Koblenz: Muslimbrüder und Co. I

Ein Beitrag zur Einordnung der Strukturen in Koblenz und Ergänzendes zum SWR Beitrag von heute

https://www.swr.de/swraktuell/rp/verfassungsschutz-sieht-klare-bezuege-zu-salafismus-koblenzer-moschee-unter-beobachtung/-/id=1682/did=21170330/nid=1682/oc11js/index.html

Auch in „Zur Sache Rheinland-Pfalz“ in der heutigen Sendung.

Koblenz veranstaltet jedes Jahr Interkulturelle Wochen. Schaut man sich die Veranstaltungen an, so findet sich ein bunter Strauß an Angeboten, die das vielfältige Leben in Koblenz wiederspiegeln:

https://www.koblenz.de/r30/vc_shop/bilder/firma196/ikw_broschuere_2017_aktuell.pdf

Ein Teil der islamischen Gemeinden macht da mit und präsentiert sich und ihre Angebote. Am Tag der offenen Moschee nehmen auch einige teil. Für Mitbürger, neue und alte, zusätzlich für Geflüchtete gibt es eine Reihe von Stätten, an denen Menschen muslimischen Glaubens ihre Gebete verrichten können. Diese Gebetsstätten sind verschiedenen Strömungen zuzuordnen:

 

Links grob die sunnitischen Einrichtungen, rechts schiitische bzw. nach Eigenempfinden anders einzuordnende Gemeinde (Aleviten). Vor zwei Jahren bildete sich eine Arbeitsgemeinschaft, die Arbeitsgemeinschaft Muslimischer Gemeinden in Koblenz (AMGK) , die fortan „mit einer Stimme sprechen“ wollte:

http://www.blick-aktuell.de/Koblenz/Mit-einer-Stimme-sprechen-163038.html

Die zugehörende Internetseite wurde noch nicht mit Inhalten gefüllt. Das Miteinander reden hat da möglicherweise nicht so ganz funktioniert. Zumindest erbrachte es jenseits von wenigen gemeinsamen und anlassbezogenen Stellungnahmen wenig Vorgezeigtes in den vergangenen 2 Jahren::

Sie vertritt dabei die Interessen der muslimischen Gemeinden in Koblenz gegenüber der Stadt Koblenz sowie zivilen Einrichtungen.

http://www.amgk-koblenz.de/

Dem Anschein nach geht es weniger um die Gemeinsamkeiten, die man unter sich finden könnte, sondern mehr um die Artikulation zur Mehrheitsgesellschaft hin.

Unter den Mitgliedern dieser AMGK sind auch der „Verein der islamischen Kultur“ und die „Islamischen Studierenden Koblenz“. Der Verein unterhielt ein Moschee-Angebot im Wallersheimer Weg 42. Der Verein stellt such selber so dar:

Wir haben nur 60 eingetragene Mitglieder, aber es kommen bis zu 300 Personen zum Gebet, dann ist es rappelvoll hier“, sagt Vorstandsmitglied Haikel Ben Amor. ]…} Hauptgrund, weshalb dieser sich gegründet hat, war die Sprache. „Vorher waren die meisten von uns in der türkischen Moschee, aber da haben wir vieles nicht verstanden“, sagt Ben Amor. 

https://www.rhein-zeitung.de/region/lokales/koblenz_artikel,-abubakkrmoschee-in-koblenzluetzel-zieht-vor-allem-junge-leute-an-_arid,1270269.html

Welche „türkische Moschee“ das gewesen sein mag, ist nicht bekannt. Es finden sich viele jüngere Personen ein nach den Aussagen des Vorstandes. Auch sei der Imam recht jung. Die eigene Seite mit der Selbstdarstellung:

Wir liegen den Fokus auf
– Integration unter Bewahrung der islamischen Identität
– Deutschsprachiger Religionsunterricht und Arabischkurs für Kinder
– Dialog und Zusammenarbeit

http://www.vdikk.de/index.php?id=31

Die Islamischen Studierenden Koblenz stellen sich selber wiederum so dar:

Neben Ausflügen, Spendensammlungen für Geflüchtete und thematischen Vorträgen von Experten zu kritischen Themen im Islam ist vor allem das jährliche Fastenbrechen ein Highlight am Campus Koblenz.

https://blog.uni-koblenz-landau.de/islamische-studierende-koblenz-mit-aufklaerung-und-offenheit-gegen-negative-vorurteile/

Der Verein lud letztes Jahr verschiedene städtische Akteure ein:

 

Der Verein hat es also bei verschiedenen Akteuren geschafft, wahrgenommen zu werden. Der Oberbürgermeister entsandte einen Vertreter (hier: den Baudezernenten), auch die Kirchen. Mancher, wie die ältere Dame von der katholischen Kirche, die sich auch äußert, zeigt eine Haltung zu den Muslimen, die – man muss das leider so sagen – einerseits von Paternalismus trieft und andererseits völlig in Projektionen verfangen ist. Es wird nicht mehr richtig hingehört, wenn bestimmte Vokabeln fallen. Vielleicht will man das auch gar nicht und ist insofern leicht beeinflussbar. Manche sind bereits durch die Vorstellung, praktizierende Gläubige vor sich zu haben, derart anzuregen, dass sie unmäßig projizieren. Sie lieben den Glauben an sich, lieben die Gotteshingabe an sich und in der Annahme, es handele sich bei Christen und Muslimen um dasselbe Gottesbild, bewundern sie diese Hingabe. Sie halten – meist aus Unkenntnis – die Unterschiede für eher rituell.

Der nach außen auftretende Vorstand, Herr Haikel ben Amor, ist u.a. in Koblenz und Boppard tätig. Nach eigenen Angaben ist er Dozent bei der „Außendienst Akademie Schulungszentrum Koblenz“:

https://www.facebook.com/haikel.benamor

Hier im „Team“ aufgeführt:

http://www.aussendienstakademie.de/ad/index.php?option=com_content&task=view&id=313&Itemid=54

Er war aber auch für die AWO in der Flüchtlingshilfe aktiv als „Koordinator“:

https://www.boppard.de/index.php?id=26&L=gfymasvxvmbc&tx_ttnews%5Btt_news%5D=1867&cHash=5b0a630083befac35c81157cb42c2eb9

Das kulminiert dann so:

https://www.rhein-zeitung.de/region/lokales/koblenz_artikel,-koblenzregion-akademie-will-fluechtlinge-fit-fuer-den-job-machen-_arid,1348173.html

Ein derart geschulte Person kann ihre Wirkungen und wie sie bestimmte Reaktionen beim Gesprächspartner erzielt, natürlich abschätzen. Eine solche Person, die Geflüchtete professionell anspricht und gleichzeitig einen auf Wachstum ausgerichteten Moschee-Verein leitet, kann daraus natürlich ein spezielles Modell konstruieren: die Hilfe könnte ggf. an ein weiteres, „spirituelles“ Angebot geknüpft sein.

Vor einigen Wochen verkündete der Verein, es gebe Probleme mit dem Brandschutz:

 

Nun ist der Brandschutz zwar wichtig, aber eines der minderen Probleme dieses Vereins. Denn eine Ausweichmöglichkeit war zunächst rasch gefunden. Für andere, auch durchaus „brenzlige“ Probleme dürfte hingegen die Lösung nicht so schnell zu finden sein. Denn sie betrifft den ideologischen Kern des Vereins und ihrer Kooperationspartner.

Weiter in Teil II

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2 Gedanken zu „Koblenz: Muslimbrüder und Co. I

  1. Das, was ihr schreibt, ist totaler Schwachsinn! Aber offensichtlich hat diese Gesellschaft ein Problem mit den hier lebenden Muslimen! Besonders dreist ist diese Islamfeindlichkeit, wenn sie sich in den Mantel vorgeblicher Flüchtlingsliebe kleidet und sich angeblich Sorgen darum macht, dass junge Muslime sich infolge des Besuchs einer bestimmten Koblenzer Moschee radikalisieren! Auch wenn es angeblich linksgerichtetes Publikum nicht versteht und auch wenn es die Marx/Engels-Liebhaber nicht verstehen wollen, Integration in diese, unsere Gesellschaft erfordert nicht die Preisgabe religiöser Überzeugungen. Aber offensichtlich gibt es nicht wenige in dieser Gesellschaft, die am liebsten die Religionsfreiheit für Muslime abschaffen wollen. Das mag der Wunsch von Links und Rechtsextremisten sein, obwohl sie ihre vorgebliche Abneigung voreinander ununterbrochen betonen, aber es ist Gott sei Dank noch nicht der Standpunkt des Grundgesetzes.

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  2. Hallo Herr Harun,

    die Wertung mag Ihnen nicht gefallen, aber was genau ist „totaler Schwachsinn“?
    Mal konkret bitte.

    Muslimbrüder sind auch nicht die „normalen Muslime“, auch wenn sich Muslimbrüder für normal und sogar Elite halten.
    Bitte auch mal den Unterschied zwischen den beiden Absätzen des Art. 4 GG lernen: Es geht nicht um den Absatz 1 – der ist unbenommen. Sondern um den Absatz 2. Und der ist nun mal nicht schrankenlos. Bitte belesen. Danke.

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