Religion als geeigneter Zugang?

Einige Betrachtungen zur Berliner VPN-Beratungsstelle Bahira

Die Berliner Beratungsstelle „Bahira“ ist an der Sehitlik-Moschee angesiedelt, die der DITIB angehört. Es handelt sich nach eigenen Angaben um  ein Kooperationsprojekt des „Violence Prevention Networks“ (VPN) und der DITIB – Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e. V., also VPN und DITIB:

http://www.violence-prevention-network.de/de/aktuelle-projekte/bahira-beratungsstelle

Zu Beginn war noch der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) zumindest nominell am Projekt beteiligt, Webarchiv von Ende Dezember 2015:

https://web.archive.org/web/20151231230627/http://www.violence-prevention-network.de/de/aktuelle-projekte/bahira-beratungsstelle

Auch im September 2016 war man noch mit von der Partie. Erst beim nächsten Screenshot des webarchivs im März dieses Jahres fehlt dann der ZMD plötzlich.

VPN beschreibt sich selbst so:

Violence Prevention Network ist ein Verbund erfahrener Fachkräfte, die seit Jahren mit Erfolg in der Extremismusprävention sowie der Deradikalisierung extremistisch motivierter Gewalttäter tätig sind. Das Team von Violence Prevention Network arbeitet seit 2001 erfolgreich im Bereich der Verringerung von ideologisch motivierten schweren und schwersten Gewalttaten von Jugendlichen.“

http://www.violence-prevention-network.de/de/ueber-uns/portfolio

[„Seit 2001“ bezieht auf die Arbeit mit rechtsextremen Gewalttätern. Im Bereich Islamismus sind es relevant weniger Jahre der Betätigung. Während man beim Bereich Rechtsextremismus eine gewisse Wirksamkeit der Antigewalttrainings nach Evaluationslage nicht auschließen kann, ist die Wirksamkeit der VPN-Konzepte im Bereich Islamismus schlicht nicht ausreichend belegt.]

Aus dem selbstdefinierten Auftrag von Bahira:

Innerhalb der Şehitlik Moschee und darüber hinaus trägt BAHIRA zur Sensibilisierung und Qualifizierung von Moscheegemeinden zum Thema Radikalisierungsprävention bei. Zugleich beabsichtigt BAHIRA, die Moscheegemeinden als Orte und als „Anbieter“ von Radikalisierungsprävention zu etablieren.

http://www.violence-prevention-network.de/de/aktuelle-projekte/bahira-beratungsstelle

Projektleiter ist Thomas Mücke, einer der Geschäftsführer von VPN. In der Beratung wirken aktuell Pınar Çetin und Levent Yükçü. Vorher war länger Gülhanim Karaduman-Cerkes in der Beratung, die jetzt beim VPN-Projekt Almanara geführt wird.

Beispiel Deradikalisierungsarbeit, aus der aktuell herunterladbaren Broschüre von Bahira, S. 15:

In einem Einzelgespräch in angenehmer Atmosphäre wird der Erstkontakt mit dem/der radikalisierten Jugendlichen aufgenommen. Es geht in den ersten Stunden darum, eine vertrauensvolle Arbeitsbeziehung aufzubauen, die Voraussetzung für eine erfolgreiche Deradikalisierungsarbeit ist. Über gemeinsame Interessen oder ähnliche Erfahrungen wird zunächst Nähe aufgebaut. Hat man dies erreicht, wird durch gezielte Fragen versucht, den/ die Jugendliche/n zum Reflektieren des eigenen Islambilds und der eigenen Weltanschauung zu bewegen. Durch Verweise auf die Handlungen des Propheten Muhammed wird deutlich gemacht, dass die Anschauung des/der Jugendlichen im starken Konflikt zur Lebensweise des Propheten steht. Das eigene, angenommene Islambild basiert auf unzureichendem Wissen und ist mit dem tatsächlichen Islambild nicht konform. Selbstkritik und die Bewusstwerdung der eigenen Unkenntnis bringen den/die Jugendliche/n in einem langen Prozess von radikalen Ansichten ab.

http://www.violence-prevention-network.de/de/aktuelle-projekte/bahira-beratungsstelle

Das Angebot ist natürlich freiwillig. Das heißt, die Person muss sich selber schon als hilfebedürftig begreifen, woran es bei tatsächlich radikalen Personen allermeist mangelt. Zur direkten Ansprache bleibt da der Zugang im Gefängnis, wo sich einige Gefangene tatsächlich abwenden (auch aus eigenen Stücken!) oder sich Vorteile hinsichtlich der Dokumentation ihrer Führung versprechen. .

Da wüsste man gerne einmal Zahlen, wie viele Personen selber auf die Maxime „lass uns über Mohamed reden“ eingeht. Das Konzept besteht also darin, freundliche, nicht konfrontative Gespräche mit einem Radikalen über das Vorbild des Propheten zu führen.

Nun, jeder halbwegs textfeste Salafist wird da sofort gegenhalten können.

Die Texte und Überlieferungen sind nun mal ambivalent. Bei einer theologischen Argumentation braucht es Kenntnisse, die über das einfache Bild hinausgehen (VPN Hessen argumentiert übrigens genau damit: dass man theologische Kenntnisse haben müsse, um bei Radikalen wirksam gegenzuhalten, also um zu deradikalisieren. Dies war die Begründung, einige stramm religiöse Islamwissenschaftler und Imame einzubinden).

Wer macht die radikalisierten Personen aus? Das liest sich so, als wolle man das selber ausführen (also die o.g. Berater als persönliche Deradikalisierer). Und an diesem Punkt wird es zusätzlich schwierig, wenn man einmal davon absieht, dass die DITIB-Grundlinie nun nicht mehr als Garant für religiöse Kompatibilität besteht. Wer wir da als Deradikalisierer eingesetzt?

Doch zu den Beratern im Einzelnen.

Frau Karaduman-Cerkes (jetzt bei Almana) ist Vorstandsmitglied der Sehitlik-Moschee:

 

Sie ist Kosmetikerin, was aber keine geschützte Berufsbezeichnung ist:

Guel lacht viel, wenn sie von ihrem Leben erzählt. Aber dann sagt sie Sätze wie diesen: „Ich habe einfach keinen Arbeitsplatz bekommen, darum habe ich mich selbstständig gemacht.

http://www.berliner-zeitung.de/berlin/debatte-um-kopftuch-verbot–mein-kopftuch-ist-muslimisch–aber-ich-bin-deutsch–954688

http://www.guel-kosmetik.de/impressum.html

https://www.islamische-zeitung.de/frauen-etwas-gutes-tun/

[Das mit dem Arbeitsplatz sei der Frau Karaduman-Cerkes ja prinzipiell gegönnt – nur weckt halt die Herleitung nicht den Eindruck, als könne sie nun jemanden deradikalisieren. Wenn es überhaupt gelingt, ist das nicht trivial.]

Pinar Cetin ist die Gattin des ehemaligen Vorstandes der Sehitlik-Moschee:

http://www.tagesspiegel.de/berlin/abgeordnetenhauswahl-pinar-cetin/14450486.html

Sie ist wohl studierte Politologin. Einige Eindrücke, viele Worthülsen, die nicht hinterfragt werden (aber gut, das steht der IZ und dem Herrn Bae frei):

https://www.islamische-zeitung.de/pinar-cetin-gebildete-unabhaengige-vielfalt-fuer-neukoelln/

Dass sich radikale Salafisten von Frauen, mit denen sie nicht mal Umgang haben dürfen binnenkonsensual, etwas über ihren Glauben erzählen lassen, erscheint lebensfremd. Bleibt zunächst der Herr Yükcu.

Levent Yükcu nun ist von Haus aus Dipl. Ing. (eigene Angabe). Er war verschiedentlich schon in der religiös konnotierten Jugendarbeit aktiv. Da gibt es zum einen den Verein „Lichtjugend“, den er zusammen mit dem ebenfalls von VPN rekrutierten Andy Schulz versuchte:

Man bot allerlei an, von der Gefängnisseelsorge bis hin zu Schulungen.

Würde im rechten Spektrum alleine der Name „Lichtjugend“ Anlass geben, genauer hinzusehen, ist man dazu im Bereich Islamismus offenkundig überfordert. Man bezieht sich auf die Lehren von Said Nursi:

http://www.lichtjugend.de/77-Risale-i_Nur

https://de.wikipedia.org/wiki/Risale-i_Nur

Bei der „Lichtjugend“ finden sich z.B. solche Inhalte, unter „Wegweiser für die Jugend“, zu den Nicht- oder anders Gläubigen

Was aber den Menschen betrifft, welcher der Gottvergessenheit und dem Irrtum verfallen ist, so verbittern und zerstören die Trauer über das Vergangene und die Sorge vor der Zukunft sein augenblickliches bisschen Freude völlig. Was insbesondere die unerlaubten Freuden betrifft, so gleichen sie ganz und gar dem vergifteten Honig. Das heißt also, dass der Mensch vom Standpunkt des Lebensgenusses aus hundertfach tiefer sinkt als ein Tier. Vielmehr gehört dem, der einem Irrweg folgt und gottvergessen lebt, sein Leben, ja seine ganze Existenz, ja sogar seine ganze Welt nur einen Tag lang.

http://www.lichtjugend.de/82-Wegweiser_f%C3%BCr_die_Jugend

oder Zurückweisung der nicht angeblich göttlich eingegrenzten Vernunft:

Der Wert aller Organe und Empfindungen steigt von eins auf tausend. Zum Beispiel: Unseren Verstand können wir gebrauchen wie ein Werkzeug. Verkaufst du ihn nicht Gott dem Gerechten, lässt du ihn vielmehr auf deine eigene (Triebseele) Rechnung arbeiten, so wird er zu solch einem unheilbringenden, aufdringlichen und lästigen Gerät, dass alles Leid und alle Traurigkeit vergangener Zeiten und all die Furcht einflößenden Ereignisse der Zukunft sich in deinem bedauernswerten Kopf anhäuft, dich damit belastet, und dir somit zu einem Gerät wird, das dir Unglück und Schaden bringt und damit seinen Wert für dich verliert. […] Wenn du den oben angeführten Beispielen entsprechend die übrigen Werkzeuge und Organe vergleichst, dann wirst du begreifen, dass der Gläubige in seinem Wesen wahrhaftig für das Paradies bestimmt, derjenige der Gott ablehnt von der Hölle geprägt wird. Der Grund dafür, dass der eine einen solchen Wert erlangt, liegt darin, dass der Gläubige im Glauben das ihm von seinem Schöpfer anvertraute Pfand in Gottes Namen und im Rahmen des Erlaubten verwendet, während der andere, hingegen es veruntreut und es auf Rechnung seiner selbstsüchtigen Seele arbeiten lässt.

http://www.lichtjugend.de/90-Der_Preis_des_Paradieses

Oder Drohen und Zurückweisen von Mitleid:

Denn wer in seiner Jugendzeit fünf oder zehn Jahre mit unerlaubten Vergnügungen verbracht hat und deswegen in dieser Welt viele Jahre in Kummer und Sorge leben muss, im Zwischenreich Strafe und Schaden erleidet und im Jenseits die Qualen der Hölle und des Feuers zu verkosten bekommt, der verdient, trotzdem (obwohl) er sich in einem bedauernswerten Zustande befindet, nach dem Geheimnis: »Wer mit dem Schaden einverstanden ist, den soll man nicht bedauern.«gar kein Mitleid. Denn wer seinen Schaden absichtlich herbeiführt, dessen braucht man sich nicht zu erbarmen und er verdient es auch gar nicht. Gott der Gerechte möge uns und euch vor den Verführungen und Verlockungen dieser Zeit retten und bewahren. Amen.

http://www.lichtjugend.de/90-Der_Preis_des_Paradieses

Abgrenzung, Zurückweisung des (weltlichen) Wissens, das ausserhalb der angeblich göttlichen Gebote liegt, Zurückweisung von Empathie – es ist ein segregatives und böses Menschenbild, dass bei dem Verein über den Umweg der Zitate eines Gelehrten vertreten wird.

Das „Bündnis für Demokrtie und Toleranz“ hingegen hat wohl seinerzeit nicht die zugrundeliegende Ideologie erfasst (das „Kleingedrickte“ wurde wohl nicht gelesen und anscheinend über dem Eigenmarketing nicht erfasst). Anders kann man das hier nicht verstehen: „Botschafter für Demokratie und Toleranz“ 2010:

http://www.lichtjugend.de/80-Auszeichnungen

All das steht dem Verein natürlich frei. Aber findet diese Grundhaltung bei VPN einen Platz?

Dann gibt es noch das Portal Islam FM.

Da der Herr Yükcü sich aktuell nur noch abkürzt im Impressum, hier der Beleg:

https://web.archive.org/web/20160324033814/http://www.islamfm.de/?page_id=6&lang_id=0

Ron Weber, der für dieses Portal bei der denic

 

verantwortlich zeichnet, ist auch bei der Sehitlik – und auch bei VPN:

Dort finden sich viele weitere Texte, Medien und Inhalte mit dem selben ideologischen Bezug und im gleichen Kontext. Eine Erläuterung dieses Portals hierzu:

Die Risale-i Nur ist ein Mittel, das Wohlwollen Gottes, welche das eigentliche Ziel jeden geistigen Studiums ist, zu erwerben. Dabei vermittelt sie Erkenntnisse, die in keiner Weise als Werkzeug zu weltlichem Nutzen geeignet sind, deren erhabenste Aufgabe vielmehr im wahrsten Sinne ist, der Menschheit zu dienen.

Diese Werke der Risale-i Nur sind Kommentare zum Ehrwürdigen Qur’an, die ein gründliches und eingehendes Studium wert sind.

Alle »Nur«-Werke zeigen in jeder Hinsicht, dass sie Kommentare zu Versen aus dem Ehrwürdigen Qur’an und seine geistigen Strahlen sind.

Die Risale-i Nur liefert uns in überaus leichter Form Antworten auch auf die schwierigsten Fragen, die bis dahin noch kein Gelehrter restlos erklären konnte und führt die Beweise dazu in der Art, dass ein jeder, angefangen von den einfachen, ungebildeten Menschen bis hin zu den Hochgebildeten und Gelehrten, sie ihrer Fähigkeit entsprechend verstehen können, all ihre Zweifel ausgeräumt werden und sie vollständig überzeugt werden.

Sie geben den zutiefst innerlichen Bedürfnissen der Menschen mit sicheren Beweisen eine wissenschaftlich überzeugende Antwort.

Ganz deutlich, in diesem Audio. Das Audio heißt “ Vergleich Tier und Mensch “ :**

Glaube macht den Menschen zum Menschen

http://www.islamfm.de/?page_id=4&lang_id=0

Ab 29:

„Die Hajj ist eine sehr große Anstrengung. Ihr wisst ja, der Levent, ich, der Chalid, der Ron ist auch dabei (hab ich grad hier rein kommen sehen, da ist er) dürfen bei der Hajj mitbetreuen.

Im Weiteren wird Wissenschaft z.T. abweichend betrachtet (z.B. nicht ergebnisoffen). Wissenschaft könne prinzipiell nur zu Allah führen, gibt der Lesende wieder. Der Vortragende gibt an, mal Medizin studiert zu haben (was erschüttert, denn er hat wohl das hiesige Schulsystem durchlaufen, ohne grundlegende Dinge durchdrungen zu haben oder für ihn fassbare Antworten auf seine Fragen zu erhalten).

Eine weitere Lesung zum Thema aus den Werken „Sind wir nur Tiere oder doch mehr?“, S. 563 (am Anfang wird auf einen „Levent“ verwiesen, wobei es sich wohl um Levent Yükcü handelt) ab Minute 16, Leben ohne Glauben lohne sich nicht wirklich:

http://www.islamfm.de/index.php?topic_id=20&page_id=7&lang_id=0&

Die Zeit um Mohammed wird als goldene Zeit gesehen, Audio „Warum geht es den Muslimen so schlecht?“.

Bei den „Medien“ auf der Seite sind eine Vielzahl Audios eingestellt. In der Regel an den angegebenen Schriften orientiert wird eine Unterrichtung angeboten. Auch wenn es mildere Passagen gibt, so sind diese Inhalte jedoch klar auf Segregation gerichtet. Das Bild, das mach außen vom Verein „Lichtjugend“ vertreten wird, ist auf Dialog gerichtet und es wird von Integration geredet. Dass unter einer Integration jedoch evtl. nur Teilhabe verstanden wird im Sinne wirtschaftlicher Teilhabe und Funktionieren in einer Gesellschaft, von der man sich wegen ihrer Eigenschaften absondert, wird anscheinend nicht hinterfragt. Die an die „eigene Community“ gerichteten Inhalte weisen jedoch leider u.a. die obigen Haltungen auf.

All das steht auch diesem Portal natürlich frei. Aber findet diese Grundhaltung bei VPN einen Platz?

Die Beratungsstelle hat eine eigene Internetseite und stellt sich dort so dar:

bahira-beratungsstelle.de

In der Gesamtschau ist es fragwürdig, welche Personen in der tatsächlichen Ausführung für diesen säkular erscheinenden Träger stehen. Ob man die eingesetzten Personen tatsächlich als die von VPN beworbenen und bezahlten Fachkräfte sehen kann, kann man getrost dem Urteil des Lesers überlassen. Natürlich kann man sich Wissen und Fähigkeiten auch jenseits einer Ausbildung aneignen. Üblicherweise werden darunter jedoch Personen verstanden, die entweder eine Ausbildung im Bereich haben oder eine langjährige Beschäftigung in dem Bereich vorweisen können. Dies war bei Einrichtung des Projekt wohl mehrheitlich nicht gegeben; zum gegenwärtigen Zeitpunkt besteht die Beratungsstelle seit etwa 2 Jahren. Man müsste also nachweisen können, was die genannten Personen ausführten. Ob und wie viele Radikale man jenseits der Gefängnisarbeit (wie viele sind es da?) tatsächlich erreicht, ist nicht bekannt. Die Betätigung sollte ja auch in andere Moschee-Gemeinden hinein wirken, das war u.a. Sinn der Kooperation mit dem ZMD. Ob das tatsächlich umgesetzt wurde, ist ganz unklar. Der ZMD ist auf jeden Fall nicht mehr dabei.

Es ist weiterhin ganz unklar, welche Vorkehrungen VPN trifft, damit durch es eingebundene Kreise bzw. Protagonisten in der direkten Arbeit mit Jugendlichen die wohl mitgebrachte Ideologie nicht verbreiten, sondern die VPN-Vorgaben erfüllen. VPN erhält seine Mittel für die vereinbarten Aufgaben. Diese Aufgaben werden, da man explizit einen säkular scheinenden Träger wählte, mit einer eher säkularen Herangehensweise verbunden. Das ist das verbreitete Image, ein säkularer Träger zu sein. Schon im oben erwähnten selbstdefinierten Autrag von Bahira scheinen da Brüche auf: „Zugleich beabsichtigt BAHIRA, die Moscheegemeinden als Orte und als „Anbieter“ von Radikalisierungsprävention zu etablieren.“ Ein säkularer Träger, der Organisationsentwicklung für religiöse Gemeinden macht? Damit diese wiederum dann Fördergelder erhalten oder wie darf man das verstehen? Wer wählt aus, wer kontrolliert, WELCHE Gemeinden entwickelt werden?

Ein säkularer Träger – damit assoziiert ein kommunaler Entscheider weder eine verdeckte Kooperation mit DITIB-Gemeinden noch die Einbindung von einigen Verantwortlichen eines Vereins, der die Ideen Nursis vertritt. Man versteht darunter auch nicht die Organisationsentwicklung für religiöse Gemeinschaften. Insofern muss man sich die Frage stellen: Wenn man religiös konnotierte Jugendarbeit zu Präventionszwecken haben will (was fraglich ist im Einzelfall und generell ganz ungeklärt hinsichtlich einer Wirksamkeit), warum schaltet man einen säkularen Träger dazwischen? Wenn SO agiert wird (und die anderen säkularen Träger machen das zum Teil nach; das wird zu anderer Zeit Thema sein ), gibt es dann noch größere säkulare Träger? Wenn man mit DITIB arbeiten will, warum nicht direkt (tut man ja andernorts auch) oder mit dem Verein „Lichtjugend“ direkt? Welchen Nutzen hat das Gemeinwesen davon, einen säkularen Träger zu bezahlen, der doch *auch* „nur“ diese Angebote einbindet? Ist das wirklich das, wofür man VPN bezahlt?

Fragen über Fragen.

 

 

 

 

*
http://www.violence-prevention-network.de/de/aktuelle-projekte/al-manara

**
In dem Audio wird ein geschlossenes Weltbild vermittelt. Wesentliche Inhalte wie Evolutiotheorie und Ökosystem sind nicht verstanden. Die Lesung bewirkt beim Zuhörer, dass er Antworten zu Natur und Mensch nicht in der Wissenschaft sucht, sondern bei solchen islamischen Gelehrten wie Nursi.

Die Schöpfung wird als Beweis des eigenen Glaubens aufgeführt, Wissenschaft wird abgetan, Nichtglauben wird im Prinzip als unvernünftig dargestellt. Nichtglaube sei leidvoll, schmerzhaft und unvernünftig.

http://www.islamfm.de/index.php?topic_id=20&page_id=7&lang_id=0&

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