Gießen: Doppelte Buchführung

Stellungnahme der IGG befremdet

In einem aktuellen Artikel nimmt die Islamische Gemeinde Gießen (IGG), hier schon mal thematisiert

https://vunv1863.wordpress.com/2017/09/10/giessen-es-hat-geklickt/

Stellung zu Befunden, die der VGH in einer Urteilsbegründung zusammengefasst hatte. Es ging um ein versagtes Einbürgerungsbegehren. Aus der Entscheidungsbegründung gingen auch die Einbindungen des damaligen Vorsitzenden der IGG hervor, der den Antrag gestellt hatte. Konfrontiert mit den Befunden des VGH, ist die Empörung des aktuellen Vorsitzenden groß*:

Ihr Vorsitzender Dr. Diaa Rashid reagiert im GAZ-Gespräch mit Unverständnis und Empörung auf obige Aussagen. »Die Islamische Gemeinde Gießen ist traditionell durch ihre Vielfalt geprägt. Um diese zu bewahren, ist Autonomie erforderlich. Das bedeutet, wir sind nicht abhängig von irgendeiner Richtung oder irgendeiner Bewegung und stehen auf dem Boden des Grundgesetzes«, sagt Rashid und betont: »Wir sind eine Gießener Gemeinde«.

Und er verweist auf Aktivitäten: »Wir stellen den islamischen Vorsitzenden der Christlich-Islamischen Gesellschaft und engagieren uns im Rat der Religionen. Wir sind auch die muslimische Gemeinde in Gießen, die sich immer wieder klar und unmissverständlich gegen jede Form religiös motivierter Gewalt gestellt hat.« Nun werde so ein Verdacht geäußert. »Man engagiert sich seit Jahrzehnten, man macht und tut und wird dann als Schläfer oder Trojanisches Pferd hingestellt. Das ist sehr beleidigend«, sagt Rashid.

In den DIV sei die IGG damals eingetreten, weil man sich von einem starken Dachverband, der zum Zeitpunkt des Eintritts der IGG noch vom Bundesfamilienministerium gefördert worden sei, mehr integrationspolitische Schlagkraft versprochen habe.

https://www.giessener-allgemeine.de/regional/stadtgiessen/Stadt-Giessen-Extremismusverdacht-empoert-Islamische-Gemeinde-Giessen;art71,393204

Dr. Rashid kennt alle Vokabeln, die in der Mehrheitsgesellschaft und von Kirchenvertretern gerne gehört werden, bringt sie flüssig und eindringlich rüber. Vokabeln, an die man so gerne glauben möchte:

 

oder hier:

Vielfalt, Bereicherung und ganz viel Liebe.
Wie schön.

Das Problem ist, dass das nur die eine Seite ist, die Marketing-Seite. Der Herr, dessen Einbürgerung zurückgewiesen wurde vom VGH ist wohl der ehemalige Vorsitzende der IGG, der Herr Jouada. Hier dem Anschein nach beim Rat der Imame und Gelehrten, den das hessische Landesamt für Verfassungsschutz im Blick (und in den Berichten!) hat. Man konnte sich also informieren, in welche Zusammenhänge man sich begab:

Hier ist er wohl, wenn ich ihn richtig erkenne, bei der Konstituierung des EIHW (auch unter Beobachtung). [Update 24.02.2018: Nachfolgend werden die zu Dokumentationszwecken gespeicherten Screenshots verwendet und so der Nachweis geführt, nachdem Dr. Rashid wohl diese Bilder nicht mehr öffentlich verfügbar macht]

Quelle: Facebook-Profil von Dr. Rashid, https://www. facebook.com/diaa.rashid.7, Abruf 23.02.2018

Die andere Seite, die sieht man auch von Dr. Rashid selber. Wie man an der Umgebung erkennen kann, bei der gleichen Gelegenheit, wenn ich ihn richtig sehe:

Quelle: Facebook-Profil von Dr. Rashid, https://www. facebook.com/diaa.rashid.7, Abruf 23.02.2018

Und noch ein wenig Werbung für das EIHW:

Quelle: Facebook-Profil von Dr. Rashid, https://www. facebook.com/diaa.rashid.7, Abruf 23.02.2018

Oder hier, das war NACHDEM der DIV unter Beobachtung gestellt worden war, Dr. Rashid die Problematik wohl hätte zur Kenntnis nehmen können. Aber anscheinend unbeeindruckt werden Stellungnahmen vom RIGD, der seit Jahren vom Verfassungsschutz beobachtet wird, geteilt:

 

Quelle: Facebook-Profil von Dr. Rashid, https://www. facebook.com/diaa.rashid.7, Abruf 23.02.2018

All das wird gepostet von dem Herrn, dem zur Mehrheitsgesellschaft so sehr an Vielfalt und Bereicherung gelegen ist. Zumindest als Vokabeln. Leider ohne Wert, denn eine solche Betätigung ist sehr weit ab von „Bereicherung“ und viel näher an Gegengesellschaft.

 

Oder hier, das war NACHDEM der DIV unter Beobachtung gestellt worden war, Dr. Rashid die Problematik wohl hätte zur Kenntnis nehmen können. Aber unverdrossen werden Stellungnahmen vom RIGD, der seit Jahren vom Verfassungsschutz beobachtet wird, geteilt:

All das wird gepostet von dem Herrn, dem zur Mehrheitsgesellschaft so sehr an Vielfalt und Bereicherung gelegen ist. Zumindest als Vokabeln. Leider ohne Wert, denn eine solche Betätigung ist sehr weit ab von „Bereicherung“ und viel näher an Gegengesellschaft.

Hier ein bisschen Meldung von einer IGD-Veranstaltung (die IGD ist die größte Organisation in Deutschland, in der sich Muslimbrüder organisieren)

Quelle: Facebook-Profil von Dr. Rashid, https://www. facebook.com/diaa.rashid.7, Abruf 23.02.2018

 

Und da ein wenig Promibild, der Herr Al Khalifa (am nächsten zur Kamera). Den muss man ja erst mal kennen so als Arzt und Vorsitzender einer nur regionalen Gemeinde:

Quelle: Facebook-Profil von Dr. Rashid, https://www. facebook.com/diaa.rashid.7, Abruf 23.02.2018

Oder so etwas hier:

Quelle: Facebook-Profil von Dr. Rashid, https://www. facebook.com/diaa.rashid.7, Abruf 23.02.2018

Auch den Herrn Monzer Harb muss man ja erst einmal kennen (er ist im Verein „Islamisches Zentrum Frankfurt“ im Vorstand, Stand VR Abruf 10.10.2017). Auch dieses ist entsprechend zuzuordnen.

Er teilt ein Video mit Herrn Arifi ebenso wie Schriften und Einladungen vom EIHW oder RIGD. Oder dem Fatwa-Ausschuss (liegt alles gespeichert vor).

Die Assoziationen, die der Herr Dr. Rashid im Beitrag oben nennt, sind seine. Ich nenne so etwas zunächst einmal doppelte Buchführung. Die mag in der Bilanz ins Gewicht fallen, erklärt jedoch keinen Sachverhalt dieser anderen Seite. Diese kognitive Dissonanz ist nun mal da. Es kann nicht Aufgabe der Gesellschaft sein, das aufzuilösen.

Es wäre nachgerade positiver Rassismus, würde man das nicht wahrnehmen und diese Betätigungen als irrelevant abtun. Man würde die politische Betätigung dieser Herrschaften nicht als Betätigung auf Augenhöhe wahrnehmen. Wer das als Folklore abtut, hat entweder keinen Überblick oder nimmt seine Dialogpartner nur so weit ernst, wie sie als Kombattanden für die eigene Interessenlage brauchbar sind. An Flüchtlingen ist ihm auch nicht gelegen, denn dann würde er seine Verantwortung – gemeint ist der kirchliche Vertreter im eingangs verlinkten Zeitungsartikel – für eben diese Personengruppe ernster nehmen und dafür sorgen, dass sie eben nicht in dieses ideologisch trübe Gewässer geraten.

Diese doppelte Buchführung muss also in Gießen* als solche wahrgenommen werden.
Es mag sein, dass von dieser anderen Seite angenommen wurde, dass man das bequem gleichermaßen machen kann. Das ist nicht so. Diese Dissonanz können nur die auflösen, die sie verursachen. Manche Einstellungen sind nicht vereinbar und dann muss man sich schon mal entscheiden.

*
und auch darüber hinaus: Herr Dr. Rashid ist auch Generalsekretär der „Islamischen Religionsgemeinschaft Hessen“ (IRH):

http://www.irh-info.de/index.php?kon=profil&kpf=profv&zeige=vorstand

3 Gedanken zu „Gießen: Doppelte Buchführung

  1. Leider wieder alle facebook links geloescht bzw. zensiert. Ich hoffe Sie haben diesmal screenshots gemacht. Sonst ist die Recherche umsonst. Ihre Arbeit ist sehr wichtig, daher immer alle Daten sichern!!

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  2. Ich mache immer Screenshots und sichere alle Belege, bevor ich veröffentliche, stelle aber zunächst oft die frei einsehbaren Facebook-links ein.

    Das hat auch den Grund zu zeigen, dass die Betreffenden das ja durchaus einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen wollten.

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