Wie alles eins wird

Einzelfälle und das große Ganze – über „nützliche“ Extrapolationen

Im Bereich des Islamismus besteht erheblicher Forschungsbedarf, einige wichtige Phänomene sind im Detail noch nicht strukturiert erfasst. Zu anderen wichtigen Phänomenen lässt sich jedoch aus dem Vergleich mit anderen Ländern lernen oder grundsätzliche Strategien und Haltungen aus Schriften und Reden wichtiger Akteure ableiten und herauslesen. Hinsichtlich der Radikalisierung von jungen Menschen erfreuen sich allerdings einige Forschungsfelder größerer Beliebtheit und Akzeptanz als andere. Oftmals lässt sich ja auch bei soziologischen Untersuchungen schon ahnen, welche Ergebnisse bei bestimmten Fragestellungen zu erwarten sind und wie auch Methodisches wie Fragestellung und Probandenauswahl das Ergebnis beeinflussen mag. Auch Forschung im Themenbereich Integration findet nicht im luftleeren Raum statt, sie unterliegt manches Mal der Erteilung von Aufträgen, der Zusicherung der Finanzierung und politischen Vorgaben.

Interessant war vor einigen Monaten die Auswertung der Protokolle einer Whatsapp Gruppe durch die Autoren Michael Kiefer et al.:
„Lasset uns in shaʼa Allah ein Plan machen“
Fallgestützte Analyse der Radikalisierung einer WhatsApp-Gruppe
Die Chat-Protokolle: Erste empirische UntersuchungRekonstruktion des Radikalisierungsprozesse anhand von Daten“

Auch wenn sich die Zahl der erfassten posts mit 5700 gewaltig anhört, basieren die ganzen Überlegungen, die auf diese Auswertung den Medien gegenüber erfolgten, auf den Sichten von 12 jungen Männern. So wertvoll diese Auswertung auch ist, darf man nie vergessen, dass eine solche Auswertung die Analyse einer bestimmten Gruppe in einem relativ kurzen Zeitraum ist und  Verallgemeinerungen deshalb mindestens schwierig sind. Natürlich lassen sich bestimmte Muster und Narrative erkennen, die gängig sind. Aber bei manchen Eigenschaften der Handelnden und hinsichtlich der sich entwickelnden Gruppendynamik kann man eben nicht auf alle oder auch nur sehr viele der jungen (Neo-)Salafisten Deutschlands schließen. Zumindest sollte man da insbesondere gegenüber den Medien vorsichtig formulieren. Manchem Wunsch nach Zuspitzung darf man da insbesondere als mediengewohnte Person einfach nicht nachgeben bzw. muss immer dazu erwähnen, dass das sozusagen wenige Bilder aus einem ganzen Film sind.

In einem aktuellen Bericht im Deutschlandfunk werden verschiedene Stimmen zur Radikalisierung junger Menschen unter dem Titel „Wenn aus Nazis Islamisten werden“ eingeholt. Neben Thomas Mücke werden noch Michaela Glaser und Bernd Wagner mit ihren Sichten herangezogen.

http://www.deutschlandfunk.de/radikalisierung-in-deutschland-wenn-aus-nazis-islamisten.724.de.html?dram%3Aarticle_id=406185

Solche Fälle gibt es, aber sie sind selten. Man erinnere sich an die gute Regel aus der Medizin: Häufiges ist häufig, Seltenes ist selten.

So wird Thomas Mücke zitiert mit seiner Sicht auf die Jugendlichen:

Nach Identitätssuche, nach Geborgenheit, nach Gemeinschaft, nach Zugehörigkeit, nach Halt. Und auf der Basis dieser emotionalen Bedürfnisse versuchen sie dann, diese jungen Menschen, an der Szene zu halten, und erst dann beginnt der Ideologisierungsprozess.

Einmal davon abgesehen, dass es extremistische Personen fast aller Altersgruppen gibt (die nur mit unterschiedlich stark bei seinen Klienten vertreten sind und mit unterschiedlicher Wahrscheinlichkeit gewalttätig werden) und seine Kontakt-Gruppe i.W. nur die Freiwilligen sind nebst einigen, denen die Behörden eine „Freiwilligkeit“ ernsthaft nahelegten, sind als wichtige Gründe auch Narzissmus und Sinngabe zu sehen. Die extreme Selbstaufwertung ist es, die Menschen aller Altersklassen und Bildungsstände anfällig macht, denn das Gefühl, einer gottgewollten Elite anzugehören, ist nicht zu übertreffen. Mückes Fokussierung auf die Geborgenheit macht aus Menschen, die Selbstaufwertung durch Abwertung anderer betreiben, zu reinen Opfern. Das mag anfangs mit ein Grund sein und vorkommen, aber spätestens wenn sie sich für diese Form des schnellen narzisstischen Gewinns entscheiden, sind sie keine ausschließlichen Opfer mehr. Die zunehmende soziale Isolation, die er zutreffend beschreibt, geht ja mit einer extremen Abwertung der nicht zur erwählten Gruppe gehörenden Menschen einher*. Das ist also mindestens ein unvollständiges Bild und bei Rechten würde er es wohl auch kaum so eindimensional darstellen. Zudem werden alle, die bereits ideologisiert aufwuchsen, ausgeklammert.

Zum Vergleich:
Zur Zeit sind etwa 10.800 Salafisten behördlicherseits erfasst:

http://www.faz.net/aktuell/politik/zahl-der-salafisten-auf-allzeit-hoch-15333965.html

Über die Beratungsstelle
Seit Schaltung der Hotline Anfang 2012 haben die Mitarbeitenden der Beratungsstelle Radikalisierung mehr als 3.400 Telefonate geführt.

http://www.bamf.de/DE/DasBAMF/Beratung/beratung-node.html

Mehrfacherfassungen einer Person sind nicht aufgeführt, auch nicht, wenn zu einem Fall bereits BAMF-seitig mehr als ein Gespräch geführt wurde. Das ist also – sofern ich das richtig verstehe – die „Brutto-Gesprächs“-Anzahl.

Zwei Drittel „einsame Wölfe“? Sicher nicht. Auch diese Personen haben ein Umfeld, haben Familie, Kollegen, Freunde. Nur niemanden, der sich an eine staatliche Stelle wenden mag, die Wandlung überhaupt als problematisch ansieht oder dem es überhaupt auffällt, weil eben jenes soziale Umfeld genauso strukturiert ist.

Forscherin Michaela Glaser warnt davor, dass Diskriminierung junge Migranten in die Fänge extremistischer Szenen treiben könne.

Das mag vorkommen. Zentral erscheint das aber nicht. Sondern die Verlockung der Selbstüberhöhung durch eine zutiefst bösartige Ideologie. Welche Art von Diskriminierung mögen denn die tausenden foreign fighters des IS aus den muslimischen Gesellschaften erlitten haben?

Quelle: Infografik von der Soufan Group, nach RFE, Abruf 17.12.2017

https://www.rferl.org/a/where-do-is-foreign-fighters-come-from/28853696.html

Dazu auch:

Klicke, um auf Beyond-the-Caliphate-Foreign-Fighters-and-the-Threat-of-Returnees-TSC-Report-October-2017-v3.pdf zuzugreifen

Das, was Frau Glaser wiedergibt, ist vielleicht das, was Forscher bei ihren Befragungen freiwilliger Probanden als Entschuldigungs-Narrativ zu hören bekommen, in dem auch gleichzeitig der beliebte Verteidigungs-Gedanke mitschwingt. Zumindest ist dieser nicht fern. Erfährt man nämlich keine Diskriminierung als Person, so ist spätestens die angebliche weltweite Unterdrückung aller Muslime eine wohlfeile Erklärung für geneigte und gutwillige Personen. Das erklärt aber z.B. nicht, dass bei weniger als der Hälfte der Einwohner z.B. Saudi-Arabien ca. dreimal so viele „Gotteskrieger“ stellte. Was wohl deren Motiv gewesen sein mag? Wie passt dies in die Herleitungen dieser Art?

Sehr viel häufiger als solche „Nazi-Umstiege“ sind – und das passt eher in ein unschönes, aber erklärendes Bild – prägende Vorerfahrungen aus Familien, Koranschulen oder fundamentalistischen Moscheen (s.a. GTAZ-Ausarbeitung vom November 2016). Das passt zu den Problemen in Molenbeek und zu denen in Indonesien. Fundamentalistische Eltern rufen aber nicht bei BAMF & Co an, sondern sie befragen den Imam, wenn es hoch kommt. Berater kommen an das Klientel gar nicht richtig ran, weil alles freiwillig ist. Präventionsdienstleister blähen leider ihren Ausschnitt der Realität zur allgemeinen auf. Das führt zu falschen Maßnahmen, die für die Berater nützlicher sind als die Gesellschaft.

Dass eine radikal-islamistische Einstellung von den Eltern an ihre Kinder weitergegeben wird, sei also eher selten, sagt Michaela Glaser.

Da muss man sich einmal die Datenbasis anschauen.
Das erscheint ganz grob falsch.
Siehe zu der Verbreitung geschlossen fundamentalistischer Weltbilder z.B. die Studie des BMI von 2009 oder Koopmans 2013. Es ist lebensfern, dass solche Weltbilder NICHT weitergegeben werden. Diese Probleme sind an den Schulen greifbar und von Lehrern erfahrbar. Man kann das sogar schon vereinzelt lesen (und es hatte auch schon Folgen, wie z.B. im Fall Safia S.). Zusätzlich befeuert wird das noch durch fundamentalistische Koranschulen. Noch mal Frau Glaser:

Dass dann die Erfahrung als Migrant in dieser Gesellschaft benachteiligt worden zu sein, dass die dann islamistisch gerahmt wird. Also auch bei Menschen, bei denen das Muslimsein eigentlich als Bezugskategorie vorher gar keine Rolle gespielt hat, also so einen Fall haben wir auch in unserer Forschung, dass dann plötzlich dadurch gerahmt wird und das ist natürlich die Brille der Ideologie, die dann greift. Dass dann alles, was man vorher erfahren hat, dass das zunehmend umgedeutet wird als das Ergebnis der weltweiten Verfolgung der Muslime.

Ist das so?
Ein Fall?
Und dann diese wahrhaft üppigen Extrapolationen?
Konvertiten sind anders zu betrachten. Sie mögen in der Gruppe aufgehen und deren Eltern und Umfeld mag sich vergleichsweise häufig melden, aber es ist nur bedingt eine Gruppe, die Rückschlüsse auf die Motive anderer geben mag. Die Extremisten, die eine schon radikale Familiengeschichte haben, werden dies auch eher nicht einem Sozialarbeiter oder einer Forscherin kundtun, es sei denn, sie wollen völlig raus aus allem. In diesem Fall heißt das auch Abstand von der Familie. Wie häufig kommt das vor?

Erstaunlich ist, dass die Rolle der Familien und Moscheen außen vor gelassen wird. Die Unterschiede in grundsätzlichen Dingen, die auch bei anderen Extremismusformen eine Rolle spielen, werden so weniger sichtbar gemacht. Der Unterschied liegt dann, folgt man dieser Sicht weiter, v.a. in  der oben erwähnten Diskriminierung. Phänomene wie Autosegregation etc. werden anscheinend wenig erfasst. Im letzten Dezember äußert sich Glaser bei der bpb noch so:

Der hierzu vorliegende Forschungsstand zu Rechtsextremismus und Islamistischem Extremismus ist allerdings nur begrenzt vergleichbar, da die Forschungsfelder zum Teil durch unterschiedliche Forschungsansätze und -traditionen geprägt sind und da vor allem die Befunddichte zu einzelnen Dimensionen recht unterschiedlich ist. Insgesamt ist vor allem der Forschungsstand zu Islamistischem Extremismus begrenzt. So gibt es in diesem Feld kaum Befunde zu frühen familiären Erfahrungen, und es existieren nur wenige Studien, die Zusammenhänge zwischen einzelnen Faktoren beleuchten. Generell liegt kaum Empirie zum deutschsprachigen Raum vor, weshalb für diesen Bereich vor allem auf internationale Studien zurückgegriffen wird. Aber auch in der Forschung zu Rechtsextremismus zeigen sich insofern Lücken, als ein Großteil der Studien auf den jugendkulturellen, gering organisierten Rechtsextremismus sowie auf Straf-und Gewalttäter fokussiert, während zu anderen Teilsegmenten (organisierte Strukturen, Kader, Führungspersonen) kaum Erkenntnisse vorliegen (vgl. Schuhmacher/Glaser 2016).

http://www.bpb.de/politik/extremismus/radikalisierungspraevention/239365/rechtsextremismus-und-islamistischer-extremismus-im-jugendalter?p=all%5D

So erscheint mir das auch.
Es wäre schön, wäre das auch so dem DLF gegenüber berichtet worden, es sei denn, sie hat interessante neue Erkenntnisse, auf die ich dann sehr gespannt wäre.

Im weiteren Artikel führen Mücke und Wagner aus, warum sie meinen, dass ihre jeweils bei rechten Gewalttätern erprobten (und DORT durchaus akzeptablen) Ansätze auch auf Islamisten übertragbar seien. Das wiederum ist sehr fragwürdig, sie haben aber n.m.M. schlicht wenig sonst im Portfolio. Erfolge können sie bislang auf dem Sektor meiner Ansicht nach nicht glaubwürdig dokumentieren. Erst im Juli hatte dies im Ergebnis auch das Nationale Zentrum für Kriminalprävention nach einer Untersuchung angemerkt:

http://journals.sfu.ca/jd/index.php/jd/article/view/105

Weiter der Herr Mücke im DLF-Artikel:

Thomas Mücke vom Violence Prevention Network: 

„Nein, man muss keinen neuen Ansatz entwickeln. Weil das entscheidende ist, wir haben es hier mit jungen Menschen zu tun, die eine Reihe von Problembereichen angehäuft haben, die man sozialpädagogisch bearbeiten muss und man hat hier natürlich bei beiden die Aufgabe, dass man sich nicht nur das Verhalten des jungen Menschen anschaut, sondern zur Kenntnis nimmt, der ist in extremistischen Ideologien verhaftet, also muss ich mich auch ideologisch mit ihm auseinandersetzen und die Themen mit ihm bearbeiten, die für ihn wichtig sind, die er in der Szene auch erfährt.

Man hat es nicht nur mit Jungen zu tun.
Man hat es auch mit Personen ganz ohne Problembereiche jenseits ihrer Abschottung zur Mehrheitsgesellschaft hin zu tun.
Die mit den „Problembereichen“, das sind die, die er zu sehen bekommt. Sofern sie selber das wollen. Wenn nicht, dann nicht.
Den äußerlich angepassten Schüler aus einer extremistischen Medizinerfamilie – den bekommt er gar nicht zu sehen. Und seinen extremistischen Vater erst recht nicht.
Wer meint, für diese teilweise neuen Herausforderungen keine neuen Ansätze entwickeln zu müssen, hat meiner Ansicht nach die Komplexität dieser Herausforderung bislang (immer noch) nicht durchdrungen. Oder er biegt die Realität so, dass sie zu seiner Vorgehensweise passt. Oder nach Paul Watzlawick:

Wer als Werkzeug nur einen Hammer hat, sieht in jedem Problem einen Nagel.

Dann der Kardinalfehler:

Um diese Menschen wieder in unsere Gesellschaft zu integrieren, braucht es Geduld, sagt Thomas Mücke.

„Je länger man sich diese Zeit auch nimmt, die der Betroffene auch braucht, desto geringer sind auch die Rückfall- oder auch die Wiederinhaftierungswahrscheinlichkeiten. Da gibt es mittlerweile auch Untersuchungen, die das aufzeigen. Das zeigt auch unsere Arbeit auf. Kurzzeitpädagogik ist hier der falsche Weg.

Er behauptet im Prinzip, dass jeder „reintegriert“ werden könne oder wolle bzw. stellt es so dar.
Wer soll wohin integriert werden?
Was ist mit jenen, die nie „drinnen“ waren, weil sie jenseits des Berufs nie „rein“ wollten?
Das erscheint wieder als eine Sicht, die sich nur auf Personen bezieht, die einmal in der „Mehrheitsgesellschaft“ waren.
Das mit den „Rückfall- und Wiederinhaftierungswahrscheinlichkeiten“ bezieht sich wahrscheinlich auf die von Lukas 2012 veröffentlichte Untersuchung zu rechten Gewalttätern und dem VPN-Antigewalttraining. Das waren vorausgewählte Teilnehmer und diese Daten beziehen sich auf die Jahre 2003-2009, siehe hier:

http://www.violence-prevention-network.de/de/…/3-evaluationsberichte?download…vpn…

Das zu übertragen, es sozusagen in den Raum zu stellen, dass sein Angebot heute bei Islamisten ähnlich wirksam sei wie bei rechten Gewalttätern – das ist n.m.M. so knapp in der Grauzone einer statthaften Darstellung dem unkundigen Publikum gegenüber (der Herr Stukenberg, der Autor des Beitrags, mag diese Feinheiten auch nicht wahrnehmen). Die Wiederholungswahrscheinlichkeiten (Wiederholung wovon?) sind für seine Islamismus-Betätigungen nach meiner Kenntnis** noch nicht extern bzw. neutral belegt. Dass Terroristen, wenn sie gehindert wurden und eine Haftzeit absaßen, oftmals nicht mehr rückfällig werden im gleichen Deliktbereich – nun, das kommt auch ganz ohne Training vor. Das ist auch einer guten Überwachung im Zweifelsfall geschuldet. Dass sie trotzdem als Vernetzer und Anleiter gefährlich bleiben und ein  andauerndes Problem für unsere Gesellschaft darstellen, das ist eine Realität, die nicht mitgeteilt wird (ein gutes Beispiel ist Bernhard Falk).

Zwar finanzieren seit einigen Jahren auch die Bundesländer De-Radikalisierungsprogramme wie die des Violence Prevention Networks. Doch so genannte Regelstrukturen, also dauerhaft gesicherte Verträge zwischen Staat und Nichtregierungsorganisationen gibt es kaum.

„Das ist ein großes Problem, die fehlen noch. Und das hat in den letzten Jahrzehnten dazu geführt gehabt, dass das Know-how, das man sich sozusagen ansammelt in der Extremismusarbeit, dass es immer wieder auch verschwindet, weil die Finanzierung dieser Projekte verschwindet.

Bei öffentlichen Kassen ist es so, dass auch klar sein muss, dass die bezahlten Maßnahmen geeignet sind, die Probleme zu lösen. An vielen Stellen entsteht mittlerweile aber der Eindruck, dass diese Forderung, nämlich die nach der Wirksamkeit, für manchen Dienstleister das allergrößte Problem darstellt. Es entsteht auch der Eindruck, dass für manche Fördermittelbezieher schon eine normal anmutende Forderung wie die, dass die zukünftigen Mitarbeiter eine Sicherheitsüberprüfung durchlaufen sollen, wie eine Art Majestätsbeleidingung aufgefasst wird.

Im Ergebnis wird es dann im Artikel des DLF falsch, weil die Befragten diese Ähnlichkeiten auf der Basis mehr von Konvertiten-Beobachtung*** überbetonen:

So individuell jeder Radikalisierungsverlauf ist, sie lassen sich immer wieder auf ähnliche Erfahrungen zurückführen.

Die ganzen Erfahrungen jener, die schon in radikalen Familien aufwuchsen, fehlen hier zum Bild.**** Es ist eben doch nicht alles eins. Darauf sollte man sich einstellen.

 

 

 

 

*
Hier allerdings ein wichtiger Punkt, der im sonstigen leider nahezu untergeht:

Sie suchen die homogene Gesellschaft, die homogene Gemeinschaft, und wer nicht zu dieser homogenen Gemeinschaft gehört, hat keine Existenzberechtigung mehr.

**
Ich lasse mich da gerne belehren, sollte ich das sachlich falsch erfasst haben.

***
Dass die Weltbilder an manchen Stellen ähnlich sind, ist ja unstrittig: hierarchisch, anti-egalitär und antisemitisch, „Blut und Boden“ etc. Nur entmündigt man Rechte nicht, indem man ihnen die Opfer-Narrative lässt. Meiner Ansicht nach zu Recht. Es gibt keine statthafte Rechtfertigung für die ideologische Abwertung von Menschengruppen – auch nicht eine eigene Diskriminierungserfahrung.

****
Es gibt manche Ortschaften im Osten Deutschlands, in denen es wohl auch zu planmäßigen Ansiedlungen rechter Familien gekommen ist. Das ist ein Phänomen, dass man ebenfalls angemessen wahrnehmen und in der Extremismus-Arbeit aufgreifen muss.

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