Frauennetzwerke unter Beobachtung

In einer aktuellen Stellungnahme weist Burkhard Freier, der Chef des Verfassungsschutzes NRW, auf bestehende Frauen-Netzwerke hin:

Wir haben in Nordrhein-Westfalen ein sogenanntes Schwestern-Netzwerk mit 40 Frauen im Blick“, sagt Freier. Dieses Netzwerk habe ein komplettes salafistisches Programm im Angebot – von der Kindererziehung über das Kochen und die Interpretation von Religionsvorschriften bis zur Hetze gegen „Nichtgläubige“. Das Salafistinnen-Netzwerk werbe und missioniere aggressiv im Netz, sagte Freier.

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/salafisten-verfassungsschutz-in-nrw-nimmt-islamistische-frauen-ins-visier-a-1185053.html

Quelle: Fb-Profil einer Islamistin

Dass es Frauen-Netzwerke gibt, ist lange bekannt. Vielleicht nicht dieses konkrete Netzwerk, aber verschiedene, lokal oder aufgründ ihrer gemeinsamen Auslegung begründete Zusammenschlüsse. Das hängt mit der islamischen Geschlechtertrennung zusammen. Besonders glaubensstrenge Frauen stellen in der Nutzung ihrer sozialen Medien-Accounts sofort klar, dass Freundschaftsanfragen von „Brüdern“ nicht erwünscht sind. Das wird über Pictogramme oder auch explizit zum Ausdruck gebracht.

Hier auf dem blog wurde bereits mehrfach auf Ausprägungen und Handlungsmuster der weibliche Szene hingewiesen:

https://vunv1863.wordpress.com/category/frauen/page/4/

An weiblichen Aktivitäten gibt es einen ganzen Strauß an abgesonderten Möglichkeiten:

  • Schwesternunterrichte in einschlägigen Moscheen
  • „Gesundheits-Zirkel“, die weiblich eingebunden sind und niedrigschwellig agieren
  • Internetanwerbung
  • „Kinderbildungsvereine“
  • Austausche über Kindererziehung
  • Austauschportale über die korrekte Kleidung

und noch einiges mehr.

Beispielhaft:

 

Die öffentlich einsehbaren Gruppen dienen meiner Einschätzung nach als Sammelbecken und Rekrutierungspool für radikalere, geschlossene Gruppen und später Kleinzirkel im realen Leben.

„Tupperparty“ auf salafistisch gibt es auch: Man trifft sich zum Hijama (islamisch konnotiertes blutiges Schröpfen) und anderen Dingen, die einen eher privaten Rahmen leicht erklärbar machen.

Auch bei Dawaffm z.B. gab es Frauen, die für sich agierten und in Moscheen im Nebenraum ihre Unterrichte abhielten.

Die getrennten Strukturen sind zwar nicht auf die Salafisten beschränkt, denn auch z.B. die Muslimbrunderschaft hat eine getrennte weibliche Organisationsstruktur. Aber natürlich werden die salafistischen Gruppen durch Rückkehrerinnen derzeit besonders interessant. An diesem Punkt kann man sich auf diese Personen gerichtete Unterstützungshandlungen der bestehenden radikalen Netzwerke vorstellen wie Hilfe bei der Wohnungssuche etc. vorstellen. Insbesondere Aufrufe in Schwesternnetzwerken sind da interessant.

Diese weiblichen Netzwerke gibt es also im realen Leben wie in den sozialen Netzwerken. Gut, dass darauf wieder einmal öffentlich aufmerksam gemacht wird, denn die weibliche Szene drängt weniger in den realen öffentlichen Raum und wird daher leicht unterschätzt.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.