Berlin: As-Sahaba-Moschee schließt – neues Domizil gesucht

Bekannte Einrichtung mit Prediger Abul Baraa vor dem Aus

Wie der Imam der Berliner Moschee Ahmad Abul Baraa auf seinem youtube Kanal verkündet, wird die umstrittene As-Sahaba Moschee zum Monatsende ihre Pforten schließen.

Die Moschee ist seit etlichen Jahren ein Kristallisationspunkt fundamentalistischer Kräfte. Prediger wie der Leipziger Imam Hassan Dabbagh waren bei Baraa ebenso zu Gast wie Dennis Cuspert oder Reda Seyam, der die Einrichtung mit gründete. Über die Moschee aus der Lageanalyse „Hintergründe zu den Angehörigen des salafistischen Spektrums in Berlin“, Januar 2018, S. 19:

Salafismus des Berliner Verfassungschutzes:

Die Gefährten e.V.“ – „As-Sahaba-Moschee“ in Wedding
Die kleinste der drei noch aktiven salafistischen Moscheen wurde von 130 Personen der Stichprobe aufgesucht, darunter von 32 ausschließlich. Der „Grad an Exklusivität“ ist bei dieser Moschee damit niedrig. Unter den Nutzern sind die 83 deutschen Staatsbürger deutlich in der Mehrheit, die Gruppe der 47 Ausländer wird von je acht Türken und Russen angeführt, gefolgt von einem breiten Nationalitätenmix. Der Anteil der Frauen liegt mit etwa 7 % gering. Auffällig ist das niedrige Durchschnittsalter der Männer von 31,8 Jahren, dass nur von der „Fussilet-Moschee“ unterboten wurde (siehe unten) und mit fast vier bzw. 7,5 Jahren Abstand signifikant das Durchschnittsalter der beiden Großmoscheen unterschreitet. Auffällig ist auch der Anteil der jihadistischen Salafisten, der mit 61 Personen fast die Hälfte aller Nutzer umfasst und zeigt, dass die Moschee ideologisch gerade noch dem „Graubereich“ des politischen Salafismus zuzurechnen ist. In der „As-Sahaba-Moschee“ dominieren junge Männer deutscher Staatsangehörigkeit, darunter sicher auch Migranten der zweiten und dritten Generation, die auch Hintergründe zu den Angehörigen des salafistischen Spektrums in Berlin von dem Umstand angezogen werden, dass die salafistischen Predigten und Unterrichte
auf Deutsch abgehalten werden.

https://www.berlin.de/sen/inneres/verfassungsschutz/publikationen/lage-und-wahlanalysen/

Das aktuelle Statement von Abul Baraa:

Da er jedoch weitermachen will, werden gegenwärtig Spenden eingeworben, um ein neues Objekt anzumieten oder zu kaufen:

 

Abul Baraa ist vor allem über seine vielen Videos in der Szene wirksam. Diese sind überwiegend in deutscher Sprache, sprechen mit den fundamentalistischen Inhalten also alle hier lebenden Muslime an. Langjährig fällt auch eine Reisetätigkeit in den süddeutschen Raum auf. So werden seit langem Einrichtungen z.B. in München  und Regensburg aufgesucht.

Da Internet-Betätigung und Reisetätigkeit unbhängig von einer eigenen Moschee sind, bleibt zunächst dieses erhalten. Auch die religiösen Reisen, die Baraa durchführt, sind davon unberührt:

 

Diese Reisen sind mit fast 5.000 Euro im oberen Preissegment:

Da bleibt sicher ordentlich Gewinn übrig.

Der Herr Baraa wird der Szene also seiner Planung nach erhalten bleiben. Man darf gespannt sein, ob er in Berlin selber eine neue Bleibe findet oder ins Umland ausweicht.

Da der Spendenaufruf hunderte Male geteilt wurde, kann man davon ausgehen, dass Baraa die nötigen Mittel mindestens für eine Neuanmietung aufbringen kann. Auf seiner Facebook-Seite ist das Spendenkonto angegeben:

Alleine bei paypal waren nach Stand letzte Woche schon über 25.000 Euro eingegangen:

Quelle: https://www.facebook .com/Ahmadabulbaraa/, Abruf 14.06.2018

Baraa wird also die nötigen Mittel haben, um anzumieten und weiter zu machen.
Die Frage wird sein, ob sich ein Vermieter findet, der eine solche Einrichtung in der eigenen Immobilie haben will. Immerhin besteht ja durchaus die Möglichkeit, dass die Struktur doch mal verboten wird und dann könnten Vermieter auf dem Mietausfall sitzen bleiben. Möglicherweise wird die Anmietung über einen Strohmann (oder -frau) erfolgen. Erhöhte Wachsamkeit bei Vermietern ist also angesagt.

Ein Gedanke zu „Berlin: As-Sahaba-Moschee schließt – neues Domizil gesucht

  1. Mich würden alte Verbindungen von Sawsan Chebli in die Berliner Szene interessieren. In Ihrem Abi Jahrbuch gab es schon von anderen Schuelern einen Bestimmten Inhalt.

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