Muslimschwester-Strukturen II

Über die andere, die weibliche Seite der Muslimbruderschaft in Deutschland
Beispiele muslimbrudernaher Vereine von lokaler Ebene

Das Lesen von Teil I empfiehlt sich:

https://vunv1863.wordpress.com/2018/01/03/muslimschwester-strukturen-i/

In Teil I war es vornehmlich um die europäische Ebene und ihre Vernetzung auf die oberen Strukturen bzw. Personen in Deutschland gegangen. Hier sollen vornehmlich die innerdeutschen Strukturen aufgezeigt werden.*

In vielen Städten gibt es mittlerweile Frauenvereine, die mal an Moscheegemeinden angebunden sind, mal sich frei bilden. Das Stichwort „Selbstorganisation“ ist auch in diesem Kontext relevant, wenn auch bei näherem Hinsehen und spätestens bei der Etablierung oft wieder bekannte Akteurinnen auftauchen. Die Bekanntheit speist sich mal aus eigener Betätigung, manchmal aber auch durch den Gatten oder die Familie, die im gleichen Kontext aktiv sind. Frauen-Engagement in dieser Richtung greift Themen auf, die man frauennäher wähnt oder diese Themen Frauen einfach zuordnet (das betrifft nicht nur den fundamentalistischen, sondern auch den konservativen Islam).

Da es sich bei Frauenthemen anbietet, werden mehr Individualrechte eingefordert, die mal mehr, mal weniger eine Einbindung oder auch Verkennung als reines Frauenengagement erfahren. Gesundheit, Hilfsangebote und Bildungsangebote für muslimische Mädchen, Mädchencamps, Frauen-Konferenzen sind solche Angebote muslimbrudernaher Vereine. Die Zugehörigkeit zur Islamischen Gemeinde Deutschlands (IGD), der größten Organisation Deutschlands, in der sich nach Verfassungschutzämtern Muslimbrüder organisieren, wird regelhaft in Abrede gestellt. Das hat den Sinn, nicht als IGD-Mitgliedsverein die Gemeinnützigkeit in Gefahr zu bringen.

Bei einigen der länger bestehenden Moscheevereine sind Frauengruppen auszumachen, hier als Beispiel Aachen, enge Anbindung an die europäische Ebene:

2. v-l. wohl Frau El Amri, s. Teil I.

Der Verein imponiert als typisch muslimbrudernah. Neben einschlägig bekannten Aktionen („Leben wie die Sahaba“) auch Mitteilungen der IGD, Einladungen zu den bekannten Treffen der IGD und natürlich auch immer wieder bekannte Personen. Auf der Facebook-Seite wurde auch für den Ankauf der Begegnungsstätte Arnsberg geworben – dort ist dann auch wieder Betätigung vom Herrn Dr. Almoutaz Tayara aufzufinden (er ist im Vereinsregister verzeichnet). Dr. Tayara ist der Vorstandsvorsitzende von Islamic Relief Deutschland und einer der Direktoren von Islamic Relief worldwide. Vorher war er nach Angaben auf einer Seite von Herrn Borgfeldt alias Muhamed Siddiq („Islam leben“) in der IGD in Funktion. Borgfeldt ist bezüglich der IGD eine völlig glaubwürdige Quelle.

Noch ein Verein in diesem Kontext, auch hier ähnliche Inhalte:

Und natürlich kann man es sich nicht verkneifen, den Frauen Vorschriften zu machen:

Quelle: IFBED Facebookeite, Abruf17.03.2018

Verfestigt werden die Grundlinien dann bei solchen Camps:

 

Ein weiteres Beispiel, der Frankfurter Verein Rahma, der bereits mehrfach Thema war, u.a..

https://vunv1863.wordpress.com/2017/03/10/zmd-hessen-neuer-vorstand/

RAHMA erscheint nah am Frankfurter Verein I.I.S., der der IGD zugerechnet wird. Die Gründung war sehr früh dort verkündet worden.

Die Beiratsvorsitzende ist nach letztem Kenntnisstand zugleich die Vorsitzende des ZMD Rheinland-Pfalz:

Bei Rahma ist die Vernetzung und Selbstdarstellung wichtig (das ist statthaft). So wichtig, dass man manchmal den Eindruck erhalten kann, das sei die wesentliche Betätigung. Rahma bekommt alle möglichen öffentlichen Mittel (u.a. von der bpb).

Einmal ein Ausschnitt aus den Vernetzungtätigkleiten dieses Vereins (alles von der Facebook-Seite):

– Susanne Stedtfeld, Leiterin der Stabsstelle Antidiskriminierung im hessischen Sozialministerium

– Netzwerk gegen Diskriminierung Hessen

– Fachtag „Islamische Wohlfahrtspflege in Hessen“ an der Uni Frankfurt (von den beiden evangelischen Landeskirchen und dem Institut für Studien und Kultur des Islams an der Universität Frankfurt organsiert)

– RAHMA war auf der Buchmesse in Frankfurt

– Frankfurter AG Mädchenpolitik

– Fachgespräch unter dem Titel „Angekommen. Brücken bauen für geflüchtete Mädchen und Frauen“ (dieses wurde bereits zweimal vom Frauenreferat der Stadt Frankfurt initiiert und gemeinsam mit dem Hessischen Flüchtlingsrat durchgeführt)

– Vernetzungstreffen mit kleinem Infomarkt im Haus am Dom teilgenommen haben. Das Treffen ist Teil der Fortbildungsreihe „Sozialberatung (nicht nur) für Migrantinnen und Migranten“, initiiert vom Amt für multikulturelle Angelegenheiten (AmkA) der Stadt Frankfurt am Main.

– Auf Einladung der Seminarleiterin Saba Nur Cheema* hat RAHMA e.V. am 22. Mai 2017 ihre Breratungs- und Interventionsarbeit im Bereich des antimuslimischen Rassismus an der Frankfurt University of Applied Sciences vorgestellt.

–  Frauennotruf Frankfurt

Rahma fb 170107

Das ist das Gesicht zur Mehrheitsgesellschaft.

Das funktioniert aber alles nur, so lange über die Sache mit der Nähe zur Muslimbruderschaft nicht gesprochen wird. Warum wird darüber nicht gesprochen? 1. Frauen werden per se für harmloser gehalten (immer ein Fehler, s. A, Röpke) 2. Vielen Gesprächspartnern dürfte es nicht klar sein, weil das Wissen um muslimische Strukturen (zu) gering ist 3. Natürlich spricht man selber nicht darüber (Generalstrategie; das ist beim z.B. I.I.S. ja nicht anders) 4. Vielen öffentlichen Akteuren ist die Tragweite des VGH-Urteils vom November (noch) nicht bewußt. Sofern sie es überhaupt zur Kenntnis genommen haben. In der Urteilsbegründung zu der Zurückweisung eines Einbürgerungsbegehrens hatte der VGH deutlich gemacht, dass er keine Binnendifferenzierung sieht:

Die in Europa verfolgte legalistische Strategie der MB bzw. der ihnen nahe stehenden Organisationen lässt sich nicht dahingehend interpretieren, dass diese Strömungen der Organisationen keine verfassungsfeindlichen Bestrebungen verfolgen. Vielmehr lässt sich aus den zitierten Verfassungsschutzberichten der Länder für die in Europa agierenden Strömungen der MB bzw. der ihr nahe stehenden Organisationen eine Doppelstrategie ableiten, deren wesentlicher Ansatzpunkt sich auf Angebote im Kinder- und Jugendbereich bezieht. […] Dementsprechend scheidet eine Differenzierung zwischen einbürgerungsunschädlichen und verfassungsfeindlichen Bestrebungen der Organisation aus […]

http://www.lareda.hessenrecht.hessen.de/lexsoft/default/hessenrecht_lareda.html#docid:8021065

Nicht darüber reden, ist also nicht zielführend, wird aber praktiziert.

Da sagt man doch gerne danke:

Und dann noch dieses:

Nurhan Soykan (nunmehr stellvertretende ZMD-Vorsitzende) lud ein, kam auch schon vorbei, Houaida Tarajji (ZMD-Vorstand, stellv. IGD-Vorsitzende) war da.

Said Barkan (eine Frau gleichen Nachnamens taucht auch im Vereinsregister auf) machte mindestens eine Veranstaltung. Das wundert nicht, schließlich ist der Verein nach wie vor an der Adresse gemeldet, an der er einmal nach Rechtsanwaltskammer ein Zweitbüro hatte (Abruf 17.03.2018, bezogen auf den Vereinssitz). Er sitzt wohl im Beirat. Barkan ist der Vorsitzende des ZMD Hessen. Aber auch das wundert nicht, schließlich war Rahma nach letztem Kenntnisstand auch im Zentralrat organisiert (also bevor die Mitglieder nicht mehr sichtbar gemacht wurden). Hier noch öffentlich einsehbar:

http://archive.is/xrWze

Und auch bei diesem Verein ist man sehr sparsam mit den Namen: Nur die Vorsitzende wird – nicht mal ausgeschrieben – im Impressum genannt.

Rahma VR Auszug 180319 15371

Und da sitzen sie dann in einer Veranstaltung, die Herren El Yazidi (DIV, seit 2016 unter Beobachtung des Verfassungsschutzes) und Hanafy (RIG, auch unter Beobachtung):

 

Text zum Treffen:

Bis auf die DITIB*** sind alle diese Vereine muslimbrudernah, einige standen oder stehen unter Beobachtung. Hilfreich zur Seite bei den Vernetzungstätigkeiten in der Mehrheitsgesellschaft stand wohl das Frankfurter Amt für multikulturelle Angelegenheiten (AmkA):

Quelle: Facebook-Seite Rahma, Abruf 14-03.2018

Man könnte zwischenfragen: Hält das AmkA, nachdem der I.I.S.  als IGD-Einrichtung vom LfV eingestuft wurde, er unter Beobachtung steht und nachdem es das klare Urteil des VGH gibt, das immer noch für eine so gute Idee?

Die Facebook-Seite des Vereins ist in gewisser Weise typisch: Es wird auf antimuslimischen Rassismus hingewiesen, Kopftuchfragen, zu den wichtigen, mehrheitsgesellschaftlich beachteten Tagen gibt es Statements, Vernetzungstreffen, mehr Kopftuchfragen.

Von der Internet-Seite des Vereins, das ist der bislang sichtbare Teil des von „Demokratie leben“ geförderten Projekt „STOP! Antimuslimischer Rassismus“:
:

Der Weg an die Fleischtöpfe war ein kurzer.

Dafür, also für das ANGEBOT (ob man erfährt, wie viele das wahrnehmen?), erhielt Rahma von „Demokratie leben“ 120.944,87 Euro im Jahr 2017.

Klicke, um auf 1901012.pdf zuzugreifen

Das ist im Prinzip normale Verbandsarbeit muslimbrudernaher Vereine: Personen gewinnen und dann antimuslimischen Rassismus thematisieren**. Das ist kein Engagement gegen rechts, nicht gegen links, nicht gegen Islamismus (wie auch). Aber das Zauberwort „Empowern“ öffnet Türen und öffentliche Kassen, man spielt zugleich mit der Suggestion, mehr Religiosität verhindere Extremismus.

Und hier wird auch ersichtlich: Da ist eine Kooperation zwischen Rahma und der Bildungsstätte Anne Frank:

Quelle: Internetseite Rahma, Abruf 14.03.2015

http://rahmazentrum.de/amr-projekt.php

Aus dem Jahr 2017 taucht keine bisher absolvierte gleichartige „Ausbildung“ auf, vielleicht wurde das Geld für 2017 für diese Aktion im Frühjahr 2018 gewährt?

Aber: Da erklärt sich dann doch so manches, was woher kommt, s.u.

Ein weiteres Projekt läuft über die bpb, da erfährt man aber weniger, Termine werden nicht bekannt gegeben:

http://rahmazentrum.de/bpb-projekt.php

Rahma erhielt, teilt die bpb auf Anfrage mit, eine Zuwendung für die Realisierung des folgenden Projektes: „Aufklärung und (frauen-)politische Bildung für geflüchtete Frauen und Asylbewerberinnen“. Das Projekt wurde von März bis Dezember 2016 mit einer Fördersumme von 50.000 € unterstützt. Weitere Mittel seien bislang nicht vergeben worden aus dieser Quelle.

Es gibt aber noch ein anderes Vorgehen, das der „Instanzenkämpferin“. Esrt auf den zweiten bis dritten Blick ergibt sich, dass die jeweilige Frau mitnichten eine mutige Einzelkämpferin ist, sondern dass hinter ihr Strukturen stehen. Bei dem juristischen Durchfechten von Indidualrechten gegen allgemeine Gesetze, Verordnungen und Vorschriften treten solche Protagonistinnen auf. Die Berlinerin Fereshta Ludin z.B. focht für das Kopftuchtragen als Lehrerin und unterlag seinerzeit 2003 vor dem BVerfG. Zu Ludin:

https://de.wikipedia.org/wiki/Fereshta_Ludin

Ludin war bei der MJD aktiv zuvor, einem muslimbrudernahen Jugendverband. Es gibt einige, die wie sie agieren.

Die Frauen sind also durchaus aktiv**** – man muss nur etwas genauer hinschauen.

 

 

 

 

 

*
von der Bildungsstätte Anne Frank. Seit einiger Zeit kooperiert die Bildungsstätte mit Akteuren und Strukturen, die muslimbrudernah sind. Dazu:

https://vunv1863.wordpress.com/2017/09/20/jesus-galt-auch-mal-als-extremist/

https://vunv1863.wordpress.com/2017/12/03/berechtigte-sorge/

https://vunv1863.wordpress.com/2018/01/24/frankfurt-wie-man-islamische-legalisten-hoffaehig-macht/

**

Antimuslimischen Rassismus gibt es und der ist nicht kleinzureden. Aber: Solche Sachen von muslimbrudernahen Strukturen machen zu lassen – das ist einfach nur kontraproduktiv. Projekte gegen antimuslimischen Rassismus – da muss mit Rechten geredet werden, nicht mit sich selbst oder der Mehrheitsgesellschaft. Man überträgt den „Kampf gegen rechts (oder links)“ ja auch nicht auf rechte Frauengruppen – das wäre ähnlich bizarr und abwegig. Islamisten so im Allgemeinen nutzen Projekte zu antimuslimischem Rassismus nur in der Befestigung ihrer Haltung, die doch selber problematisch ist. Islamistische Organisationen nehmen das Geld vom Staat natürlich gerne, das erhöht die Effozienz.

***
Man ist sich nicht nur in Frankfurt da aber nahe, u.a. beim RIG:

https://vunv1863.wordpress.com/2016/12/17/ditib-tango-mit-verfassungsfeinden/

****
Auch in anderen Kommunen – unter anderen Namen.

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