

 

* Frisch aufgesetzter youtube-Kanal von „Im Auftrag des Islam TV“:

https://www.youtube.com/channel/UCIZ6b1bttjI0-gKAwxU5iHA

 

** Ja, das ist in keinem der mir bekannten Konzepte enthalten: Genau an diese Orte der Strassenradikalisierung persönlich hingehen. Vielleicht sollte man diese Konzepte einmal auf diese Herausforderungen hin anpassen.

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