Offenbach: Dawat e Islami plant Einrichtung

Problematische Gruppierung will in Offenbach aktiv werden

Die pakistanische Missionsbewegung Dawat e Islam will eine Moschee in der Schloßstraße in Offenbach eröffnen. Die Hauptströmung, der die Bewegung zugeordnet werden kann, Barelwi, macht regional unterschiedlich erhebliche Bevölkerungsanteile in Pakistan aus. Die Barelwi-Bewegung grenzt sich (wie auch umgekehrt) von anderen lokal relevanten Richtungen ab. Schwerpunkt ist die Provinz Punjab:

The stronghold of Barelvism remains Punjab, the largest province of Pakistan. By one estimate, in Pakistan, the Shias are 18%, ismailis 2%, Ahmediyas 2%, Barelvis 50%, Deobandis 20%, Ahle Hadith 4%, and other minorities 4%. “

https://www.globalsecurity.org/military/intro/islam-barelvi.htm

Auch wenn einige theologische Herleitungen und Handlungsweisen mit dem Sufismus gemein sind bzw. auch von Sufis vollzogen werden, erlaubt dieser Umstand im Gegensatz zur öffentlichen Assoziation per se keine Aussage über die Friedfertigkeit (das ist eine ganz andere Frage). Die obige Abgrenzung geht bis hin zu dem Punkt, an dem der andere zum Ungläubigen erklärt wird. Zur Strömung:

https://de.wikipedia.org/wiki/Barelw%C4%AB-Bewegung

Das Oberhaupt der Untergruppe Dawat e Islami:

Dennoch wurde die Barelwi-Bewegung durchaus in Pakistan eine zeitlang staatlich gefördert, um ein Gegengewicht zu den seinerzeit als gefährlicher eingestuften Deobandi (die ideologisch z.B. die Taliban beeinflussten) zu schaffen. Dies wurde insbesondere nach 2001 voran gebracht und mündete in einer gewissen Institutionalisierung:

After 9/11, the Musharraf regime started to institutionalize Sufi Islam in Pakistan to counter the new wave of religious extremism by establishing the ‘National Council for Promotion of Sufi Council.’ It was argued that Sufism was based on tolerance and harmony which suited Pakistan’s diversity. The United States also took a great interest and even sponsored the Sunni Ittehad Council (SIC)—a Barelvi religious party which was primarily established to incite Barelvis to counter the influence of the Taliban and extremist ideologies. After the Musharraf regime, the Pakistan People’s Party—consisting mainly of the descendants of Sufis i.e. Pirs (saints) and Pir-landlords – also started to promote Sufi values to counter the threat of extremism and terrorism by renaming the Council as ‘Sufi Advisory Council’ (SAC). Barelvi clerics also declared that Deobandis were responsible of the violent extremism in the country and this narrative further widened the gulf of sectarianism in society.“

Quelle: nächster link.

So weit die staatliche Planung. Unterschätzt wurde jedoch, dass diese fundamentalistische Strömung mit ihren vielen Unter-Organisationen dennoch das blieb, was sie ist: Ein Sammelbecken unterschiedlicher fundamentalistischer Organisationen und Unter-Strömungen, die bei einem einenden Ereignis gemeinsam agieren können. Ein gemeinsamer Feind, eine gemeinsam verurteilte und abgelehnte Haltung kann sofort das Ende der vorher gut geglaubten Zusammenarbeit und der Friedfertigkeit bedeuten. Wenn nicht die Haltung bekämpft wird, Menschen abzuwerten, sondern nur auf eine momentane Friedensbekundung gesetzt wird, ändert sich nichts am erheblichen und sofort aktivierbaren Fanatismus und der dann zutage tretenden gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit. Dieser Fall ist in Pakistan eingetreten und die Strömung wirkt zunehmend radikal und militant:

„However, things changed suddenly when Governor of Punjab Salman Taseer supported Asia Bibi—a Christian woman who was jailed under the charge of blasphemy. Taseer had suggested amendments in the blasphemy law. The Barelvis who were considered as the followers of Sufi Islam and lancers of peaceful Islam, abruptly turned against Taseer and declared him a ‘blasphemer’ over his suggestion of amending the blasphemy law. In response to Taseer’s statements, Barelvi clerics started to mobilise their followers by chanting slogans such as ‘Gustakh-e-Rasool ki aik saza, sar tan say juda’ (There is only one punishment of a blasphemer, his/her head should be beheaded). This slogan became the narrative of Barelvi extremists.

Some clerics had set a bounty on Taseer. When he was assassinated, many Barelvi clerics and followers rejoiced at his murder. After the arrest of his assassin, Mumtaz Qadri, the SIC started a movement to get him freed. But after Mumtaz Qadri’s execution, when Barelvi clerics saw their considerable strength in public and there was no specific resistance from the government, they formulated another religio-politico organization named Labaik Ya Rasool Allah, a coalition of many religious organizations. They also arranged religious gatherings across the country and even shut down D-Square Islamabad in March 2016. The organization has made hate speeches and inflamed people under the nose of the Nation Action Plan (NAP)—which was established after the 2014 Army Public School terrorist incident in Peshawar to counter the threat of extremism and terrorism in Pakistan.

The Rise of Barelvi Extremism in Pakistan

Der Mord wurde von Islamisten und islamischen Parteien gut geheißen; in dieser Haltung waren sich dann auch Barelwi und Deobandi ganz nah:

However, on the issue of the blasphemy law, the Barelvi clerics had joined hands with the pro-Taliban Deobandi. The issue was sparked by Taseer’s championing of a Christian woman, Asia Bibi, who was sentenced to death for blasphemy late last year.

„No Muslim should attend the funeral or even try to pray for Salmaan Taseer,“ a statement from Jamaate Ahle Sunnat Pakistan, one of the biggest organisations of the Barelvi, representing 500 religious scholars, said. „We pay rich tributes and salute the bravery, valour and faith of Mumtaz Qadri.“

Taseer’s assassination showed how free speech has been curtailed in Pakistan. The religious scholars warned that others could meet the same fate.

https://www.theguardian.com/world/2011/jan/05/pakistan-religious-organisations-salman-taseer

Die Förderung des einer derart eingestellten Strömung hat bewirkt, dass man sich in Fragen, in denen es um die Mcht des Glaubens allgemein geht, nunmehr einem erstarkten weiteren Gegner gegenüber sieht:

Nuclear physicist and political analyst Pervez Hoodbhoy says the Barelvi radicalization „will further splinter Pakistan along religious lines, and array one set of people against another.“

„The already shrunken space for non-Muslims will shrink further, blasphemy allegations will be used to silence liberals and minorities, and mob violence will become yet more common,“ Pakistan’s The News newspaper quoted Hoodbhoy as saying.

http://www.dw.com/en/pakistans-barelvis-transformation-from-peaceful-to-violent/a-41744277

Es gibt schon um von außen klein erscheinende Meinungsunterschiede, die sich auch noch auf andere Gläubige beziehen, erhebliche Unruhe, Gewalt und Proteste:

https://en.wikipedia.org/wiki/2017_Faizabad_sit-in

Dazu auch:

http://nationalinterest.org/feature/new-extremist-religious-groups-are-wrecking-pakistan-23779?page=2

Es gab im Zusammenhang alleine mit einer großen Protestaktion wohl mindestens 5 Tote, wobei ebenfalls die Handlungen der Regierung durchaus hinterfragt werden sollten (bei den Toten handelt es sich um Personen, die protestierten):

https://timesofislamabad.com/26-Nov-2017/faizabad-sit-in-atleast-five-people-have-been-confirmed-dead-in-clashes

Eine starke Religiosität geht dort nicht selten mit fanatischen Zügen und ausgeprägter emotionaler Beteiligung einher. Inwieweit diese Rückbezüge auf die Art, wie Religion in der ursprünglichen Herkunftsregion ausgelebt wurde, weiter relevant und prägend sind, hat man u.a. hier versucht aufzuklären Wie verhält sich das nun hierzulande?

Trotz der Zurückhaltung konnte Fazal Tendenzen ermitteln, die darauf hindeuten, dass die intrareligiösen Unterschiede in Deutschland noch genauso ausgeprägt sind wie in der pakistanischen Heimat. Kontakt zu den Ahmadiyya, deren Führungsstruktur und missionarischer Eifer übrigens nicht nur von Muslimen kritisch gesehen wird, lehnen in Deutschland lebende Sunniten und Schiiten so rigoros ab wie in Pakistan. Auch die jeweiligen religiösen Bräuche werden weiter verfolgt, obwohl die westliche Kultur offenbar eine gewisse Anziehungskraft auf junge Muslime ausübt. Nach einer Heirat und der Geburt von Kindern spielt der Glauben und die Verpflichtung Traditionen weiterzugeben, dann wieder eine größere Rolle.

In der neuen Heimat fehlt aber offenbar der starke Einfluss der Glaubensorganisationen, die in Pakistan das religiöse und oft auch das öffentliche Leben bestimmen. Außerdem haben die verschiedenen Gruppierungen in Deutschland keine Möglichkeit, überall ihre jeweils eigene Moschee zu unterhalten und gehen deshalb in dieselbe.“

https://www.heise.de/tp/features/Religionskonflikte-sind-kein-Thema-3368118.html

Das aber ändert sich mit der Zeit und dann können die Gruppen Konflikte aus der Herkunftsregion auch hier auszuleben geneigt sein. Die Führungspersonen sind dann ja hier wie dort die gleichen, wenn auch etwas indirekter.

Personen, die der Barelwi-Richtung zuzuordnen sind, besuchen auch schon Deutschland:

Der Auftritt eines pakistanischen Hasspredigers in Stuttgart wirft Fragen auf: Muhammad Raza Saqib Mustafai hat in der Vergangenheit offen dazu aufgerufen, Juden zu töten: „Wenn der letzte Jude auf dieser Welt getötet wird, wird Frieden in der Welt sein“, sagt er in einem Video. In einem anderen: „Wenn die Juden vernichtet sind, ist die Welt gereinigt.“ Mustafai predigte am vergangenen Freitagabend in Bad Cannstatt vor etwa 300 Männern und Jungen. Mustafai besuchte nach gemeinsamen Recherchen unserer Zeitung und der „Jerusalem Post“ die Al-Madina-Moschee.
Der für das Gebetshaus verantwortliche Verein Pakistan Welfare Society Stuttgart will erst durch unsere Anfrage von den radikalen Einstellungen seines Gastes erfahren haben. „Wir dulden niemanden in unserer Moschee, der anderen Menschen Negatives tun will“, sagte ein Sprecher. Der Verein ist vom Finanzamt als „gemeinnützig“ eingestuft, wird also steuerlich begünstigt. Zudem wird auf der offiziellen Internetseite der Stadt Stuttgart auf den Gebetsraum in Cannstatt verwiesen.“

https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.umstrittener-vorbeter-moschee-verein-laedt-hassprediger-nach-stuttgart-ein.0bc3534b-1b11-4833-b333-378d9e08fe18.html

https://brightsblog.wordpress.com/tag/stuttgarter-al-madina-moschee/

https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.radikalisierung-hassprediger-ohne-visum.37202e16-b275-4649-b0dd-463c686e0ae4.html

Den Antisemitismus dieses Herrn hatte MEMRI schon Jahre zuvor bekannt gemacht – das konnte man also wissen:

https://www.memri.org/reports/pakistani-religious-leaders-promote-antisemitism-say-when-jews-are-wiped-out-sun-peace-would

Dawat e Islami ist nun eine der Untergruppen dieser Strömung. Das Bunte täuscht:

Quelle: https://www.facebook .com/HajImranAttari/ , Abruf 22.03.2018

Die Gruppierung soll in Pakistan hunderte Moscheen haben. In den USA und etlichen weiteren Ländern gibt es schon Gemeinden. In Großbritannien sollen es derzeit 24 sein:

https://en.wikipedia.org/wiki/Dawat-e-Islami

Auch mit oben genanntem Antisemiten ist man wohl gut Freund:

Geplant ist für Offenbach ein „Islamisches Zentrum“, das Schulungsmöglichkeiten für Kinder und Geflüchtete bieten soll. In dieser Hinsicht kann man begründet in Sorge sein.

Schulungen unter der Leitung dieser Gruppierung werden sich sicher auf die spezielle Auslegung der Gruppierung in Abgrenzung von anderen Richtungen, die aus der ehemaligen Herkunftsregion vorkommen, beziehen. Es gibt schon reichlich Materialien im Netz, man hat einen eigenen Video-Kanal. Gute Bedingungen also dafür, Personen, die wegen Alter oder Lage beeinflussbar sind, im Gruppensinne zu beeinflussen. Die von Dawat e Islami vertretenen Inhalte sind fundamentalistisch. Es bestehen erhebliche Zweifel, ob anderen Menschen Bekenntnisfreiheit zugebillgt wird (v.a. als Extrem, den Atheisten, aber auch schon den Ahmadiyya). Neuerungen (jenseits der eigenen) werden abgelehnt. Man fühlt sich im exklusiven Besitz der Wahrheit und insbesondere der islamischen Wahrheit. Das wirkt im Ergebnis exklusiv und segregativ, Eine institutionalisierte Betätigung stellt sich also als Kristallisationskern einer weiteren Gegengesellschaft dar.

Der derzeitige Anführer, der die Gruppierung seit ihrer Gründung 1981 leitet, ist Muhammad Ilyas Qadri Attari Rizvi Ziaee, Kurzform Attar Qadri

https://en.wikipedia.org/wiki/Muhammad_Ilyas_Qadri.

Da es sich nach meiner Kenntnis um die erste offizielle Einrichtung (also nicht nur kleiner Gebetsraum, Hinterhof etc.) dieser Art in Deutschland handeln wird, könnte dieser Herr, Imran Attari, auch nach Offenbach kommen. Hier einer seiner Auftritte in den sozialen Medien:

Quelle: https://www.facebook .com/maulanaimranattari/ , Abruf 21.03.208

Das ist der Leiter des zentralen Ausführungskomitees der Bewegung.

https://www.facebook.com/maulanaimranattari/

Internetseiten der Bewegung:

https://www.dawateislami.net/

http://www.trueislam.info/

https://www.facebook.com/officialdawateislamiuk/

Eine ältere Einschätzung (2007), die noch generelle Friedfertigkeit annahm:

http://www.suedasien.info/analysen/2169

Mittlerweile ist einiges auch im Hinblick auf diese Unterströmung geschehen:

As Punjab governor Salman Taseer came out of a restaurant in an upscale area of Islamabad, one of his bodyguards uttered the slogan „Allahu Akbar“ and fired on the man he was supposed to guard, killing him on the spot. The assassin in the January 4 killing, Malik Mumtaz Qadri, belonged to the Elite Punjab Police, a force specially trained in counterterrorism work and the protection of important individuals (Dawn [Karachi], January 5). Qadri was also believed to be associated with the South Asian Barelvi Sufi movement. The other bodyguards from the elite force did not try to stop him and the smiling Qadri surrendered to his fellow officers after he made sure the governor was dead. He later told the police that he had killed the governor because Taseer had insulted the Prophet of Islam by describing Pakistan’s controversial blasphemy laws as „black laws.“ Within hours of the assassination, Barelvi ulema (religious scholars) and more than 500 leading members of the Jamaat Ahle Sunnat („The Community of People of the Traditions of Muhammad,“ a Barelvi Sufi religious organization) had issued a fatwa against leading the deceased governor’s funeral prayers or even attending his funeral (The News [Islamabad] January 5). When the police brought the assassin to court a day later, hundreds of lawyers showered him with rose petals. There were widespread demonstrations in Qadri’s favor throughout the country. With all opposition to Islamism and jihadism in Pakistan falling silent since, Sufi Islamism has succeeded in doing what Deobandi jihadism had failed in the past.

The most unusual and disturbing aspect of the assassination was that the killer belonged to the Dawat-e-Islami, a Barelvi Sufi group which normally shuns violence and has been in the forefront of the struggle against Deobandism (a conservative Sunni religious movement that has become associated with militancy) and the Ahle Hadith jihadi groups.

http://www.refworld.org/docid/4d67513f2.html

Auch der Mann, der 2016 in Großbritannien einen Ahmadi erstach, stand Dawat e Islami und der Barelwi-Bewegung nahe bzw. gehörte ihr wohl an:

Among those who heard about his videos was the man who would go on to kill him – 32 year old Tanveer Ahmed, a cab driver from Bradford who had also moved to Britain from Pakistan.

In Bradford, Ahmed was a member of a religious group called Dawat e Islami, although they say clearly they do not condone his actions. Clad in distinctive green turbans, Dawat e Islami describe themselves as a peaceful and non political organisation.

They were founded in Pakistan but are active across countries in the Muslim world – dedicated to spreading their version of Islam.

http://www.bbc.com/news/uk-scotland-36732596

Der Täter zeigte keinerlei Reue. Er wurde zu lebenslanger Haft verurteilt.

https://www.independent.co.uk/news/uk/crime/asad-shah-murder-tanveer-ahmed-audio-messages-videos-calls-beheading-ahmadis-prison-scotland-a7323701.html

Obwohl er einsitzt, werden von ihm vorher aufgezeichnete Audios immer wieder in das Internet hochgeladen. In diesen Audios ruft er dazu auf, Ungläubige und Betrüger (gemeint sind Ahmadis) zu köpfen.

https://en.wikipedia.org/wiki/Murder_of_Asad_Shah

Die Mission richtet sich auch gegen bzw. an Ahmadis*.

https://ru-clip.com/video/Qte45urhAqY/qadianiahmadi-accepts-islam-live-on-madani-channel-on-friday-30th-january-2015.html

Quelle: fb-Account, Abruf 27.03.2018

Die neue Einrichtung könnte Publikum u.a. von anderen Moscheen abziehen. Sie könnte weiterhin relevante Teile der pakistanischstämmigen Bevölkerung Offenbachs ansprechen und weiterer Segregation Vorschub leisten. In der Folge kann es zu einer Verstärkung religiöser und auf das Herkunftsland gerichteter Rückbesinnung kommen, die u.a. wegen der Entwicklungen in Pakistan aufmerksam betrachtet werden sollte. Personen aus der pakistanischen Community könnten sich auch von dieser genötigt sehen, sich zuzuordnen. Ebenso kann man eine weitere Verschärfung der Lage für Juden und für die Ahmadis befürchten, wenn die Haltungen aus Pakistan übernommen und propagiert werden. Im Kontakt ist daher m.M.n. von Beginn an klar zu machen, dass „Blasphemie“ nach Gruppierungs-Definition etwas ist, was hierzulande weder strafbar noch unstatthaft ist. Dass Abwertungen nicht statthaft sind und Religion hier generell nicht die überwertige Rolle spielt, die die Mitglieder dieser Strömung vielleicht empfinden mögen. Verwiesen werden sollte u.a. auf den Art. 4 (2) GG, dessen Schranken die allgemeinen Gesetze und andere Grundrechte bilden. Oftmals wird ja die Schrankenlosigkeit des Art. 4 (1) GG auch für die Ausübung nach Art. 4 (2) GG angenommen, was in eine falsche Spur und in überzogene Anspruchshaltung (z.B. Schutz des Glaubens vor Kritik) mündet.

Ungeachtet dessen wird von Seiten der Gruppierung wohl versucht werden, für die eigenen Ziele Kooperationspartner zu gewinnen. An diese bestehen somit Erwartungen, die die Grundlinie verdecken lassen könnten. Gesprächspartner sollten deshalb neben der Freundlichkeit auch die Achtsamkeit nicht vergessen bzw. gezielt nachfragen. Auch bei Entgegenkommen ist bei überzeuigten Anhängern nämlich nicht mit einer Änderung der Grundhaltungen zu rechnen.

Bunt ist das alles nur von ganz weitem. Für Kinder, Frauen, Juden und Atheisten** ist das sehr unbunt.

 

 

*
On Sunday night, Pakistan made one of the most abject capitulations to radical Islamists in its 70 year history.

For three weeks, thousands of extremists had merrily challenged the writ of the state by blockading one of the main entrances into Islamabad, the capital. Supposedly protesting against an inconsequential tweak to a law designed to keep a hated religious minority out of politics, the mullahs dared the government to break up their illegal encampment. […]

t turns out the Barelvis are not as cuddly as first thought. The issue that really gets them agitated is blasphemy against Mohammad. They have a hair-trigger response to even the faintest whiff of reform of Pakistan’s infamous blasphemy laws. Those laws carry the death penalty in some instances and are widely abused.

https://capx.co/pakistans-extremists-are-winning/

 

Weitere Informationen:

http://www.dw.com/en/pakistans-barelvis-transformation-from-peaceful-to-violent/a-41744277

Klicke, um auf CTTA-February-2018.pdf zuzugreifen

https://www.researchgate.net/publication/307599029_Die_jungen_Islamisten_Pakistans_Die_neue_Friedensfahigkeit_des_Neo-Fundamentalismus

Klicke, um auf SachbuchZMO.pdf zuzugreifen

Klicke, um auf StudieReetz_islam-Inst.pdf zuzugreifen

Klicke, um auf CTTA-February-2018.pdf zuzugreifen

„An estimated crowd of more than 100,000 people have attended the funeral of Mumtaz Qadri, in a massive show of support for the convicted murderer of a leading politician who had criticised Pakistan’s blasphemy laws.“

https://www.theguardian.com/world/2016/mar/01/funeral-pakistani-mumtaz-qadri-executed-salmaan-taseer

http://www.bbc.com/news/world-asia-35693767

Und recht aktuell, von Ende letzten Jahres, Aufrufe in Pakistan gegen Ahmadis:

On November 26, Pakistani clerics held public rallies against Ahmadi Muslims, demanding even harsher and more violent laws against them. For decades, Pakistan has legislatively criminalized Ahmadi Muslims—sanctioning fines, arrest, and even capital punishment for any Ahmadi caught ‘posing’ as a Muslim. These hate rallies have spilled over into the UK—where death threats from other British Muslims have prompted the installing of metal detectors at Ahmadi run mosques. A few weeks ago, two extremist Sunni groups—Idara Dawat-O-Irshad, U.S.A. Inc. and Khatme Nabuwwat Center, Inc—held a similar hate rally against Ahmadi Muslims in Springfield, Virginia.

https://muftah.org/clerics-who-accuse-ahmadis-of-being-non-muslim-are-abetting-violence-discrimination/#.WrNlvYjwZpg

https://www.memri.org/reports/pakistans-execution-malik-mumtaz-qadri-%E2%80%93-ideology-blasphemy-islam

Gegen Sufi-Schreine gibt es in Pakistan aber immer noch und immer wieder auch Anschläge mit vielen Opfern:

https://www.hogn.de/2017/02/21/1-da-hogn-geht-um/nachrichten-niederbayern/pakistan-wieder-ein-stueck-toleranz-weggebombt-taliban-terror-sehwan-sharif-sindh-wahhabismus-kaschmir-konflikt/93698

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