Hizbollah-Kinder in Bremen

Über das Schura-Mitglied „Al Mustafa Gemeinschaft“

Die Schura Bremen ist ein Zusammenschluß verschiedener islamischer Gemeinschaften. Sie ist als Dachverband einer der islamischen Verhandlungspartner der Bremer Politik. Seit 2012 besteht mit der Hansestadt Bremen ein Staatsvertrag:

https://de.wikipedia.org/wiki/Schura_%E2%80%93_Islamische_Religionsgemeinschaft_Bremen

Die „Al Mustafa Gemeinschaft“, ein eingetragener Verein, ist Mitglied dieser Schura:

http://www.schurabremen.de/index.php/mitglieder

Gezeichnet wurde die Mitgliedschaft in der Schura vom damaligen Vorsitzenden Abbas Ferhat.

http://www.schurabremen.de/index.php/satzung

Heute sind ein Abdul Latif Ahmad Wehbi und ein Ali El-Chami Vorsitzender und Stellvertreter:

Quelle: Vereinsregister, Abruf 06.10.2017

 

In dem Staatsvertrag heißt es:

„Artikel 2 – Verfassungsrechtliche Grundlagen
(1) Die Freie Hansestadt Bremen und die islamischen Religionsgemeinschaften bekennen sich zu den gemeinsamen verfassungsmäßig verbrieften Wertegrundlagen des Grundgesetzes für die  Bundesrepublik Deutschland und der Landesverfassung der Freien Hansestadt Bremen, zur Unantastbarkeit der Menschenwürde, der Geltung der Grundrechte, der Völkerverständigung und
der Toleranz gegenüber anderen Kulturen, Religionen und Weltanschauungen sowie der freiheitlichen, rechtsstaatlichen und demokratischen Verfassung des Gemeinwesens. Sie sind sich einig in der Ächtung von Gewalt und jeder Art von Diskriminierung und werden gemeinsam dagegen eintreten.“

http://www.senatspressestelle.bremen.de/sixcms/…/13/2013_01_04%20Vertragsentwurf.pdf

So weit die Theorie, die Ansprache und das Gesicht zur Mehrheitsgesellschaft hin.

Die Gemeinschaft ist auch in der IGS, dem Dachverband der schiitischen Gemeinden in Deutschland mit bekannter pro-iranischer Ausrichtung:

 

Quelle: Screenshot http://www.igs-deutschland.org/die-igs/moscheekarte Abruf 06.10.2017

 

Was bei der Al Mustafa Gemeinschaft unter der „Kultur“ und dem „Heimatbezug“ so alles verstanden wird, ist als Eindruck auf der facebook-Seite dieser Gemeinschaft auffindbar. Die Gemeinde bei der Zusammenkunft:

 

Vor allem bei der Art, wie man schon ganz kleine Kinder kleidet und auf eine Ideologie einzuschwören scheint, befremdet und erschüttert:

 

Die Kinder werden geradezu uniformiert:

 

Tschador für 4 jährige in Bremen und ein kleiner Hussain:

 

Ein Säugling mit Bestimmung:

 

Da ist man dann doch rein visuell sehr nah an den IS-Kindern:

 

Auch hier ein Säugling mit Bestimmung:

 

Das sind auch jenseits bedrückender Déjà-vu alles keine lustigen, harmlosen Folklore-Scherze mit Kindern, etwas religionskonnotierte Heimattümelei. Das stellt sich, neben der grundsätzlichen Selbstironieunfähigkeit von Fanatikern, durch die Art dar, wie das im Iran z.B. mit den Kindern gehandhabt wird: Kinder können schon Kriegs-„Freiwillige“ sein. Zu einem „Kriegsmuseum“, dem „Holy Defense Museum“:

http://iranjournal.org/gesellschaft/iran-maertyrerkult

Im Libanon z.B. ist das „optimiert“, wollte man das zynisch kommentieren:

„Inside the Hezbollah ‚theme park‘ where children are taught the glory of martyrdom

Lebanese militant group Hezbollah has built a multi-million pound theme park designed to indoctrinate its children about the glory of martyrdom against its enemy Israel. The mostly-outdoor museum features barbed wire, tanks, rockets, archive video footage and a lot of guns.

http://www.dailymail.co.uk/news/article-2188770/Inside-Hezbollah-theme-park-children-taught-glory-martyrdom.html#ixzz4ukCpMUNu

Da ist über Tradition und frühe Indoktrination Militanz also ganz nah an der Wahrnehmung und am Erleben mancher Menschen dran. Durch die Überemotionalisierung der Vermittlung an Kinder werden die bei Bedarf aktivierbaren Muster mit starken Emotionen verknüpft. Da müssten also alle Alarmglocken angehen.

Doch stille ruht der See, obwohl die Al Mustafa Gemeinschaft e.V. im Verfassungsschutzbericht Bremens 2016 erwähnt wird:

Die Anhänger der „Hizb Allah“ sind in Bremen in dem „Moschee-Verein“ „Al-Mustafa Gemeinschaft e.V.“ organisiert. Neben gemeinsamen religiösen Aktivitäten, darunter das Ashura-Fest anlässlich des Märtyrertodes des Imam Hussein, veranstaltet der „Moschee-Verein“ auch Treffen und Diskussionsveranstaltungen. Dieses Engagement verfolgt das Ziel, die in Bremen lebenden Libanesen an ihre Heimat zu binden und die libanesische Kultur aufrechtzuerhalten.“

http://www.verfassungsschutz.bremen.de/

Man beachte auch, dass der Bremer Verfassungsschutz die Al Mustafa Gemeinschaft nur in Anführungszeichen als Moscheeverein bezeichnen mag.

Das also ist einer der Partner beim Staatsvertrag der Hansestadt Bremen.
Ist das im Jahr 2017 nicht postoperative Besserwisserei?

Mitnichten.

Schon als die Verhandlungen geführt wurden, der Vertrag wurde 2012 geschlossen, lag beim Bremer Verfassungsschutz das vor:

Quelle: Auszug Verfassungsschutzbericht Bremen 2012

Der Verein „Waisenkinderprojekt Libanon e.V.“ wurde nebenbei 2014 verboten:

Der Name des Vereins verschleiert den eigentlichen Zweck“, sagte Innenstaatssekretärin Emily Haber in Berlin. Unter dem Deckmantel der Waisenhilfe habe die Organisation in den vergangenen Jahren mehrere Millionen Euro an Spendengeldern für die libanesische Schahid-Stiftung gesammelt, die zur Hisbollah gehöre. Die Stiftung verfolgt laut Innenministerium einerseits das Ziel, die Familien von Selbstmordattentätern zu finanzieren und damit das Anwerben von Terroristen zu erleichtern. Anderseits sollen so offenbar unter den Kindern der „Märtyrer“ neue Attentäter gefunden werden.

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/polizei-startet-razzia-gegen-hisbollah-unterstuetzer-in-deutschland-a-963176.html

[Der Verein hatte sich einige Monate nach dem Verbot in „Farben für Waisenkinder“ umbenannt; vorher schon war er von Göttingen nach Essen umgesiedelt. Auch dieser Nachfolgeverein wurde verboten:

https://www.lto.de/recht/hintergruende/h/bverwg-urteil-1a415-hisbollah-spenden-farben-fuer-waisenkinder-israel-terror/  ]

Waren die Erkenntnisse im Jahr 2012 in Bremen für die Verhandlungsführer vielleicht „zu frisch“?

Mitnichten.

Im Jahr 2011 stand der Verein mit gleichem Vorhalt auch schon im Bericht. Und im Bericht von 2010, 2009, 2008, 2007, 2006, 2005, 2004, 2003.

Faszinierend. Ein Dauerkunde.
Anscheinend liest den Bericht keiner von der Bürgerschaft und man ist kein Freund von google.

Die Hansestadt Bremen schaffte es also, mit der Schura zu verhandeln, ohne dass vorher schon dieser behördenbekannte Problemkandidat aus dem Dachverband ausgeschlossen wurde. Ja, über so etwas kann man reden. Wenn man will und sich bewußt ist, dass das Interesse an einem solchen Staatsvertrag durchaus gegenseitig ist. Wo war eigentlich der Verfassungsschutz? Stattdessen wird ein Papierle mit einem Artikel 2 beschlossen, vom dem als bekannt voraus gesetzt werden muss, dass ihn mindestens ein Kandidat unter dem Dach des Verbandes offensichtlich nicht mittragen will. Der Presse scheint das aber auch nicht aufgefallen zu sein: Eine google-Suche ergab diesbezüglich keine Artikel (sofern ich nichts übersah). Da saß also am Verhandlungstisch im Prinzip die Hizbollah. Das ist kein Ruhmesblatt für die Stadtpolitik (Opposition?). Aber auch keines mindestens für die Bremer Lokalpresse.

Da stellen sich eine Menge Fragen. Ein Staatsvertrag mit der Hizbollah sollte nicht nur Israelfreunde stören. Es stellt sich auch die Frage, was in dieser Gemeinschaft stattfindet und inwiefern da Kinder etvl. zum Hass erzogen werden. Die Hizbollah ist nicht die Heilsarmee. Das sollte jedem klar sein.

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